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Reicht der HBA1C?
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Green
Rang: Gastam 10.10.2007 03:11:43
Hallo,
mein Problem: Glucosetoleranzstörung. Habe hier schon einige ähnliche Fälle gelesen. Noch nicht diagnosereif, trotzdem aber auch nicht mehr ganz ok und daher möchte ich auch für mich handeln. Arzt (Diabetologe!) sieht noch keinen Handlungsbedarf. Der übliche Spruch: ein bißchen aufpassen.
Nun stelle ich mein Essen darauf ab, etc... Habe auch schon mal verschiedene Lebensmittel ausgetestet, um herauszufinden, wann der BZ besonders ungünstig reagiert. Leider finde ich da keinen roten Faden. :-(
Es ist immer anders, je nach Tagesform, Uhrzeit, Reihenfolge von Essen, Stress, Urlaub, u.s.w. Ich komme da auf keinen grünen Zweig. Ist das kompliziert!!!!!!! Da denke ich, 1/2 Banane geht gut und am nächsten Tag wieder nicht. Nudeln mit Tomatensoße (kleine Portion) super am Abend, nicht so gut am Mittag, aber 1 Woche später reagiere ich wieder ganz anders. Ich kriege es nicht in den Griff, finde nicht heraus, wie ich am besten esse, um mein BZ-System zu schonen. Da mir diese Testphase nicht den gewünschten Durchblick bringt (trotz Tagebuchaufzeichnung) muss ich das Messen jetzt erst mal einstellen, denn ich habe schon einige 100 EUR investiert.
Nun zur meiner Frage: reicht es in einem Fall wie meinem nicht aus, z.B. alle 6 - 8 Wochen den HBA1C bestimmen zu lassen und wenn der gut ist, lag ich mit Ernährung, Bewegung, etc.. richtig, wenn nicht, muss ich etwas ändern und nach 6 - 8 Wochen wieder messen. Kann ich einen guten Wert halten, ist es ok. Was haltet Ihr davon??
Und kennt jemand im Netz eine Liste mit sog. Diabetiker-Apotheken, die auch den HBA1C messen? Ich weiß nicht, wie man diese Apotheken finden könnte, ich kann ja nicht alle der Reihe nach abtelefonieren und fragen. Es gibt aber Apotheken, die den messen. Kenne 2 in Hamburg, die liegen aber für mich eine "Tagesreise" entfernt. Es gibt bestimmt noch andere. Möglicherweise kann man da über Diabetikerseiten oder Selbsthilfegruppen Tipps bekommen. Habt Ihr da eine Info für mich?
Vielen Dank!
Green -
Pia
Rang: Gastam 10.10.2007 09:52:53
Moin Green,
kompliziert und auch wieder nicht. Leider schreibst Du nicht einen einzigen BZ-Wert. Den HBA1C-Wert mehr als 1 mal im Quartal zu messen, ist nicht sinnvoll. Was hast du denn bisher gemessen so am Tage oder nachts?
Als erstes solltest du wissen, was dein BZ so am Tag und in der Nacht verhält. Wann ist er am höchsten, wann gibt es niedrige Phasen.
Dann solltest du wissen, dass der BZ nicht nur allein von der Nahrung beeinflusst wird.
Gerade Stress, ich unterscheide negativen und postiven, also negativer Stress wirkt sich negativ auf den BZ-Wert aus, also: Stress abbauen.
Urlaub, Krankheit, auch die gesamte psychische Verfassung beeinflusst den BZ.
Diabetikerprodukte unbedingt meiden, die sind meist nur einfach Schrott. Eine ausgewogene Ernährung und ausgewogen Ernährung.
Mit der Messerei nicht übertreiben. Wenn du eine Woche mal gemessen hast, hast du einen Überblick, was der BZ so tut. Und wenn du die Werte schön in eine Ecxel-Tabelle schreibst, wirst du sich fast wiederholende BZ-Verläufe feststellen.
Ansonsten, probieren. von Pia -
Rolf
Rang: Gastam 10.10.2007 16:35:53
Hallo, Green,
da gilt eines: Probieren geht über studieren, also damit meine ich:
Ernährung gezielt auf Produkte umstellen, die keine Weiß- sondern Vollkornmehle enthalten ( gilt auch für Nudeln ), der Körper hat länger damit zu tun als mit den Auszugsmehlen ( z. B. Pizza ). Daher Kartoffeln, Reis, Nudeln, Brot Milch und Milchprodukte kontrolliert verwenden, Obst essen / messen ( wie wirkt das ? ) Light-Produkte, Diabetiker-Produkte kann man vergessen, sie helfen dem Hersteller, Obstsäfte und Obstkonserven, die zusätzlich gezuckert sind, weglassen, lieber Gemüse ( Achtung, Gemüsemais, Zuckererbsen ), Salate und ähnliches essen.
Den HBA1C einmal im Quartal festellen lassen, ansonsten reicht das aus, was Pia schon gesagt hat, Werte aufschreiben, auch mal aufschreiben, was gegessen wurde und auch nach dem Essen ( 2 Std ) messen, um die Reaktionen auf die verschiedenen Lebensmittel erkennen zu können. Als Hinweis: obwohl ein Milchprodukt, ist Käse bei der KE-Bestimmung nicht anzusetzen und es gibt davon bestimmt 400 Sorten.
Nicht aufgeben, die äußeren Einflüsse wie Streß etc. sind in ihrer Auswirkung auf den BZ nicht zu unerschätzen.
und: Bewegung :-)))))
LG
Rolf -
Haschi
Rang: Gastam 10.10.2007 17:06:38
Hallo,
bei bekannter Glukoseintoleranz oder abnormer Nüchternglukose ist Ernährungsanpassung wichtig.
Die quartalsmäßige HbA1c-Bestimmung
ist ausreichend. Empfehlenswert: Regelmäßige Kontrolle des Körpergewichts. Gelegentliche Blutzuckertagesprofile. von Haschi -
Green
Rang: Gastam 10.10.2007 20:12:51
Hallo,
ich denke Euch allen für Eure netten Antworten und die Hilfe. Vielleicht aber habe ich mich nicht so verständlich ausgedrückt, denn es ist ja gerade mein Problem, dass ich keinen roten Faden erkennen kann, wann mein BZ hoch oder niedrig, auf welches Essen er mäßig oder viel ansteigt, da es sich jedes Mal, jeden Tag wieder anders verhält. Ich habe ein Tagebuch geführt und viele Lebensmittel und Gerichte zu verschiedenen Tageszeiten getestet (mit Vermerk, ob Stress war oder sonstiges). Es ist keine Linie zu erkennen. Mal geht eine Portion Nudeln gut (1 Std. später 110), das nächste Mal treibt die gleiche Portion den BZ in die Höhe (1 Std. später 180). Ich finde da keine hilfreiche Richtlinie. Wozu also das teure Messen? Da das Messen mich schon einige hundert EUR gekostet hat und ich dadurch nur weiß, dass mein BZ in seiner Reaktion absolut unberechenbar ist, ist meine Frage, ob ich nicht auch eine Sicherheit habe, wenn ich eben "nur " den HBA1C messen lasse. Der zeigt mir doch dann, ob meine Bemühungen mit Essen und Bewegung erfolgreich waren, oder nicht?
Heute war er 5,5. Ist nach dem Urlaub etwas schlechter geworden. (Weniger aufs Essen geachtet.) Vor 3 Monaten hatte ich 5,2.
Was meint Ihr? Kann ich das Austesten mittels Teststäbchen lassen und nur den HBA1C als Gradmesser nehmen, wie sich meine BZ-Situation entwickelt?
Green
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rudi
Rang: Gastam 10.10.2007 23:40:30
hallo green,
das erstellen von blutzucker- tagesprofilen
ist durchaus sinnvoll und aussagefähig.
werte max. 140/120/100 mg/dl 1/2/3 stunden
nach jedem essen sollten nicht überschritten
werden.
der ausschluß eines diabetes ist keinesfalls nur durch das hb-a1c möglich.
gruss rudi -
Green
Rang: Gastam 11.10.2007 02:00:41
Hallo Rudi,
danke für Deine Antwort. Das ist doch eine klare Aussage. Könntest Du mir noch sagen, warum das so ist? Wie könnte jemand, der einen HBA1C von z.B. 5,1 hat, trotzdem Diabetes haben?? (Mal vorausgesetzt, dass er keine Medikamente einnimmt und auch nicht spritzt.)
Danke.
Green
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Pia
Rang: Gastam 11.10.2007 12:16:29
Hallo Green,
DU musst gar nicht smessen. Weshalb bist du denn überhaupt zum Diabetologen überwiesen worden, wenn ich mal fragen darf. Warum misst du überhaupt, wenn dein Diabetologe sagt, es besteht noch kein Handlungsbedarf bei 5,1%? Wenn du mit der Aussage deines Diabetologen: Nur bissel aufpassen. nichts anfangen kannst, weshalb hast du denn nicht nachgefragt? Du kannst dich sicher trotzdem für eine Schulung anmelden, um überhaupt die Zusammenhänge zu verstehen. Dort werden auch die Lebensmittel besprochen.
Die Messungen und der Kauf der Teststreifen sind doch DEINE Entscheidung gewesen.
Bitte jammere also nicht über das Geld, das du für die Teststreifen ausgegeben hast. Insulinpflichtige Diabetiker bekommen die auf Rezept. So, wie ich das verstanden habe, solltest du einfach dich informieren, welche Lebensmittel sich günstig auf den BZ auswirken und dann den nächsten HBA1C-Wert abwarten. Ich glaube, du tust im Moment mehr als nötig ist. Punkt und Ende.
von Pia -
rudi
Rang: Gastam 11.10.2007 13:13:38
hallo green,
warum ist das so?
bei mir wurde durch zufall im kh ein nüchtern-
wert von 160 mg/dl festgestellt.
bin zum hausarzt, der hba1c war bei 5,8,
trotzdem diabetes typ 2.
nach dem essen stieg der wert auf bis zu
200 mg/dl, nach einer std. war er bei 140 und
nach 2 std. bei wieder bei 100.
die bauchspeicheldrüse produziert insulin
wie verrückt, es verpufft bevor es richtig wirkt.
ergebnis fehlende erstantwort. insulinresistenz.
die dabei entstehenden spitzen gehen nicht
in den hba1c wert ein.
erst wenn es das system stoffwechsel nicht
mehr schafft, die werte nach 2 stunden zu
normalisieren, steigt die anzahl der glykierten
roten blutkörperchen. die werden dann als
hba1c wert messbar.
mein hba1c wert stieg dadurch bis auf 7.
nach einigen ess-und behandlungsfehlern
bin ich jetzt wieder bei 5,8. nach sieben
jahren!
nur durch ernährungsumstellung in verbindung
mit viel bewegung und der erkenntnis, nur
soviel zu essen wie ich verbrauchen kann.
habe mir immer wieder verinnerlicht, dass
werte über 160 mg/dl schädlich sind. nur ein
gleichmäßiger blutzuckerverlauf vor spätschäden bewahrt.
heute messe ich zur kontrolle ab und zu.
messorgien verunsichern nur.
jeder muss selbst herausfinden, was er
vertägt, wie es wirkt und mit seinem arzt eine
erfolgreiche therapie entwickeln und auch
umsetzen.
möglichst früh damit anfangen auf be-
ginnende störungen zu reagieren.
bei den meisten diabetikern entsteht die
stoffwechselstörung jahre vor der
diagnose schleichend.
dann wird die behandlung um so schwerer.
gruss rudi -
Green
Rang: Gastam 12.10.2007 05:21:48
Hallo Pia,
erst mal zu Deiner Aussage:
" Die Messungen und der Kauf der Teststreifen sind doch DEINE Entscheidung gewesen. Bitte jammere also nicht über das Geld, das du für die Teststreifen ausgegeben hast."
Ich jammere nicht über die Kosten für die Messtäbchen, sondern weil mir das Messen trotz Tabelle keine Aufschlüsse bringt!! Der BZ ist mal so, mal so und ich finde keinen roten Faden. Ich messe, weil ich herausfinden möchte, welches Essen bei mir den BZ nicht hoch treibt und das gelingt mir nicht. Er reagiert jeden Tag anders. Mein Arzt findet es nicht schlimm, wenn der BZ nach dem Essen schon mal auf 180 geht, Hauptsache er ist nach 2 Stunden wieder ok. Aber was ich hier gelesen habe, soll man das aber auf keinen Fall ignorieren! Das Messen wollte ich nicht beibehalten, sondern mal für einige Zeit praktizieren, um meine Reaktionen auf verschiedene Lebensmittel kennenzulernen. Aber diese sind zu unberechenbar. Es bringt mir einfach keine Erkenntnisse, das habe ich ja eingangs erläutert. Daher meine Frage, ob der HBA1c nicht auch einen Anhaltspunkt über die Situation gibt.
Hallo Rudi,
danke für Deinen interessanten Bericht!! Und die Erklärungen, warum Du den HBA1c alleine nicht für ausreichend hältst.
Du schreibst auch, man soll 140/120/100 nicht überschreiten, allerdings habe ich gestern auch noch etliche Berichte über die unterschiedlichen Messergebnisse der einzelnen Geräte gelesen und das verunsichert mich zusätzlich. Einige hier sagen auch, das Gerät hat einen Trend und wenn man den kennt, ist es ja gut. Aber ich kann denen auch zustimmen, die das kritischer sehen: WIE soll ich denn 140/120/100 kontrollieren, wenn z.B. nach 2 Stunden ein Gerät 110 und das andere 140 zeigt???????? (aus demselben Blutstropfen). Auf der einen Seite heisst es ganz streng "nicht über 140", aber auf der anderen Seite, wenn die verschiedenen Messgeräte deutlich von einander abweichen, dann heisst es: "nicht so schlimm, die Tendenz ist wichtig". Also ich habe mich jetzt fast durch das ganze Forum gelesen und für mich vieles noch sehr unklar.
Schöne Grüße
Green