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Problem
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am 29.11.2011 20:47:10
Hallo liebe Forenmitglieder,
zunächst einmal zu mir.Ich bin 24 Jahre alt,männlich und habe seit knapp 3 Jahren Diabetes.
Mein Problem ist jetzt,dass mir auffällt,dass ich immer mehr Insulin brauche.
Beispiel:Für 60g Haferflocken benötigte ich sonst 3 i.E. Mittlerweile liege ich bei 5 Einheiten bei gleicher Kohlenhydratmenge.
Meine Fragen wären:Ist es schlimm immer mehr Insulin zu benutzen?
Kann ich die Insulinresistenz auch wieder senken,in dem ich z.b.
eine Low-Carb Diät starte?
Ich wäre für jede Antwort sehr dankbar.
Gruss Andi -
am 30.11.2011 18:43:55
Hallo Andi,
kann es sein, daß Du Dich weniger bewegst als vor drei Jahren? Oder hast Du zugenommen? Beides kann dazu führen, daß Du mehr Insulin brauchst.
Was heißt bei Dir Insulinresistenz? Habe ich eine Insulinresistenz, weil ich vor 6 Jahren rund 40 IE/Tag gebraucht habe, dann unfreiwillig 14 Kilo Gewicht verloren habe und nur noch knapp 30 IE/Tag brauchte? Mittlerweile habe ich mein altes Gewicht wieder und liege erneut bei knapp 40 IE/Tag. Für mich ist nur wichtig, daß mein BZ möglichst oft im Normbereich liegt - egal, wie viel Insulin ich dafür brauche! Echte Insulinresistenzen habe ich natürlich auch schon gehabt: ich brauchte mal an einem Tag insgesamt(!) 22 IE, in der folgenden Nacht begann mein Diabetes zu spinnen (zwei Ketoazidoasen innerhalb von zwei Nächten), und nur vier Tage später war ich bei fast 80 IE - der höchsten Tages-Insulindosis in 49 Jahren Diabetes! Im nachhinein hat sich herausgestellt, daß das Insulin nicht mehr in Ordnung war. Natürlich habe ich dann wieder etliche Tage gebraucht, bis mein Insulinbedarf wieder in den damals normalen Bereich gesunken ist.
Seit vielen Jahren schwankt mein Insulinbedarf hormonbedingt sehr stark. Die Basalrate steigt innerhalb von rund drei Wochen um bis zu 50% an und fällt dann innerhalb von ein bis drei Tagen wieder auf die Ausgangsrate. Meine Aufgabe besteht nur darin, meine Insulindosis an den Bedarf anzupassen und nicht darin, mit möglichst wenig Insulin auszukommen! Wichtig ist schließlich nur, daß mein BZ möglichst im Normbereich liegt!
Viele Grüße
Katja
Bearbeitet von User am 30.11.2011 18:47:31. Grund: Nicht angegeben -
am 30.11.2011 20:01:30
Hallo Katja,erstmal vielen Dank für deine ausführliche Antwort.
Ja ich habe 3kg zugenommen,ob die schon ausschleggebend sein können weiss ich allerdings nicht?! Klar,ist mir auch wichtig,dass meine Werte im Normbereich liegen,nur versuche ich mit möglichst wenig Insulin über den Tag zu kommen.Das schaffe ich in Form von viel Eiweiss und gesunden Fetten.Kohlenhydrate gibt es bei mir nur rund ums Training (ich betreibe professionell Bodybuilding) und morgens.So komme ich am Tag auf höchstens 20 IE.
Ich habe halt mal gehört,dass zu viel Insulin auch nicht gut für den Körper ist,daher meine Frage ob das denn überhaupt stimmt? -
Gast
Rang: Gastam 01.12.2011 10:49:37
Ich glaube, mit Bewegung ist hier "richtiger" Sport gemeint. Jogging, Radsport, Schwimmen und andere Ausdauersportarten, die die Glucosetransporter der Zellen auf Trab bringen. Kraftsport bringt meiner Meinung hier nicht viel.
Gruß,
Rudolf
PS.: Und auch Fette und Proteine können den Blutzuckerspiegel in die Höhe treiben. -
am 01.12.2011 11:18:00
Hallo Rudolf,
wenn man dieser Studie glaubt, dann besteht zwischen Kraftsport und Ausdauersport zumindest für Typ2-Diabetiker kein großer Unterschied. Dabei ist der Kraftsport aus der Studie wahrscheinlich nur Spielerei gegen das, was Andi macht. Deshalb denke ich schon, dass sich das professionelle Bodybuilding sehr positiv auf Andis Diabetes auswirken kann.
Bei der Studie ist übrigens rausgekommen, dass der beste Effekt mit einer Kombination aus Ausdauer- und Kraftsport erreicht werden kann.
Beste Grüße, Rainer -
am 01.12.2011 11:44:49
Hallo Rainer,
ja da muss ich dir Recht geben,ich habe durch diesen Sport sehr gute Erfolge erzielen können.Meinen HBA1C habe ich von 9,0 auf 5,9 runterbekommen.Für mich ist das Bodybuilding eine tolle Sache,da man sich an strikte Ernährungspläne halten muss um Erfolge zu erzielen.So benötige ich in Diätphasen gar kein Insulin,da ich auf die anabole Diät setze(keine Kohlenhydrate).In der jetzigen Aufbauphase habe ich allerdings mit den Kohlenhydraten etwas übertrieben,sodass ich allmählich immer mehr Einheiten für eine BE brauche.Das stört mich,von daher war ja meine Frage,ob ich das durch das Reduzieren der Kohlenhydrate wieder in den Griff bekomme,sprich sich die Insulinresistenz wieder legt? -
am 01.12.2011 11:52:05
Hallo Andi,
probiere es doch einfach aus. Ich denke, dass die Erfolgsaussichten gut sind, auf keinen Fall kann es was schaden.
Allerdings brauchst du dir bei dem geringen BE-Faktor eigentlich noch keine Gedanken zu machen. Ich würde es trotzdem ausprobieren, um für den Fall eines weiteren Anstiegs eine Gegenmaßnahme parat zu haben. Wenn du es probierst, dann berichte bitte über das Ergebnis.
Beste Grüße, Rainer -
am 01.12.2011 12:03:03
Danke für die schnelle Antwort Rainer,echt nett.
Ja ich werde diesen Thread immer mal aktualisieren und meine Ergebnisse mitteilen.Ab heute geht's los.Auch mein Diabetologe hat mir vor ca. einem Jahr das OK,für die anabole Diät gegeben.Er meinte,dass zu viel Eiweiss nicht schädlich ist,vorausgesetzt man nimmt genügend Flüssigkeit zu sich.Ich liege am Tag so bei 5 Liter Wasser,das sollte also passen. Mein Ernährungsplan sieht an trainingsfreien Tagen also wie folgt aus:
Morgens:
30g Proteinpulver
250g Magerquark
20g Öl
2h später:
200g Frischkäse
20g Mandeln
1 Apfel
2h später:
200g mageres Schweinefleisch
200g Broccoli
20g Öl
3h später:
200g Frischkäse
20g Mandeln
10g Öl
2h später:
150g Mozzarella
20g Öl
2h später:
250g Magerquark
30g Proteinplver
2h später:
Rührei aus 6 Eiern
10g Öl
Macht zusammen: 2800kcal aus: 180g Fett,57g Kohlenhydraten(4,8 BE),250g Eiweiss.
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am 01.12.2011 12:18:15
Hallo Andi,
die (Insulinmengen-)Liga, in der ich beispielsweise spiele, ist völlig unproblematisch! Bevor es Insulin gab (also vor 90 Jahren), konnten Typ-1-Diabetiker eine gewisse Zeit lang nur überleben, indem sie praktisch auf Kohlenhydrate verzichteten. Aber das ist lange her! Als es dann Insulin gab, setzte sich die Erkenntnis nur langsam durch, daß insulinbehandelte Diabetiker völlig normal essen können. Im 2. Weltkrieg bekamen Diabetiker noch mehr Fettmarken und weniger für Kohlenhydrate. Aber es dauerte bis 1991, bis klar war, daß Diabetiker ALLES essen können! Meine Mutter hat jedenfalls meine Diät so berechnet, daß ich 50% Kohlenhydrate bekam - und natürlich das entsprechende Insulin dafür. Wie gesagt, das ist inzwischen 49 Jahre her. Ich habe mein ganzes Leben lang nie auf etwas verzichtet, nur um Insulin zu sparen! Jetzt bin ich 50, habe keinerlei Folgeschäden und Normalgewicht. Das Sparen wäre auch deshalb schon ziemlich unsinnig, weil mein Insulinbedarf (u.a.) von den weiblichen Hormonen abhängt. Allein der Zyklus sorgt also dafür, daß ich mal mehr und mal weniger Insulin brauche. Dasselbe gilt natürlich auch für gesunde Frauen - nur daß die es nicht merken! Dasselbe gilt beispielsweise für Jugendliche "im hungrigen Alter": Für einen halben Laib Brot, zwei Pizzen und was weiß ich noch alles braucht der Körper einfach mehr Insulin - und das gilt genauso für Gesunde! Dazu kommt natürlich noch die Wirkung der Wachstumshormone als Gegenspieler des Insulins.
Die von mir angesprochenen 22 IE waren für mich schon extrem wenig. Normal für mich waren in dieser Zeit 25 - 30 IE. Mit weniger als 20 IE/Tag kam ich nur bis zum 5. Geburtstag aus ...
Es gibt Typ-2-Diabetiker, die extrem viel Insulin brauchen. Dabei handelt es sich aber um hunderte(!) von Einheiten pro Tag! Ich habe mal eine zwanzigjährige Doppel-Diabetikerin (Typ 1 UND Typ 2) kennengelernt, die jeden Tag 100 Einheiten brauchte. Ihr BZ lag dabei relativ konstant um 140 mg/dl. In solchen Fällen wird durchaus versucht, den Insulinverbrauch etwas zu senken, zumal zu viel Insulin auch dazu führt, daß überschüssige Kohlenhydrate im Körper gespeichert werden. Das ist aber eine ganz andere (Insulinmengen-)Liga als die, in der wir spielen!
Wußtest Du übrigens, daß der Körper auch für die Verstoffwechselung von Eiweiß Insulin braucht? Das hängt damit zusammen, daß bestimmte Aminosäuren die Ausschüttung von Glukagon anstoßen, was natürlich den BZ steigen läßt. Bei Fisch passiert letzteres etwa dreieinhalb Stunden, bei Fleisch rund fünf Stunden nach der Mahlzeit. Ein 180g-Steak wirkte sich so aus, als ob ich 1 BE ohne Insulin gegessen hätte - mehr als fünf Stunden später! Andere Aminosäuren regen die Ausschüttung von Insulin an - dumm nur, daß das bei Typ-1ern ins Leere läuft ...
Viele Grüße
Katja1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 01.12.2011 12:32:28
Danke für den langen Bericht Katja.Kann schon sein,dass ich vielleicht etwas ängstlich bin was Insulin betrifft,dass liegt aber daran,dass ich als Bodybuilder kein Fett ansetzen will.Mit Aminosäuren arbeite ich auch noch zusätlich,Leucin,Valin,Isoleucin,Arginin...Damit diese gut in die Muskelzellen geschleust werden injiziere ich 1-2 IE.Wie schauts denn aus,wenn ich für die eiweisshaltigen Mahlzeiten gar kein Insulin spritze?Wird das Eiweiss,sprich die Aminos dann gar nicht verwertet?
Bearbeitet von User am 01.12.2011 12:37:57. Grund: Nicht angegeben -
am 01.12.2011 12:36:50
Hallo Andi,
ich habe für meine letzten Beitrag etwas länger gebraucht und deshalb erst jetzt die letzten Antworten gesehen. Du schreibst, daß Du in Phasen anaboler Diät GAR KEIN Insulin bräuchtest. Auch kein Basalinsulin? Meines Wissens bremst Insulin die Zuckerfreisetzung durch die Leber. Ohne Insulin sollte der BZ deshalb auch ohne Kohlenhydrate ansteigen ...
Wenn Du für 4 BE mehr Insulin brauchst als für 0, ist das keineswegs eine Insulinresistenz! Allerdings hängen die BE-Faktoren auch davon ab, wie die Nährwertzusammensetzung ist.
Viele Grüße
Katja1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 01.12.2011 12:43:02
Oh sorry,Basalinsulin brauche ich in Diätphasen schon noch,also nachts(12IE InsumanBasal).Na das beruhigt mich,dass man mein "Problem",was ja eigentlich kein Problem ist(du fängst an mich zu überzeugen ;-)),keine Insulinresistenz darstellt.
Wäre suuuupernett von dir,wenn du nochmal auf meine Frage zu den eiweisshaltige Mahlzeiten eingehst.Wir Bodybuilder brauchen viel Eiweiss um Muskeln aufzubauen,oder zu halten,wenn ich jetzt aber gar kein Insulin injiziere,werden dann die Aminos gar nicht verwertet? -
am 01.12.2011 12:51:51
Arginin und Leucin gehören zu den Aminosäuren, die die Insulinfreisetzung anstoßen. Das läuft natürlich, wie gesagt, bei Typ-1ern ins Leere.
"Insulin fördert die Aufnahme von Aminosäuren in die Muskulatur und damit die Muskelproteinsynthese. Glukagon dagegen fördert die Aminosäureaufnahme in die Leber und stimuliert dort die Synthese der Schlüsselenzyme der Glukoneogenese. Beide Hormone tragen dazu bei, den Anstieg der Plasmaaminosäuren nach der Resorption in Grenzen zu halten und damit unnötige Verluste im Harn zu vermeiden."
Das ist natürlich nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern stammt aus dem Buch "Ernährungsmedizin", Biesalski et.al., 2004, S. 100
Nur die Schlußfolgerung mit den Konsequenzen für Typ-1er stammt von mir. -
am 01.12.2011 12:57:10
Soll also heissen,dass ich dafür spritzen muss,um die volle Wirkung zu haben,richtig?!
Nur wie soll ich das anstellen,laufe ich da nicht Gefahr zu unterzuckern? Sagen wir mal ich nehme 20g Leucin zu mir,das wären ja nichtmal ein BE,oder anderes Beispiel 150g Thunfisch,dafür kann ich doch nicht spritzen oder? -
am 01.12.2011 15:18:01
Du hattest doch geschrieben, daß Du für Eiweiß 1 - 2 Einheiten Insulin machst. Wenn Du damit klarkommst, paßt es doch!
Wie Du Deine Therapie im Detail anpassen mußt, kann ich Dir leider auch nicht sagen! Ich bin ein ziemlicher Sportmuffel und habe deshalb nur Erfahrungswerte dafür. Aber selbst andere Sportmuffel könnten meine Werte nicht 1:1 übernehmen, da jeder Körper anders reagiert. Dazu kommen Unterschiede selbst bei derselben Sportart: wenn ich im Tanzkreis beim normalen Tanztraining bin, muß ich mein Insulin anders anpassen, als wenn ich beim Ball oder beim Übungsabend tanze!
Mit Bodybuilding habe ich überhaupt keine Erfahrung und auch nicht mit der Spezialdiät, die Du dafür machst. Ich kann Dir das an Theorie liefern, was ich geschrieben habe und meine Erfahrungen mit unterschiedlichen Insulinmengen, aber ausprobieren mußt Du es selbst. Leider ist es auch so, daß Ernährungswissenschaftler herzlich wenig Ahnung von solchen Stoffwechselproblemen habe, wie ich bei bislang jeder Frage zu dem Thema erfahren mußte :-(
Den angegebenen Schmöker habe ich mir gekauft, weil ich einfach wissen wollte, wie das mit dem Eiweiß funktioniert. Du solltest jedoch wissen, daß es sich um ein Lehrbuch für Ernährungswissenschaftler (mit entsprechendem Preis) handelt und nicht um ein populärwissenschaftliches Buch. Ich gehe aber davon aus, daß Du genügend über Stoffwechsel und Ernährung weißt, daß das kein Problem für Dich sein sollte.
Seit 2010 gibt es eine neue, überarbeitete Auflage. Wenn Du es Dir ansehen willst: http://www.amazon.de/Ernährungsmedizin-Nach-dem-Curriculum-Bundesärztekammer/dp/3131002948/ref=sr_1_11 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 01.12.2011 15:26:23
Hey COOL,danke für den Link.Das Buch hat zwar seinen Preis,aber ich denke,dass das Geld gut investiert ist.Dir danke ich auch nochmal,hast dir hier richtig viel Mühe mit mir gegeben.Daaaaaaankeeee! Viele User haben meist leider keine Lust auf so viel Fragen zu antworten,daher weiss ich das zu schätzen.
Wie handhabst du es eigentlich mit den Fett/Protein Einheiten,berücksichtigst du diese oder nicht?
Wenn ja,wann sollte das Insulin dafür nochmals eingesetzt werden?
Hatte es mir so gedacht,dass ich mir die FPE's für die Mahlzeit ausrechne und drei Stunden später die entsprechenden Einheiten injiziere. -
am 01.12.2011 16:25:28
Bei mir kommt es auf die Eiweißmenge an. Bis vor etlichen Jahren habe ich noch 180g-Steaks geschafft, aber jetzt (mit 50) würde ich damit auseinandergehen wie der sprichwörtliche Hefekloß :-( Darum teile ich mir die Mahlzeiten mit meinem Mann. Deshalb machen mir die heutigen, deutlich kleineren Fleischportionen kaum noch BZ-Probleme. Ich habe sogar den Verdacht, daß es vielleicht eine Untergrenze gibt, ab der sich Eiweiß beim BZ bemerkbar macht. Belegen kann ich das aber nicht - bislang jedenfalls nicht.
Heftige Probleme habe ich nur noch zu Weihnachten, wenn die Schwiegereltern meiner Schwester frisch geräucherten Aal von der Küste mitbringen ... Dazu dann noch die leckere Weihnachtsgans, wo es dann auch mal ein Stückchen mehr sein darf ;-) Da MUSS ich dann wirklich Insulin fürs Eiweiß machen, weil mein BZ sonst tagelang jenseits von Gut und Böse läge.
Dabei habe ich allerdings die Wahl: entweder ich korrigiere den Anstieg, sobald ich ihn bemerke (also beim Aal nach ca. dreieinhalb und bei der Gans nach fünf Stunden). Dabei gehe ich immer von einem Anstieg auf 250 mg/dl aus, auch wenn der gemessene BZ noch weit darunter liegt. Im Prinzip ist das genauso wie beim normalen Essen, wenn Du Insulin machst, ohne daß der BZ bereits angestiegen ist. Die andere Variante ist, die Glukagonausschüttung zu verhindern. Dazu mußt Du zwei Stunden nach Fisch und dreieinhalb Stunden nach Fleisch Insulin geben. In meinem Fall sind es 1,5 IE. Allerdings ist es bei diesem Vorgehen so, daß dieses Insulin als Korrektur für einen ohnehin zu hohen BZ oder als Bolus für eine (Zwischen-)Mahlzeit gegeben werden muß.
Nudelgerichte vom Italiener und Pizza decke ich mit verzögerten Boli ab. Ich berechne die Kohlenhydrate und gebe das Insulin dafür sofort. Dann nehme ich zusätzlich 40% von diesem Bolus, die dann über dreieinhalb Stunden hinweg von meiner Pumpe abgegeben werden.
Diese Vorgehensweisen habe ich mir ziemlich alleine zusammengebastelt und könnte sie sicher noch verbessern. Der einzige Hinweis kam von meinem Diabetologen, der mich ansatzweise auf die zeitlich unterschiedliche Glukagonausschüttung nach Fisch und Fleisch aufmerksam machte. Dr. Teupe in Althausen hat ganz detaillierte Vorgehensweisen für eiweiß- oder fettreiche Mahlzeiten entwickelt. Zum einen habe ich aber, ehrlich gesagt, keinen Bock, bei jeder Mahlzeit neben den Kohlenhydraten auch noch Eiweiß und Fett bzw. Kalorien zu schätzen. Zum anderen habe ich auch schon gemerkt, daß selbst Doc Teupe nicht alles weiß. Deshalb sehe ich mir seine Vorschläge an und entscheide dann, was ich davon umsetze und wo ich sie anpassen muß. Wenn Du Teupes Erkenntnisse zur Berechnung von Mahlzeitenboli nachlesen willst: http://www.chrostek.de/neuesalthausen/essensinsulinierung-1-teil.html und http://www.chrostek.de/neuesalthausen/essensinsulinierung-2-teil.html -
am 01.12.2011 18:37:35
OK,soweit habe ich alles verstanden,wie schaut es mit Milchprodukten aus?Kann ich da auch von 2 Stunden ausgehen?
Nehmen wir mal an ich esse 300g Magerquark:
Zunächst muss ich ja eine Einheit sofort spritzen,da 300g Magerquark 1 BE hat.Dann müsste ich noch eine Einheit für das Protein spritzen,sind da 2 Stunden in Ordnung?
Ich muss noch sagen,dass ich keine Pumpe habe.Ich benutze zur Zeit das Actrapid Insulin aus dem Pen. -
Gast
Rang: Gastam 01.12.2011 19:41:51
schrieb:
Für mich ist das Bodybuilding eine tolle Sache, da man sich an strikte Ernährungspläne halten muss, um Erfolge zu erzielen.
würdest du bitte mal einem nichtbodybuilder erklären, was dass für "erfolge" sind? ich nehme nicht an, dass du damit deine bz-werte meinst, denn wenn man sich an "strikte ernährungspläne" hält, braucht man als diabetiker kein bb (was eigentlich keiner braucht, wenn er sich "gesund" ernährt - dann ist sein body richtig gebuildet...) -
am 01.12.2011 20:36:56
Hallo Andi,
auch da kann ich Dir leider nicht weiterhelfen. Ich habe als Kind zum Frühstück immer eine Scheibe Brot mit Magerquark und Diätmarmelade gegessen. Seit rund 35 Jahren mache ich einen Bogen um Quark ...
Probier es einfach aus! Iß Deine Quarkportion und fange etwa zweieinhalb Stunden nach der Mahlzeit an, Deinen BZ in 30-minütigem Abstand zu messen. So findest Du heraus, wann der BZ anfängt zu steigen: ob er sich eher wie nach Fisch oder eher wie nach Fleisch verhält. Dann weißt Du, was Du in Zukunft machen mußt.
Dasselbe gilt übrigens auch für Eier: die esse ich zwar ganz gerne, aber mehr als zwei werden es üblicherweise nicht. Kann sein, daß die sich ähnlich verhalten wie Fisch, aber meine letzte Erfahrung mit mehr als ein oder zwei Eiern ist schon Jahre her. Ich weiß nur noch, daß mittags trotz Wanderung mein BZ richtig hochging :-( Leider habe ich die Zeit des Frühstücks vergessen ...
Viele Grüße
Katja
Bearbeitet von User am 01.12.2011 20:50:47. Grund: unvollständig1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 01.12.2011 20:45:06
Ok,so werde bzw. würde ich es gern machen.Problem sind nur die Teststreifen.Mein Diabetologe ist da nicht sehr spendabel,und ich muss im Schnitt mit 5 Messungen am Tag auskommen.Vielleicht ein Tip,wie ich günstig an weitere Streifen rankomme Katja? -
am 01.12.2011 21:06:55
Ich habe meine letzte Antwort noch ergänzt.
Mein Diabetologe verschreibt mir 600 Teststreifen pro Quartal. Das reicht für etwa 6,5 Messungen pro Tag. Da ich durchschnittlich aber siebenmal messe, lasse ich mir den Rest vom Hausarzt verschreiben. Mein Diabetologe weiß, daß ich öfters messe(n muß), aber er hatte schon mehrfach Probleme mit Regreßforderungen. Deshalb verwies er mich an den Hausarzt. Der (genauer seine Arzthelferin) ist zwar nicht gerade begeistert, aber ich bekomme mein Rezept.
Noch ein Tip: kalkuliere VOR dem ersten Besuch Deinen Bedarf zuzüglich einer kleinen Reserve und gehe damit zum Arzt! Nach meiner Erfahrung ist es heutzutage fast unmöglich, sich später mehr verschreiben zu lassen :-( Da ich bis letztes Jahr noch rund achtmal gemessen habe, gehe ich jetzt nicht mehr in drei von vier Quartalen zum Hausarzt, sondern nur noch ein- oder zweimal. Dafür bleibe ich aber bei 200 Teststreifen. Beim Blick in den Computer achten die meisten eher auf die Anzahl als aufs Datum ;-)1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 01.12.2011 21:20:44
Lach,dass es unmöglich ist Teststreifen im nachhinein mehr zu bekommen habe ich schon selbst erfahren.Das macht mich wahnsinnig.Ich komme nicht immer mit nur 4,5 Messungen am Tag aus.An Trainingstagen werden es automatisch 2 mehr,da ich ab und zu auch während des Trainings messen muss.Leider muss ich dann selber in die Tasche greifen und mir welche nachkaufen,echt blöd.
Frage mich manchmal was die Ärzte denken,was der Patient wohl damit macht "Bei ebay verkaufen?",sicherlich nicht.Wenn die selber alle die Krankheit hätten,dann wüssten sie warum viele Patienten mit den Streifen nicht wirklich auskommen.
Mein Hausarzt ist auch nicht zu überreden da bekomme ich immer die Antwort" Dafür habe ich sie doch zum Diabetologen überwiesen..."
Hoffe,dass es irgendwann mal eine bessere Möglichkeit gibt den BZ zu messen.
Lg ;-) -
Gast
Rang: Gastam 01.12.2011 22:10:28
ist ja alles ganz toll - aber wo bleibt die antwort auf die bitte:
schrieb:
Für mich ist das Bodybuilding eine tolle Sache, da man sich an strikte Ernährungspläne halten muss, um Erfolge zu erzielen.
würdest du bitte mal einem nichtbodybuilder erklären, was dass für "erfolge" sind? ich nehme nicht an, dass du damit deine bz-werte meinst, denn wenn man sich an "strikte ernährungspläne" hält, braucht man als diabetiker kein bb (was eigentlich keiner braucht, wenn er sich "gesund" ernährt - dann ist sein body richtig gebuildet...) -
am 01.12.2011 22:54:54
Mit Erfolg meine ich die BZ Werte und den Muskelaufbau .Ich kann dabei nur von mir reden und sagen ,dass ich durch das BB 2Fliegen mit einerKlappe schlage :gute Werte und top Muskelaufbau.Ich kann den Sport nur jedem weiterempfehlen.