Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.
Wie ist dieser Verlauf zu werten?
-
Gast
Rang: Gastam 04.07.2011 11:44:47
Hallo zusammen,
ich möchte meinen bisherigen (recht kurzen) Werdegang einmal schildern, da ich dessen Verlauf absolut nicht einschätzen kann und gerne Erfahrungen oder Bewertungen meiner Situation einholen möchte.
Das „Dilemma“ begann Mitte März diesen Jahres mit einer Verschlechterung des Sehens, Abgeschlagenheit und enormen Durst. Bis auf den Durst hab ich das auf einen sich anbahnenden Infekt geschoben und mir vorgenommen zum Arzt zu gehen. Dazu kam es allerdings nicht mehr.
Denn am Montag den 21. März fragte mich mein Chef was ich überhaupt in diesem Zustand im Büro mache und was für Symptome ich denn habe. 2 Minuten nach dem ich meine Beschwerden beschrieben hatte saß ich bei Ihm im Auto auf dem Weg zur nächsten Apotheke für einen Blutzucker – Schnelltest. Aufgrund einiger Diabetiker in seinem Umfeld kannte er die Anzeichen als Diabetes.
In der Apotheke wurde dann für 1,50 € ein kurzer Test gemacht. Das Messgerät (ein ähnliches wie ich es jetzt ebenfalls besitze; Aviva Nano) konnte das Ergebnis nicht mehr darstellen, stattdessen leuchtete „HIGH“ auf. Mit der Empfehlung direkt einen Arzt aufzusuchen bin ich wieder ins Büro meine Sachen zusammen suchen.
Da ich Pendler (PKW) bin und zu stolz war mich fahren zu lassen bin ich selbst noch zu meinem Hausarzt (50 KM) gefahren. Was mit jetzigem Wissensstand doch recht aberwitzig war.
Beim Arzt hab ich mich vorgestellt mit dem Hinweis , dass ich wohl einen hohen BZ habe. Dieser wurde auch ohne Wartezeit kontrolliert und das Ergebnis von 720 mg/dl löste sofort enorme Hektik aus. Ich musste auf eine Liege, bekam eine Infusion und wurde 4 Minuten später via Krankenwagen in die Notaufnahme eines Krankenhauses gebracht. (Im Krankenwagen durfte ich netter Weise sitzen, mir gings ja nicht schlecht und ich konnte auch scherzen!)
In der Notaufnahme gab es Infusion Nummer 2 und wieder die waagerechte Position. Nachdem ich da eine Weile lag wurde eine Röntgenaufnahme des Oberkörpers gemacht sowie Blut abgenommen.
Nach ewiger Wartezeit (mit Infusion Nummer 3 inzwischen) kam dann die Ärztin und bestätigte das Ergebnis der Blutuntersuchung und gab mir eine erste Insulinspritze. 40 Minuten später dann eine weitere.
Dann eröffnete man mir, dass man mich stationär aufnehmen möchte, aber kein Bett zur Verfügung hat. Ich wurde also in ein anderes Krankenhaus verlegt gegen 17.30 Uhr (Hatte ich erwähnt das ich bis dahin nichts gegessen hatte?)
In Krankenhaus Nummer 2 gab es nur ein freies Bett auf der Intensivstation, aber die Erlebnisse dort gehören zu einer anderen Geschichte
Dort war ich 4 Tage und bekam alle 2 Stunden! Eine Insulinspritze um den BZ zu senken. Der jetzt immerhin bei 400 lag. Zumindest wurde mir im Krankenhaus bereits gezeigt wie man misst und spritzt.
An Tag Nummer 4 durfte ich das Krankenhaus verlassen um direkt einen Diabetologen aufzusuchen. Dort gab es dann einen 3 stündigen Marathon mit Untersuchung der Füße, Blutabnahme, Vorstellung beim Arzt und erste Beratung durch eine Diabetesberaterin. Alles in allem fühle ich mich in der Diabetes Schwerpunkt Praxis enorm wohl und gut beraten.
Ich wurde dann 14 Tage krankgeschrieben in denen ich 2 weitere Termine hatte und zudem telefonisch betreut wurde.
Mein Schema sah wie folgt aus:
Vor jeder Mahlzeit 10 Einheiten Normalinsulin (Actrapid), sowie entsprechende Korrektureinheiteun um auf 130 mg/dl zu kommen. Dann morgens und abends je Metformin 1000 sowie vor dem Schlafen 12 Einheiten Verzögerungsinsulin (Protaphane).
Nach ca. 2 Wochen kam ich ohne Korrektur aus und hatte einen BZ von durchschnittlich 84.
am 22. April wurde ich dann umgestellt auf die KE Berechnung mit einem Faktor von 1.
Das wurde jetzt bis zum 22. Juni beibehalten. Dort hatte ich meine erste Schulung. Hier fielen meine niedrigen Werte auf und man reduzierte den Faktor auf 0,5 sowie das Protaphane auf 6 Einheiten.
Im Laufe der Schulungswoche gab es auch einen Basaltest. Also Entwicklung des nüchternen Blutzuckers über den Tag. Hier kam ich nicht über 86 mg/dl hinaus und der Tiefstwert lag bei 71.
Danach entschied man sich Protaphane auf 3 Einheiten zu kürzen.
Insgesamt hat sich jede Reduzierung der Insulinmenge nicht ausgewirkt. Meine Werte liegen immer zwischen 75 und 90 mg/dl. Witziger Weise ist es so, dass ich Sonntag zum Kaffee zwei Stück Kuchen essen und dennoch zum Abendessen einen Wert um 85 aufweise. Das habe ich mehrfach getestet auch zwischen Frühstück und Mittag.
Auch das trinken von Alkohol hat nicht die beschriebenen Wertschwankungen gehabt. Ich bin mit 90 mg/dl ins Bett und am Morgen mit 85 mg/dl aufgewacht nach einigen Bier und Tequilla. Sowie Cola und ordentliches Essen mit halber Insulindosis.
Ich wiege aktuell 129 Kilogramm bei 184 cm Körpergröße (Erwähnte ich meine 26 Lenze?).
Mein Gewicht von Beginn des Jahres kann ich nur schätzen, da es mich schlicht nicht interessiert hat und ich recht ungesund gelebt hab. Unsere Waage zuhause geht bis 150 KG und sie konnte mein Gewicht im Januar nicht anzeigen. Also gehe ich von 152 KG aus.
Geändert habe ich folgendes:
- Bewegung; vorher sehr wenig und jetzt schwimmen, Fahrrad fahren etc. (nicht täglich, aber häufig)
- Keine gezuckerten Getränke mehr
- Gleiche Nahrung wie vorher, aber halbierte Portionen (ernähre mich gesund aber mit „Sünden“ wie Pizza natürlich auch mal)
Morgen habe ich wieder einen Termin bei meiner Diabetesassistentin und dort wird, in Absprache mit dem Arzt, mein Insulin komplett abgesetzt.
Ich habe auf dem Seminar nur langjährige Typ II Patienten kennengelernt die zum einen erschreckend wenig über ihre Krankheit und deren Zusammenhänge wussten und zum anderen niemanden der eine ähnliche Entwicklung und geringe Insulindosis hat.
Auch geht man bei mir jetzt von einem MODY Diabetes aus. Was noch näher untersucht werden muss.
Hat jemand eine ähnliche Entwicklung und kann sagen wie wahrscheinlich es ist das ich dauerhaft auf Insulin verzichten kann?
Mein aktueller Zielwert soll so um 100 – 110 liegen. Wie sehen die Ziele bei euch aus?
Der Mittelwert meiner aktuellen Werte liegt bei 88 mg/dl.
Vielen Dank für das Lesen dieses Wort – Monolithen. Mit allen Details hätte es den Rahmen wohl definitiv gesprengt :)
Gruß,
Andreas
-
am 04.07.2011 12:53:06
Hallo Andreas,
Glückwunsch zu deinem Engagement und zu den erreichten Ergebnissen.
Mach einfach weiter so und versuche mit deinen Werten unter 140/120/100 in 1/2/3 Stunden nach den Mahlzeiten zu bleiben. Wenn du deinen BZ so gesund führen kannst, dann kann es dir egal sein, ob du Diabetes hast oder nicht und ob es nun Mody oder ein stinknormaler T2-Diabetes ist. Wenn du das ohne Medis erreichst, dann ist das natürlich besonders gut, unter Umständen musst du dafür die KH (nicht nur den Zucker) ein wenig reduzieren.
Selbst wenn du jetzt erst einmal wieder unter die Diagnoseschwelle gerutscht bist, kannst du dir sicher sein, dass du ein potentieller Diabeteskandidat bleibst. Deshalb solltest du unbedingt dein Leben lang mit deinen Bemühungen um die richtige Ernährung und viel Bewegung fortfahren. Betrachte es als Warnschuss, aus dem du hoffentlich genug gelernt hast.
Beste Grüße, Rainer -
Gast
Rang: Gastam 04.07.2011 14:48:16
Hallo Rainer,
ich sehe das als absoluten Warnschuss. Und jener hat die Wirkung nicht verfehlt.
Man braucht so etwas anscheinend um einen Wandel zu veranstalten.
Bei allen Fortschritten hin zu einem guten BZ bzw. generell guten Werten für alle Vitalfunktionen bleibe ich ja immernoch die Diabetiker, nur halt ohne ICT. Das Bewusstsein für diese Erkrankung muss vorhanden sein, dann bedarf es, wie ich persönlich finde, keiner erdrückenden Disziplin.
Ich habe auch einige Studien gelesen, dass die sofortige Gewichtsreduktion nach Diagnosestellung diesen Effekt den ich habe unterstützen kann. Aber warum bemühen sich dann so wenige (übergesichtige) darum? Und warum sind so viele Diabetiker so schlecht informiert?
Laut Signatur nimmst du keine Medikamente. Heisst das, du brauchst auch kein Insulin?
-
Gast
Rang: Gastam 04.07.2011 15:13:49
so selten ist deine verlaufsform nicht geh in eine größere shg da wirst du das wiederfinden.
nur eben mit dem ergebnis daß der(diejenige)erst seit 3 monaten ohne insulin vernünftige werte hat - aber niemand sagen kann wie lange.
während ein anderer diese phase für 6 monate genießen konnte und inzwischen wieder genau wie früher spritzt (allerdings war er vorher nicht üg und ist es auch jetzt nicht.)
bez mody - von den bisher bekannten untertypen ist nur einer nicht-insulin aber medikamentenpflichtig - daher ist das ergebnis der sauteuren gentests völlig irrelevant.
soll heißen kommst du ohne medis aus ok wenn nicht dann nicht. -
am 04.07.2011 15:46:19
Gast schrieb:
Laut Signatur nimmst du keine Medikamente. Heisst das, du brauchst auch kein Insulin?
Nein, ich brauche keine Tabletten und kein Insulin. Allerdings nur, weil ich relativ wenig KH essen. Das ist für mich kein Problem, ich ernähre mich genussvoll und gesund mit LCHF.
Wenn die Vermutung von Gast#6 zutrifft, dann hast hast du Typ 1 und befindest dich in der Remissionsphase. Es kann sein, dass er Recht hat und dann kannst du dich wirklich nur eine Weile über den geringen Insulinbedarf freuen. Es kann aber auch sein, dass du Typ2, Mody, Lada, ... bist und noch lange ohne Medis auskommen kannst. Die Chance hast du aber wirklich nur, wenn du deinen BZ nahezu so führst, wie er bei gesunden verläuft. Auch als Typ 1 kannst du mit einer gesunden BZ-Führung die Remissionsphase verlängern.
Beste Grüße, Rainer
Bearbeitet von User am 04.07.2011 17:30:10. Grund: Nicht angegeben -
Gast
Rang: Gastam 04.07.2011 16:10:06
Ich bin gerade etwas verwirrt. Denn von einer Typ I Indikation hat in meinem Zusammenhang noch nie jemand etwas gesagt. (Mal abgesehen davon, dass ich erst eine handvoll Termine hatte).
-
am 04.07.2011 16:57:57
Diabetes Typ1:
Insulin-Produzierende Beta-Zellen im Pankreas werden infolge Fehlsteuerung vom eigenen Immun-System innerhalb weniger Wochen bis Monate nahezu komplett abgefressen.
Diabetes Typ2:
1. Insulin-Produzierende Beta-Zellen im Pankreas sterben infolge eines bisher in keiner Weise ergründeten Prozesses innerhalb von Jahren immer mehr und schließlich weitgehend ab. Schon bei Erreichen der Diagnosereife fällt im Vergleich zu gesunden Menschen gleichen Alters und Geschlechts mit gleichem BMI und gleicher Insulinresistenz (Insulin-Mehrbedarf) ein erhebliches Defizit an Betas auf.
2. Auffällig viel C-Peptid und Insulin werden bei der Ausgabe nicht gesund getrennt, sondern ungetrennt als Proinsulin ausgegeben. Das hat zwar nur 10% der BZ-Senkwirkung vom ordentlich getrennten Insulin, fördert dafür aber super Adipositas und Arteriosklerose.
3. Die BZ-unabhängige Insulinbestellung durch Darmhormone passend zur Übergabe von neu verdauter Glukose in den Blutkreislauf stirbt ab. In der Folge steigt der BZ direkt nach dem Essen immer höher an, bevor die neue Glukose nach ihrem ersten Ganzkörperdurchlauf ihr Insulin selbst bei den Betas bestellen kann.
4. Die Glukose-Ausgabe aus der Leber - gesund etwa 50% des täglichen Gesamtumsatzes - steigt diabetisch fehlgesteuert bis zum 3fachen und u.U. Sogar noch mehr an.
1-4 nicht entweder oder, sondern immer im GesaMTPaket -
Gast
Rang: Gastam 04.07.2011 19:08:18
schrieb:
Allerdings nur, weil [size=6]ich[/size] relativ wenig KH essen. Das ist für [size=6]mich[/size] kein Problem ...
Auch als Typ 1 kannst du mit einer gesunden BZ-Führung die Remissionsphase verlängern.
Das ist ja wunderbar für [size=6]dich[/size]! Jedoch sollte dir schon klar sein, dass du nicht das Mass aller Dinge bist und eben jeder Mensch is(s)t , wie er ist oder es braucht! Und was bitte bringt dem 1er eine verlängerte Remissionsphase, ausser total schlecht einschätzbarer BZ-Verläufe incl. Hypos und gefährlich hoher Werte? -
Gast
Rang: Gastam 04.07.2011 19:17:48
Ich bin immernoch etwas verunsichert, aufgrund der geschilderten Faktenlage.
Fakt ist, dass ich mich aktuell sehr wohl fühle und einen sehr konstanten BZ - Verlauf habe auf niedrigem Niveau..
Wie bereits erwähnt fühle ich mich in meiner Diabetologischen Schwerpunkt Praxis enorm wohl und gut betreut. Glücklicherweise habe ich morgen meinen nächsten Termin und kann wieder meine gefühlt 100 Fragen stellen.
Es liegt jetzt auch ein zweites Blutbild mit Triglyceriden, Cholesterin und allem drum und dran vor.
Das soll morgen mit besprochen und ausgewertet werden. Sollte ein Typ 1 in Frage kommen sollte sich das anhand dessen doch recht schnell herauskristallisieren oder?
Im Grunde spielt es für mich persönlich keine Rolle welchen Typ ich habe.
Schritt eins, und der reifte ohne Einwirkung von außen, war eine Umstellung in etlichen Schlüssel - Belangen. Und das ist relevant für alle vertretenen Typen.
Die Verunsicherung rührt daher, dass weder Ärzte noch Diabetesassistenten jemals in meinem Fall von Typ 1 sprachen.
Schöne Grüße aus Hamburg,
Andreas
P.S.: Ich geb natürlich auch gern aAuskunft über die Resultate morgen. -
am 04.07.2011 19:52:26
#10
ne verlängerte Remi stört die Einstellung und hilft ungemein, wenn man nicht einfach eingestellt werden, sondern seinen BZ wirklich steuern lernen will :-)
#11
Schlanke werden auf den ersten Blick zum Typ1 ernannt und Beleibtere zum Typ2. Wenn die Betroffenen dann selbst wie Du darauf achten, dass sie ihren BZ im gesunden Rahmen steuern, macht diese simple Klassifizierung überhaupt kein Problem. Denn dann nehmen die, so wie sie in der ersten Erholungsphase wie jetzt bei Dir immer weniger Medis nehmen, halt wirksam passend immer mehr Medis dazu oder andere, wenn der BZ ohne oder mit den bis dahin genommenen über gesund ansteigen will :-) -
Gast
Rang: Gastam 04.07.2011 23:52:45
Du schreibst wahrlich, wie du es brauchst:
schrieb:
ne verlängerte Remi stört die Einstellung und hilft ungemein, wenn man nicht einfach eingestellt werden, sondern seinen BZ wirklich steuern lernen will :-)
Aha, Herr Doctor meinen also, dass ein "Frischling" innerhalb weniger Wochen bis Monate lernt, seinen BZ zu steuern:
schrieb:
Insulin-produzierende Beta-Zellen im Pankreas werden infolge Fehlsteuerung vom eigenen Immun-System innerhalb weniger Wochen bis Monate nahezu komplett abgefressen.
Aber auch das ist nicht so, denn es gibt genug, die eine Remission über Jahre haben (was belegt, dass die Remi-Phase nicht zu beeinflussen ist - egal was man tut, es ist eine AUTOIMUNITÄT.). Ausserdem ändert nur der Wille zum Lernen und nicht die Remi-Phase die total schlecht einschätzbaren BZ-Verläufe incl. Hypos und gefährlich hohen Werte. Und lernen kann man auch ohne jeglich Remission (wie auch oft genug bewiesen wird). -
am 05.07.2011 08:21:15
Hallo Andreas,
du kannst ruhig erst einmal davon ausgehen, dass du einen Typ2-Diabetes hast. Wenn sich dann irgendwann herausstellt, dass es doch Typ1 oder LADA ist, dann hast du nichts verkehrt und nichts umsonst gemacht.
Falsch machen kann man eigentlich nur etwas, wenn man den Typ1er mit Tabletten behandeln will. Da du von vornherein mit Insulin behandelt wurdest, ist das bei dir nicht der Fall.
Die Chance ist sehr groß, dass es ein Typ2-Diabetes ist und dass du nach dem Warnschuss rechtzeitig die Kurve gekriegt hast. Freu dich darüber und mach weiter so wie bisher - du machst das sehr gut.
Beste Grüße, Rainer -
Gast
Rang: Gastam 05.07.2011 09:19:27
wer seine werte im gesunden bereich hält völlig egal wie, ob mit medis oder anders,
kann nichts falsch machen unabhängig vom typ.
und es ist ein irrtum daß aus einem blutbild etwas auf den typ geschlossen werden kann.
schon die normalen ak untersuchungen belasten das budget, daher wird meist höchstens c-peptid getestet(meist noch falsch)
-
Gast
Rang: Gastam 05.07.2011 09:56:33
Gast schrieb:
wer seine werte im gesunden bereich hält völlig egal wie, ob mit medis oder anders,
kann nichts falsch machen unabhängig vom typ.
Das stimmt nicht. Ein Typ 1er MUSS von Anfang an mit Insulin behandelt werden, auch wenn seine Werte mit Metformin o.ä. im gesunden Rahmen liegen. Ansonsten wird (wie bereits geschrieben), die Remissionsphase verkürzt, weil die Beta-Zellen durch die ständige Überbelastung früher absterben.
Gast schrieb:
und es ist ein irrtum daß aus einem blutbild etwas auf den typ geschlossen werden kann.
schon die normalen ak untersuchungen belasten das budget, daher wird meist höchstens c-peptid getestet(meist noch falsch)
Bei begründetem Verdacht auf Typ 1 werden immer mindestens zwei verschiedene Antikörper überprüft (meist GAD und IA2, weil diese meist nicht gleichzeitig auftreten, aber fast alle 1er mindestens eine der beiden haben). Und warum sollte das C-Peptid falsch gemessen werden?
-
Gast
Rang: Gastam 05.07.2011 12:42:18
Hallo zusammen,
wie versprochen gebe ich kurz durch, was heute herausgekommen ist.
Beide Insulintypen (Novorapid & Protaphane) wurden jetzt abgesetzt. In der kommenden Woche wird geprüft ob die Entwicklung ohne Insulin in den korrekten Bahnen verläuft und ob man eventuell noch Änderungen am Therapieschema vornehmen muss.
Sollte es bleiben wie jetzt in diesem Moment nehme ich morgens sowie Abends je eine Metformin 1000.
Mir wurde auch bestätigt das vor allem der schnelle Abbau von Gewicht und die Umstellung in der Ernährung (die wie ich finde nicht schmerzt und marginal ist) die tragenden Elemente dieser Entwicklung sind und ich absolut mit meinen Werten zufrieden sein kann.
Auf die Frage hin wo man denn die Notbremsen ziehen sollte und wieder mit Insulin einsetzen kann fiel der Wert 140. Das nehm ich erstmal so hin. Wobei ich mich schon sehr an Werte unter 90 gewöhnt habe, dass alles darüber sich für mich schon als "falsch" anfühlt.
Ich habe mir auch gleich noch einmal die Remissionsphase im Zusammenhang mit Typ I erklären lassen. Bestätigt wurde, dass mein Verlauf sehr dieser Phase ähnelt. Danach wurde mir aber anhand meiner bisher genommenen beiden Blutbilder gezeigt, dass meine Antikörper <= 0.1 sind und somit Typ ausgeschlossen werden kann.
Interessant ist auch, dass sich so ziemlich alle Werte deutlichst gesenkt haben.
Ich habe am 24.03. beispielsweise einen Triglyceridwert von 2107 (kein Tippfehler) gehabt und nun 187. Auch mein Cholesterin hat sich von 441 auf 220 erholt. Und bei gleichbleibender Verhaltensweise rechnet man dort auch mit einem Rückgang auf einen Wert unter 200.
Einzig der Kreatininwert ist von 1.0 auf 1.1 angestiegen was mir mit meinem (anhaltenden) Gewichtsverlust erklärt wurde.
Je weiter ich meinem Normalgewicht näher komme, desto besser scheint es ja zu laufen mit meinem BZ. Insofern gibt es keine bessere Motivation.
@Rainer
Ohne zu persönlich werden zu wollen, hast du "Normalgewicht"? Und wie verhält es sich mit LCHF und Abnehmambitionen?
Ich hoffe zwar momentan, dass ich auch mit Kohlehydratverzehr im Rahmen bleiben werde, aber man kann seiner gebeutelten Bauchspeichdrüse ja zumindest etwas entgegen kommen :)
-
Gast
Rang: Gastam 05.07.2011 14:36:21
da eine remission erst nach insulingaben beginnt, kann sie nicht ohne insulin schneller beendet sein da sie nicht begonnen hat.
außerdem sind die vorteile der remission von allen dmlern unterschiedlich bewertet,
von hoffentlich noch lange bis hoffentlich bald vorbei. -
Gast
Rang: Gastam 05.07.2011 14:51:05
Gast schrieb:
da eine remission erst nach insulingaben beginnt, kann sie nicht ohne insulin schneller beendet sein da sie nicht begonnen hat.
Tolles Argument! Dann hat man eben überhaupt keine Remission und dann sind die Betas noch schneller komplett zerstört als wenn die Remi bereits eingesetzt hat.
Gast schrieb:
außerdem sind die vorteile der remission von allen dmlern unterschiedlich bewertet,
von hoffentlich noch lange bis hoffentlich bald vorbei.
Bei manchen ist es tatsächlich so, dass in der Remission scheinbar willkürlich Insulin produziert wird und dies zu unerklärlichen Schwankungen des BZ führt. Bei der großen Masse der 1er (so auch bei mir) führt eine Resteigenproduktion jedoch zu einer Glättung der BZ-Kurve (vor allem auch der pp-Werte). -
am 05.07.2011 15:59:09
Moin Andreas,
gratuliere zum super Einstieg! Und wenn Du in der Art dieser bewährten kleinen Einleitung Deinen BZ weiter an der gesund kurzen Leine führst, hast Du den Warnschuss optimal verwertet :-)
Die weitaus meisten Menschen mit Deinem Ausgangs-Kaliber haben übrigens keinen Diabetes und kriegen auch nie welchen. Denn bei ihnen ist die Menge der Beta-Zellen einfach mit dem Insulin-Bedarf mit gewachsen, während sie bei Dir abgenommen hat und abnimmt. Ohne zu wenige Betas gibt es weder Typ1 noch Typ2. Und der Teil der Beschleunigung zur weiteren Abnahme Deiner Betas, den Du selbst in der Hand hast, ist häufiger über mehrere Stunden anhaltender Blutzucker über 120-140, der schlicht vergiftend auf sie wirkt. Glukotoxisch heißt das auf Medizinsprech.
Wer wirklich etwas für die möglichst lange Erhaltung seiner restlichen Betas tun will, entlastet sie möglichst viele Stunden täglich bei um 70-80mg/dl vom Ausgabe-Druck. Damit minimiert der Typ2 auch seine Proinsulin-Belastung (s.o.). Dabei kann auch Bewegung vor allem immer direkt nach dem Essen super helfen, wie ich in diesem Fred gerade ausführlicher beschrieben hab.
Und wenn Metformin (bremst die Glukose-Ausgabe der Leber) und weniger Stärke=Zucker-KHs nicht mehr zum gesunden Ausgleich des Beta-Zell- und Insulin-Defizits ausreichen, empfiehlt sich dafür nichts mehr als Insulin. Denn Insulin macht von allen BZ-Senkern die berechenbarste BZ-Senkung bei der geringsten Menge an unerwünschten möglichen Nebenwirkungen.
Bisdann, Jürgen
Zur Qualität der Info bei Deinem Dok: Es gibt völlig gesunde Menschen ohne jeden Diabetes mit jeder Menge Antikörper und ausgewiesene Typ1 völlig ohne :-( -
Gast
Rang: Gastam 05.07.2011 16:49:45
ich hätte gern mal einen link, aus dem eindeutig hervorgeht, dass eine senkung der kh-zufuhr bzw. dass insulingaben zur verlängerung der remission führen. da müsste ja bei jedem 1er das insulin automatisch zur remission führen - komisch, dass sehr viele gar keine remi kennen (ich z.b.) -
am 05.07.2011 17:29:48
Remission ist ja kein Zauber und auch keine spezielle Medi-Wirkung, sondern vorübergehendes Nachlassen des Insulin-Bedarfs und recht einfach erklärbar:
Ab etwa 80% Beta-Zell-Verlust macht sich der gemeine Typ1 mit ner Keto bemerkbar. Bis relativ kurz davor reichen die gut 20% Restbestand mit ihrer Insulin-Ausgabe noch aus, um den da schon immens hohen BZ vor dem Entgleisen in die Keto zu bewahren. In dieser BZ-Höhe ist der Insulin-Bedarf pro BE um ein Vielfaches höher, als bei gesund niedrigem BZ. Daher kann die noch ausgegebene Insulin-Menge bei gesund niedrigem BZ noch völlig für den persönlich normalen Glukoseumsatz ausreichen.
Ob überhaupt und wie lange, richtet sich wohl nach der Größe des verbliebenen Beta-Zell-Rests bei Behandlungsbeginn, nach der jeweils üblichen Glukose-Belastung und natürlich nach der Geschwindigkeit des Fortschreitens des autoimmunen Zerstörungsprozesses. -
Gast
Rang: Gastam 05.07.2011 18:17:01
Gast schrieb:
ich hätte gern mal einen link, aus dem eindeutig hervorgeht, dass eine senkung der kh-zufuhr bzw. dass insulingaben zur verlängerung der remission führen. da müsste ja bei jedem 1er das insulin automatisch zur remission führen - komisch, dass sehr viele gar keine remi kennen (ich z.b.)
Hier (Unter Punkt 3. Insulinsubstitution):
http://www.aerztemagazin.at/dynasite.cfm?dsmid=61464&dspaid=880548
oder:
http://www.diabpartner.de/en/node/43
oder:
http://www.ernaehrung.de/lexikon/diabetes/r/Remissionsphase.php
etc. -
Gast
Rang: Gastam 05.07.2011 20:57:43
Ich muss jetzt mal fragen woher dieses geballte und umfassende wissen kommt Jürgen.
Nicht zufällig Diabetologe? :) -
Gast
Rang: Gastam 05.07.2011 21:45:23
danke für die links. allerdings stellt sich mir nach wie vor die frage, auf welchen vergleichswerten die studien beruhen, in denen man festgestellt hat, dass die insulingabe die remissionsphase "verlängert". woher weiss man denn vorher, wie lange die remission dauert? wenn in einem autoimmunen zerstörungsprozess die beta-zellen angegriffen werden (worden sind) und bei manifestation des dm t1 80% mausetot sind, dann werden die restlichen 20% durch das exogene insulin natürlich unterstützt bei der bz-regulierung, nur was sollte das an ihrer autoimmunen zerstörung ändern? und wie überall beschrieben kann die remission von 0 - jahre "dauern" - wenn denn insulin "hilft", warum dann bei jedem unterschiedlich? (klar, weil jeder anders ist!). -
Gast
Rang: Gastam 05.07.2011 23:00:35
Gast schrieb:
allerdings stellt sich mir nach wie vor die frage, auf welchen vergleichswerten die studien beruhen, in denen man festgestellt hat, dass die insulingabe die remissionsphase "verlängert". woher weiss man denn vorher, wie lange die remission dauert? wenn in einem autoimmunen zerstörungsprozess die beta-zellen angegriffen werden (worden sind) und bei manifestation des dm t1 80% mausetot sind, dann werden die restlichen 20% durch das exogene insulin natürlich unterstützt bei der bz-regulierung, nur was sollte das an ihrer autoimmunen zerstörung ändern? und wie überall beschrieben kann die remission von 0 - jahre "dauern" - wenn denn insulin "hilft", warum dann bei jedem unterschiedlich? (klar, weil jeder anders ist!).
siehe hier, Seite 295:
http://books.google.com/books?id=U91_qgCwI2kC&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false
Ist zwar nicht genau erklärt, gibt aber vielleicht einen kleinen Ansatzpunkt! -
am 05.07.2011 23:13:43
Deine Frage ist sehr berechtigt, denn die Datenlage zu (nicht nur) Diabetes ist erschreckend dürftig. Die einzige allgemeine Diabetes-Sammlung wurde bis 1989 in der DDR geführt und dann gestoppt, denn allgemeine Erfassung vieler ja eigentlich urpersönlicher Parameter widerspricht doch zutiefst unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung, oder?
Aber fangen wir erst mal mit dem Entmystifizieren an:
Insulin, das wir spritzen, hilft nicht irgendwie, sondern es gleicht ideal genau das an Insulin aus, das uns in der jeweiligen Situation fehlt, weil unsere eigene Produktion die gerade notwendige Menge teilweise oder ganz nicht (mehr) liefern kann. Wir ersetzen das fehlende mit gespritztem. Es entlastet halt den noch funktionierenden Rest an Betas vom übergroßen Ausgabe-Druck. Das ist der ganze Zauber.
Für den Rest weist Du zu Recht auf folgende Unzulänglichkeiten hin:
Selbst wenn wir nur die Betroffenen zum Vergleich ihrer Remission heranziehen, die mit ner Ketoazidose in der Notaufnahme eines kranken Hauses ihre Erstdiagnose erfahren haben, streut die Annahme von ca 20% Restbestand an Betas höchst vage eher im Bereich zwischen 40 und 20 oder 30 und 10 oder... Selbst mit ganz aktuellen Messmethoden ist die Bestimmung der jeweils produzierenden Beta-Zell-Menge nur sehr ungenau möglich.
Dazu kommt, dass die Menge an Insulin pro BE von Betroffenem zu Betroffenem beträchtlich variieren kann, zudem auch der Prozentsatz, um den der Bedarf mit dem BZ ansteigt und schließlich der BZ, mit dem die Keto ins kranke Haus lädt.
Und wann wäre eine Remission zuende? Bei welchem BZ infolge welcher Glukoselast ähnlich dem OGTT zur Diagnose? So eine Definition gibt es bis heute nicht. Jeder Arzt und noch mehr jeder Betroffene entscheidet tatsächlich für sich, wann eine Remission zuende ist.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 05.07.2011 23:28:07
hallo,
so ganz klar ist mir das alles noch nicht. Ich lese da Remission ist wenn der Tagesbedarf < 0,5 I.E. pro kg ist. Also bei 90kg < als 40 I.E.
Oder rechne ich da falsch?
Ich spritze 1x 14 I.E. Lantus, würde also weit darunter liegen.
Achja, gilt das jetzt alles nur für Typ1er bzw. wie bezeichnet man dann eine Besserung mit gleichzeitiger Reduktion der "Medikamente" bei Typ2ern ?
---- Fragen über
---- Fragen ----------
-
Gast
Rang: Gastam 06.07.2011 11:11:26
havier schrieb:
so ganz klar ist mir das alles noch nicht. Ich lese da Remission ist wenn der Tagesbedarf < 0,5 I.E. pro kg ist. Also bei 90kg < als 40 I.E.
Oder rechne ich da falsch?
Ich spritze 1x 14 I.E. Lantus, würde also weit darunter liegen.
Achja, gilt das jetzt alles nur für Typ1er bzw. wie bezeichnet man dann eine Besserung mit gleichzeitiger Reduktion der "Medikamente" bei Typ2ern ?
Mit Tagesbedarf ist sowohl Bolus, als auch Basal gemeint. Soweit ich weiß, gibt es diese Form von Remission nur bei Typ 1ern. 2er haben vielleicht etwas ähnliches, allerdings gelten da nicht die gleichen Voraussetzungen , wie z.B. Tagesbedarf<0,5IE/kg Körpergewicht.
Ein "fertiger" 1er benötigt ca. 0,5-0,75IE/Kg Körpergewicht am Tag, daher kommt die Definition mit <0,5. Bei 2ern kann man das nicht so genau sagen, da diese meist eine Resistenz aufweisen, die unterschiedlich ausfällt, außerdem haben sie meist noch eine Eigenproduktion. -
am 06.07.2011 11:28:19
schrieb:
Ein "fertiger" 1er benötigt ca. 0,5-0,75IE/Kg Körpergewicht am Tag,
klar, Typ1 ist ja auch völlig unabhängig von der Menge vom KH-Input, oder was hab ich da grad wieder falsch verstanden? -
Gast
Rang: Gastam 06.07.2011 11:55:28
Hallo zusammen,
meine letzten Insulindosis liegt jetzt gute 30 Stunden und 3 Mahlzeiten zurück.
Auch wenn das aufgrund des kurzen Zeitraumes keine Aussagekraft hat, bin ich doch mit den Werten zufrieden.
Alle genommen Werte bewegten sich zwischen 84 und 88 mg/dl.
Die Information das Eiweiß + Fett den Zuckerspiegel ebenfalls relevant erhöhen ist mir übrigens absolut neu. In jedweder Infobroschüre und KE - Informationstabelle ist alles Eiweiß und fetthaltige extra gekennzeichnet mit einer dicken 0 für die KEs.
Den Effekt, dass Fett den Glukoseabbau verzögert habe ich schon mehrfach an mir selbst festgestelt und das bisher als positiv erachtet.
Eine weitere Frage habe ich zu Metformin noch.
Das Medikament begünstigt, soweit ich das gelesen habe, das Abnehmen durch eine Anregung des Stoffwechsels. Ich habe aber keine Info gefunden wie denn diese "Anregung" genau aussieht.
Da für mich die Gewichtsreduktion eine große Rolle spielt interessiert mich vor allem bis zu welchem Grad Metformin die "Verantwortung" für meinen Gewichtsverlust hat und wie sich dieser Prozess langfristig gesehen entwickeln kann / wird.
Mal abgesehen von den Nebenwirkungen hat das Medikament ja auch noch andere, "Positive" Nebenwirkungen.
Grüße,
Andreas
P.S.: Die angeregte Diskussion hat übrigens schon unheimlich viel neues Wissen für mich ans Licht gebracht, dass ich so in dieser Form nicht in Wikis gefunden habe. -
Gast
Rang: Gastam 06.07.2011 12:14:10
hjt_Jürgen schrieb:
klar, Typ1 ist ja auch völlig unabhängig von der Menge vom KH-Input, oder was hab ich da grad wieder falsch verstanden?
Warum musst du immer alles auf die Goldwaage legen?? Wenn ein 1er sich nur von Butter ernährt, wird er natürlich nicht auf so ein Verhältnis kommen. Natürlich gibt es immer Ausnahmen. Aber 0,5-0,75IE/kg Körpergewicht ist eben ein Richtwert, der aufgrund empirischer Beobachtungen festgelegt wurde, bei "normaler Ernährung" und damit meine ich durchschnittliche Ernährung. Wenn jemand Diät hält, wie z.B. LowCarb oder Leistungssportler ist etc. wird der Insulinbedarf bei ihm vermutlich anders ausfallen.
Wenn es nach dir geht, darf man wohl überhaupt keine Aussagen treffen, da es immer Ausnahmen gibt. -
Gast
Rang: Gastam 06.07.2011 13:36:26
ich führe das mal weiter: wenn es unabhängig vom kh-input wäre, würde stehen x IE/kg - es steht aber x bis y IE/kg. ausserdem wird immer vom normalen (notwendigen) umsatz ausgegangen und nicht von "hungerbolzen" oder "vielfrassen". und weiterhin: warum sollte ein normalgewichtiger 1er sich lowcarb oder logi im zeitalter von ict und csii ernähren - nur um zu beweisen, dass es eventl. klappt?? -
am 06.07.2011 15:42:21
Moin Andreas,
sieht doch gut aus. Nur tu mir wenigstens den Gefallen und schreib zu den Werten dazu, wann im Zeitverhältnis zum Futter-Input Du sie misst. Nur damit erhalten sie einen Sinn.
Dass etwa 4-5 Stunden nach dem Verzehr von größeren Portionen Fett und Eiweiß ein nennenswerter BZ-Anstieg beobachtet werden kann, trifft praktisch nur auf Leute völlig ohne eigene Insulin-Ausgabe zu. Ich bin Typ2, diagnostiziert seit 20 Jahren und seit gut 10 Jahren INSULINER und habe offenbar noch so viel ausreichend eigene Rest-Ausgabe, dass ich trotz zeitweise wirklich enger Beobachtung da noch nie auch nur den Hauch eines Anstiegs bemerkt hab.
Metformin heißt in angelsächsischen Foren oft Metfartin, auf Deutsch Mefurzin, und mancheiner kommt die ersten Einnahmewochen nur immer kurz von der Toilette. Von dieser sehr effizienten Art der Verdauungsbeschleunigung bleibt natürlich meistens nach der Eingewöhnungsphase nichts mehr übrig. Ansonsten bewegt sich der Abnehm-Effekt eher im Glaubensbereich und wird auch nur in solchen Studien "belegt", in denen die Leute eh zum Abnehmen angehalten wurden. Die eindeutig wichtigste Wirkung für uns Typ2 ist das Bremsen der fehlgesteuert hohen Zucker-Ausgabe aus der Leber.
Abnehmen verringert sicher in dem Maße den Insulin-Bedarf, der hier schon pro Kilo angegeben wurde, gern auch um's Doppelte, um der vielbemühten Resistenz Rechnung zu tragen. Neben all der anderen guten Wirkung gleichst Du also damit wenigstens einen Teil Deines Insulin-Defizits aus :-)
Bisdann, Jürgen -
am 06.07.2011 15:58:04
#33
Ich würde eher lesen, dass das Spiel zwischen etwa 05, und 0,75 IE/kg schwankt, wenn tausend 75kg-Standard-Erwachsene die selben Mengen KHs futtern. Für die meisten Typ1, die ich kenne, sind 20-30BEs pro Tag normal, für ein paar weniger 30-50.
Was ich bei solchen Rechen-Angaben mit IE/kg nicht verstehe: Wie helfen die den Betroffenen, ihren BZ in irgend einer Weise gezielt zu steuern?
Bearbeitet von User am 06.07.2011 15:58:56. Grund: Nicht angegeben -
Gast
Rang: Gastam 06.07.2011 16:18:10
hjt_Jürgen schrieb:
Was ich bei solchen Rechen-Angaben mit IE/kg nicht verstehe: Wie helfen die den Betroffenen, ihren BZ in irgend einer Weise gezielt zu steuern?
Müssen denn alle Angaben dem Diabetiker was nützen? MIR ging es darum, die Definition von Remission (<0,5IE/kg Körpergewicht) zu erklären! -
-
Gast
Rang: Gastam 06.07.2011 16:29:31
Hallo,
ich habe noch einen Nachtrag.
Aufgrund der neuen Situation ohne Insulin bin ich natürlich entsprechend nervös und Messe häufiger.
Heute vor dem Mittagessen hatte ich 84 mg/dl. Zum Mittag selbst hab ich mir ein Rib-Eye Steak (english), einen Salat, eine halbe Folienkartoffel und ein halbes Knoblauchbrot gegönnt.
Alles in allem schätze ich das auf ca. 5 - 6 KE.
Eine Stunde nach dem Essen hatte ich 100 mg/dl und 2 Stunden nach dem Essen 95 mg/dl.
Wenn alles meinen Erwartungen entspricht, dann habe ich nachher gegen 19 Uhr wieder meine 80 - 85 mg/dl.
Grüße,
Andreas -
-
Gast
Rang: Gastam 08.07.2011 11:53:37
Hallo,
mir geht es auch 3 Tage nach dem Absetzen des Insulins noch sehr gut.
Meine Werte bewegen sich nüchtern unter 90 und nach den Mahlzeiten nicht über 120 mg/dl.
Es waren aber auch noch nie mehr als 8 KE bisher.
Ich erfasse meine Werte seit April via Software und habe daher einen relativ guten Mittelwert anhand der Datendichte.
Ich habe gerade eine Formel gefunden um den HbA1c zu "schätzen".
Sie lautet wie folgt: (BZ[mg/dl] + 100) / 36
Wenn ich dort meinen Mittelwert von 88 mg/dl einsetze erhalte ich ~ 5,2.
Es ist natürlich nur eine Näherungsgleichung, aber kann man mit Abstrichen +/- 0,5 ungefähr das als genau betrachten?
Grüße,
Andreas -
am 08.07.2011 13:27:18
Moin Andreas,
erste Sahne! Kann verstehen, dass Dich der 1c-Ehrgeiz plagt - und wahrscheinlich bist Du sogar nochn Tick besser. Denn alle diese Rechnungen gehen praktisch nur von Nüchternmessungen aus, also immer auch nur vor dem Essen, keine höheren danach.
Weiter so! Jürgen -
am 08.07.2011 19:17:16
hallo,
Andreas schrieb:
Ich habe gerade eine Formel gefunden um den HbA1c zu "schätzen".
Sie lautet wie folgt: (BZ[mg/dl] + 100) / 36
oder anders geschrieben: 0,028xBZ + 2,78.
Es gibt da eine Formel auf diversen Diabetesseiten die lautet: 0,031xBZ + 2,393
Für einen durchschnittlichen BZ von 88 ergeben beide Formeln 5,121 bzw 5,153.
Du hast also das Reserverad neu erfunden. ;-) (War jetzt nicht bös gemeint)
Ich persönlich konnte allerdings bisher keinerlei Zusammenhang zwischen den Näherungsformeln bzw. Tabellen und meinen HbA1c-Werten feststellen.
Mein eigener errechneter Mittelwert lag bisher immer weitaus unter dem der Formeln.
Wenn ich nur die Nüchternwerte nehmen würde dann wäre der Vergleich noch extremer.
Grüsse
--- ich arbeite aber auch weiterhin an der Lösung des Problems ---
Bearbeitet von User am 08.07.2011 19:18:21. Grund: Nicht angegeben -
Andreas
Rang: Gastam 21.09.2011 11:34:17
Hallo zusammen
Ich möchte den Beitrag noch einmal aufgreifen und den aktuellen Stand hier "verewigen".
Seit meiner Diagnosestellung im Frühjahr und Einlieferung ins Krankenhaus mit einem HbA1c von 12,7 ist einige Zeit verstrichen.
Seit Ende Juli nehme ich kein Insulin mehr. Meine Metformin Dosis wurde von 2000mg (1000 Morgens, 1000 Abends) auf 500g pro vollwertiger Mahlzeit gedrosselt.
Ich habe mittlerweile 30 Kilo abgenommen und einen HbA1c von 5,4. Ich würde lügen wenn ich sage, ich übe mich in Verzicht. Es gibt auch weiterhin hier und da Pizza und auch weiterhin regelmäßige Restaurantbesuche, Schokolade.
Nach einem ausgiebigen Mahl sind meine Höchstwerte (1 Stunde nach dem Essen) maximal bei 125.
Auch mein betreuender Arzt ist von diesem Verlauf sehr überrascht.
Auch alle anderen Blutwerte sind deutlich gesunken und nähern sich nahezu in gesundem Bereichen.
Einzig mein Harnstoffwert ist erhöht, was auf den Gewichtsverlust zurückgeführt wird.
Die hier gegebenen Tipps, vor allem der Hinweis, dass man auch als Diabetiker einen normalen BZ - Verlauf anstreben sollte, haben mir sehr weiter geholfen.
Bei aktuellem Verlauf bin ich in absehbarer Zeit auch das Metformin :)
Gruß aus Hamburg -
Gast
Rang: Gastam 13.03.2012 12:07:28
Hallo zusammen
Ich halte diesen Beitrag ein weiteres mal auf dem Laufenden.
Vor wenigen Tage hatte ich meine Routineuntersuchung und habe einen HbA1c von nun 5,5. Gewicht und andere Werte fallen weiter.
Mein Blutdruck ist immernoch nicht "gut", aber schon deutlich verbesert und wird jetzt also nächstes in Angriff genommen.
Ich nehme weiterhin zu jeder Mahlzeit 500mg Metformin, sofern diese mindestens 3 KE hat.
Die Zufuhr von Metformin bleibt in den kommenden 6 Monaten auf glechem Niveau um die Gewichtsabnahme weiter zu unterstützen.
Gruß aus Hamburg -
Gast
Rang: Gastam 13.03.2012 15:06:02
sorry aber deine aussage ist falsch, ohne goldwaage.
die 0,5-0,75 ie/kg sind überhaupt nicht festgelegt sonder eine behauptung weiter nichts.
denn, was eine normale ernährung wirklich ist darüber gehen die meinungen weiter auseinander , weit mehr als deine 0,5-0,75 ie/kg.
da es diabetiker gibt die 10-12be/d als normal ansehen und andere die 20be/d als normal ansehen, wie willst du die mit der og behauptung unter einen hut bringen ? -
Gast
Rang: Gastam 14.03.2012 11:03:35
Hallo,
mal abgesehen von der unschönen Schreibform ist Ihr Beitrag für micht nicht nallvollziehbar. Welche Aussage ist "falsch"?
Im übrigen sind alle Aussagen aus MEINEM persönlichen Verlauf gefasst und beanspruchen keine Allgemeingültigkeit. -
Gast
Rang: Gastam 15.03.2012 15:51:21
#gast45: um genau diese missverständnisse auszuschalten, hat man das zitat erfunden, von dem gast46 offenbar nichts hält (dein gedanke war beim lesen auch meiner!)
#gast46:schrieb:
sorry aber deine aussage ist falsch, ohne goldwaage.
richtig - denn nur klugschei**er wissen, wie's richtig ist! die ausgangs-aussagen
schrieb:
Ein "fertiger" 1er benötigt ca. 0,5-0,75IE/Kg Körpergewicht am Tag
---------
Aber 0,5-0,75IE/kg Körpergewicht ist eben ein Richtwert, der aufgrund empirischer Beobachtungen festgelegt wurde, bei "normaler Ernährung" und damit meine ich durchschnittliche Ernährung.
sind keinesfalls falsch, sondern über jahrzehnte festgestellt worden (und wir reden hier nur vom 1er) obwohl auch schon vor jahrzehnten die kh-menge different war. und eine normale oder durchschnittliche ernährung ist übrigens auch "definiert" (geschlechtsspez. grundumsatz + tätigkeitsspezifischer zusatz) und ruckzuck passt alles. ausserdem ist eine spanne von 0,25ie/kg schon reichlich (macht bei einem 80kg-mann schon mal 20ie aus). nicht zu vergessen; wer statt 20 be nur 10 be isst, füllt den rest mit fett und eiweiss auf - die sind aber normalerweise auch zu insulinieren.... -
Gast
Rang: Gastam 15.03.2012 15:55:21
ich depp hab' die zahlen vertauscht: also gast45 muss gast46 heissen und umgekehrt! sorry!