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Wie hoch ist (im Mittel) Euer Nüchternblutzucker?

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    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8855
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 16.02.2022 16:44:32 | IP (Hash): 1857442301
    Mitglied schrieb:
    Obgleich Deine Ausführungen als begründetes "Pro" die persönliche Entscheidung betreffend die Wahl des eigenen Vorhabens Fett zu verlieren, für viele Hochmotivierte vereinfachen, ist mir immer noch nicht ganz klar, warum denn ein niedrigeres Defizit mit der gleichen Ernährungs- und Bewegungsweise nicht zum gleichen Ergebnis, das eben länger auf sich warten lässt, führen soll.


    Genau das war damals auch mein Ansatz und Kritikpunkt im Worm-Forum. Ich hatte in meinen bis dahin weit über 10 Jahren mit Typ 2 schon mehrmals abgenommen, laaangsam nach der damals vorherrschenden Lehre, dass schnelles Abnehmen Pumpen- und Nerven- und weitere Schäden verursache. Aber außer dem wenigeren Insulin für das wenigere Essen hatte ich keinerlei Auffälligkeiten festgestellt. Und die hätte ich sehen müssen, wenn denn welche aufgetreten wären, weil ich mir meinen gesunden BZ im Rahmen von HbA1c 5,5 und weniger da schon einige Jahre gemacht hatte.
    Zudem hatte ich mich da gerade mit dem Meister selbst um sein teures Wundermittel Hepafast gezofft. Nach der Tendenz seiner Darstellung hätte das allein schon die Normalisierung bringen müssen. Taylor hatte das ja noch gar nicht gekannt und Optifast genommen und dazu angemerkt, dass nach seiner Meinung jedes der vielen ähnlichen Pülverchen zum selben Ergebnis geführt hätte. Denn es käme nicht auf irgendeine genaue Zusammensetzung an, sondern lediglich auf die wenigen kcal pro Tag. Wenn es mit den Pülverchen nicht einfacher wäre, könnte man auch eben ganz wenig vom ganz normalen Essen nehmen.

    Also hab ich ganz wenig vom ganz normalen Essen genommen. Und wo sich 7 Tage nix an meinem BZ getan hatte, außer dass ich für das wenigere Essen eben weniger Bolus brauchte, war ich am 8en Tag schon drauf und dran zu verkünden, dass der Ansatz wenigstens mit meinem Uralt-Typ 2 nix mehr bewirkte.

    Und dann brauchte ich vom 8. auf den 9. Tag statt bis dahin 40 Einheiten Basal in 24 Stunden nur noch 10!

    Das ist dann das gesamte viertel Jahr so geblieben, das ich dann zum Abschmelzen von 96 auf 71 kg gebraucht habe, zunächst weiter VLCD und nach so um 6-8 Wochen ein bisschen mehr und ketogen. Denn das war um Weihnachten, und ohne die Entscheidung für ketogen hätte ich die Finger vom leckeren Süßkram nie ausreichend weit fernhalten können.
    Das Abnehmen ist mir nach der Leberentfettung seeehr viel leichter als bei allen vorherigen Versuchen gefallen, und ich verbuche diese Erleichterung auf den sehr viel geringeren Insulinumsatz.

    Das war vor inzwischen so um 8 Jahren. 3 kg stehen aktuell mehr auf der Anzeige, und statt 10 brauche ich seit dem Übergang zu isokalorisch 16 Einheiten Basal in 24 Stunden.
    Und ich habe seitdem kein Dawn-Phänomen mehr. Vorher konnte ich um 5 Uhr um 80 mg/dl messen und ohne zu essen um 8 Uhr um 160. Seitdem um 5 Uhr um 80 und ohne zu essen um 10 Uhr immer noch um 80.
    Und ich bin mir sehr sicher, dass ich heute noch keine Medi für meinen gesunden BZ bräuchte, wenn ich das Spiel in dieser Form mit meiner Diagnose Anfang 91 angefangen und bis heute so durchgezogen hätte.

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 1430
    Mitglied seit: 11.02.2019
    am 19.02.2022 18:26:22 | IP (Hash): 55653637
    hjt_Jürgen schrieb:
    July95 schrieb:
    Vor einigen Tagen die Situation:
    Wecker klingelt erstmals, Dexcom sagt 135
    10min später immer noch im Bett, Dexcom sagt 110
    wieder 10min später, immer noch im Bett, Dexcom sagt 139
    ich stehe auf, 15min später, Dexcom sagt 115
    weitere 15min später, Dexcom sagt 103

    Was ist jetzt mein Nüchternwert? Von 100-140 ist ja alles dabei.


    Interessante Frage, weil
    a) das Dexcom um etwa 15-30 Minuten nachgeht und
    b) "gleichzeitige" blutige Messungen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit weniger große Schwankungen ausgewiesen hätten.

    Hatte beim FreeStyle mal ne 250, weil ich just gerade zur Zeit dieser Anzeige gescant hatte. Schon ne Stunde weiter hat die Verlaufskurve an der Stelle nur 150 angezeigt und die 250 als einsamen Punkt weit darüber ;)




    Ich trage schon fast drei Jahre Sensoren, von Beginn an, habe sowohl die ICT als auch alle Pumpeneinstellungen mit den Sensorwerten gemacht und weiß ganz genau, wie ich mit dem Timelag zwecks Einstellung, Umgang im Alltag (Essen, Korrektur, Unterzuckerung, Alarme,...) als auch mit Vergleichsmessungen umzugehen habe.

    Es gibt einige Typ1er, die mal den Versuch gemacht haben, eine Weile ruhig auf einem Stuhl gesessen, Blutzucker gemessen, dann aufstehen und daraufhin sofort wieder den Blutzucker gemessen haben. Bei einigen Typ1ern führt nur alleine das Aufstehen zu einem kurzfristigen Anstieg des Blutzuckers von bis zu 40mg/dl. Ich habe es selbst auch mal ausprobiert und kann die Beobachtung bestätigen.

    Das der Libre mal ein wenig über- oder untertrieben hat, bei den Spitzen ist auch bekannt. Aber so eine große Abweichung wie bei dir, trat bei mir in der gesamten Zeit nie auf und ich habe auch von keinem anderen von so großen Abweichungen (Punktmessung, Verlaufslinie) gehört oder gelesen. Da du aber auch beschreibst, dass der Sensor bei dir generell viel zu niedrig gemessen hat und du auch eine Allergie entwickelt hast, denke ich stark, dass es bei dir damit zusammengehangen hat. Weil normalerweise treten solche starken Abweichungen nicht auf.