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Duerfen Diabetiker Kinder haben?

  • ANONYMOUS

    Rang: Gast
    am 26.09.2004 00:11:53
    Hi, erst einmal sollte ich vorausschicken, dass ich selbst mal genauso gedacht habe. Das mag dem einen oder anderen falsch vorkommen, aber jeder hat so seine eigenen Moralvorstellungen.
    Der Grund dafür, daß ich nun nicht mehr so denke ist ganz einfach in einer Frage zu finden: Wer bin ich, dass ich so etwas entscheiden könnte ?
    Natürlich ist Diabetes zweifelsohne ein Risikofaktor und denjenigen, die sich für Kinder entscheiden wünsche ich das Beste. Mein T2 Diabetes wurde nur festgestellt, weil ich meine Lebensgewohnheiten grundlegend ändern wollte und ganz brav zum Arzt ging, bevor ich mit dem Sport anfing. Wäre ich nicht so 'vernünfitig' gewesen würde die Krankheit für meine Lebensplanung gar keine Rolle spielen. Das Risiko wäre trotzdem da. Von diesem Risiko zu wissen bringt einen aber auch nicht weiter. Ab wieviel % sollte man sich gegen Kinder entscheiden ? Sollte dies nur für Diabetes gelten ? Schliesslich gibt es auch eine genetische Disposition für Übergewicht ? Das sind nur einige ethische Aspekte hierzu.
    Aber auch zum technischen Aspekt (also der genetischen 'Stärke' eines Menschen) gibt es Einiges zu sagen. Diabetes ist keine Krankheit, die es erst seit jüngster Zeit gibt und die Menschheit ist daran nicht zu Grunde gegangen (das wird sie auch nicht). Wenn man fordert, dass Menschen in ihrer genetischen Vielfalt eingeschränkt werden (genau das wäre die Folge), würde man dem Kernprinzip der Evolution (Diversifikationsprinzip) widersprechen. Du selbst hattest geschrieben, das einige Diabetiker mit den schädlichen Abbauprodukten besser klarkommen als Andere. Die würden dann auch aus dem genetischen Pool verschwinden.
    Auch wenn die Gefahr besteht, daß die Nachkommen darunter leiden könnten gibt es mehrere Punkte dabei zu bedenken: Der technologische Fortschritt sorgt hier für immer mehr Möglichkeiten zur Linderung und Korrektur von Schäden. Gesunde Eltern sind noch keine Garantie für gesunde Kinder und wer weiss schon was die Zukunft bringt ? Das klinkt lapidar und einfach aber so ist es eben.
    Das Einzige was man Eltern vorwerfen könnte, wäre wenn sie keine entsprechende Vorsorge träfen um potentielle Schäden abzuwenden. Allerdings glaube ich nicht, dass auch nur ein einziger Diabetiker so rücksichtslos wäre.
  • Tobi

    Rang: Gast
    am 26.09.2004 16:20:04
    Im Großen und Ganzen kann ich dir zustimmen, aber der Forschung würde ich nur kaum Hoffnung schenken. Wie bereits in einem Forum erwähnt wird durch diese Krankheit ein Milliardenumsatz gemacht (Konzerne wie auch die Apotheken).
    Ob meine generation eine wirksame Heilung des Diabetes miterleben wird ist eher unwarscheinlich. von Tobi
  • Jan

    Rang: Gast
    am 06.10.2004 12:11:25
    Ich könnte nicht damit klarkommen, falls mein Sohn an Diabetes erkranken würde. Ich habe gerade in dem kritischen Alter zwischen 12 - 18 meine schlimmsten Erfahrungen mit dem Diabetes gemacht.

    Mmmh. Meine Eltern kommen gut damit klar, daß ich Diabetiker bin.


    ich bin/war ein eher lockerer Typ, der Spass haben wollte und darunter verstehe ich nunmal "abschalten/gehen lassen(+alkohol)".Oft bei Kollegen übern8tet und einfach durchgefeiert, was für einen Nicht-Diabetiker wohl eine Selbstverständlichkeit ist. Das geht aber als Diabetiker nicht so einfach. -> Hohen Zucker (dachte ich mir Scheiss auf die Spätfolgen).

    Ich hab den Zucker erst recht spät bekommen, habe aber einige Typ1er in der Familie. Ist alles eine Frage der Organisation. Ich kann nicht bestätigen, daß auch nur einer Probleme damit gehabt hätte. Ich auch nicht. Party geht - man muß nur wissen wie. Ich mache den Zucker nicht dafür verantwortlich, wenn ich nicht damit umgehen kann.


    Diese Krankheit muss ausgerottet werden, jeder der diese Krankheit absichtlich an andere weitergibt mindert die Lebensqualität der nachkommen massiv.

    Lol. Also ich bin ganz froh, da zu sein. Wäre zwar schöner ohne, aber das hört sich für mich nach Euthanasie an.

    Was wäre wenn mein Kind dann zum Suicidfall wird ? ich könnte nicht damit leben. Diabetikern ist es möglich sich absolut schmerzfrei umzubringen und das inerhalb von 10-20 Minuten. ich selbst habe nicht nur einmal daran gedacht...

    Das möchte ich sehen. Wenn man jemanden das ganze Leben jammernd und elend vorführt, wie schlimm eine Krankheit ist, die gut zu beherrschen ist, dann würde ich mir auch das Leben nehmen. Ich habe ganz andere Erfahrungen gemacht - in meiner Familie ist das nichts Schlimmes und auch nach über 30 Jahren ist nichts von Spätfolgen zu sehen. Und zum Thema umbringen. Der vorletzte Satz beweist leider, daß Du keine Ahnung hast. In 10-20 Minuten schmerzfrei umbringen? Mit ner Überdosis Insulin nicht möglich, sorry. Und in 10 Minuten hunderte BE futtern, naja ... Ich frag mich immer, was man Leuten wie Dir in seinem Leben angetan hat, daß man solche Aussagen treffen muß. Sehr bedauerlich. Ich lebe ganz gern - lieber ohne, aber im Zweifel auch mit Diabetes. Could have been better, but could have been worse, too.

    so long
    Jan
  • Sonni

    Rang: Gast
    am 24.11.2004 15:52:04
    Hallo, insbesondere Monsieur Klausen,

    ob der Großteil der Forumteilnehmer wohl nichts anderes als Diabetes im Kopf hat? ? ?

    Ich selbst bin jung verheiratet, PLANE KINDER, mein Mann ist auch Diabetiker, also schon doppelt so hohes Risiko, ujujuj.

    Daneben bin ich aber auch Krankenschwester, kann Ihnen sagen, dass Diabetes bei weitem nicht das Schlimmste ist, was Ihren Kindern zustoßen könnte.

    Ich wäre h e i l f r o h wenn's bloß Diabetes ist, den mein Kind erbt. Das ist zwar keine Garantie dass es keine Leukämie, Mukoviszidose oder sonst etwas bekommt, aber es stellt doch den Diabetes erheblich in den Schatten.

    Liebe zukünftige Mütter, viel Spaß und lasst es euch nicht verderben.

    Gruß Sonni
  • Lovely

    Rang: Gast
    am 01.12.2004 18:22:21
    <<< Ich wäre h e i l f r o h wenn's bloß Diabetes ist, den mein Kind erbt. Das ist zwar keine Garantie dass es keine Leukämie, Mukoviszidose oder sonst etwas bekommt, aber es stellt doch den Diabetes erheblich in den Schatten. >>>


    Dem kann ich nur zustimmen.

    Und wenn wir mal ganz ehrlich sind, dann gibt es doch den "perfekten" Menschen, also ohne Krankheit, ohne Hässlichkeit und ohne Dummheit sowieso nicht.

    JEDER hat irgendetwas!!!
    Jemand der (körperlich) völlig gesund ist, ist vielleicht stattdessen depressiv.
    Jemand der wunderschön aussieht, hat vielleicht Diabetes.
    Jemand der besonders schlau ist, hat vielleicht sonst noch etwas anders.

    Es gibt keinen perfekten Menschen.

    Warum also aufgrund Diabetes keine Kinder bekommen, sodenn man wirklich eins haben möchte? Das ist die eigentliche Frage!! Wer wirklich ein Kind möchte, der bekommt es auch, wenn das Risiko für Diabetes ein paar Prozente höher liegt als bei Gesunden.

    Ich selbst habe mich als Kind immer gefragt:
    "Warum ich?" (Anfang der 70er Jahre war es noch nicht so einfach wie heute.)

    Mein Cousin dagegen, der sehr viel Schwierigkeiten beim Lernen und mit seiner gesamten Motorik hatte (leichte Behinderung) fragte dagegen immer:
    "Warum kann ich nicht auch einfach nur Diabetes haben?"

    Gruß,
    Lovely
  • Nicole

    Rang: Gast
    am 14.12.2004 19:46:04
    Sehr geehrter Herr Klausen,
    Mit Erstaunen und einem Zustand den ich vielleicht sogar als Schock bezeichnen würde, habe ich ihren oben genannten Beitrag im Diabetes Forum gelesen. Zum ersten sollten Sie sich die Verwendung des Wortes "dürfen" unter allen Umständen verkneifen, denn ich bezweifele, dass sie sich selbst als eine vorzeigbare, würdige Entscheidungsinstanz hier hingehend bezeichnen dürfen (zumindest außerhalb ihres eigenen Lebens- und Verantwortungsbereiches).
    Ein Forum ist ja nun mal dazu gedacht, die eigene Meinung kund zu tun und diese möchte ich, auch wenn sie nicht meine ist, gerne akzeptieren. Dennoch lasse ich mir weder von Ihnen noch dem Rest der Welt die moralische Verpflichtung auferlegen mein ungeborenes Kind (für das Sie sich ehrlich gesagt einen feuchten Kehricht interessieren) sowie den Rest der Menschheit vor der Konfrontation mit Diabetes zu schützen. Diese Welt wird nicht besser (nicht das dies jedermanns hehres Ziel sein sollte) indem Menschen wie Sie ihre perfide Meinung anderen Menschen im Zuge der "Pflicht", Diabetes auszurotten, aufdoktrinieren. Wenn Sie ihren dahingehenden Drang, den Sie ja scheinbar mit der Studie etlicher Bücher über Diabetes belegen können, ausleben wollen, würde ich Ihnen vorschlagen, ein eigenes Buch zu schreiben. Haben Sie doch bitte den Mut, ein Buch auf den Markt zu bringen, das öffentlich und laut Menschen mit Diabetes auffordert sich nicht zu vermehren - um ihrer selbst willen, um ihrer ungeborenen Kinder willen und - last but definetly not least - um die Menschheit vor den monetären und ethischen Verpflichtungen, die die Konfrontation mit einer Erkrankung mit sich bringt, zu entbinden. Hieran würde ich gerne messen was die Gesellschaft aus der Geschichte gelernt hat!
    Ich wünsche Ihnen genauso viel Spaß dabei, als Sie ohnehin am Leben zu haben scheinen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Nicole Driesen
  • Isis

    Rang: Gast
    am 08.02.2005 15:35:24
    Ich gebe zu, ich habe schon wieter oben nicht mehr weiter gelesen. Die Argument sind ja nahezu an den haaren herbei gezogen. Ich kenne viele Fälle bei den auch relativ spät alles gut geklappt hat, d.h. weder Mutter noch Kinder haben irgendwelche Schäden.
    Eine Schwangerschaft mit Diabetes stellt nat. ein paar mehr Risiken, als bei einer normalen Schwangerschaft.
    Ich selbst habe Diabetes mit 9 Jahren bekommen und es war nicht einfach, da es noch die Zeit des Zwangs war, heute wird eine Therapie doch schon viel lockerer gesehen. Und auch habe die Pubertät mit der nötigen Stärke überstanden. ;o)

    Ich kenne bisher nur Diabetiker, die die ersten in der Familie waren. Sicherlich ist die Chance, dass ein Kind aus diabetischen Verhältnissen eher an Diabetes erkrankt etwas höher. Aber genauso könnte man bei Kindern gesunder Eltern andere Risiken feststellen.

    Und es gibt nun wirklich wichtigere Krankheiten, die man ausrotten sollte. Aber doch nicht den Diabetes, für den es immer bessere Möglichkeiten des schönen Lebens gibt.

    LG von Isis
  • Mäxchen

    Rang: Gast
    am 12.02.2005 15:58:24
    Hoppla , mir ist beim Lesen ganz anders geworden ! Ich habe jetzt seit 45 Jahren DM und bin noch immer quitschfidel . Ich habe allerdings keine Kinder ,zu meiner Zeit war es üblich ,den Kinderwunsch unbedingt auszureden. Heute ,mit der Pumpe , gibt es Diabetikerinnen mit mehreren Kindern . Ich habe noch von keiner diabet. Mutter gehört , die ihre Kinder nach der Geburt in den Müll geworfen hat oder sie verhungern ließen. Ich glaube eher , daß Diabetiker durch die ihnen auferlegte Disziplin und Selbstzucht sich im Durchschnitt sehr engagiert und verantwortungsvoll verhalten. Gruß Mäxchen
  • Marion

    Rang: Gast
    am 26.03.2005 09:47:14
    @ herr Klausen

    also wenn ich mit so einer Einstellung lebe mit Diabetes würde ich ja vor Selbstmitleid vergehen.Ich will aber troz Diabets mein leben genießen und tue es.
    Diabets ist nur eine Art anders zu leben.

    Klar es gibt Risiken dadurch aber haben die andere nicht auch.Wenn man auf sich und den Körper gut aufpasst Kann man sogar durch den ausgebrochen Diabete eine bessere Lebensqualität haben weil man sich gesünder ernährt ,abnimmt und Sport anfängt .


    @ Iris wenn dein Diabets gut eingestellt ist kann ste auch mit über 30 gesunde Kinder haben. Habe selber mit 33 meine Tochter volkommen gesund zur Welt gebracht welche eine super Apgar Test hatte und eher Zierlich als zu Groß und unreif wie die meisten sagen.Und auch alle Stoffwechseltest waren super sowie ist sie nie nach ihrer Geburt unterzuckert obwohl es sehr genau überprüft wurde.
    Also es ist möglich


    liebe ostergrüße
    Marion
  • Barbara Vorhoff

    Rang: Gast
    am 03.04.2005 21:43:14
    Meine Zeit. Was ist den hier los. Bin hier zufällig hereingerutscht.
    Also meine Tochter war 2 1/2, als man bei ihr den Diabetes feststellte. Nach einem halben Jahr kam eine Zöliakie dazu, die echt nervig ist. Meine Tochter ist entwicklungsverzögert und geht jetzt das erste Jahr zu einer Körperbehinderten Schule. Wenn man dort die anderen Kinder sieht, die sowohl geistig als auch körperbehindert sind, teils durch Geburtsfehler. Unser Kind ist im Vergleich dazu " gesund ".
    Mein Mann und ich sind beide nicht vorbelastet und trotzdem war das entsprechende Gen defekt.
    Wer weiß, was andere für Gendefekte in sich tragen und an ihre Kinder weitergeben.
    Jeder hat sein Päckchen zu tragen und nimmt sein Kind so an wie es ist. Es bedeutet Mut und man muß seinen Egoismus für einige Jahre zurückfahren. Kann nicht schaden. Wenn man aber das Schwarze vom Himmel herunterbetet, wird es wohl bald keine Kinder mehr geben.
    Und ich bin fest davon überzeugt, das in ein paar Jahren die Forschung soweit sein wird, Inselzellen zu verpflanzen. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
    Mit freundlichen Gruß
    Barbara von Barbara Vorhoff