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Unterzucker bei Typ 2 Diabetes?
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am 05.04.2021 18:44:06 | IP (Hash): 1406540753
Hallo!
Ich habe gelesen, dass man bei Typ 2 Diabetes eher kein Unterzucker bekommt. Bei mir wurde vor ca. 1 Jahr Typ 2 festgestellt. Ich bin übergewichtig, in der Regel stark im Stress und hatte die letzte Zeit auch wenig Bewegung und eine schlechte Ernährung.
Ich nehme morgens 1000 mg Metformin und 10 mg Forxiga und abends nochmal 1000 mg Metformin.
Jetzt ist es so, dass ich die letzten Tage frei hatte (kaum Stress) und mich dazu mehr bewegt hatte (5-6 km/Tag gehen/wandern). Einige Zeit nach der Bewegung bin ich müde/energielos, leichter gereizt und fühle gelegentlich Herzklopfen.
Ich hab mich jetzt gefragt, ob die zusätzliche und ungewohnte Bewegung evtl. dazu führt, dass mein Blutzuckerspiegel danach stärker als gewohnt abfällt. Da gleichzeitig der Stress fehlt, fehlt auch etwas, dass die Hormone und dazu den Blutzuckerspiegel puscht. Ich merke ähnliches manchmal auch nach Feierabend.
Hat jemand dazu evtl. ähnliche Erfahrungswerte? -
am 05.04.2021 19:24:36 | IP (Hash): 1398849525
Hi,
Metformin auch die Kombination mit Forxiga sollte eigentlich keine Unterzuckerung auslösen.
Je nachdem wie hoch dein üblicher BZ Spiegel ist kann es aber schon vorkommen das ein deutlich niedrigerer BZ erste Hypo Gefühle auslöst auch wenn du noch weit von einer richtigen Unterzuckerung entfernt bist.
Wenn du diese Gefühle hast wäre der Richtige Zeitpunkt mal den BZ zu messen.
Es muss aber nicht unbedingt ein niedriger BZ sein, vielleicht ist einfach auch der Blutdruck ohne Stress und mit mehr Bewegung niedriger.
Gruß Tobias -
am 05.04.2021 19:35:19 | IP (Hash): 1406540753
Hallo Tobias,
ok, vielen Dank. Naja, wenn ich die Symptome von Unterzucker lese, dann bin ich da sicher nicht tief drin. Mir fehlt da die Erfahrung, dass zuzuordnen. Mein Blutdruck ist i. d. R. ganz OK bei den Messungen beim Arzt.
Macht es Sinn sich selbst ein BZ-Messgerät zu besorgen? Sollte man das wahrscheinlich mit seinem Arzt absprechen denke ich.
Ich lese immer wieder, dass Bewegung den Zucker aus dem Blut zieht, weil hier dann noch andere Mechanismen wirken als Insulin. Meine Überlegung war Bewegung senkt, Medis halten den BZ grundsätzlich schon in einem normaleren Bereich, durch den fehlenden Stress wird keine zusätzliche Glucose bereitgestellt... - aber ob die Effekte überhaupt so gross sind oder der Körper dass dann doch gut ausgleichen kann, kann ich eben nicht einschätzen.
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am 05.04.2021 19:47:27 | IP (Hash): 1398849525
Hi,
ein BZ Messgerät macht auf jeden Fall Sinn.
Du kannst oft bei den Herstellern (z.b. Accu) kostenlos ein Testgerät bekommen. Auch die Apotheken haben eigentlich immer kostenlose Geräte liegen die man auf Nachfrage bekommt. Da sind auch immer 10 Teststreifen dabei.
Mit dem Arzt reden macht natürlich trotzdem Sinn, meines Wissens darf dir der Arzt ohne Insulin aber maximal 50 TEststreifen pro Quartal verschreiben und selbst da stellen sich manche Ärtze etwas an.
Dein Körper, um genau zu sein deine Leber kann aus den Fettreserven selbst Glucose Herstellen, daher kommt man notfalls auch tage ohne Nahrungsaufnahme aus ohne das der BZ Spiegel so weit fällt das es Gefährlich wird.
Ich habe bis vor kurzem noch ein bisschen Insulin gespritzt hatte aber noch keine echte Hypo. Bin Anfangs der Therapie aber öfter mal NAchts mit Herzklopfen aufgewacht. Da war mein BZ aber noch weit weg von Hypo, ich war nur über Jahre sehr viel höhere Werte gewohnt da hat mein Körper schon Alarm geschlagen lange bevor es wirklich kritisch wurde. -
am 05.04.2021 19:56:51 | IP (Hash): 385273895
Hallo Peter,
da Du nur Tabletten nimmst, entsteht keine Unterzuckerung. Die passiert nur, wenn man Insulin (Mahlzeiteninsulin) spritzen muss.
Vor allen Dingen aber musst Du Deinen Blutzucker per Messgerät kontrollieren. Im Quartal werden 100 Teststreifen verordnet, wenn man nur Tabletten nehmen muss. Und, wie Tobias Dir schon schrieb, bekommt man in den Apotheken ein Messgerät geschenkt.
Ich drücke Dir die Daumen!
Gruß,
Biggi -
am 05.04.2021 20:15:21 | IP (Hash): 2013171332
biggi119 schrieb:
Im Quartal werden 100 Teststreifen verordnet, wenn man nur Tabletten nehmen muss.
So einfach ist das leider nicht. Normalerweise gibt es Teststreifen auf Rezept nur bei Insulin...
Siehe z.B. hier: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2011/daz-44-2011/wann-werden-teststreifen-fuer-typ-2-diabetiker-erstattet
oder hier:
https://www.g-ba.de/beschluesse/1307/?
Bearbeitet von User am 05.04.2021 20:22:44. Grund: 2. Link -
am 05.04.2021 20:45:15 | IP (Hash): 558534306
Etwas bildhafter Hintergrund zu Deiner Frage nach dem Selbermessen:
Gesund haben wir nen Autopilot Stufe 5 zur völlig selbsttätigen Steuerung unseres Blutzuckers mit 24/7 allen Schwankungen nach vielem Essen wie auch nach vielem Bewegen in einem sehr engen Bereich.
Diabetisch defekt geht mit Erreichen der Diagnosegrenze nur noch Stufe 3 bis bald 2 mit locker dem 3- und nochmehr fachen der Gesunden Schwankungsbreite. Und die ungesund große Schwankungsbreite verstärkt sich zunehmend selbst.
Die ordentliche ärztliche Behandlung richtet sich bis Stufe 1 praktisch nur nach dem groben Durchschnitt des jeweils vergangenen Quartals. Meistens nimmt damit der Medibedarf über die Jahre immer mal wieder ein Stück weiter zu.
Wer sich dagegen möglichst viel vom Autopilot erhalten will, unterstützt den gewissermaßen manuell immer da, wo der Blutzucker ohne solche Unterstützung über den gesunden Rahmen hinaus ansteigen würde. Das funktioniert in den ersten Jahren nach der Diagnosereife meistens noch mit den wenigen schon verordneten bis völlig ohne Medis. Allerdings nur, wenn man seinen Blutzucker systematisch und gezielt selbst misst - zunächst mehrfach (schnell 5-10mal, wenn Du neugierig bist) am Tag - und sich mit seinem Ess- und Bewegungsverhalten danach richtet.
Wie Du’s machen willst, ist Deine Entscheidung. Denn zum gesunden Blutzucker anleiten kann der Dok Dich nicht. Dazu müsste er jeden Tag Dein Futter- und Bewegungsprogramm und Deine Messwerte abfragen und entsprechend auswerten. Das kannst nur Du, indem Du dich da nach und nach reintestest und -probierst - wenn Du das denn machen willst.
Zur langen Schreibe jetzt noch ein paar Zeilen zu Deiner Unterzucker-Frage:
Wenn Du z.B. direkt nach einem üppigen Essen einen ausgiebigen Spaziergang gemacht hast, kann das durchaus Unterzucker gewesen sein, was Du da unangenehm wahrgenommen hast. Alimentäre Hypoglykämie heißt das auf Medisprech. Denn nach vielen KHs mit Tendenz zu sehr hohem Blutzucker läuft die eigene Insulinausgabe auf höchsten Touren und gleichzeitig verdoppelt bis verdreifacht der beschleunigte Kreislauf die Reichweite vom wirksamen Insulin.
Im Blut hat Insulin eine Halbwertzeit von knapp 5 Minuten. Nach 5 Minuten haben 2 Teile Insulin nur noch die Wirkung von 1 Teil. Und wenn die 2 Teile in ihren 5 Minuten beim Spaziergang mit 2-3mal mehr verbrauchen in Kontakt kommen, als in der selben Zeit am Schreibtisch, senken sie damit halt auch den Blutzucker entsprechend tiefer - so lange noch ausreichend eigenes Insulin zur Verfügung steht, gern für ein paar Minuten ein Stück zu tief.
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 05.04.2021 20:48:44 | IP (Hash): 385273895
Hallo,
Heike, ich glaube, Du hast recht. Es kommt aber scheinbar auch auf das Bundesland an. Ohne Insulin nur in Ausnahmefällen in meinem Bundesland bei instabiler Stoffwechsellage, was ich unmöglich finde, weil wie soll man dann kontrollieren? Bin mal gespannt, habe Ende nächster Woche doc-Termin.
Gruß,
Biggi -
am 05.04.2021 20:53:30 | IP (Hash): 386074453
Jeder Mensch kann eine Unterzuckerung bekommen, mit und ohne Diabetes. Unter gewissen Rahmenbedingungen kann diese auch bei Nicht-Diabetikern recht bedrohlich werden.
LG Geri -
am 06.04.2021 11:56:18 | IP (Hash): 239417053
Vielen Dank Euch allen für die Antworten!
Das mit dem Blutzucker messen ist schon einleuchtend. Vielleicht bin ich da naiv. Jedoch hätte ich gedacht, wenn meine Ärztin der Meinung gewesen wäre, ich bräuchte ein Messgerät, hätte Sie mir das gesagt? Bekommt man dazu i. d. R. eine Schulung?
Meine 4 letzten HbA1c-Werte (vierteljährlich) waren
10,6 (Metformin 2x 800mg bekommen)
9,6 (Metformin 2x 1000 mg bekommen)
7,6 (viel Bewegung, bewusstere Ernährung, weiter Metformin)
9,0 (wenig Bewegung wegen Verletzung/Wetter/Lockdown, überschaubare Ernährung, Forxiga zusätzlich zu Metformin bekommen)
Geht meine Ärztin evtl. davon aus, dass das auch so noch die nächsten Jahre in den Griff zu bekommen wäre? Bin Mitte 40. -
am 06.04.2021 12:33:43 | IP (Hash): 1040372874
Eine BZ Überwachung ist bei Typ 2 die nur Tabletten gekommen halt nicht vorgesehen. Da soll die Regelmäßige Überwachung und Kontrolle des HbA1 Wertes ausreichen.
Mit einem Messgerät und regelmäßiger Messung kannst du aber selbst feststellen wie stark dein Körper auf verschiedene Lebensmittel reagiert und wenn man feststellt das man z.b. mit Reis besonders hohe BZ Werte erreicht meidet man den eben weitgehend usw.
Eine Schulung brauch man da eigentlich nicht, die mitgelieferten Anleitungen reichen locker aus. Es gibt sicher auch zig Videos Online die es erklären.
Ich nutze zusätzlich eine App um meine Werte zu speichern, wenn man sehr häufig misst kann die App sogar einen HbA1 Wert errechnen, passt nie 100% zum Bluttest aber die Tendenz ist schön zu sehen.
Hinzu kommt das der HbA1 Wert kurzfristige sehr hohe BZ direkt nach dem Essen nicht immer zuverlässig erfassen kann. Auf Dauer sind die aber wahrscheinlich trotzdem schädlich für den Körper.
Also laut den offiziellen Vorgaben zur Diabetes Behandlung musst du kein BZ messen, es reicht der HbA1 Wert und das Ziel das man erreichen soll ist 6,5%.
Da ich aber auch erst mitte 40 bin habe ich mir selbst deutlich strengere Werte gesetzt.
Ich möchte beim HbA1 eigentlich dauerhaft unter 6 bleiben und nach den Mahlzeiten nach Möglichkeit nur selten über 140 aber auf jeden Fall unter 160 blieben.
Kontrollieren kann ich das halt nur mit messen. Aktuell habe ich noch Insulin verschrieben, daher bekomme ich noch Teststreifen, mal schauen wie ich das in Zukunft regeln werde wenn ich vielleicht kein Insulin mehr brauche.
Gruß Tobias -
am 06.04.2021 12:36:26 | IP (Hash): 94786200
PeterB schrieb:
Geht meine Ärztin evtl. davon aus, dass das auch so noch die nächsten Jahre in den Griff zu bekommen wäre? Bin Mitte 40.
Hallo Peter,
die Frage, die du dir stellen müsstest, lautet:
"Kann ich davon ausgehen, dass ich meinen Diabetes so noch für mein ganzes Leben gesund im Griff behalten kann?" und die Antwort ist eindeutig: "Nein".
Kümmere dich um deinen Diabetes. Wechsle evtl. zu einem kompetenteren Arzt, am besten einen Diabetologen, bei dem du auch eine Schulung bekommst. Mach dich im Internet schlau. ...
Den BZ selbst zu messen und heraus zu finden, wie dieser auf deine Ernährung und Bewegung reagiert, ist ein guter Anfang. Wahrscheinlich wird dir nichts anderes übrig bleiben, als die Teststreifen dafür selber zu bezahlen. Das müssen viele andere auch machen. Das ist eine gute Investition in die eigene Gesundheit, die die meisten sich auch ohne allzu große Probleme leisten können.
Hier ist eine Anleitung für eine sehr gesunde BZ-Führung.
https://a7582688-a1e5-4056-88a2-dfd422642832.filesusr.com/ugd/32a606_db20057cf9b5496ea94c7d7d2d6f0cde.pdf
(Quelle: https://www.bloodsugar101.com/download-the-lower-your-blood-sugar )
Wenn die dort genannten Zielwerte für dich nicht erreichbar sind, dann stelle dir machbare Zwischenziele. Langfristig müsstest du aber fast auf diese Werte kommen, wenn du deine nächsten 40 ... 50 Jahre möglichst gesund verbringen willst.
Alles Gute, Rainer -
am 06.04.2021 14:13:10 | IP (Hash): 385273895
Hallo in die Runde,
habe mein Hirn nochmals angestrengt und da ist mir eingefallen, dass man sehr wohl ohne Insulin 100 Teststreifen (400 bei Insulinpflicht) vierteljährlich verordnet bekommt, wenn man im CMP-Programm wegen Diabetes ist, was ich bin. Geht über Diabetologen, die da angeschlossen sind, was meiner ist.
Gruß,
Biggi -
am 06.04.2021 14:23:50 | IP (Hash): 861297240
Alles wichtige haben Tobi und Rainer Dir schon geschrieben. Für etwas Verständnis für das Verhalten Deiner Ärztin und mit welchen Stolpersteinen Du rechnen musst, hier 3-4 Punkte an Erläuterung:
1. Von 100 Menschen mit Typ 2 sind vielleicht 10 bereit, selbst einen aktiven bis sogar entscheidenden Anteil an ihrer Behandlung zu nehmen. Die übrigen 90 wollen nur einfach weiterleben wie bisher und dafür morgens+mittags+abends ihre Medis nehmen und gut.
2. Fachoffiziell gilt der Typ 2 im im Ziel-Rahmen vom Typ 1 um HBA1c 7 als ordentlich behandelt. Dass sich auch damit im Laufe der Jahre ein mehr oder weniger buntes Sträußchen an Folgekrankheiten versammeln kann, gilt schlicht als unvermeidlich.
3. Seit wenigstens gut 15 Jahren mehren sich veröffentlichte Beispiele von Menschen mit Typ 2, die ihren krankhaft hohen Blutzucker mit ihrem Ess- und Bewegungsverhalten in den völlig gesunden Bereich zurück gedreht haben und darin halten.
Das geht natürlich nur mit dem Messer.
Ne blinde Kuh im Auto kann allenfalls lottomäßig passend lenken und bremsen, und ganz ähnlich kann man seinen Blutzucker auch nur steuern, wenn man zeitnah in konkreten Zahlen sieht, was man mit welchem Verhalten erreicht oder nicht erreicht.
Nur ist das individuelle Steuern fachoffiziell überhaupt nicht angesagt, wie ich erst vor so um 2 Jahren juristisch habe lernen müssen.
Weil ich mich draußen nur noch im Rolli bewegen kann, wollte ich ein Hilfsmittel für etwas mehr Bewegung von der kranken Kasse gesponsort haben. Mein Argument: Wenn ich mich nach dem Essen ne halbe bis Stunde entsprechend bewege, brauche ich für das Essen nur die Hälfte vom Insulin. Also Bewegung = Medi.
Das von vornherein schlagende Gegenargument: Die Dosierung sei die ärztliche Einstellung, von der ich gefälligst meine Finger lassen sollte. Für (mehr) Bewegen müsste ich ganz normal die ärztlich empfohlene Menge an Sport-BEs essen.
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 09.04.2021 09:03:16 | IP (Hash): 623713669
Danke Euch allen!
Ich hab mir jetzt mal ein Blutzuckermessgerät besorgt und die letzten Tage gemessen. Dabei hatte ich jetzt i.d.R. morgens nüchtern um 160 und 1-2h nach dem Essen um 230.
Nach Bewegung war ich dann auf 160-180.
Grundsätzlich noch hohe Werte denke ich. Allerdings zu tiefe Werte habe ich nicht gesehen. Insofern gehe ich eher von Müdigkeit durch ungewohnte Anstrengung und fehlenden Stress aus.
Essen umstellen ist glaube ich bei mir der schwerste Schritt, da dies tiefsitzende Gewohnheiten sind. Montag starte ich mit einer Ernährungsberatung. Dabei zu verfolgen, wie sich einzelne Lebensmittel bzw. Mahlzeiten auswirken wird sicher interessant und hilfreich.
Grüsse
Peter
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am 09.04.2021 13:50:59 | IP (Hash): 315434787
PeterB schrieb:
Essen umstellen ist glaube ich bei mir der schwerste Schritt, da dies tiefsitzende Gewohnheiten sind.
Das war am Anfang wohl kaum für jemand einfach.
Du wirst sehen, dass so eine Umstellung am Anfang viel Kraft kostet, Nach ein paar Monaten, spätestens nach einem halben Jahr wird die umgestellte Ernährung so selbstverständlich, dass du nur noch ganz selten an Sachen denkst, die du von früher vermisst.
Alles Gute und viel Erfolg, Rainer -
am 09.04.2021 14:27:26 | IP (Hash): 385273895
Hallo Peter,
Deine Werte sind viel zu hoch. Du musst Deine Ernährung umstellen, wenn Du Langzeigschäden wie Sehverlust und Durchblutungsdstörungen Beine/Füße vermeiden willst. Als Richtwert bei Blutzuckermessung gilt nüchtern 100 und 2 Stunden nach der Mahlzeit höchstens 160 (das sind wünschenswerte Werte bei Diabetes). Du musst auf diese Werte zusteuern und das geht. So war es bei mir auch. Ich habe immer mal wieder noch einen Ausrutscher nach oben, aber das liegt dann an den Dingen, die ich gegessen habe und die mir nicht guttun.
Manches muss man einfach selbst ausprobieren, ich z. B. vertrage keinen Reis, auch keinen Vollkorn.
Suche Dir einen Diabetologen, der am CMP-Programm der Krankenkassen teilnimmt. Der führt dann auch Schulungen durch, welche sehr wichtig und informativ sind und auch Spaß machen (hätte ich nicht gedacht).
Gestern habe ich mir wieder ein Rezept für Teststreifen abgeholt. Ich habe, da ich noch Basalinsulin spritze, quartalsweise 450 Teststreifen verordnet bekommen. Ohne Insulin bekäme ich 100 (wenn man im CMP-Programm ist). Nur mit Tabletten wird vierteljährlich beim Diabetologen der HbA1c-Wert gemessen und selbst misst man nur sporatisch.
Alles Gute!
Gruß,
Biggi -
am 11.04.2021 03:47:18 | IP (Hash): 1254596896
PeterB schrieb:
Danke Euch allen!
Ich hab mir jetzt mal ein Blutzuckermessgerät besorgt und die letzten Tage gemessen. Dabei hatte ich jetzt i.d.R. morgens nüchtern um 160 und 1-2h nach dem Essen um 230.
Nach Bewegung war ich dann auf 160-180.
Grundsätzlich noch hohe Werte denke ich. Allerdings zu tiefe Werte habe ich nicht gesehen. Insofern gehe ich eher von Müdigkeit durch ungewohnte Anstrengung und fehlenden Stress aus.
Essen umstellen ist glaube ich bei mir der schwerste Schritt, da dies tiefsitzende Gewohnheiten sind. Montag starte ich mit einer Ernährungsberatung. Dabei zu verfolgen, wie sich einzelne Lebensmittel bzw. Mahlzeiten auswirken wird sicher interessant und hilfreich.
Grüsse
Peter
Hallo PeterB,
zu Deiner Frage nach dem Unterzucker moechte ich Dir meine Erfahrungen mitteilen. Ich selbst bin LADA und nehme nur Metformin, kein Insulin.
Gewichtsverlust (gewollt) nach Diagnose 25kg. Als extremer Mensch habe ich mein Leben umgekrempelt. Low Carb und Sport.
Anfangs, von meinen hohen Werten kommend hatte ich bereits ab 110mg/dl Unterzuckergefuehle. Dazu gehoerten durchaus auch zittrige Haende.
Als mein HbA1c dann bei 5,6% war, wollte ich es wissen: kann ich Unterzucker provozieren?
Zwei Tage nur Wasser und Tee, dazu einen Tag lang gewandert, am anderen 3 Stunden auf dem Rennrad gesessen. Nix zu machen. 54mg/dl war der tiefste Wert welchen ich jemals erreicht habe. Und da spuere ich ausser einem gesunden Hunger sonst nix. Klar, die Leistung auf dem Rennrad ist niedriger als beinem Wert zwischen 90-110mg/dl.
Ich wuerde das nicht zur Nachahmung empfehlen, aber das sind eben die Resultate meiner Selbstversuche.
Ernaehrungsberatung.................ein rotes Tuch fuer mich. 'Sie koennen natuerlich Brezeln essen, aber bitte mit Butter!' Sorry, aber bei mir hat das mal so gar nix an der Hoehe des BZ geaendert. Nur an der Dauer. Es dauerte ewig, bis dieser wieder unten war. Pizza ist auch sowas gewessen - die hing mir gut und gerne 12 Stunden an.
Als ich das dann alles realisiert hatte, begann ich mit dem Selbststudium meines Koerpers. Ohne Zufuhr von externem Insulin schien mir das relativ ungefaehrlich zu sein.
Und seither laeuft das. Wenngleich ich durchaus bemerke, dass sich mein LADA verschlechtert. Aber von Insulin bin ich weit entfernt.
Wenn Du diesen Ich-brauche-Zucker Kreislauf erstmal durchbrochen hast, wird vieles einfacher. Dazu brauchst Du aber erstmal niedrigere Werte. Bei den o.g. Werten hast Du ja noch Luft nach unten. Wie Juergen immer schreibt: DU hast es in der Hand.
Freundlich gegrüßt und schönen Tag gewünscht!
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am 11.04.2021 10:35:28 | IP (Hash): 385273895
Hallo,
ja man sollte auch nicht zu einem Ernährungsberater*in gehen, sondern zu einem Diabetesberater*in. Brezel sind z. B. Gift bei Diabetes, 1. Weizenmehl, 2. Lauge. Da hilft auch die Butter nichts. Man lernt sehr viel in den Diabetesschulungen, bekommt auch gut die Zusammenhänge im Wechselspiel Zellen, Zucker, Glucose erklärt und man bekommt die Angst genommen.
Allerdings gibt es auch viele beratungsresistente Menschen, ich brauche da nur an einige meiner Mitteilnehmer an der Schulung zu denken ..., nur Gejammer von wegen Lebensqualität usw. Das einzige, was die gelernt hatten, ist, wie man sich ein Stück Torte wegspritzt. Dabei waren da Leute dabei, die bei geringer Nahrungsumstellung ohne Insulin auskämen ...
Gruß,
Biggi -
am 11.04.2021 10:44:14 | IP (Hash): 469463091
biggi119 schrieb:
Hallo,
ja man sollte auch nicht zu einem Ernährungsberater*in gehen, sondern zu einem Diabetesberater*in. Brezel sind z. B. Gift bei Diabetes, 1. Weizenmehl, 2. Lauge. Da hilft auch die Butter nichts. Man lernt sehr viel in den Diabetesschulungen, bekommt auch gut die Zusammenhänge im Wechselspiel Zellen, Zucker, Glucose erklärt und man bekommt die Angst genommen.
Allerdings gibt es auch viele beratungsresistente Menschen, ich brauche da nur an einige meiner Mitteilnehmer an der Schulung zu denken ..., nur Gejammer von wegen Lebensqualität usw. Das einzige, was die gelernt hatten, ist, wie man sich ein Stück Torte wegspritzt. Dabei waren da Leute dabei, die bei geringer Nahrungsumstellung ohne Insulin auskämen ...
Gruß,
Biggi
Rate mal, wo ich war..................ich wurde direkt in der Praxis vom angegliederten Diabetesberater 'geschult'.
Freundlich gegrüßt und schönen Tag gewünscht!
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am 11.04.2021 10:53:06 | IP (Hash): 385273895
Glaube ich Dir, es gibt halt große Unterschiede, sei es zwischen Ärzten, sei es zwischen Beratern. Die Diabetesberaterin im Krankenhaus hat mir auch einiges erzählt, was nicht stimmte. Erst in der Schulung über den Diabetologen und seiner Diabetesberaterin ging mir bei manchem ein Licht auf und der Lerninhalt hat sich bei mir bestätigt, siehe Brezel - lach. In unserer Nachbarschaft ist ausgerechnet eine traditionsreiche (schon einige Gernationen) Brezelfabrik und da konnte ich es ausprobieren. Mein Blutzuckerwert ist ab wie eine Rakete....
Gruß,
Biggi -
am 22.05.2021 11:20:43 | IP (Hash): 1066088020
So, falls es jemanden interessiert, gebe ich hier gerne mal ein Update, wie es läuft. Wohl in dem Wissen, dass das nur ein Schritt auf dem Weg ist.
Seit 27.04. habe ich nach einer Woche "normalem" Essen protokollieren, mit der Ernährungsberaterin meine Ernährung umgestellt. Ziele sind Gewichtsabbau, Reduzierung der Fettleber und den Blutzuckerspiegel unten zu halten.
Ich hatte im Vorfeld diverse Blutzuckertests gemacht. Am regelmäßigsten den Nüchternblutzucker, der bei durchschnittliche 150 lag. Bei der Messung über die letzte Woche war ich bei 102.
Ich habe ca. 4 kg abgenommen, was lt. Beraterin eher etwas zu schnell ist. Mein HbAc1 war bei der Messung vor einer Woche bei 7,5, wobei mir seit dem letzten Mal sicher auch Forxiga als neues Medikament und mehr Bewegung zugute gekommen ist. Allerdings sehe ich kurzfristig tatsächlich diese Senkung von 150 auf 102 durch die Ernährung und etwas mehr Bewegung. Ich hätte nie gedacht, dass sich da so schnell etwas ändern kann.
Ich habe aber auch gemerkt, dass mein Blutzucker nach dem Mahlzeiten (5x am Tag) kaum über 140 kommt. Neulich hatte ich mal eine Pommes und lag danach bei 215. Mir war schon klar, dass verschiedene Speisen einen Unterschied machen. Aber sowas wie Brezeln oder Pommes fällt einem da sicher nicht als erstes ein.
Ich danke den Schreibern hier im Forum für die Unterstützung und Erfahrungswerte! Ich fand das sehr hilfreich und hoffe, dass ich das so gut weiter fortsetzen kann. -
am 22.05.2021 11:50:41 | IP (Hash): 1575634980
Danke für die Rückmeldung und weiter gutes Gelingen!
Und zu der Bemerkung von der Beraterin zum zu schnellen Abschmelzen mal der Hinweis auf viiiiele Tausend bariatrische OPs (Magenverkleinerungen und -abbindungen usw.), nach denen für lange Zeiten nur noch unter 1.000 kcal pro Tag möglich sind. Die Leute können auf der Waage stehen und der sinkenden Anzeige praktisch zuschauen. Und von denen gibt es keine auffälligen negativen Folgen. Sagt mir, dass das Diabetes- und Ernährungsberatungs-Geschwurbel vom besser langsamen Abnehmen ins Reich der Mühtösse gehört ;)
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 22.05.2021 14:08:48 | IP (Hash): 1066088020
hjt_Jürgen schrieb:
Danke für die Rückmeldung und weiter gutes Gelingen!
Und zu der Bemerkung von der Beraterin zum zu schnellen Abschmelzen mal der Hinweis auf viiiiele Tausend bariatrische OPs (Magenverkleinerungen und -abbindungen usw.), nach denen für lange Zeiten nur noch unter 1.000 kcal pro Tag möglich sind. Die Leute können auf der Waage stehen und der sinkenden Anzeige praktisch zuschauen. Und von denen gibt es keine auffälligen negativen Folgen. Sagt mir, dass das Diabetes- und Ernährungsberatungs-Geschwurbel vom besser langsamen Abnehmen ins Reich der Mühtösse gehört ;)
Hallo Jürgen,
ja, ich denke du hast auch recht. Der Gedanke war hier nicht, dass es nicht möglich wäre. Eher das man bei weniger Kalorien, sprich stärker als geplanter Abnahme, noch deutlicher auf die Nährstoffdichte achten oder supplementieren müsste, was Personen mit solch einen OP nach meinem Stand tatsächlich auch oft tun, und zum weiteren die Gefahr besteht, zu schnell Muskelmasse zu verlieren, die ja auch wieder hilfreich ist. Eine Ernährungsberatung hat eben das Ziel, eine nachhaltig gesunde und funktionierende Ernährung zu erlernen und nicht maximal schnell Körpermasse zu verlieren.
Für mich passt ein Tempo von 0,5-1KG/Woche durchaus. Ich hab es am Anfang auch an meiner mentalen Leistungsfähigkeit gemerkt und als ich zumindest ein wenig mehr, wenn auch nicht wirklich viel mehr, esse durfte, war das hier doch auch eine Hilfe.