Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.

Unterzucker bei Typ 2 Diabetes?

  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 116
    Mitglied seit: 18.11.2020
    am 06.04.2021 12:33:43 | IP (Hash): 1040372874
    Eine BZ Überwachung ist bei Typ 2 die nur Tabletten gekommen halt nicht vorgesehen. Da soll die Regelmäßige Überwachung und Kontrolle des HbA1 Wertes ausreichen.

    Mit einem Messgerät und regelmäßiger Messung kannst du aber selbst feststellen wie stark dein Körper auf verschiedene Lebensmittel reagiert und wenn man feststellt das man z.b. mit Reis besonders hohe BZ Werte erreicht meidet man den eben weitgehend usw.


    Eine Schulung brauch man da eigentlich nicht, die mitgelieferten Anleitungen reichen locker aus. Es gibt sicher auch zig Videos Online die es erklären.

    Ich nutze zusätzlich eine App um meine Werte zu speichern, wenn man sehr häufig misst kann die App sogar einen HbA1 Wert errechnen, passt nie 100% zum Bluttest aber die Tendenz ist schön zu sehen.

    Hinzu kommt das der HbA1 Wert kurzfristige sehr hohe BZ direkt nach dem Essen nicht immer zuverlässig erfassen kann. Auf Dauer sind die aber wahrscheinlich trotzdem schädlich für den Körper.

    Also laut den offiziellen Vorgaben zur Diabetes Behandlung musst du kein BZ messen, es reicht der HbA1 Wert und das Ziel das man erreichen soll ist 6,5%.

    Da ich aber auch erst mitte 40 bin habe ich mir selbst deutlich strengere Werte gesetzt.

    Ich möchte beim HbA1 eigentlich dauerhaft unter 6 bleiben und nach den Mahlzeiten nach Möglichkeit nur selten über 140 aber auf jeden Fall unter 160 blieben.
    Kontrollieren kann ich das halt nur mit messen. Aktuell habe ich noch Insulin verschrieben, daher bekomme ich noch Teststreifen, mal schauen wie ich das in Zukunft regeln werde wenn ich vielleicht kein Insulin mehr brauche.


    Gruß Tobias
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 972
    Beiträge: 3544
    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 06.04.2021 12:36:26 | IP (Hash): 94786200
    PeterB schrieb:
    Geht meine Ärztin evtl. davon aus, dass das auch so noch die nächsten Jahre in den Griff zu bekommen wäre? Bin Mitte 40.

    Hallo Peter,

    die Frage, die du dir stellen müsstest, lautet:
    "Kann ich davon ausgehen, dass ich meinen Diabetes so noch für mein ganzes Leben gesund im Griff behalten kann?" und die Antwort ist eindeutig: "Nein".

    Kümmere dich um deinen Diabetes. Wechsle evtl. zu einem kompetenteren Arzt, am besten einen Diabetologen, bei dem du auch eine Schulung bekommst. Mach dich im Internet schlau. ...

    Den BZ selbst zu messen und heraus zu finden, wie dieser auf deine Ernährung und Bewegung reagiert, ist ein guter Anfang. Wahrscheinlich wird dir nichts anderes übrig bleiben, als die Teststreifen dafür selber zu bezahlen. Das müssen viele andere auch machen. Das ist eine gute Investition in die eigene Gesundheit, die die meisten sich auch ohne allzu große Probleme leisten können.

    Hier ist eine Anleitung für eine sehr gesunde BZ-Führung.
    https://a7582688-a1e5-4056-88a2-dfd422642832.filesusr.com/ugd/32a606_db20057cf9b5496ea94c7d7d2d6f0cde.pdf
    (Quelle: https://www.bloodsugar101.com/download-the-lower-your-blood-sugar )
    Wenn die dort genannten Zielwerte für dich nicht erreichbar sind, dann stelle dir machbare Zwischenziele. Langfristig müsstest du aber fast auf diese Werte kommen, wenn du deine nächsten 40 ... 50 Jahre möglichst gesund verbringen willst.

    Alles Gute, Rainer
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 116
    Mitglied seit: 10.01.2021
    am 06.04.2021 14:13:10 | IP (Hash): 385273895
    Hallo in die Runde,

    habe mein Hirn nochmals angestrengt und da ist mir eingefallen, dass man sehr wohl ohne Insulin 100 Teststreifen (400 bei Insulinpflicht) vierteljährlich verordnet bekommt, wenn man im CMP-Programm wegen Diabetes ist, was ich bin. Geht über Diabetologen, die da angeschlossen sind, was meiner ist.

    Gruß,
    Biggi
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 5366
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 06.04.2021 14:23:50 | IP (Hash): 861297240
    Alles wichtige haben Tobi und Rainer Dir schon geschrieben. Für etwas Verständnis für das Verhalten Deiner Ärztin und mit welchen Stolpersteinen Du rechnen musst, hier 3-4 Punkte an Erläuterung:

    1. Von 100 Menschen mit Typ 2 sind vielleicht 10 bereit, selbst einen aktiven bis sogar entscheidenden Anteil an ihrer Behandlung zu nehmen. Die übrigen 90 wollen nur einfach weiterleben wie bisher und dafür morgens+mittags+abends ihre Medis nehmen und gut.
    2. Fachoffiziell gilt der Typ 2 im im Ziel-Rahmen vom Typ 1 um HBA1c 7 als ordentlich behandelt. Dass sich auch damit im Laufe der Jahre ein mehr oder weniger buntes Sträußchen an Folgekrankheiten versammeln kann, gilt schlicht als unvermeidlich.
    3. Seit wenigstens gut 15 Jahren mehren sich veröffentlichte Beispiele von Menschen mit Typ 2, die ihren krankhaft hohen Blutzucker mit ihrem Ess- und Bewegungsverhalten in den völlig gesunden Bereich zurück gedreht haben und darin halten.
    Das geht natürlich nur mit dem Messer.
    Ne blinde Kuh im Auto kann allenfalls lottomäßig passend lenken und bremsen, und ganz ähnlich kann man seinen Blutzucker auch nur steuern, wenn man zeitnah in konkreten Zahlen sieht, was man mit welchem Verhalten erreicht oder nicht erreicht.

    Nur ist das individuelle Steuern fachoffiziell überhaupt nicht angesagt, wie ich erst vor so um 2 Jahren juristisch habe lernen müssen.
    Weil ich mich draußen nur noch im Rolli bewegen kann, wollte ich ein Hilfsmittel für etwas mehr Bewegung von der kranken Kasse gesponsort haben. Mein Argument: Wenn ich mich nach dem Essen ne halbe bis Stunde entsprechend bewege, brauche ich für das Essen nur die Hälfte vom Insulin. Also Bewegung = Medi.
    Das von vornherein schlagende Gegenargument: Die Dosierung sei die ärztliche Einstellung, von der ich gefälligst meine Finger lassen sollte. Für (mehr) Bewegen müsste ich ganz normal die ärztlich empfohlene Menge an Sport-BEs essen.

    ----------------------------------------------
    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 4
    Mitglied seit: 05.04.2021
    am 09.04.2021 09:03:16 | IP (Hash): 623713669
    Danke Euch allen!

    Ich hab mir jetzt mal ein Blutzuckermessgerät besorgt und die letzten Tage gemessen. Dabei hatte ich jetzt i.d.R. morgens nüchtern um 160 und 1-2h nach dem Essen um 230.

    Nach Bewegung war ich dann auf 160-180.

    Grundsätzlich noch hohe Werte denke ich. Allerdings zu tiefe Werte habe ich nicht gesehen. Insofern gehe ich eher von Müdigkeit durch ungewohnte Anstrengung und fehlenden Stress aus.

    Essen umstellen ist glaube ich bei mir der schwerste Schritt, da dies tiefsitzende Gewohnheiten sind. Montag starte ich mit einer Ernährungsberatung. Dabei zu verfolgen, wie sich einzelne Lebensmittel bzw. Mahlzeiten auswirken wird sicher interessant und hilfreich.

    Grüsse
    Peter
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 972
    Beiträge: 3544
    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 09.04.2021 13:50:59 | IP (Hash): 315434787
    PeterB schrieb:
    Essen umstellen ist glaube ich bei mir der schwerste Schritt, da dies tiefsitzende Gewohnheiten sind.

    Das war am Anfang wohl kaum für jemand einfach.

    Du wirst sehen, dass so eine Umstellung am Anfang viel Kraft kostet, Nach ein paar Monaten, spätestens nach einem halben Jahr wird die umgestellte Ernährung so selbstverständlich, dass du nur noch ganz selten an Sachen denkst, die du von früher vermisst.

    Alles Gute und viel Erfolg, Rainer
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 116
    Mitglied seit: 10.01.2021
    am 09.04.2021 14:27:26 | IP (Hash): 385273895
    Hallo Peter,

    Deine Werte sind viel zu hoch. Du musst Deine Ernährung umstellen, wenn Du Langzeigschäden wie Sehverlust und Durchblutungsdstörungen Beine/Füße vermeiden willst. Als Richtwert bei Blutzuckermessung gilt nüchtern 100 und 2 Stunden nach der Mahlzeit höchstens 160 (das sind wünschenswerte Werte bei Diabetes). Du musst auf diese Werte zusteuern und das geht. So war es bei mir auch. Ich habe immer mal wieder noch einen Ausrutscher nach oben, aber das liegt dann an den Dingen, die ich gegessen habe und die mir nicht guttun.
    Manches muss man einfach selbst ausprobieren, ich z. B. vertrage keinen Reis, auch keinen Vollkorn.
    Suche Dir einen Diabetologen, der am CMP-Programm der Krankenkassen teilnimmt. Der führt dann auch Schulungen durch, welche sehr wichtig und informativ sind und auch Spaß machen (hätte ich nicht gedacht).
    Gestern habe ich mir wieder ein Rezept für Teststreifen abgeholt. Ich habe, da ich noch Basalinsulin spritze, quartalsweise 450 Teststreifen verordnet bekommen. Ohne Insulin bekäme ich 100 (wenn man im CMP-Programm ist). Nur mit Tabletten wird vierteljährlich beim Diabetologen der HbA1c-Wert gemessen und selbst misst man nur sporatisch.

    Alles Gute!
    Gruß,
    Biggi
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 62
    Mitglied seit: 04.07.2018
    am 11.04.2021 03:47:18 | IP (Hash): 1254596896
    PeterB schrieb:
    Danke Euch allen!

    Ich hab mir jetzt mal ein Blutzuckermessgerät besorgt und die letzten Tage gemessen. Dabei hatte ich jetzt i.d.R. morgens nüchtern um 160 und 1-2h nach dem Essen um 230.

    Nach Bewegung war ich dann auf 160-180.

    Grundsätzlich noch hohe Werte denke ich. Allerdings zu tiefe Werte habe ich nicht gesehen. Insofern gehe ich eher von Müdigkeit durch ungewohnte Anstrengung und fehlenden Stress aus.

    Essen umstellen ist glaube ich bei mir der schwerste Schritt, da dies tiefsitzende Gewohnheiten sind. Montag starte ich mit einer Ernährungsberatung. Dabei zu verfolgen, wie sich einzelne Lebensmittel bzw. Mahlzeiten auswirken wird sicher interessant und hilfreich.

    Grüsse
    Peter



    Hallo PeterB,

    zu Deiner Frage nach dem Unterzucker moechte ich Dir meine Erfahrungen mitteilen. Ich selbst bin LADA und nehme nur Metformin, kein Insulin.
    Gewichtsverlust (gewollt) nach Diagnose 25kg. Als extremer Mensch habe ich mein Leben umgekrempelt. Low Carb und Sport.
    Anfangs, von meinen hohen Werten kommend hatte ich bereits ab 110mg/dl Unterzuckergefuehle. Dazu gehoerten durchaus auch zittrige Haende.

    Als mein HbA1c dann bei 5,6% war, wollte ich es wissen: kann ich Unterzucker provozieren?
    Zwei Tage nur Wasser und Tee, dazu einen Tag lang gewandert, am anderen 3 Stunden auf dem Rennrad gesessen. Nix zu machen. 54mg/dl war der tiefste Wert welchen ich jemals erreicht habe. Und da spuere ich ausser einem gesunden Hunger sonst nix. Klar, die Leistung auf dem Rennrad ist niedriger als beinem Wert zwischen 90-110mg/dl.

    Ich wuerde das nicht zur Nachahmung empfehlen, aber das sind eben die Resultate meiner Selbstversuche.

    Ernaehrungsberatung.................ein rotes Tuch fuer mich. 'Sie koennen natuerlich Brezeln essen, aber bitte mit Butter!' Sorry, aber bei mir hat das mal so gar nix an der Hoehe des BZ geaendert. Nur an der Dauer. Es dauerte ewig, bis dieser wieder unten war. Pizza ist auch sowas gewessen - die hing mir gut und gerne 12 Stunden an.

    Als ich das dann alles realisiert hatte, begann ich mit dem Selbststudium meines Koerpers. Ohne Zufuhr von externem Insulin schien mir das relativ ungefaehrlich zu sein.
    Und seither laeuft das. Wenngleich ich durchaus bemerke, dass sich mein LADA verschlechtert. Aber von Insulin bin ich weit entfernt.

    Wenn Du diesen Ich-brauche-Zucker Kreislauf erstmal durchbrochen hast, wird vieles einfacher. Dazu brauchst Du aber erstmal niedrigere Werte. Bei den o.g. Werten hast Du ja noch Luft nach unten. Wie Juergen immer schreibt: DU hast es in der Hand.

    Freundlich gegrüßt und schönen Tag gewünscht!

  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 116
    Mitglied seit: 10.01.2021
    am 11.04.2021 10:35:28 | IP (Hash): 385273895
    Hallo,

    ja man sollte auch nicht zu einem Ernährungsberater*in gehen, sondern zu einem Diabetesberater*in. Brezel sind z. B. Gift bei Diabetes, 1. Weizenmehl, 2. Lauge. Da hilft auch die Butter nichts. Man lernt sehr viel in den Diabetesschulungen, bekommt auch gut die Zusammenhänge im Wechselspiel Zellen, Zucker, Glucose erklärt und man bekommt die Angst genommen.

    Allerdings gibt es auch viele beratungsresistente Menschen, ich brauche da nur an einige meiner Mitteilnehmer an der Schulung zu denken ..., nur Gejammer von wegen Lebensqualität usw. Das einzige, was die gelernt hatten, ist, wie man sich ein Stück Torte wegspritzt. Dabei waren da Leute dabei, die bei geringer Nahrungsumstellung ohne Insulin auskämen ...

    Gruß,
    Biggi
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 62
    Mitglied seit: 04.07.2018
    am 11.04.2021 10:44:14 | IP (Hash): 469463091
    biggi119 schrieb:
    Hallo,

    ja man sollte auch nicht zu einem Ernährungsberater*in gehen, sondern zu einem Diabetesberater*in. Brezel sind z. B. Gift bei Diabetes, 1. Weizenmehl, 2. Lauge. Da hilft auch die Butter nichts. Man lernt sehr viel in den Diabetesschulungen, bekommt auch gut die Zusammenhänge im Wechselspiel Zellen, Zucker, Glucose erklärt und man bekommt die Angst genommen.

    Allerdings gibt es auch viele beratungsresistente Menschen, ich brauche da nur an einige meiner Mitteilnehmer an der Schulung zu denken ..., nur Gejammer von wegen Lebensqualität usw. Das einzige, was die gelernt hatten, ist, wie man sich ein Stück Torte wegspritzt. Dabei waren da Leute dabei, die bei geringer Nahrungsumstellung ohne Insulin auskämen ...

    Gruß,
    Biggi



    Rate mal, wo ich war..................ich wurde direkt in der Praxis vom angegliederten Diabetesberater 'geschult'.

    Freundlich gegrüßt und schönen Tag gewünscht!