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schockdiagnose diabetes typ 1
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am 14.03.2014 06:22:16
hallo,
wie es aussieht, habe ich die schockierende nachricht des typ 1 erhalten. es wurden pankreas antikörper gefunden, die grenzwertig sind. mehr hat man am telefon noch nicht gesagt, der ganze bericht wird dann dem hausarzt zugeschickt. ein glukosetoleranztest zeigte bereits auffälligkeiten. nach 2 stunden zwar wieder normwert, war der wert nach einer stunde über 200.
im moment wird also noch genug insulin produziert. die diagnose ist für mich absolut schrecklich und deshalb möchte ich fragen, ob solche laborergebnisse auch eine andere ursache haben können? oder ist bei finden von antikörpern der diabetes absolut sicher und es gibt praktisch keinen zweifel mehr?
ich kann mir kaum vorstellen, mich jeden tag viele male zu stechen und zu testen, mich zu spritzen, mich zu überwachen, mich so drastisch einzuschränken :( -
Gast
Rang: Gastam 14.03.2014 07:40:56
Nach fünf Jahren Typ 1 Diabetes kann ich sagen, dass es schlimmere Krankheiten gibt als Diabetes. Eine Umstellung war es schon, aber der Mensch gewöhnt sich an alles. -
Gast
Rang: Gastam 14.03.2014 09:07:09
dem kann ich nach 10j nur zustimmen.
und an purea, der hausdoc ist dafür der völlig ungeeignete arzt als diagnoseentscheider, für sowas geht man in eine diabetologische schwerpunktpraxis, denn auch nur dort bekommst du das rüstzeug (schulung).
und nein noch hast du die diagnose ja garnicht, denn nur ein facharzt kann dir sagen ob die gefundene ak menge für die diagnose ausreicht. dafür mußt du aber einen termin machen denn sp praxen sind meist recht ausgebucht, (auf jeden fall die guten) und dann muß unbedingt der laborbericht mitgenommen werden. - geringe mengen ak hat fast jeder,
also einfach in ruhe abwarten was der fa feststellt.
denn wie der poster oben schrieb es gibt wesentlich öfter wesentlich schlimmeres, -
am 14.03.2014 11:28:51
ok.
die werte stammen von einer umfassenden untersuchung aus einem unkinikum. hab gestern telefoniert mit denen und der bericht sagt (den ich noch nciht in den händen halte, weil er zugeschickt wird) eben, dass pankreas antikörper grenzwertig sind und weitere beobachtung erforderlich ist. das zusammen mit meinem schlecht verlaufenen glukosetoleranztest (größer 200 nach einer stunde, kleiner 120 nach 2 stunden plus die gefundenen antikörper ist wahrscheinlich eindeutig genug, oder sehe ich das etwa falsch -
am 14.03.2014 13:00:19
Hallo Purea,
du kannst dich erst mal wieder beruhigen. Es geht nicht um einen richtigen Typ1-Diabetes - wenn, dann geht es um LADA. Der entwickelt sich viel langsamer als der normale Typ1-Diabetes und verläuft auch sehr viel harmloser.
Regelmäßige Kontrollen sind in der Tat wichtig. Die würde ich aber nicht dem HA überlassen, sondern bei einem Diabetologen durchführen. Ansonsten kannst du selber mitbestimmen, wie lange dein LADA noch so harmlos bleibt. Wenn du deine Betazellen nicht zu stark belastest und aufpasst, dass der BZ nach den Mahlzeiten möglichst oft unter 140 bleibt, dann kann das noch sehr lange sein.
Wenn der LADA forschreitet, dann wirst du wahrscheinlich noch eine ganze Weile damit auskommen, dass du nur Basalinsulin spritzt. Lass dir aber keine Tabletten andrehen, greife möglichst frühzeitig zur Unterstützung mit Insulin. Alles andere ist für LADA nicht geeignet und verzögert die Entwicklung viel schlechter.
LG Rainer -
am 14.03.2014 14:02:31
wäre es möglich, dass das ganze mit einem alkoholmissbrauch zusammenhängt?
ich bin zwar kein alkoholiker, aber es gab eine phase, in der ich längere zeit am wochenende extrem dosiert habe. weit über normalen dosen, da auch amphetamine im spiel waren, die die wirkung des alkohols stark vermindern und die dosis damit weit jenseits vom sog. komasaufen zulässt. -
am 14.03.2014 15:47:30
Es kann sein oder auch nicht - das kann dir niemand genauer sagen.
Die Ursachen für Diabetes Typ 1 liegen noch vollkommen im Dunkeln. -
Gast
Rang: Gastam 16.03.2014 15:20:26
Hallo Pure,
ich kann mich insofern nur anschließen, dass ich dir auch unbedingt einen Besuch beim Diabetologen anraten würde, nur wenige Hausärzte kennen sich ausreichend mit Diabetes Typ1 aus.
Vermutlich befindest du dich noch in einem relativ frühem Stadium mit einer ganzen Menge Restinsulin (auf dem Befundbericht mal auf den c-peptid-Wert schauen!).
Allerdings würde ich im Gegensatz zu Rainer empfehlen, zügig mit der ICT-Therapie zu beginnen, da du so deutlich länger Freude an deiner Restproduktion haben wirst!
Die Ärzte in der Klinik werden den Antikörpertest wohl aus gutem Grunde gemacht haben, denn das ist keine Standarduntersuchung. -
am 19.03.2014 21:21:49
hallo,
ich habe jetzt ein wenig mehr klarheit. nach weiterer rücksprache mit dem facharzt des krankenhauses wird nun der typ 1 nicht als ursache gesehen. die antikörper sind grenzwertig, aber in der zusammenschau geht man nun von einer veranlagung bzw. einer tendenz zum typ 2 aus.
ich habe morgen nun auch einen termin bei einem örtlichen diabetologen.
gehe ich nun recht in der annahme, dass ich vor allem durch umstellung der ernährung vorgehen kann und durchaus die aussicht habe, den DM selbst in den griff kriegen zu können mit "weichen" instrumenten?
ich bin übrigens recht sportlich unterwegs, trainiere mehrmals die woche, 173cm / 71kg. auf der anderen seite esse ich unmengen, sehr viel gesundes, und dazu auch sehr KH lastig, insbesondere reis und vollkornnudeln. zuckerattacken sind selten, dann aber heftig (zb. ein ganzer kuchen auf einmal).
ich würde sagen, dass ich nicht unbedingt zur risikogruppe typ 2 gehöre, nach allem was ich bisher so aufschnappte. man sieht also, dass es auch schlanke, sportliche, jüngere/mittlere treffen kann und nicht 150 kg wiegen muss. -
am 19.03.2014 22:58:55
Ja, es ist gut möglich, dass du deinen Diabetes mit einer diabetesgerechten Ernährung und deinem Sport gut im Griff behalten kannst. Mit deinen vielen KH dürfte das aber schwer oder gar unmöglich sein.
Lass dir vom Diabetologen ein BZ-Messgerät geben und bitte darum, dass er dir Teststreifen verschreibt. Die ersten 50 Stück dürften kein allzu großes Problem sein. Mehr wirst du auf Rezept aber wahrscheinlich nicht bekommen. Miss nach deinen Mahlzeiten, wie hoch der BZ bei den einzelnen Sachen ansteigt und versuche, nach 1 Stunde möglichst unter 140 und nach 2 Stunden unter 120 zu bleiben. Alles, was deinen BZ stärker antreibt, solltest du bis auf gelegentliche Ausnahmen von deinem Speiseplan streichen oder zmindest in der Menge reduzieren. Du wirst schnell feststellen, dass Eiweiß und Fett viel besser für einen guten BZ sind, als die KH. Eine gute Orientierung bietet die LOGI-Pyramide, es geht aber auch ohne sie.
Viel Erfolg, Rainer