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selfish brain Theorie von Prof.Achim Peters

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    am 02.08.2014 21:25:49
    Hallo Heidi,
    mit der Insulinresistenz, das wird ja oft so erklärt, dass das Insulin den" falschen Schlüssel" hat und somit die Zelle nicht" aufschließen" kann. Insofern kommt das Insulin nicht an, da hast du recht. Ich meinte das gleiche, hab mich wohl etwas unglücklich ausgedrückt.
    Dieser Sparflammeneffekt ist wohl sowas wie der Jojo-Effekt bei Diäten. Da lernt der Körper, dass er sich noch mehr Bemühen muss bei der Anlage der Fettdepots, denn scheinbar kommen wohl öfters Hungersnöte...Ja, das ist wirklich verflixt und zugenäht.
    Vielleicht sollten wir mal zu der Frage kommen, wie man sich da sinnvoll verhält.
    LG, Wildflower
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    am 02.08.2014 21:32:19
    Moin Wildflower,

    warum sollte das brain denn selfish genannt werden, wenn es nicht für sich selbst zuerst sorgte? Vielleicht schaust Du mal hier für den generelleren Überblick?

    Bisdann, Jürgen
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    am 02.08.2014 22:24:47
    Jürgen,
    ich weiß jetzt nicht was genau du mir mit diesem Link sagen wolltest. Ich stimme doch völlig mit dir überein, dass das selbstsüchtige Gehirn sich immer und vor allen anderen Organen und zuerst die Energie holt und für sich selbst sorgt.
    Aber auch das "selfishste Brain" kann sich nichts holen wo nichts da ist. Das steht doch aber nicht im Widerspruch zur Theorie von Achim Peters.
    Mir ist nicht klar, worauf du hinaus willst.
    Willst du mir beweisen dass diese Theorie falsch ist, oder verstehst du etwas nicht oder wo liegt das Problem?
    Grüße,
    Wildflower
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    am 02.08.2014 23:07:10
    Moin Wildflower,

    Deine Frage:
    schrieb:
    Wie soll sich denn das Gehirn" IMMER "völlig ausreichend mit Energie versorgen, wenn keine Energie da ist? Wo nichts ist ,kann sich das Gehirn auch nichts holen. Dann magert der Körper ab und irgendwann stirbt der Mensch. Wenn nur wenig da ist, kann sich das Gehirn nur wenig holen. Wenn Mensch Diät macht oder durch die OP wenig isst, dann wird sich das Gehirn schon etwas holen aber es findet nicht genug, dann ist das ein großer Stress für das Gehirn.


    Wiki-Antwort:
    schrieb:
    Auf der Grundlage dieser Theorien (an die die Selfish Brain Teorie anknüpft - Anmerkung von mir) lokalisieren noch heute internationale Forschungsteams die Ursache fürAdipositas (Fettleibigkeit) in einer Störung in einer der beiden oben beschriebenen Regelkreisläufe. Doch gibt es Phänomene bei der Gewichtsregulation, die damit nicht zu erklären sind. Ein Beispiel ist, dass bei Abmagerung (z. B. im Fasten) fast alle Organe wie Herz, Leber, Milz und Nieren dramatisch Gewicht verlieren (ca. 40 Prozent), die Blutzuckerkonzentration abfällt, aber die Gehirnmasse sich kaum oder gar nicht ändert (durchschnittlich weniger als 2 Prozent)



    Will sagen: in z.B. 14 Tagen Fasten versorgt sich das Gehirn IMMER mit ausreichend Energie - selfish - eben auch auf Kosten seines Körpers. Wenn Du noch einmal weiter oben schaust, hattest Du vom lebenslang hungernden Hirn geschrieben, wenn der Mensch kaum etwas isst:
    schrieb:
    Wie sollen die Werte auch hoch sein, wenn der Mensch kaum was isst?
    Der Patient hat nun zwar keinen Diabetes mehr, aber sein Gehirn ist zu lebenslangem Hungern verurteilt.


    Einfach zusammengefasst: Nach Peters versorgt sich das Gehirn immer zuerst völlig ausreichend mit Energie, selbst dann, wenn es beim Fasten seinen Körper aufzehrt. Deswegen kann ich Deiner Annahme nicht folgen, dass das Hirn eines Menschen, der ein bisschen abgenommen hat und dann nur so wenig isst, dass er nicht wieder zunimmt (Beispiel bariatrische OP) und sein Gewicht hält, irgendwie hungern müsste.

    Sorry, ist wieder mal lang geworden, Jürgen
  • Gast

    Rang: Gast
    am 03.08.2014 02:53:57
    wildflower schrieb:
    Vielleicht sollten wir mal zu der Frage kommen, wie man sich da sinnvoll verhält.


    Die Fragestellung finde ich gut.

    Konkreter ausformuliert, welche Handlungsmöglichkeiten leitetest Du, Wildblume, aus der Selfish Brain Theorie für Dich ab, um der Problematik Deines Typ 2 Diabetes beizukommen?

    Gruß
    Joa
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    am 03.08.2014 09:21:25
    http://books.google.de/books?id=9mk1NSoCBoUC&pg=PT23&lpg=PT23&dq=achim+peters+bariatrische+op&source=bl&ots=mSewEv8QGj&sig=uFyYYjpVRk0fuSxw09idyRl_JTA&hl=de&sa=X&ei=ePLcU_3mFK3H7AacloDoCA&ved=0CCAQ6AEwAA#v=onepage&q=achim%20peters%20bariatrische%20op&f=false
    oder bei Google eingeben: Achim peters bariatrische op

    Hallo Jürgen,
    ich denke das eine schließt das andere nicht aus.
    Diesen Satz vom lebenslang hungerndem Gehirn habe ich aus dem Buch von Peters wortwörtlich abgeschrieben. Wenn du den Link oben anklickst(bzw. erst kopieren) dann kommst du, wenn es klappt auf einen Auszug des Buches mit eben dieser Stelle.
    Hallo Joa,
    meine Ideen dazu wären:
    Stress reduzieren, Gefühle wahrnehmen, Achtsamkeit leben
    genügend Schlaf
    ungelöste und lange schwelende Konflikte lösen, etwa zu hohe berufliche Anforderungen, Spannungen in Familie und Kollegenkreis
    Einsamkeit ist auch so ein belastender Faktor
    Wenn man das alleine nicht schafft, Psychotherapie in Anspruch nehmen
    Entspannung in jeder Form (Yoga, autogenes Training usw.)
    Mehr bewegen, aber nicht so dass es in Stress ausartet
    Gesundes Essen ohne Diät und ohne hungern
    Und dann bleibt die Frage nach Insulin/Tabletten
    Da habe ich noch keine Lösung gefunden.
    Nach der Selfish brain Theorie braucht das Gehirn den hohen Zucker und es schadet ihm wenn er gesenkt wird. Aber das traut sich auch ein Achim Peters wohl nicht laut zu sagen.Und das wird auch kein Hausarzt und Diabetologe unterstützen.
    wobei in letzter Zeit immer wieder mal hoch kommt, dass man den Zucker nicht so radikal senken sollte sondern nur" moderat".Was auch immer das heißt.
    Was habt ihr denn hier für Erfahrungen gemacht?
    Steigen die Werte bei Stress? mehr als durchs Essen?
    Wie wirkt sich Entspannung aus?
    Habt ihr durch Insulin zugenommen?

    Grüße an alle,
    wildflower
    Bearbeitet von User am 03.08.2014 09:23:11. Grund: Link ergänzt
  • Gast

    Rang: Gast
    am 03.08.2014 11:41:06
    Also, ich oute mich hier mal als "Nicht- Versteher".....
    Bitte um Aufklärung:
    Das Gehirn bedient sich immer zuerst, da es absolut lebensnotwendig für den Körper ist. Das ist sowohl nach der selfish-brain Theorie wie auch nach gängigen medizinischen Erkenntnissen so.

    Ein Lebensstil, der auf ausreichend Entspannung etc. setzt, wird allgemein als förderlich angesehen.Keine Frage.

    Warum ist aber bei Blutzucker im Normbereich nicht ausreichend Energie vorhanden? Wohin verschwindet denn die durch Essen aufgenommene Energie? Bei zu hohem BZ-Spiegel im Urin,klar. Aber bei adäquater Insulinmenge??
    Das hieße ja eher, dass bei zu hohem BZ die Energie "verpufft" (wie es ja nach der landläufigen Meinung auch passiert)

    Gut, und wenn der Erfinder der selfish-brain Theorie in seinem Buch keine Handlungsvorschläge aus seinen Erkenntnissen ableitet:Was bringen uns dann die Erkenntnisse?

    Nur um es nochmal klar zu stellen: Ich will mich hier nicht gegen die Theorie stellen, aber ich verstehe kaum mehr als Bahnhof bei der ganzen Geschichte, auch idem von Jürgen verlinkten Beitrag kann ich nur sehr schwer folgen, obwohl ich im naturwissenschaftlichen Bereich tätig bin.
    Wenn hier jemand weiterhelfen könnte, wäre ich sehr dankbar!
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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 03.08.2014 12:05:46
    Moin wildflower,

    nach meinem Verständnis hungert das Hirn nie. Wenn es Glukose braucht, schließt es durch Absenken der Insulin-Ausgabe seinen Körper vom Glukose-Gebrauch aus und bedient sich. Weil Leber und Nieren per Gluconeogenese aus Eiweiß/Aminosäuren und Laktat in 24 Stunden mehr Glukose herstellen können, als das Hirn in 24 Stunden verbrauchen kann, gibt es da selbst bei ausschließlicher Glukose-Versorgung weder Mangel noch Hunger.
    Aber das Hirn gewinnt seine ATPs, die eigentlichen Energieträger, die dann in den Zell-Kraftwerken verbraucht werden, nicht nur aus Glukose, sondern auch aus Ketonen (Fett) und Laktat. Damit verringert sich der ausschließliche Glukose-Bedarf von etwa 140 Gramm auf etwa 40 Gramm in 24 Stunden. Die liefert die Gluconeogenese immer, die beim Typ2 locker 100 Gramm und mehr am Tag schafft.

    Während die Lieferkette der direkten Hirnversorgung in jedem Falle immer vollständig steht, so lange der Mensch auch nur annähernd funktionsfähig lebt, kann die Lieferkette von draußen zum Menschen unterbrochen sein.
    Einfachster Fall, es gibt keine oder nicht ausreichend Nahrungsmittel. Dann verbraucht der Mensch mehr Energie, als er zuführt, und während das Gehirn sich dabei komplett schadlos hält, nimmt der Körper ab. Dabei ist das Hirn natürlich um den Nachschub besorgt und hält beständig einen großen Pull=Zug=Hunger auf dieser Lieferkette von draußen durch die Futterluke in den Körper.
    Wenn der Mensch sein Normalgewicht hat und hält, entsteht an der Lieferkette nach draußen immer nur so viel Pull=Zug=Hunger, dass der tatsächliche GesaMTVerbrauch plusminus Null ausgeglichen wird.

    Wenn dieses gesunde Verhältnis krankhaft gestört ist, zieht das Gehirn über diesen ausgeglichenen Stand hinaus immer noch weiter per Hungergefühl an dieser äußeren Lieferkette, und der Mensch nimmt zu.
    Und wo das Gehirn eben steuert, dass der Mensch diesen zu vielen Hunger hat, kann man verkürzt (und eben leider sachlich erheblich verfälscht, weil das Hirn selbst immer voll versorgt ist) schreiben, dass das Gehirn den Hunger hätte. Und tatsächlich immer häufiger wohl lebenslang.

    Mein Fazit aus der Selfish-Brain-Theorie: Die Versorgung des Gehirns ist auch bei Typ2 Diabetes mit völlig gesundem Blutzucker und völlig normalem Gewicht durchgängig voll sicher gestellt :)
    Bisdann, Jürgen
  • Gast

    Rang: Gast
    am 03.08.2014 13:02:01
    hjt_Jürgen schrieb:
    Moin wildflower,

    nach meinem Verständnis hungert das Hirn nie. Wenn es Glukose braucht, schließt es durch Absenken der Insulin-Ausgabe seinen Körper vom Glukose-Gebrauch aus und bedient sich. Weil Leber und Nieren per Gluconeogenese aus Eiweiß/Aminosäuren und Laktat in 24 Stunden mehr Glukose herstellen können, als das Hirn in 24 Stunden verbrauchen kann, gibt es da selbst bei ausschließlicher Glukose-Versorgung weder Mangel noch Hunger.
    Aber das Hirn gewinnt seine ATPs, die eigentlichen Energieträger, die dann in den Zell-Kraftwerken verbraucht werden, nicht nur aus Glukose, sondern auch aus Ketonen (Fett) und Laktat. Damit verringert sich der ausschließliche Glukose-Bedarf von etwa 140 Gramm auf etwa 40 Gramm in 24 Stunden. Die liefert die Gluconeogenese immer, die beim Typ2 locker 100 Gramm und mehr am Tag schafft.

    Während die Lieferkette der direkten Hirnversorgung in jedem Falle immer vollständig steht, so lange der Mensch auch nur annähernd funktionsfähig lebt, kann die Lieferkette von draußen zum Menschen unterbrochen sein.
    Einfachster Fall, es gibt keine oder nicht ausreichend Nahrungsmittel. Dann verbraucht der Mensch mehr Energie, als er zuführt, und während das Gehirn sich dabei komplett schadlos hält, nimmt der Körper ab. Dabei ist das Hirn natürlich um den Nachschub besorgt und hält beständig einen großen Pull=Zug=Hunger auf dieser Lieferkette von draußen durch die Futterluke in den Körper.
    Wenn der Mensch sein Normalgewicht hat und hält, entsteht an der Lieferkette nach draußen immer nur so viel Pull=Zug=Hunger, dass der tatsächliche GesaMTVerbrauch plusminus Null ausgeglichen wird.

    Wenn dieses gesunde Verhältnis krankhaft gestört ist, zieht das Gehirn über diesen ausgeglichenen Stand hinaus immer noch weiter per Hungergefühl an dieser äußeren Lieferkette, und der Mensch nimmt zu.
    Und wo das Gehirn eben steuert, dass der Mensch diesen zu vielen Hunger hat, kann man verkürzt (und eben leider sachlich erheblich verfälscht, weil das Hirn selbst immer voll versorgt ist) schreiben, dass das Gehirn den Hunger hätte. Und tatsächlich immer häufiger wohl lebenslang.

    Mein Fazit aus der Selfish-Brain-Theorie: Die Versorgung des Gehirns ist auch bei Typ2 Diabetes mit völlig gesundem Blutzucker und völlig normalem Gewicht durchgängig voll sicher gestellt :)
    Bisdann, Jürgen



    Respekt Jürgen, super erklärt!
  • Gast

    Rang: Gast
    am 03.08.2014 13:58:54
    Gast schrieb:
    Respekt Jürgen, super erklärt!


    Könnte es sein, dass dieser gast Jürgen selber ist????