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Arzt schreibt kein GLP-1 auf (Ozempic etc.) - Hessen
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am 06.09.2024 21:51:31 | IP (Hash): 1166588442
Hallo zusammen,
bin gespannt, ob Ihr mir weiter helfen könnt. Bin in Hessen ansässig und habe folgende Werte:
Alter: knapp unter 50 :-) // Mann // BMI: 36
Diagnose Typ 2 09/2023, Behandlung ab Mai 2024 bei diabetologischer Schwerpunktpraxis
HbA1C seit 2023 durch Sport und Ernährung von 7,2 auf 6,7 gesunken. Gewicht um ca. 6 KG reduziert.
Habe ca. 4 Wochen Metformin bekommen und nicht vertragen.
SGLT-2 Hemmer nehme ich aktuell und habe starken Harndrang, wirkt nur so mittel. HbA1C von 6,7 auf 6,6 gesunken.
Ich würde mir gerne GLP-1 verschreiben lassen, da ich auch eine starke Gewichtsreduktion anstrebe.
Allerdings verweigert mein Arzt mit der Aussage, dass in Hessen aktuell von Diabetologen wegen der Versorgungssituation keine Neueinstellungen auf GLP-1 mehr vorgenommen werden. Da wären sich alle einig. Auch auf Privatrezept gibts nichts.
Meine Frage: kennt jemand solche Aussagen von Ärzten? Vielleicht jemand aus Hessen?
Was kann ich tun? Ich denke, die Indikation ist ja gegeben, oder?
Grüße
GrafZahl
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am 07.09.2024 08:37:56 | IP (Hash): 248714830
Für dich sicher blöd, aber es wäre auch blöd, wenn immer mehr neue Patienten dazukommen und es noch weniger für die reicht, die es schon länger verwenden.
Und wäre doch auch echt blöd, damit anzufangen und dann wieder abbrechen zu müssen, weil es nichts mehr gibt.
Von daher finde ich es nachvollziehbar und richtig, dass das derzeit so gehandhabt wird.
Gab es vor ca einem Jahr auch mit einer Insulinpumpe. Das Verbrauchsmaterial hat nicht für mehr Patienten gereicht, also gab es auch keine weiteren Pumpen mehr. Da ging die Beschränkung vom Hersteller aus, der einfach keine Rezepte mehr angenommen hat.
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juveniler Typ 1 seit 1979; xdrip+ und AAPS im FCL mit Dana-i und Dexcom G6
Bearbeitet von User am 07.09.2024 08:38:28. Grund: Korrektur1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 07.09.2024 09:07:34 | IP (Hash): 1166588442
@Heike:
danke für deine Meinung. Allerdings ist mir zu Ohren gekommen, dass es durchaus noch Neueinstellungen gibt. Da stellt sich doch die Frage, ob hier mit zweierlei Maß gemessen wird bzw. was den Arzt dazu bewegt, es bei mir nicht zu tun?
Die Frage wäre also, wie kann ich sicher stellen, dass ich auf ein GLP-1 Analogon eingestellt werde?
Vielleicht noch zur Vorgeschichte: ich laviere seit Kindesbeinen mit Übergewicht herum, mal mehr, mal weniger, mit (mehreren) Abnehmphasen von 30 Kilo Minus, die sich dann langsam wieder hochgestottert haben. Auch Psychotherapie wurde für dieses Thema in Anspruch genommen. Ernährungsberatungsseitig bin ich umfassend informiert
D.h. es ist offensichtlich, dass sich mein Gewicht sich nicht konventionell auf "normal" einstellen lässt. Und Übergewicht ist nun mal DER Hauptgrund für nen DIA-2... daher nochmal die Frage:
Wie kann ich sicher stellen, dass ich (schnellstmöglich) auf ein GLP-1 Analogon eingestellt werde? Ich würde nämlich auch Langzeitfolgen gerne frühestmöglich vermeiden / bekämpfen! -
am 07.09.2024 10:34:42 | IP (Hash): 296412283
Ozempic & Co sind sehr teuer, und bei der Kostenentwicklung für die kranken Kassen schätze ich, dass die immer weniger Behandlungen damit übernehmen werden.
ABER wo Ozempic & Co helfen, geht stattdessen auch die Newcastle Diät: 3 mal täglich 200 kcal plus über den Tag verteilt max 200 kcal Salat und Gemüse. Nach 1 Woche völlig gesunder Nüchtern-BZ morgens völlig ohne Zucker Medikament, und nach 10-12 Wochen auch nach solchen KH-Portionen, mit denen du heute 200 mg/dl messen kannst, Spitzen kaum noch über 140.
Selbstverständlich bekommst du nach der Diät den alten Grafen zurück, wenn du dann wieder mehr einverleibst, als für den neu gewonnenen ausreicht. Wieviel wovon da für dich am besten passt, kann dir keine Ernährungsberatung sagen, sondern das kannst du nur systematisch für dich austesten, und auch, wie du dann am besten in der neuen Spur bleibst.
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Gestartet mit mehr als HbA1c 15,5 in 01.1991, ärztlich eingestellt Basal-Bolus ab 1998 mit Hba1c um 7 und um 140 IE/Tag Insulin. Gegen vielfachen ärztlichen Rat seit 2002 mit wenigen Ausnahmen 7/24 zwischen 60 und 140 mg/dl und HbA1c um 5 mit aktuell um 20 IE/Tag Insulin. - Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein bester Gesundheits-Coach :)1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 07.09.2024 16:26:59 | IP (Hash): 1074342214
hjt_Jürgen schrieb:
Ozempic & Co sind sehr teuer, und bei der Kostenentwicklung für die kranken Kassen schätze ich, dass die immer weniger Behandlungen damit übernehmen werden.
Das ist Quatsch. Wenn der Arzt für einen Diabetiker Ozempic verschreibt, dann wird das von der KK auch übernommen. Der Graf hat ja auch berichtet, dass es sich um eine freiwillige Verpflichtung der Ärzte handelt, die damit einer weitere Verknappung des Medikaments entgegen wirken wollen.
@Graf, ich sehe für dich 2 Möglichkeiten:
Entweder du wartest ab, bis sich die Situation bei Ozempic wieder gebessert hat oder du versuchst es noch mal bei einem Diabetologen außerhalb von Hessen. Ich wünsche dir auf jeden Fall Erfolg und drück dir die Daumen.
Beste Grüße, Rainer
____
Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 07.09.2024 16:30:01. Grund: BBCode1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 07.09.2024 20:49:41 | IP (Hash): 296412283
Rainer schrieb:
Das ist Quatsch.
Das Bundesministerium für Gesundheit:
Welche Medikamente dürfen nicht auf einem Kassenrezept verordnet werden?
Dazu gehören beispielsweise Arzneimittel, die zur Abmagerung, zur Zügelung des Appetits oder zur Regulierung des Körpergewichts dienen sowie Medikamente, die der Raucherentwöhnung, der Verbesserung des Haarwuchses, der Behandlung der erektilen Dysfunktion und der Steigerung der sexuellen Potenz dienen.
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Gestartet mit mehr als HbA1c 15,5 in 01.1991, ärztlich eingestellt Basal-Bolus ab 1998 mit Hba1c um 7 und um 140 IE/Tag Insulin. Gegen vielfachen ärztlichen Rat seit 2002 mit wenigen Ausnahmen 7/24 zwischen 60 und 140 mg/dl und HbA1c um 5 mit aktuell um 20 IE/Tag Insulin. - Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein bester Gesundheits-Coach :) -
am 07.09.2024 22:40:53 | IP (Hash): 1166588442
hjt_Jürgen schrieb:
Rainer schrieb:
Das ist Quatsch.
Das Bundesministerium für Gesundheit:
Welche Medikamente dürfen nicht auf einem Kassenrezept verordnet werden?
Dazu gehören beispielsweise Arzneimittel, die zur Abmagerung, zur Zügelung des Appetits oder zur Regulierung des Körpergewichts dienen sowie Medikamente, die der Raucherentwöhnung, der Verbesserung des Haarwuchses, der Behandlung der erektilen Dysfunktion und der Steigerung der sexuellen Potenz dienen.
Ich habe allerdings Diabetes und es ist ein Diabtesmedikament. Und Gewichtsreduktion ist ein wesentlicher Schlüssel zur nachhaltigen Therapie von Diabetes. -
am 07.09.2024 22:46:20 | IP (Hash): 1166588442
Rainer schrieb:
hjt_Jürgen schrieb:
Ozempic & Co sind sehr teuer, und bei der Kostenentwicklung für die kranken Kassen schätze ich, dass die immer weniger Behandlungen damit übernehmen werden.
Das ist Quatsch. Wenn der Arzt für einen Diabetiker Ozempic verschreibt, dann wird das von der KK auch übernommen. Der Graf hat ja auch berichtet, dass es sich um eine freiwillige Verpflichtung der Ärzte handelt, die damit einer weitere Verknappung des Medikaments entgegen wirken wollen.
@Graf, ich sehe für dich 2 Möglichkeiten:
Entweder du wartest ab, bis sich die Situation bei Ozempic wieder gebessert hat oder du versuchst es noch mal bei einem Diabetologen außerhalb von Hessen. Ich wünsche dir auf jeden Fall Erfolg und drück dir die Daumen.
@Rainer: danke dir, ja, da hatte ich drüber nachgedacht. Aber erstmal zeitnah nen Termin bekommen...ich habe auch schon bei Praxen gelesen, dass sie nur Menschen aus der direkten Umgebung nehmen! Eventuell ist dies aber wirklich der einzige Weg...regt mich ganz schön auf der Umstand. -
am 08.09.2024 09:37:30 | IP (Hash): 1102051549
GrafZahl schrieb:
Ich habe allerdings Diabetes und es ist ein Diabtesmedikament. Und Gewichtsreduktion ist ein wesentlicher Schlüssel zur nachhaltigen Therapie von Diabetes.
In der öffentlichen Wahrnehmung und in der allgemeinen Anwendung ist die Verbesserung des alltäglichen Blutzuckerverlaufs - Hauptwirkung bei einem Diabetes-Medikament - allerdings längst zwar positive aber Nebenwirkung. In der Hauptsache gelten diese Medis längst als geniale Abnehm-Mittel.
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Gestartet mit mehr als HbA1c 15,5 in 01.1991, ärztlich eingestellt Basal-Bolus ab 1998 mit Hba1c um 7 und um 140 IE/Tag Insulin. Gegen vielfachen ärztlichen Rat seit 2002 mit wenigen Ausnahmen 7/24 zwischen 60 und 140 mg/dl und HbA1c um 5 mit aktuell um 20 IE/Tag Insulin. - Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein bester Gesundheits-Coach :) -
am 08.09.2024 12:28:17 | IP (Hash): 595671796
Mounjaro würdest du sehr wahrscheinlich auf (privat-) Rezept bekommen - außer der Arzt ist generell dagegen.
Hast du das versucht?
Es ist leider noch teurer als Ozempic/ Wegovy aber auch effektiver.
Ich bekam Anfang des Jahres Ozempic auf Rezept, da es jedoch nach Monaten immer noch nicht lieferbar war, bekam ich Mounjaro verordnet.
Mounjaro ist absolut gut lieferbar!
Auch Wegovy kein Problem, nur Ozempic ist schwieriger (je nach Dosis)
Meine Werte haben sich verbessern und ich nahm etwas ab, ich bin nun unter BMI 30 und HbA1c unter 6,0.
Leider haben sich zwischenzeitlich die Empfehlungen / Budget für Mounjaro und Ozempic verändert. Bei meinen derzeitigen Werten erhalte ich es nur noch als Privatrezept.
Momentan (seit 1.8.) mache ich das so, was ich zukünftig mache, überlege ich noch.
Ende September werden nochmal neue Blutwerte erstellt, das wird evtl. Aufschlussreich.
1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.