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Zusammenhang zwischen BZwerten und Befindlichkeit ist gefragt

  • Rang: Anfänger
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    Mitglied seit: 08.02.2023
    am 08.02.2023 21:13:34 | IP (Hash): 169125177
    Liebes Forum, verehrte Schwarmintelligenz,


    Männlich, 58, 95kg, 187cm, vor 3 Monaten mit einem Hba1c von 9 zum T2 ernannt, seitdem ernähre ich mich möglichst zuckerfrei,
    verzichte zu 100% auf Süsses und meide KH, esse quasi fleischfrei. Sport treibe ich eher wenig, manchmal gibt es ausgedehnte Spaziergänge.
    Medikation:
    Actrapid mit Spritztabelle
    unter 180, bis 250, über 250 mg/dl
    morgens, 8,10,12
    mittags 4,6,7
    abends 8,10,12 jeweils Einheiten Actrapid
    SEA 30 Minuten
    Unverträglichkeit auf Metformin (Darmprobleme)





    Ich habe hier anähernd alle Beiträge dieses Forums gelesen und trotzdem einen meiner Meinung nach Interessanten Teil beizutragen und zu erfragen.

    Auch bei mir zeigt sich wohl das Dawn-Syndrom, der Nüchternwert schwankt zwischen 130 und 180 ml/dl, gemessen nach dem aufstehen, dann steigt der BZwert
    unabhängig von der Nahrungsaufnahme meist bis in den frühen Nachmittag an, auf 200 bis 270 mg/dl um dann meistens kräftig zu fallen, teilweise in Bereiche von gern gesehenen 80 ml/dl.

    Nun zum wesentlichen Punkt, einher mit den Schwankungen von öfter mal 200 mg/dl am Tag gehen starke Befindlichkeitsstörungen wie Müdigkeit, Unkonzentriertheit, Versprecher und Wortfindungsstörungen, dazu kommen starke Kopfschmerzen nach denen ich die Uhr stellen kann mit Beginn zwischen 9 uhr und 9:30 Uhr.

    Eine kopfschmerzfreie Zeit stellt sich erst mit dem Absinken des BZwertes am späten Nachmittag ein, wo dann auch eine normale Befindlichkeit und eine nur noch leicht reduzierte Konzentrationsschwäche vorliegt.

    Da die Diabetologie Teil der Endokrinologie ist, finde ich es interessant zu fragen, ob jemand ähnliche Probleme hat wie ich und ob der behandelnde Arzt evtl mal über den Tellerrand hinaus geschaut hat und nicht nur wie in meinem Fall alle 3 Monate den Hba1c messen möchte, während der Hausarzt ebenfalls nicht auf die über den BZ hinaus gehende Beschwerden einging und alles auf die Grunderkrankung D2 schob.

    Konkret gefragt, gibt es einen Hinweis darauf, dass wenn die Befindlichkeit von den BZwerten abhängt, welcher meine Diabetologin nach in diesem Bereich nicht spürbar ist, auf weitere oder bestimmte Baustellen im Körper zurückzuführen ist?
    Obwohl die Essgewohnheiten von Tag zu Tag sich sehr ähneln, schwanken die BZwerte sehr und mein Körper regelt manchmal mit Unterstützung von Actrapid am Abend auf bis ca. 80 mg/dl runter oder bleibt bis abends knapp unter 200 mg/dl was ich überhaupt nicht verstehe.

    Mein nächstes Projekt soll eine Leberentfettung werden.
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    am 08.02.2023 21:56:41 | IP (Hash): 1035643090
    "Der Glukosetrick" gibt ne Menge Antworten auf Deine Fragen, in der online Version mit Quellverweisen, die Du anklicken und dann direkt aufrufen und nachlesen kannst. Voraussetzung, ausreichendes Englisch oder Geduld mit dem Google Übersetzer.
    Die Autorin hat keinen Diabetes, aber beobachtet, dass Blutzuckerschwankungen Einflüsse auf ihre Befindlichkeit(en) haben. Dazu hat sie umfassend recherchiert und uns viel Arbeit abgenommen, und das dann auch noch locker lesbar zusammengestellt.

    Daumendrück und gutes Gelingen für Dein Leberfasten!

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    7/24 mit wenigen Ausnahmen zwischen 60 und 140 mg/dl in der Form der blauen Kurve ( https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar ) sind für mich optimal. Trotzdem will ich gern respektieren, wenn andere anders für sich entscheiden.
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    am 08.02.2023 22:13:33 | IP (Hash): 2020894847
    Ich frage jetzt mal ganz doof, aber wird Typ-2 nicht normalerweise erst einmal mit Basalinsulin behandelt?

    Kann natürlich auch an der Metformin Unverträglichkeit liegen, welches in Kombination mit einer Injektion Basalinsulin meinem Halbwissen nach ja der Standard Ansatz ist, aber erscheint mir halt einfach als seltsam hier nur mit Actrapid vorzugehen. Vor allem da dein BZ wie du schon sagst auch ohne Mahlzeit steigt und die Insulinresistenz gegen die Hauseigene Produktion ja nicht nur besteht, wenn du etwas isst.

    Mal ganz davon ab, gibt es doch auch alternative Medikamente, bspw.:
    https://www.apotheken-umschau.de/medikamente/diabetes/medikamente-gegen-typ-2-diabetes-dpp-4-hemmer-gliptine-810903.html

    Weshalb es mich umso mehr verwundert, dass da direkt mit einem schnell wirkendem Insulin zu den Mahlzeiten behandelt wird.

    Bin selber noch recht neu was die ganze Sache angeht, aber so wie ich den Spaß verstanden habe, sind ein ständiges rauf und runter der Werte ebenso wenig gut wie dauerhaft zu hoch zu liegen - ob das in dem Bereich dann allerdings schon zu derartigen Symptomen führt, kann ich nicht sagen.

    Im Zweifelsfall einfach mal zwei Wochen Urlaub in einem Krankenhaus machen, welches eine Diabetes-Station hat. Besser freiwillig und geplant, als mit dem RTW hingekarrt zu werden ;)
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    am 09.02.2023 01:32:39 | IP (Hash): 86612814
    Ich finde den raschen Einstieg bei Diabetes Typ 2 mti Actrapid auch recht merkwürdig. Selbst bei Metformin-Unverträglichkeit.

    Kannst Du dazu etwas sagen?
    Lg
    Hape
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    am 09.02.2023 08:49:29 | IP (Hash): 1882698185
    Ich finde den Actrapid Ansatz sehr gut! Damit wird regelmäßig auf Rezept der BZ gemessen und sich recht automatisch daran orientiert. Diese tolle Grundlage für jede Veränderung FEHLT beim Standard Ansatz.
    Actrapid gehört zur langsamen Gruppe unter den schnelleren Insulinen und überfordert niemanden. Und wenn es z.B. nach der Leberentfettung wg Normalisierung des BZ überflüssig sein sollte, kann man's einfach wieder rauslassen. Wo soll da ein Problem sein?

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    am 09.02.2023 09:16:48 | IP (Hash): 507345772
    Ich finde sofort Actrapid zu verordnen, auch sehr ungewöhnlich. Und deine Therapie funktioniert ja nicht richtig, wenn du täglich längere Zeit über 200 bist. Entweder wäre da Basalinsulin sinnvoll oder ggf. eins der anderen Typ2 Medikamente.

    Selbst habe ich ja keinen Typ2. Ich merke aber je nach BZ Einstellung/Niveau auch, dass hohe Werte bei mir Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwindel, Konzentrationsstörungen und körperliches Unwohlsein auslösen.

    Bei mir gibt es da aber einen Zusammenhang, wie sonst das BZ Niveau ist. Habe ich sehr gute Phasen und selten 200er Werte, merke ich schon 2-3 Std über 180. Dafür merke ich Hypos kaum.

    Wenn sich mein Durchschnitt generell längere Zeit nach oben verschiebt, merke ich dagegen bei 200 noch gar nix. Erst bei ca. 250. Dafür fühle ich mich manchmal schon bei 80-90 unterzuckert.

    Wobei ich aber auch eine Hypowahrnehmungsstörung habe und fehlende Gegenregulation. Deshalb merke ich viele Hypos gar nicht.
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    am 09.02.2023 10:06:20 | IP (Hash): 1882698185
    July95 schrieb:
    Ich finde sofort Actrapid zu verordnen, auch sehr ungewöhnlich. Und deine Therapie funktioniert ja nicht richtig, wenn du täglich längere Zeit über 200 bist. Entweder wäre da Basalinsulin sinnvoll oder ggf. eins der anderen Typ2 Medikamente.


    Mit anderen Medis wäre der BZ aller Wahrscheinlichkeit nach auch nicht niedriger, würde nur nicht gemessen. Und wie soll bitte nach einem einfachen Spritzschema aus dem finsteren diabetologischen Mittelalter eine Therapie ein besseres Ergebnis bringen?

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    am 09.02.2023 13:39:32 | IP (Hash): 2020894847
    Ich denke uns allen geht es eher darum auszudrücken, dass Metformin bzw. alternative Medikamente + ggf. Basalinsulin bei Typ-2 ja darauf abzielen, eine allgemeine Senkung des BZ zu bewirken, welcher in dem von Jogi geschildertem Fall die meiste Zeit des Tages schlicht viel zu hoch ist. Sollte der BZ nach Mahlzeiten trotz dieser "Standard"-Maßnahmen immer noch zu hoch schießen, könnte man ja immer noch mit (kleineren Mengen) Actrapid behandeln und wie du selbst schriebst ist das ein eher langsamer Vertreter der schnellen Insuline, dahingehend möchte ich fast vermuten der von ihm beschriebene kräftige Abfall am späten Nachmittag resultiert daraus.

    Bin natürlich weder Arzt, noch Typ-2 Diabetiker und habe noch nicht einmal meinen eigenen Diabetes so im Griff wie ich gerne hätte, also ist das nur meine unfundierte Meinung, aber es erscheint mir doch deutlich logischer eine allgemeine Absenkung des BZ erreichen zu wollen, anstatt Vormittags bei 200-270mg/dL rumzudümpeln, um dann später auf 80mg/dL runter zu fallen. Zumal wie July schon beschrieb, die Reaktionen je nachdem woran der Körper gewöhnt ist natürlich auch schon bei eigentlich harmlosen Werten eintreten können. Als ich letzten Monat aus dem Krankenhaus kam, hatte ich schon bei unter 120mg/dL Hypo-Symptome, welche jetzt erst bei Werten die unter 70mg/dL liegen einsetzen. Dahingehend halte ich es auch nicht für vollkommen abwegig, dass Jogis Körper die 80mg/dL als "normal" ansieht und mit den beschriebenen Symptomen auf einen fast 200mg/dL höheren Wert reagiert.
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    am 09.02.2023 16:34:59 | IP (Hash): 1882698185
    pgx schrieb:
    Ich denke uns allen geht es eher darum auszudrücken, dass Metformin bzw. alternative Medikamente + ggf. Basalinsulin bei Typ-2 ja darauf abzielen, eine allgemeine Senkung des BZ zu bewirken, welcher in dem von Jogi geschildertem Fall die meiste Zeit des Tages schlicht viel zu hoch ist.


    Von der Funktion her steigt der BZ immer erst in der Folge der Mahlzeiten immer höher an, und der BZ nüchtern folgt dann logisch immer höher. Von daher ist völlig logisch, mit der Behandlung zuerst die Spitzen zu verkleinern, damit dann der BZ nüchtern auch wieder folgen kann.
    Die Dosis vom Actrapid hat ZU DEM ESSEN gepasst, wenn der BZ 3-5 Stunden nach dem Essen in der Höhe ausläuft, die man zum Spritzen gemessen hat. Wenn am Ende höher, war zu wenig Actrapid, wenn am Ende niedriger, war zu viel.
    Dabei richtet sich die einigermaßen passende Menge NICHT nach dem Wert, der vor dem Essen gemessen wird, sondern VIELMEHR nach der Menge der KHs, die einverleibt werden.

    Und für den SEA hab ich mein Frühstück zubereitet und dafür gespritzt, aber nicht gegessen. Dann hab ich beim ersten Versuch alle 5 Minuten gemessen. Wenn der Zucker unter 100 mg/dl sinken würde, wollte ich essen. Darauf musste ich dann 110 Minuten warten! Zu den übrigen Tageszeiten nur 30-40.

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    7/24 mit wenigen Ausnahmen zwischen 60 und 140 mg/dl in der Form der blauen Kurve ( https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar ) sind für mich optimal. Trotzdem will ich gern respektieren, wenn andere anders für sich entscheiden.
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    am 11.02.2023 12:22:05 | IP (Hash): 1805299773
    Hi, ich (54), hatte einen ähnlichen Verlauf... Was bei mir gleich am Anfang gemacht wurde, war erstmal ein Antkörper-Bluttest zur Diabetes-Typisierung! Da kam dann nämlich heraus, dass ich keine klassische Insulinresistenz (Typ II), sondern einen LADA-Typ-1 Diabetes habe. Also eine vergleichsweise langsam voranschreitende autoimmune Zerstörung meiner Inselzellen zur Insulinproduktion. Die Therapie hierfür müsste dann für Dich (sofern dies bei Dir auch diagnostiziert würde...) eine fundamental Andere sein!
    Auch würdest Du zunächst mit einer beim Typ II empfohlenen Gewichtsreduktion nicht weiterkommen und eine gesunde Ernährung macht deine BZ-Werte gerade im unbehandelten Zustand auch nicht wesentlich besser!
    Um hier also "ermittlungstechnisch" weiterzukommen, würde ich bei meinem Diabetologen erst einmal auf diesem "GAD-Test" beharren, um langfristige Fehler in der Therapie auszuschließen! Der kostet auch nicht die Welt und ist im Prinzip Routine...
    Solltest Du dann tatsächlich eher so langsam zum "Typ-1'ler werden...", dann kann ich Dir nur meine unten aufgeführte Medikation empfehlen.
    Hatte auch Nüchternwerte von größer 150, nun mit geteilter Toujeo-Basaldoses und die Spitzen glättender Doses JARDIANCE, derzeit alle Werte im gesunden Bereich, zumeist unter 100mg/dl zu jeder Tages- und Nachtzeit! Ich erwarte einen nächsten HbA1c Anfang April von deutlich unter 6, bei 0 Einbuße an kulinarischer Lebensqualität!
    Es klingt wie ein Märchen, aber ich bin vom HbA1c von ehemals 11,6 in der Spitze auf mittlerweile unter 6 gefallen. Das gibt Ruhe und Sicherheit... erstmal noch...

    Ach ja, noch zu den Beschwerden... Das Blut bei 200 Zucker aufwärts ist spürbar zäher! Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass alleine schon diese Konsistenzveränderung des Blutes einiges im Körper verändern kann...?.
    Ich hatte ein starkes Abgeschlagenheitsgefühl, Müdigkeit, ständig Herzstolperer, eine niedrige Reizschwelle für Streitereien, Gribbeln in den Unterschenkeln, allgemein auch eine viel niedrigere Leistungsfähigkeit, am Ende auch eine rasantere Gewichtsabnahme, erektile Dysfunktionen und depressive Verstimmungen, unnötiger Weise über 2 Jahre hinweg, aber das ist ein anderes Thema... Jetzt gehts mir wieder richtig gut, auf allen Ebenen... ;)
    Viel Glück!

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    LADA Typ I... (Medikation: morgens 12,5 mg Jardiance+13 IE Toujeo, abends 14 IE Toujeo)
    Wer die Sache ernst nimmt und grundsätzlich diszipliniert ist, den diszipliniert dieser Diabetes vermutlich weit mehr hin zur Gesundheit, als diese Krankheit dann noch vermag zu zerstören?!
    Bearbeitet von User am 11.02.2023 12:34:15. Grund: Ergänzung