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Was habe ich womöglich für einen Diabetes mit HBA1c von 5.1%, bei IFG und IGT?
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am 03.03.2015 12:50:54
Karl-Friedrich schrieb:
Danke Dir für die klaren Worte, die Konsequenzen bzgl. Süsskram (GI/GL) habe ich gezogen, da will ich keine unnötigen, hohen BZ-Spitzen mehr meinem Körper zumuten.
Ich persönlich kenne einen dicken Typ2er und 5 schlanke - das mag zwar die Ausnahme sein, aber Diabetes hält sich halt nicht an das, was der Volksmund zu kundtut! ;)
Unnötige hohe BZ-Spitzen vermeiden ist grundsätzlich ein guter Plan – wobei die ja nicht unbedingt von Süßigkeiten kommen. Weißer, geschälter Reis (der vom Chinamann beispielsweise) scheppert deutlich mehr rein als ein Stück Schwarzwälde-Kirsch-Torte oder Schoko-Buttercreme.
Die Nummer mit dem Glykämischen Index ist eine Orientierungshilfe – wichtiger ist die Glykämische Last, und da ist Schokolade (am besten mit Nüssen) bei einem "Hemd" wie dir wohl durchaus drin. Gummibärchen oder Marshmallows sind kontraproduktiv, Kartoffeln sind gut, Kartoffelpüree wiederum zu schnell, es sei denn, da kommt noch Leberkäse und Ei dazu.
Wichtig für Dich sind jährliche Kontrollen und bewußte Ernährung – und dazu gehört auch bewußtes Genießen. Am Sport hapert es wohl nicht.... ;)
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am 03.03.2015 13:04:21
Karl-Friedrich schrieb:
Die Kernaussagen waren: Pathologischer Blutzuckerverlauf als Ergebnis des oGTT, in einem Bereich, der schädigend sein kann/ist. Deshalb klare Hinweise/Empfehlung auf die Ernährung (Stichworte: GI, GL).
Die Sache mit den Folgeschäden...
Natürlich ist es so, dass erhöhte Blutzuckerwerte Folgeschäden verursachen.
Mit einem "Einstiegsalter" um 50 Jahre und Einhaltung der Therapieziele (HbA1c kleiner 7, "geringe" Schwankungen" sind Schädigungen nach ca. 20 – 25 Jahren zu erwarten. Also dann, wenn die Natur schon von sich aus mit "Überraschungen" aufwartet... und selbst dann kann man gezielt behandeln.
Typ1er, die ihre Karriere als Kleinkinder starten, im Teenager-Alter mit Hormon-Chaos und "null-Bock"-Phasen katastrophale Werte haben und zeitlebens gegen das "Diabetes-Monster" kämpfen, haben heutzutage die ersten Schäden nach 35 – 40 Jahren. Nieren und Augen, hier hat man heutzutage schon sehr gute Hilfe parat.
Tpy2er werden leider auch heute noch meist erst anhand der "Folgeschäden" diagnostiziert. Und viele Typ2er nehmen ihre Erkrankung auf die leichte Schulter (das bisschen Zucker, was ist schon ne 300... letzte Woche war das bestimmt mehr). Ein Umstand, der auch dem Halbwissen der Bevölkerung anzulasten ist.... die Zuckerkrankheit kriegt man, wenn man zuviel Süßes ist, und Opa hatte auch nur ein bisschen Zucker, aber Oma hatte schweren Zucker, da waren schon die Beine ab.. -
am 03.03.2015 13:53:58
Hallo Karl,
Zu Plasma: ja, die Werte fallen von der Zahl her etwas höher aus. Wenn man jetzt wirklich den Wert von vor 15 Jahren vergleichen möchte, dann siehst du, dass deine Störung sehr schön stabil ist. Glückwunsch, das ist ein quasi ein Gottesgeschenk. Du wirst es damit besonders leicht haben, deinen Prädiabetes selbstbestimmt und erfolgreich womöglich für immer vollständig einzufrieren. Die Instrumente wurden dir genannt. Aufgrund des oGtt brauchst du deshalb auch nicht geschockt sein.
Zum oGtt und HbA1c: ich meinte es eher so, dass ein normaler Hausarzt nur einen HbA1c angeordnet hätte und dich dann munter nach Hause geschickt hätte. Ein Facharzt, so erging es mir ja erfreulicherweise auch, hat da tiefere Kenntnisse und weiß um die Schwächen bei der Früherkennung von Diabetes und HbA1c. Also auch hier ausdrücklich Glückwunsch.
Die Glyxseite gibt dir sehr gute Anhaltspunkte. Und was Fett betrifft: Ja, dieses verlangsamt die Aufnahme. Jetzt hast du ja Streifen und kannst diesen Effekt sehr gut beobachten. Normalerweise sollte der Peak eine Stunde nach dem Essen sein. Bei mir verschiebt sich dieser Punkt teilweise erheblich über eine Stunde nach hinten.
Cholesterin: Wenn deine Cholesterinwerte ok sind, dann brauchst du tierisches Fett auch nicht weiter reduzieren. Es ist aber eine weitere Stellschraube, kannst ja mal im Hinterkopf behalten.
Muskeln: das ist nun ein ganz anderes Thema. Aber da kann ich sicher auch gute Tipps geben. Zunächst ist es völlig konsequent, dass du keine Muskeln aufbaust bei dem, was du schilderst. Lügestütze setzen immer den gleichen Trainingsreiz. Wie oft machst du sie, wie viele machst du? Wenn du dich konsequent an das oben skizzierte Dreieck hieltest, dann würde das so aussehen: Alle drei Tage z.B. 3x50 Liegestütze. In den Folgewochen dann erhöhen auf 3x60 und so weiter. Die Ernährung auf KH und Eiweiß vor allem vor und nach den Einheiten fokussiert. Und nun kommst: und selbst dann würdest du kaum Muskelzuwachs verzeichnen, weil der Trainingsreiz auf Kraftausdauer geht. Der Körper braucht nicht mehr Muskelmassen, sondern ausdauernde Muskelmasse. Deshalb wirst du einen Bodybuilder nie mit Eigengewichtsübungen sehen, sondern immer mit sich steigernden Eisen, kürzen und heftigen Übungen. Z.B. 3x8 statt wie oben 3x60. Nur das fördert Muskelwachstum. Daher ist auch klar, warum du beim Fahrrad bei dünnen Beinen bleibst, wie alle Radfahrer. Es ergibt sich nun das Viereck beim Muskelwachstum:
E.E.E.I = Einstellung . Ernährung . Erholung . Intensität
Für deine Fahrradtouren ist dein Nudelteller genau das Richtige. Du kommst beim Radeln immer wieder in den anaeroben Bereich. Wenn dann keine KH da sind, dann würde der Körper eher Eiweiße abbauen, also Muskeln, um die Energie zu bekommen. Beim Sport sind KH unverzichtbar. Du solltest eher auf Fett ein Auge haben. Eine Wiener ist da z.B. Deutlich schmerzhafter für den Körper.
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am 04.03.2015 00:05:02
TypEinser schrieb:
Unnötige hohe BZ-Spitzen vermeiden ist grundsätzlich ein guter Plan – wobei die ja nicht unbedingt von Süßigkeiten kommen. Weißer, geschälter Reis (der vom Chinamann beispielsweise) scheppert deutlich mehr rein als ein Stück Schwarzwälde-Kirsch-Torte oder Schoko-Buttercreme.
Danke Dir, dieser Umstand war mir noch nicht bewußt. Das mit der Glykämische Last habe ich jetzt auch gelesen, hier (http://jumk.de/glyx/) kann man das schön je nach Gramm differenziert erkennen.
TypEinser schrieb:
Die Nummer mit dem Glykämischen Index ist eine Orientierungshilfe – wichtiger ist die Glykämische Last, und da ist Schokolade (am besten mit Nüssen) bei einem "Hemd" wie dir wohl durchaus drin. Gummibärchen oder Marshmallows sind kontraproduktiv, Kartoffeln sind gut, Kartoffelpüree wiederum zu schnell, es sei denn, da kommt noch Leberkäse und Ei dazu.
Ok, dann wäre vielleicht doch einmal eine kleine Rippe Haselnußschokolade mal drin, so als Belohnung. Wie verhält sich das mit einer hochprozentigen, reinen Schokolade (mehr als 80%)?
TypEinser schrieb:
Wichtig für Dich sind jährliche Kontrollen und bewußte Ernährung – und dazu gehört auch bewußtes Genießen. Am Sport hapert es wohl nicht.... ;)
Ich frage mich gerade, ob ich nach der Ernährungsumstellung mal in einem halben Jahr wieder einen oGTT durchführen sollte, um ggf. einen Effekt zu überprüfen, vgl. http://kardiologie-gefaessmedizin.universimed.com/artikel/behandlung-des-pr%C3%A4diabetes-di%C3%A4t-therapie-oder-gar-nichts
Noch eine Frage bezüglich Nudeln, die ich gerne essen, auch mal vor einer längeren Radtour, oder danach. Hier las ich ebenfalls von einem tendenziellen hohen GI/GL. Sollte ich diese vermeiden, oder auf Vollkornnudel umsteigen? -
am 04.03.2015 00:47:56
purea schrieb:
Hallo Karl,
Zu Plasma: ja, die Werte fallen von der Zahl her etwas höher aus. Wenn man jetzt wirklich den Wert von vor 15 Jahren vergleichen möchte, dann siehst du, dass deine Störung sehr schön stabil ist. Glückwunsch, das ist ein quasi ein Gottesgeschenk. Du wirst es damit besonders leicht haben, deinen Prädiabetes selbstbestimmt und erfolgreich womöglich für immer vollständig einzufrieren. Die Instrumente wurden dir genannt. Aufgrund des oGtt brauchst du deshalb auch nicht geschockt sein.
Der letzte, mir bekannte Wert war vor 10 Jahren, aber gut....
Für mich war der oGTT ein richtiger, harter Warnschuß vor den Bug, der mein Lebensschiff zu einem Wendemanöver gebracht hat. Die Zukunft wird nach meiner Ernährungsumsstellung zeigen, wie sich womöglich der NBZ, oder ein weiterer oGTT in vielleicht einem halben oder vollem Jahr sich verändert, auch gerade im Vergleich zum HBA1c .
purea schrieb:
Zum oGtt und HbA1c: ich meinte es eher so, dass ein normaler Hausarzt nur einen HbA1c angeordnet hätte und dich dann munter nach Hause geschickt hätte. Ein Facharzt, so erging es mir ja erfreulicherweise auch, hat da tiefere Kenntnisse und weiß um die Schwächen bei der Früherkennung von Diabetes und HbA1c. Also auch hier ausdrücklich Glückwunsch.
Das lag eher an meiner eigenen Hartnäckigkeit, es genau zu wissen. Der HA hätte bestimmt nicht einmal den HbA1c bestimmen lassen, mit dem Hinweis auf den letzten NBZ von 99 mg/dl. Und falls doch, hätte er mich auf Grund des Wertes von 5,1% nicht noch zu einem Diabetologen geschickt. So hätte ich also nie von meinen pathologischen Blutzuckerverlauf erfahren und den damit verbundenen Empfehlungen. D.h. alles wäre so unbemerkt weitergelaufen....
Dabei fragte ich den HA schon vor vielen Jahren einmal, weil mir einmal ein Hunderterwert aufgefallen war nach einem Diabetes. Die Antwort war mehr oder wörtlich: Ich würde das dann merken, weil ich dann ständig auf's Klo rennen müsste und ständig Durst hätte und Gewicht verlieren würde.
Sind solche Aussagen nicht fahrlässig, auch gerade in Hinblick bei diesen Symptomen auf einen sich schon lange manifestierten DM2, und den damit schon eingetretenen Folgeschäden?
Sollte ich vielleicht besser den HA wechseln?
Interessant ist noch nebenbei, was mir jetzt gerade noch aus dem Gespräch mit den jungen Diabetologen wieder in Erinnerung kommt, daß er von bisher noch unbekannten, bzw. noch nicht benannten Diabetesformen sprach und ich womöglich in so eine Kategorie reinfallen könnte. Ich hoffe, daß ich das jetzt so korrekt wiedergebe, zumindest schien er sehr differenziert zu denken und offenbar nicht alles in Typ1 und Typ2 einordnet.
Aber offenbar "versagt" in meinem Fall eine alleinige Bestimmung des HBA1c, sehr interessant eigentlich.
purea schrieb:
Die Glyxseite gibt dir sehr gute Anhaltspunkte. Und was Fett betrifft: Ja, dieses verlangsamt die Aufnahme. Jetzt hast du ja Streifen und kannst diesen Effekt sehr gut beobachten. Normalerweise sollte der Peak eine Stunde nach dem Essen sein. Bei mir verschiebt sich dieser Punkt teilweise erheblich über eine Stunde nach hinten.
Nach meinen Messungen, ergaben sich die Peaks eher auch erst nach 2, oder gar 3 Stunden, bei lastarmen Mahlzeiten. Bei einem Test mit 600 ml heißer Vollmilch war der Peak jedoch schon nach etwa einer Stunde bei etwa 127 mg/dl, nach 2 Std. bei 93 mg/dl, nach weiteren 1,5 Stunden und dem Genuß von einigen Tomaten und Früchtetee bei 97.
Ich habe jedenfalls hier einige interessante Aspekte erfahren, auch nach meinen Messungen. Ich hoffe sehr, daß ich das so einfrieren kann, oder vielleicht weitere oGTT-Test niedrige Werte ergeben, nach einer andauernden Nahrungsumstellung. Wäre sowas denkbar, oder gar noch ein Absenken der NBZ-Werte?
Bearbeitet von User am 04.03.2015 00:50:03. Grund: Satzbau -
am 04.03.2015 06:17:11
Karl-Friedrich schrieb:
Ich hoffe sehr, daß ich das so einfrieren kann, oder vielleicht weitere oGTT-Test niedrige Werte ergeben, nach einer andauernden Nahrungsumstellung. Wäre sowas denkbar, oder gar noch ein Absenken der NBZ-Werte?
Hallo Karl-Friedrich,
HbA1c und Nüchterwert hängen davon ab, wie du dich ernährst und bewegst. Selbstverständlich kannst du die verbessern. Die oGTT-Werte zeigen, wie sich deine BZ-Automatik bei einer provozierten hohen Belastung verhält. Bei diesen Werten wird sich keine Besserung ergeben. Sie werden sich weiter verschlechtern bzw. im günstigsten Fall (bis auf zufällige Schwankungen) gleich bleiben.
Warum hast du denn bei deiner Milch einen BZ-Anstieg befürchtet? Sieh zu allererst auf die KH-Menge deiner Mahlzeit. Damit kannst du die BZ-Wirkung auf jeden Fall schon mal grob abschätzen. Alles andere ist Feintuning.
Beste Grüße, Rainer