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Duerfen Diabetiker Kinder haben?

  • Frank Recker

    Rang: Gast
    am 24.08.2004 14:05:02
    Sehr geehrter Herr Klausen!

    Ich muss in dieser Diskussion Sandy völlig Recht geben. Ich bin selbst über 20 Jahre Typ 1 mein Bruder über 30 Jahre und es gibt keine Folgeschäden!!!

    Diese Art von Dramatisierung und Panikmache ist völlig am Thema vorbei und verunsichert insbesondere jüngere Typ 1 Kandidatinnen!!

    Statistiken etc. kann man interpretieren wie man will, je nach eigenem Gusto. Daraus Verantwortungslosigkeit etc. abzuleiten halte ich für anmaßend!

    Ich denke diese ARt von Diskussion sollten wir daher besser beenden und uns auf wesentlichere Dinge konzentrieren.

    mfg
    Frank Recker
  • Karl Klausen

    Rang: Gast
    am 24.08.2004 15:08:51
    Da ich schon als Kind an Typ 1 DM gelitten hatte, weiss ich genau, was es bedeutet, wenn man schon als Kind mit dieser unheilbaren Krankheit leben muss.

    Einige Menschen verstehen Abtreibung als Mord. Da Abtreibung aber in den meisten modernen Gesellschaften gesetzlich erlaubt ist, da genetische Berater nicht als Kriminelle betrachtet werden, und da Amniozentesis in der heutigen Medizin fuer ein ethisches Verfahren gehalten wird, sind klare Beweise dafuer, dass unsere Sitten es erlaubt, noch nicht geborene Kinder durch Abtreibung vor einem kranken Leben zu schuetzen. von Karl Klausen
  • Reiner

    Rang: Gast
    am 24.08.2004 15:28:26
    Hallo Karl,

    eine Hypo ist maximal 30 Minuten nach Todeseintritt nachzuweisen, da ansonsten auch nach dem Tod Glukose von der Körperzellen noch eine gewisse Zeit verbraucht wird.

    Ein wichtiger Autor ist Tattersall, R.B.Tattersall, R.B. & Gale, E.A.M., Mortality, post-mortem diagnosis, crude estimates of hypoglycaemia mortality from retrospective surveys, etc.

    Im Rahmen dieser Arbeit wurde kein Fall mt tödlichem Ausgang dokumentiert.

    Grüßevon Reiner
  • Sandy

    Rang: Gast
    am 24.08.2004 15:37:48
    Es hat eigentlich keinen sinn noch was dazu zu sagen, aber meinen sie ich habe den DM nciht als Kind bekommen??? Das ist meist so beim Typ I.

    Sie sind halt dann einfach viel schlimmer dran wie alle anderen Diabetiker. (oder einfach viel wehleidiger) von Sandy
  • Karl Klausen

    Rang: Gast
    am 25.08.2004 09:46:30
    Hypoglykaemie ist in der Tat die hauefigste Todesursache unter Typ I Diabetikern bis dem 25. Lebensjahr. Es bleibt eine wichtige Todesursache auch nach diesem Alter, aber andere Ursachen werden mit der Zeit wichtiger. Oft bei sehr jungen Diabetiker kommt ein Hirnschlag bei Hypoglykaemie vor, der das Kind toetet oder laehmt.

    Das Werk, das Sie erwaehnen, hat mit forensischer Bestimmung der Todesursache bei unbekannten Patienten zu tun. Wenn man den Patienten aber im Krankenhaus oder in der Notstation klinisch beobachtet und sieht, wie die Hypoglykaemie doch nicht schnell genug behandelt werden kann, um den Patienten zu retten, dann ist es gar kein wissenschaftliches Geheimnis, was den Tod verursacht hatte. von Karl Klausen
  • Karl Klausen

    Rang: Gast
    am 25.08.2004 09:58:24
    Die grosse DCCT Studie vor einigen Jahren hat erwiesen, dass Diabetiker sehr unterschiedliche Erlebnisse mit Spaetschaden auch bei identischen Blutzuckerwerten haben. Das liegt daran, dass die entscheidene Ursache von Spaetschaden nicht die Blutzuckerwerte selbst sind, sondern die Art und Weise wie jeder Koerper den Ueberfluss an Blutzucker abbaut, denn es sind die Abbauprodukte, nicht der Blutzucker selbst, die den Nerven und Gefaessen schaedlich sind. Dieser Abbauvorgang haengt von metabolischen Eigenschaften ab, die jedem Koerper eigen sind, und wahrscheinlich von den Genen bestimmt sind. von Karl Klausen
  • Karl Klausen

    Rang: Gast
    am 25.08.2004 10:19:53
    Vielleicht darf ich Ihnen die Werke von dem beruehmten Psychologen Heinz Kohut (1913-1981) vorschlagen? Er war der Meinung, man solle den Mut haben, die Wirklichkeit so wie es ist zu konfrontieren, auch wenn sie schlecht ist, um diese Schwierigkeiten wissenschaftlich und philosophisch zu diskutieren, ohne sie falschlich als die Produkte von psychologsichen Problemen bei anderen darzustellen, damit die Wirklichkeit und die damit verbundenen harten Fragen verschoben werden koennen. von Karl Klausen
  • Reiner

    Rang: Gast
    am 26.08.2004 02:28:52
    Hallo Karl,

    deine Argumentation kann ich nicht mehr nachvollziehen. Die Todesursache kann doch nur forensisch geklärt werden. Im Falle eines Todes durch eine Unterzuckerung müsste dann im Gewebeschnitt des Gehirns eine Entmarkung der Zellenstruktur festgestellt werden.

    Übrigens hat DCCT nie im Studiendesign die Fragestellung warum Spätschäden sich unterschiedlich bei Diabetikern entwickeln.

    DCCT hat zwei unterschiedliche Formen der Therapie verglichen und festgestellt, dass Folgeschäden zu einem hohen Prozentsatz beeinflussbar sind.

    Ich glaube insgesamt aber, dass es dir nicht um Objektivität geht, sondern um Durchsetzung deiner Gedankenwelt. von Reiner
  • Karl Klausen

    Rang: Gast
    am 26.08.2004 16:54:59
    'Forensische' Bestimmung der Todesursache bedeutet normalerweise nur, die Bestimmung des Todes eines Patienten, der gleich vor dem Tod nicht unter klinischer Beobachtung war, wie z.B. bei einem Mord. Wenn der Patient in die Notstation mit einem Blutzuckerwert von 1,8 ankommt und dann stirbt, braucht man nicht unbedingt die pathologische Anatomie des Gehirns mikroskopisch zu untersuchen, um zu bestimmen, woran der Patient gestorben ist. Aber egal wie man Ausdruecke benutzt, kann jeder die Statistiken ueber Tod durch Unterzuckerung in den schon genannten Studien fuer sich selbst lesen.

    Was die DCCT Studie klar feststellte, war dass einige Patienten mit einem typischen Blutzuckerwert von 7% trotzdem frueh an vaskulaeren Folgen sterben, waehrend andere mit Werten um 12% ohne solche Folgen gesund weiterleben. Der Grund davon hat mit der unterschiedlichen Art und Weise wie jeder Koerper den Ueberfluss an Blutzucker abbaut, d.h., mit der unterschiedlichen Herstellung von 'Advanced Glycation Endproducts,' die die Schaden eigentlich verursachen -- nicht mit dem Blutzuckerwert selbst. Man sieht diseen Unterschied auch wenn man die Durchschnittliche Blutzuckerwerte des Patienten misst und diesen Wert mit dem HbA1c Wert vergleicht. Diese Werte weichen oft sehr von einander ab, weil die Glykolisieren der roten Blutkoerperzellen dem eigentlichen Blutzuckerwert nicht entspricht. von Karl Klausen
  • Karl Klausen

    Rang: Gast
    am 26.08.2004 17:11:16
    Ich habe nur Ihre Frage, ob ich je ein diabetisches Kind kennengelernt haette, mit der Bemerkung beantwortet, dass ich selbst so ein Kind war. von Karl Klausen