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DM Typ 1 und das ohne Insulin ?
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Markus Nerger
Rang: Gastam 21.12.2009 11:17:24
Also Ende September 2009 die Diagnose: DM Typ 1 LADA (dachte immer das wäre eine Automarke)
HbA1c von 12,9%
Glucose Venös 530 mg/dl.
Einstellung mit Actrapid und Protaphane gesamt Anfangs 65 IE / Tag.
Das Insulin wurde eigenlich täglich weniger, so lange ich meine Broteinheiten einhielt und natürlich die anderen Prämissen wie viel Bewegung. keine Lightprodukte, keine Süßigkeiten, keine Kalorienbomben. Gemüse, Salat, fettarmes Fleisch, Fisch. Zum trinken gibts nur Leitungswasser.
ich habe das Essen dem Spritzen angepasst, nicht umgekehrt. Die BE werden über VK Brot, JOGHURT, Vollkornnudeln und Obst abgedeckt. Keine Eskapaden, Ausrutscher.
Jedes Lebensmittel wurde von mir bezüglich des glykämischen INDEXES getestet (also keine Trauben und Bananen für mich).
Gewichtsabnahme von ca. 15 KG.
(jetzt 98 kg bei 1,95 m Größe) Tendenz fallend
HbA 1c von heute 6,7%.
Keine Spitzen und kein Über- oder Unterzucker (guter HbA 1c heißt ja nicht gesunder BZ Verlauf).
Seit einigen Tagen nehme ich kein Insulin mehr sondern steuere die Sache über Essen und Bewegung. BZ ca. bei 110. Die Fausformel 140/120 100 halte ich locker ein.
ob jetzt Remissionsphase oder nicht oder ob ich in 2 Monaten dann dumm aus der Wäsche schaue...
Dieses Ergebnis kam zustande, aufgrund von absoluter Essensumstellung, agressiver anfänglicher INSULINGABE und BEWEGUNG (kein Hochleistungssport).
Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht? von Markus Nerger -
Robert B.
Rang: Gastam 21.12.2009 11:56:02
"...Remissionsphase..."
Damit ist doch im Prinzip schon alles gesagt. Das war bei mir damals genauso. Und selbst heute, 6 Jahre später, produzieren meine Betazellen immer noch Insulin - allerdings zu wenig. von Robert B. -
sdf
Rang: Gastam 21.12.2009 14:46:46
Und du lebst gut damit?
Deine Disziplin ist beachtlich, ich wünschte, ich hätte nur einen Bruchteil davon.
Aber quälst du dich damit nicht? Ich will nicht zur Völlerei raten, aber sich auch mal etwas gönnen gehört doch auch zum Leben. Ausser, du brauchst das nicht.
Jedenfalls alles Gute, irgendwann wirst du wohl wieder spritzen müssen. Aber bis dahin viel Erfolg. -
Markus Nerger
Rang: Gastam 21.12.2009 15:40:21
ich lebe besser als jemals zuvor....
Die Einschränkung (wenn man das überhaupt so nennen kann) betrifft nur die KH. EW und Fett nehme ich noch reichlich zu.
Und gegen ein saftiges Putensteak mit Käse, Tomaten und Spinat überbacken, dazu einen knackigen Salat.... dazu ist doch nichts zu sagen oder ?
Wenn dann noch 4 Löffel Wildreis dazukommen...
Also ich habe keinen Hunger und keine Lust auf Süßes.....
Es gibt so wahnsinnig viele Lebensmittel und das Essen schmeckt man doch erst, wenn man Wasser dazu trinkt. Cola Light und was weiß ich noch verfälschen nur den Geschmack.
Nun ich warte ab.
hatte gerade nach 2 BE zum Mittag zwei Stunden später wieder 85 und das spornt mich an... von Markus Nerger -
werwer
Rang: Gastam 21.12.2009 15:49:01
Die Hauptsache ist, dass du damit gut lebst. Und das scheint ja der Fall zu sein. :)
Für mich wärs nichts, ich steh zu sehr auf Pasta und andere kohlenhydrathaltige Lebensmittel, als dass ichs so reduzieren könnte. -
Joa
Rang: Gastam 21.12.2009 16:41:05
Hallo Markus,
erst mal Glückpuntsch zur konsequenten und erfolgsbeitragenden Umstellung der Gewohnheiten.
Das sieht doch alles schon richtig klasse aus.
Eine gelunge Erfolgsmischung aus den Anteilen der
Betazellentlastung durch:
- externes Insulin
- Erholung überforderter Betazellen - somit wieder mehr
Insulinproduktion (Remission)
- Bewegung
- Gewichtsreduktion
- Nahrungszusammenstellung
Somit kann es beim Typ 1 mit langsamem Autoimmunprozess durchaus zu so beeindruckenden Ergebnissen kommen.
Allerdings wird der autoimmune Abbau der Betazellen weitergehen und lässt sich auf heutigem Wissensstand auch (noch) nicht austricksen.
Allerdings ist das nicht der einzige Beazell-Killer. Denn nebenher werden die Betazellen auch durch normale Immunprozesse liquidiert, wenn sie überfordert werden.
Ggf. schon bei grenzwertigen Anforderungen.
Zum einen verschleudern sie bei Überbeanspruchung vermehrt unfertiges Proinsulin, das nur wenig BZ-wirksam wird, aber einige andere Schadwirkung aufweist, zum anderen wird durch eine erhöhte Interleukin-1 beta Produktion eine immune Selbstzerstörung der Zellen ausgelöst.
Dazu siehe:
http://www.forum.diabetesinfo.de/forum/
index.php/topic,8193.0.html
(Nicht nur) Mir scheint es grundsätzlich sinnvoll, eine moderate Insulintherapie zur durchgängigen Unterstützung und Schonung der verbliebenen Betazellen beizubehalten.
Das gilt auch auf basaler Ebene, insbesondere über die Nachtverläufe.
Gruß
Joa -
Markus Nerger
Rang: Gastam 22.12.2009 12:13:47
Hallo Joa,
wenn ich zum jetzigen Zeitpunkt Insulin spritzen will, müßte ich mehr BE essen.
stellt sich die Frage für mich, ob das sinnvoll ist.
Mir sagte jemand, ich wäre mit meiner Methode bis hierher gekommen, also warum was ändern.
Never touch a running machine oder?
Gibt es was wissenschaftliche bezüglich der weiteren Gabe von Insulin, obwohl der BZ im Verlauf genau so ist, wie beim Gesunden ?
Gestern kam ich nicht einmal über 90 und das sogar 1 h nach dem Input.
Mein BZ um 2 uhr nachts liegt bei 80...
wo soll ich da noch mit Basal und Bolus was ändern ?
Gruß Markus von Markus Nerger -
Robert B.
Rang: Gastam 22.12.2009 12:51:18
"wenn ich zum jetzigen Zeitpunkt Insulin spritzen will, müßte ich mehr BE essen."
Wieso? Die Betazellen müssen doch dann entsprechend weniger Insulin produzieren. Und ist es nicht genau das produzierte Eigeninsulin, das das Immunsystem veranlassen soll, die Betazellen zu attackieren? Ich spritze jedenfalls genau aus diesem Grund ganz normal Insulin, um meine BSP möglichst zu schonen. von Robert B. -
Chrissi
Rang: Gastam 22.12.2009 14:33:34
Oooh., genauso habe ich auch gedacht.
Am Anfang ist mein Insulinbedarf rapiede gesunken, ich dachte, vielleicht bin ich ja eine Ausnahme!
Dann brauchte ich irgendwann immer mehr Insulin und jetzt nach zwei Jahren auch Basisinsulin.
Bin wohl doch kein Diabeteswunder, wie ich gehofft hatte!
Die Leber produziert doch Zucker oder nicht!?
Ich denke, dass das dein Körper NOCH von alleine ausgleichen kann, aber irgendwann braucht er sicherlich Basisinsulin, ob du jetzt Kohlenhydrate isst oder nicht.
LG
von Chrissi -
Markus Nerger
Rang: Gastam 22.12.2009 14:59:29
Hallo Chrissi
wie viele BE hast du gegessen ?
Wie viel Ie hast du gespritzt?
Was haltet ihr davon ?
Also,
wie du schreibst, warst du wirklich eine Fress- und Saufmaschine.
Keine Antikörper – zu Beginn eines LADA in über 80 % der Fälle nachweisbar - nährt nun den Verdacht, dass es sich bei dir nicht um eine Autoimmunerkrankung mit Remissionsphase handelt, sondern um einen überwundenen klassischen Lifestyldiabetes. Nach Entlastung der arg strapazierten B-Zellen durch externes Insulin, Änderung der Lebensweise – Ernährung und Bewegung- stellten sich erfreulicherweise wieder normnahe Blutzuckerwerte ein.
Im Grunde genommen, eine diätetische Kompensation des Diabetes nach großer Anschubwirkung durch externes Insulin.
Ferndiagnosen oder Prognosen sind zwar nicht sehr seriös, aber ich vermute mal ganz kühn, die vermeintliche Remissionsphase eines Typ1-Diabetes wird bei deiner neuen Lebensführung noch sehr lange anhalten.
Diabetes mellitus – honigsüßer Durchfluss- wird sich noch ganz lange aufhalten, wenn nicht sogar für immer verhindern lassen, zumindest solange der „Geist willig ist und das Fleisch nicht schwach“ wird.
Leider ist diese Art von „Quasiheilung“ nicht der Regelfall im Alltag der großen Anzahl vollkommen unterschiedlicher Diabetikerkarrieren.
von Markus Nerger