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Sündigt ihr auch mal für euer soziales Leben?

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    am 28.08.2023 10:57:22 | IP (Hash): 804131777
    Danke an Alle. @Rainer: Fettleber? Hm, bin weder übergewichtig (auch nie gewesen), habe nie Alkohol getrunken, Blutdruck normal. Cholesterin allerdings genetisch bedingt zu hoch. Insofern könnte höchstens eine Fettleber auch genetisch bedingt sein. Werde das mal prüfen lassen.
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    am 28.08.2023 14:52:52 | IP (Hash): 403301769
    ThomaS1968 schrieb:
    @Jürgen.... Da muss ich jetzt schmunzeln. Genau das Argument von dem forschen Opa geht mir auch öfter mal im Kopf herum und so irgendwie finde ich es auch logisch.
    Wie soll man als Diabetiker ständig gesunde Werte bekommen/halten???
    Auch überall nachlesbar... Die Spritzerei ist, auch Bolus, nie bzw. kann niemals die sehr schnelle Reaktion einer gesunden Bauchspeicheldrüse ersetzen, somit kommt es beim Diabetiker doch nahezu immer zu überschießenden Werten nach einem entsprechenden Essen?!
    Ich weiß nicht, ob es möglich und sinnvoll ist, den Rest seines Diabetikerlebens diesen Phantom(-werten) hinterher zu hetzen?
    Daher die Frage nach dem Umgang mit "ungünstigem" Essen...



    Tatsächlich ist es in deiner Situation, wenn du mal etwas mehr KH essen möchtest, sinnvoll als T1 Lada zusätzlich Bolusinsulin zu spritzen, um deine Betazellen zu unterstützen. Und ich würde da definitiv nicht von sündigen sprechen.

    Ansonsten muss man bei Bolusinsulin viel ausprobieren. Und da gibt es auch T1er, die fast 100% in der TIR 70-180mg/dl liegen. Das bedeutet auch, dass keine massiven BZ Spitzen entstehen müssen.

    Bei mir ist es z.T. tages/zyklusabhängig. Mal schaffe ich es auch bei 60gr KH komplett unter 160mg/dl (manchmal sogar unter 140mg/dl) zu bleiben, dann wieder geht der BZ kurz auf 180 (oder 200) hoch.



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    am 28.08.2023 17:57:41 | IP (Hash): 1630089779
    Hallo Thomas,
    es gibt inzwischen wirklich schnelle Insuline. So schnell, dass ich seit 5 Monaten im Full-Closed-Loop laufe, also meine Software erst bei ansteigendem Blutzucker Insulin abgibt, und trotzdem habe ich eine TIR von über 90% bei nem HbA1c von aktuelle 5,2%.
    Lediglich, wenn der Startwert schon nicht optimal ist oder viele Kohlenhydrate abgedeckt werden wollen, gebe ich etwas Insulin vorher ab (Eating-soon).

    Aber auch unter ICT mit langsamen Insulin kann man hohe Spitzen nahezu vollständig vermeiden. Vor inzwischen 29 Jahren hatte ich mit Actrapid und Monotard (so ähnlich wie Protaphane) eine HbA1c von 5 bei kaum Werten über 140mg/dl - allerdings mit einen an Wahnsinn grenzenden Aufwand: 10-12 Messungen und häufige Korrekturen in beide Richtungen. Sowas macht man nicht dauerhaft.

    Heute gibt es Sensoren und schnelle Insuline... auch damit klappt nicht immer alles, aber es ist wirklich machbar, wenn man sich darauf einlässt und aus Erfahrungen lernt.

    Du bist jetzt in einer Phase, wo es vielleicht noch etwas einfacher ist, langsam mit Bolusinsulin anzufangen.

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    am 28.08.2023 17:59:41 | IP (Hash): 1177615933
    Für mich ist "Diabetes-Life-Balance" echt ein überlegenswertes Thema...
    Sicherlich könnte ich (man) mit zusätzlich Bolus und entsprechend konsequenter kulinarischer Enthaltsamkeit hypergeile TIR's von nahe 100% und einen HbA1c kleiner 6% erreichen, aber mal ehrlich liebe Leute... Was soll das???

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    LADA Typ I... (Medikation: morgens 12,5 mg Jardiance+15 IE Toujeo, abends 16 IE Toujeo)
    Wer die Sache ernst nimmt und grundsätzlich diszipliniert ist, den diszipliniert dieser Diabetes vermutlich weit mehr hin zur Gesundheit, als diese Krankheit dann noch vermag zu zerstören?!
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    am 28.08.2023 18:10:26 | IP (Hash): 1630089779
    ThomaS1968 schrieb:
    konsequenter kulinarischer Enthaltsamkeit


    Wer redet denn hier von Enthaltsamkeit? Ich bestimmt nicht ;)
    Und mit keine hohen Peaks vom "falschen" Essen hast du doch angefangen...

    Ich lasse mein System meist einfach machen und kuck nur mal kurz drauf, wenn es rummeckert. Die passenden Parameter muss man aber erstmal ermitteln und auch immer mal wieder anpassen. Diabetestherapie ist ein andauernder Lernprozess.
    Bearbeitet von User am 28.08.2023 18:13:26. Grund: Ergänzung
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    am 28.08.2023 18:28:49 | IP (Hash): 299485179
    @Thomas
    Mit der BZ Messung per CGM laufen wir dem tatsächlichen BZ um die 20-30 Minuten hinterher. Dazu um 40-60 Minuten bis zum Maximum der Wirkung vom Bolus, der auf der Grundlage gespritzt wurde. Natürlich mit dem entsprechenden KE-Faktor, der aber doch nur einen krückeligen Näherungswert für den tatsächlichen KH-Gehalt vom Futter und dessen BZ-Wirkung gibt.
    Deswegen steht die fachoffizielle INSULINER-Einstellung noch immer bei Ziel nüchtern 100-140 mg/dl und keiner postprandialen Begrenzung. Fachoffiziell "scharf" ist nüchtern 80-120 und postprandial maximal 200, aber nur, wenn der BZ dabei nicht zu häufig unter 70 oder noch tiefer verläuft.

    Dein Einwand passt voll zu diesem fachoffiziellen Hintergrund. Und vor dem lieferst du bislang mehr als vorbildlich ab - auch mit möglichen "Sündenfällen";)

    Allerdings würde mit so einem "System" niemand so ganz alltägliche Sachen zuwege bringen, wie z.B. Fahrradfahren. Das einspurige Teil will ja nach beiden Seiten kippen. Deswegen stützen sich alle Fahranfänger nach beiden Seiten mit den Beinen ab. Zu Anfang auch gern mit beiden Beinen gleichzeitig, denn wenn die Fuhre erstmal kippt, geht’s "auf die Nase". Mit zunehmender Übung gelingt immer weniger Kippen und immer weniger Stützenmüssen.

    Und was tut sich da konkret mit zunehmender Übung? Konkret macht unser Körper vollautomatisch immer passendere Ausgleichsbewegungen immer früher im Ansatz zum Kippen. Und wenn schließlich das flüssige normale Fahren gelingt, bemerkt unser Organismus vollautomatisch fortlaufend jeden Ansatz zum Kippen schon so früh, dass davon überhaupt noch nix zu sehen ist, und gleicht den ebenso vollautomatisch fortlaufend mit den passenden kleinen Bewegungen aus.

    Das Beispiel kannst du auf alle Bereiche ausweiten, in denen wir passend re-agieren müssen. Denn wenn wir für die zielführend passende Re-Aktion immer so lange warten wollten, bis die Aktion - beim Radeln das Kippen - gelaufen ist, kämen wir nie zu ner zielführend passenden Re-Aktion. Die immer zielführendere Anpassung von Aktion und Re-Aktion nennt sich "Lernen".
    Das gilt auch für den BZ-Verlauf. Auch der will in seinem Verlauf beständig beobachtet und gelernt werden, und zwar nach Möglichkeit so, dass der Verlauf fortlaufend für wenigstens die jeweils nächsten 1-2 Stunden recht zutreffend vorausgesagt werden kann.

    Deswegen haben geübte Insuliner wie z.B. Geri und auch July oder Heike permanent im Hintergrund(!) im Kopf, wo sich ihr BZ gerade befindet, schauen auf den Teller, was sie an Insulin für den passenden Ausgleich brauchen, spritzen und essen und schauen nach dem Auswirken von Essen und Insulin und ggf. den Tätigkeiten nach dem Essen, wie gut tatsächlich alles zusammen gepasst hat.

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    Schon im völlig gesunden Bereich können höhere Blutzuckerspitzen diabetische Beschwerden und Schäden verursachen. Wenn man davon betroffen ist, ist das zuverlässige Vermeiden solcher Spitzen die erste Wahl - geht meistens völlig ohne Arzt und Medis :)
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    am 28.08.2023 18:36:58 | IP (Hash): 299485179
    @Helge
    Wir sind hier eigentlich in nem Thread zu nem anderen Thema, ABER nach Taylor sind die Fett-Schwellen in Leber und Pankreas, mit deren Überschreiten der BZ diabetisch auszufliegen beginnt, genetisch bedingt und sehr individuell. Sie haben nichts mit einem allgemeinen Grad an Verfettung zu tun, den man messen und von dem man sagen könnte, ob der den BZ beeinflusst, oder nicht. Als Typ 2 Betroffener kann man tatsächlich nur ausprobieren, ob ne Woche Newcastle Diet den Nüchtern-BZ deutlich unter 100 stellt, oder nicht. Wenn JA, war’s das Fett in der Leber.

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    am 28.08.2023 18:47:02 | IP (Hash): 1630089779
    Nö Jürgen,,,
    der Sensor läuft dem Blutzucker ehe 10-15 Minuten hinterher. Die 20-30 Minuten sind Vergangenheit. Und wer sagt eigentlich, dass der Blutzucker der bessere/richtigere Wert ist, nur weil wir ihn schon länger kennen.

    Ich weiß oft über Stunden nicht, was mein Gewebezucker gerade macht, aber solange es nicht bimmelt oder brummt, ist alles ok (zwischen 70 und 150mg/dl; meist so um die 100mg/dl). Die Menge an Insulin für mein Essen berechnet mein Loop anhand des Anstiegs meines Gewebezuckers. Es wird anhand des Verlaufs alle 5 Minuten entschieden, ob noch mehr rein oder der Basalanteil reduziert werden muss, weil doch mehr Insulin drin ist, als wirklich benötigt. Vorm Essen kucke ich halt mal kurz auf die Uhr um eventuell ein bisschen zu helfen...

    Hier muss ich ergänzen, dass ich nicht besonders insulin-sensitiv bin, also etwas zu viel Insulin kein Problem. Das macht FCL für mich einfacher und sicherer.

    Aber stimmt schon, vor einigen Monaten habe ich vor dem Essen kurz den Wert geprüft, dann mit einem Blick auf den Teller die Kohlenhydrate abgeschätzt und damit dann den ungefähr passenden Bolus berechnen lassen. Die Ergebnissen waren nicht besser.

    So wenig wie aktuell habe ich mich schon lange nicht mehr mit meinem Diabetes beschäftigt. Halt einmal die Woche die Verläufe auf Muster prüfen und eventuell ein bisschen an den Parametern drehen.
    Bearbeitet von User am 28.08.2023 19:02:07. Grund: Korrektur
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    am 28.08.2023 20:04:05 | IP (Hash): 299485179
    Dein Gewebezucker zuckt nicht nennenswert anders, als dein Blutzucker.

    Die zeitlich kürzere Annäherung besorgt einmal das Insulin, das kürzer als ältere Formulierungen für den Übergang aus dem Fettgewebe in den venösen Teil deines Kreislaufs braucht.
    Und dann besorgt die der AI Anteil in deinem Steuerprogramm. So ähnlich, wie man das schön in jadediabetes.com sehen kann.

    Wenn ich wie du über mehrere Wochen bis Monate erleben würde, wie ein Programm meinen BZ in dem Rahmen steuert, in dem ich ihn haben will, würde ich ganz bestimmt sehr schnell die Parameter nachzuhalten vergessen, die mir heute alltäglich wichtig sind.

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    am 29.08.2023 19:38:03 | IP (Hash): 1072352630
    ThomaS1968 schrieb:
    Für mich ist "Diabetes-Life-Balance" echt ein überlegenswertes Thema...
    Sicherlich könnte ich (man) mit zusätzlich Bolus und entsprechend konsequenter kulinarischer Enthaltsamkeit hypergeile TIR's von nahe 100% und einen HbA1c kleiner 6% erreichen, aber mal ehrlich liebe Leute... Was soll das???




    Du kannst zum jetzigen Zeitpunkt mit KH Reduktion deine BZ Spitzen in den Griff bekommen oder mit Bolusinsulin. Natürlich kannst du auch eine Kombi aus beiden machen je nach Situation. Noch kannst du selbst entscheiden, was für dich der einfachere Weg momentan ist.

    Es kann aber durchaus Sinn machen mit vorhandener Restfunktion schonmal langsam Bolus zu spritzen. Da kannst du leichter lernen, weil Fehler die Restfunktion noch besser ausbügelt.

    Und zum Thema Aufwand, ich habe Pumpe, Sensor und Loop, meine TIR liegt bei über 90%, HbA1C im niedrigen 6er Bereich (laut Statistik, Labor steht noch aus). Aufwand: Sensor/Katheterwechsel alle paar Tage, ansonsten nur KH schätzen und eingeben und manchmal den Sportmodus aktivieren, mehr nicht. Ist echt total überschaubar dank Loop :)

    Und @Jürgen
    Mein Sensor misst max. 10-15min verzögert, oft sogar überraschend entsprechend dem Blutzucker, auch bei Schwankungen und mein Insulin wirkt nach ca. 10min. Woher du deine Zeitangaben hast, entschließt sich mir absolut nicht.