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Unterzucker bei Typ 2 Diabetes?

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    Mitglied seit: 05.04.2021
    am 05.04.2021 18:44:06 | IP (Hash): 1406540753
    Hallo!

    Ich habe gelesen, dass man bei Typ 2 Diabetes eher kein Unterzucker bekommt. Bei mir wurde vor ca. 1 Jahr Typ 2 festgestellt. Ich bin übergewichtig, in der Regel stark im Stress und hatte die letzte Zeit auch wenig Bewegung und eine schlechte Ernährung.

    Ich nehme morgens 1000 mg Metformin und 10 mg Forxiga und abends nochmal 1000 mg Metformin.

    Jetzt ist es so, dass ich die letzten Tage frei hatte (kaum Stress) und mich dazu mehr bewegt hatte (5-6 km/Tag gehen/wandern). Einige Zeit nach der Bewegung bin ich müde/energielos, leichter gereizt und fühle gelegentlich Herzklopfen.

    Ich hab mich jetzt gefragt, ob die zusätzliche und ungewohnte Bewegung evtl. dazu führt, dass mein Blutzuckerspiegel danach stärker als gewohnt abfällt. Da gleichzeitig der Stress fehlt, fehlt auch etwas, dass die Hormone und dazu den Blutzuckerspiegel puscht. Ich merke ähnliches manchmal auch nach Feierabend.

    Hat jemand dazu evtl. ähnliche Erfahrungswerte?
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    am 05.04.2021 19:24:36 | IP (Hash): 1398849525
    Hi,

    Metformin auch die Kombination mit Forxiga sollte eigentlich keine Unterzuckerung auslösen.

    Je nachdem wie hoch dein üblicher BZ Spiegel ist kann es aber schon vorkommen das ein deutlich niedrigerer BZ erste Hypo Gefühle auslöst auch wenn du noch weit von einer richtigen Unterzuckerung entfernt bist.

    Wenn du diese Gefühle hast wäre der Richtige Zeitpunkt mal den BZ zu messen.

    Es muss aber nicht unbedingt ein niedriger BZ sein, vielleicht ist einfach auch der Blutdruck ohne Stress und mit mehr Bewegung niedriger.

    Gruß Tobias
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    Mitglied seit: 05.04.2021
    am 05.04.2021 19:35:19 | IP (Hash): 1406540753
    Hallo Tobias,

    ok, vielen Dank. Naja, wenn ich die Symptome von Unterzucker lese, dann bin ich da sicher nicht tief drin. Mir fehlt da die Erfahrung, dass zuzuordnen. Mein Blutdruck ist i. d. R. ganz OK bei den Messungen beim Arzt.

    Macht es Sinn sich selbst ein BZ-Messgerät zu besorgen? Sollte man das wahrscheinlich mit seinem Arzt absprechen denke ich.

    Ich lese immer wieder, dass Bewegung den Zucker aus dem Blut zieht, weil hier dann noch andere Mechanismen wirken als Insulin. Meine Überlegung war Bewegung senkt, Medis halten den BZ grundsätzlich schon in einem normaleren Bereich, durch den fehlenden Stress wird keine zusätzliche Glucose bereitgestellt... - aber ob die Effekte überhaupt so gross sind oder der Körper dass dann doch gut ausgleichen kann, kann ich eben nicht einschätzen.

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    am 05.04.2021 19:47:27 | IP (Hash): 1398849525
    Hi,

    ein BZ Messgerät macht auf jeden Fall Sinn.

    Du kannst oft bei den Herstellern (z.b. Accu) kostenlos ein Testgerät bekommen. Auch die Apotheken haben eigentlich immer kostenlose Geräte liegen die man auf Nachfrage bekommt. Da sind auch immer 10 Teststreifen dabei.

    Mit dem Arzt reden macht natürlich trotzdem Sinn, meines Wissens darf dir der Arzt ohne Insulin aber maximal 50 TEststreifen pro Quartal verschreiben und selbst da stellen sich manche Ärtze etwas an.

    Dein Körper, um genau zu sein deine Leber kann aus den Fettreserven selbst Glucose Herstellen, daher kommt man notfalls auch tage ohne Nahrungsaufnahme aus ohne das der BZ Spiegel so weit fällt das es Gefährlich wird.

    Ich habe bis vor kurzem noch ein bisschen Insulin gespritzt hatte aber noch keine echte Hypo. Bin Anfangs der Therapie aber öfter mal NAchts mit Herzklopfen aufgewacht. Da war mein BZ aber noch weit weg von Hypo, ich war nur über Jahre sehr viel höhere Werte gewohnt da hat mein Körper schon Alarm geschlagen lange bevor es wirklich kritisch wurde.
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    am 05.04.2021 19:56:51 | IP (Hash): 385273895
    Hallo Peter,
    da Du nur Tabletten nimmst, entsteht keine Unterzuckerung. Die passiert nur, wenn man Insulin (Mahlzeiteninsulin) spritzen muss.

    Vor allen Dingen aber musst Du Deinen Blutzucker per Messgerät kontrollieren. Im Quartal werden 100 Teststreifen verordnet, wenn man nur Tabletten nehmen muss. Und, wie Tobias Dir schon schrieb, bekommt man in den Apotheken ein Messgerät geschenkt.

    Ich drücke Dir die Daumen!

    Gruß,
    Biggi
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    am 05.04.2021 20:15:21 | IP (Hash): 2013171332
    biggi119 schrieb:
    Im Quartal werden 100 Teststreifen verordnet, wenn man nur Tabletten nehmen muss.



    So einfach ist das leider nicht. Normalerweise gibt es Teststreifen auf Rezept nur bei Insulin...

    Siehe z.B. hier: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2011/daz-44-2011/wann-werden-teststreifen-fuer-typ-2-diabetiker-erstattet

    oder hier:
    https://www.g-ba.de/beschluesse/1307/?

    Bearbeitet von User am 05.04.2021 20:22:44. Grund: 2. Link
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    am 05.04.2021 20:45:15 | IP (Hash): 558534306
    Etwas bildhafter Hintergrund zu Deiner Frage nach dem Selbermessen:

    Gesund haben wir nen Autopilot Stufe 5 zur völlig selbsttätigen Steuerung unseres Blutzuckers mit 24/7 allen Schwankungen nach vielem Essen wie auch nach vielem Bewegen in einem sehr engen Bereich.
    Diabetisch defekt geht mit Erreichen der Diagnosegrenze nur noch Stufe 3 bis bald 2 mit locker dem 3- und nochmehr fachen der Gesunden Schwankungsbreite. Und die ungesund große Schwankungsbreite verstärkt sich zunehmend selbst.
    Die ordentliche ärztliche Behandlung richtet sich bis Stufe 1 praktisch nur nach dem groben Durchschnitt des jeweils vergangenen Quartals. Meistens nimmt damit der Medibedarf über die Jahre immer mal wieder ein Stück weiter zu.

    Wer sich dagegen möglichst viel vom Autopilot erhalten will, unterstützt den gewissermaßen manuell immer da, wo der Blutzucker ohne solche Unterstützung über den gesunden Rahmen hinaus ansteigen würde. Das funktioniert in den ersten Jahren nach der Diagnosereife meistens noch mit den wenigen schon verordneten bis völlig ohne Medis. Allerdings nur, wenn man seinen Blutzucker systematisch und gezielt selbst misst - zunächst mehrfach (schnell 5-10mal, wenn Du neugierig bist) am Tag - und sich mit seinem Ess- und Bewegungsverhalten danach richtet.

    Wie Du’s machen willst, ist Deine Entscheidung. Denn zum gesunden Blutzucker anleiten kann der Dok Dich nicht. Dazu müsste er jeden Tag Dein Futter- und Bewegungsprogramm und Deine Messwerte abfragen und entsprechend auswerten. Das kannst nur Du, indem Du dich da nach und nach reintestest und -probierst - wenn Du das denn machen willst.

    Zur langen Schreibe jetzt noch ein paar Zeilen zu Deiner Unterzucker-Frage:
    Wenn Du z.B. direkt nach einem üppigen Essen einen ausgiebigen Spaziergang gemacht hast, kann das durchaus Unterzucker gewesen sein, was Du da unangenehm wahrgenommen hast. Alimentäre Hypoglykämie heißt das auf Medisprech. Denn nach vielen KHs mit Tendenz zu sehr hohem Blutzucker läuft die eigene Insulinausgabe auf höchsten Touren und gleichzeitig verdoppelt bis verdreifacht der beschleunigte Kreislauf die Reichweite vom wirksamen Insulin.
    Im Blut hat Insulin eine Halbwertzeit von knapp 5 Minuten. Nach 5 Minuten haben 2 Teile Insulin nur noch die Wirkung von 1 Teil. Und wenn die 2 Teile in ihren 5 Minuten beim Spaziergang mit 2-3mal mehr verbrauchen in Kontakt kommen, als in der selben Zeit am Schreibtisch, senken sie damit halt auch den Blutzucker entsprechend tiefer - so lange noch ausreichend eigenes Insulin zur Verfügung steht, gern für ein paar Minuten ein Stück zu tief.

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
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    am 05.04.2021 20:48:44 | IP (Hash): 385273895

    Hallo,

    Heike, ich glaube, Du hast recht. Es kommt aber scheinbar auch auf das Bundesland an. Ohne Insulin nur in Ausnahmefällen in meinem Bundesland bei instabiler Stoffwechsellage, was ich unmöglich finde, weil wie soll man dann kontrollieren? Bin mal gespannt, habe Ende nächster Woche doc-Termin.

    Gruß,
    Biggi
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    am 05.04.2021 20:53:30 | IP (Hash): 386074453
    Jeder Mensch kann eine Unterzuckerung bekommen, mit und ohne Diabetes. Unter gewissen Rahmenbedingungen kann diese auch bei Nicht-Diabetikern recht bedrohlich werden.

    LG Geri
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    am 06.04.2021 11:56:18 | IP (Hash): 239417053
    Vielen Dank Euch allen für die Antworten!

    Das mit dem Blutzucker messen ist schon einleuchtend. Vielleicht bin ich da naiv. Jedoch hätte ich gedacht, wenn meine Ärztin der Meinung gewesen wäre, ich bräuchte ein Messgerät, hätte Sie mir das gesagt? Bekommt man dazu i. d. R. eine Schulung?

    Meine 4 letzten HbA1c-Werte (vierteljährlich) waren
    10,6 (Metformin 2x 800mg bekommen)
    9,6 (Metformin 2x 1000 mg bekommen)
    7,6 (viel Bewegung, bewusstere Ernährung, weiter Metformin)
    9,0 (wenig Bewegung wegen Verletzung/Wetter/Lockdown, überschaubare Ernährung, Forxiga zusätzlich zu Metformin bekommen)

    Geht meine Ärztin evtl. davon aus, dass das auch so noch die nächsten Jahre in den Griff zu bekommen wäre? Bin Mitte 40.