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Prädiabetes T2 mit/ohne Metformin

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    am 25.07.2017 12:03:43 | IP (Hash): 1609156963
    Hallo,
    nach Ernährungsanpassung, Sport und Gewichtsabnahme sind meine Werte im Bereich von Prädiabetes (morgens nüchtern unter 126, 2h nach dem Essen unter 199). Nun nehme ich aktuell noch 500mg Metformin morgens und 500mg Metformin abends. Ab welchem Zeitpunkt sollte man auf das Metformin ganz verzichten?

    Bis auf anfängliche Eingewöhnungsphasen soll Mefformin ja (fast) keine Nebenwirkungen haben, aber wo eine Wirkung da auch eine Nebenwirkung (auch wenn sie nicht gleich ersichtlich ist).

    Von daher frage ich mich, ob es für den Körper nicht besser ist ohne das Medikament weiter klar zu kommen? Oder sollte man (auch bei halbwegs guten Werten) Metformin weiterhin einnehmen?

    Wie sind eure Erfahrungen?
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    am 25.07.2017 12:20:13 | IP (Hash): 1609156963
    Oder mal anhand von Beispielzahlen ausgedrückt:

    Ohne Metformin nüchtern Ø 120, 2h nach dem Essen Ø 170
    Mit Metformin nüchtern Ø 100, 2h nach dem Essen Ø 150

    Ist es da ratsam bei so "geringen" Unterschieden Metformin weiterhin zu nehmen?
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    am 25.07.2017 13:19:16 | IP (Hash): 812061977
    Gesund gibt die Leber immer nur so viel Glukose aus, wie zum Auffüllen auf unsere gesunde Grundhöhe meistens irgendwo zwischen 70 und 90mg/dl fehlt. Ausnahmen die Spitzen nach dem Essen. Die können dann für wenige Minuten bis in den Bereich von 140-160 reichen.

    Bei uns mit Typ2 ist die Regelung defekt, die die Glukoseausgabe begrenzt. Da gibt die Leber mit zunehmender Tendenz zu viel Glukose aus, und so lange und so gut unsere Insulinproduktion noch funktioniert, gleicht die die zunehmend zu viele Glukose mit zunehmend mehr Insulin aus.
    Das heißt also umgekehrt, dass auch dann, wenn wir unseren Blutzucker in den völlig gesunden Bereich zu begrenzen schaffen, unsere Leber noch mehr als normal notwendig und gesund an Glukose ausgibt und unser Pankreas entsprechend mehr als normal notwendig und gesund an Insulin.

    Hauptwirkung vom Metformin ist das Bremsen der Glukoseausgabe der Leber immer und nicht nur nach dem Essen. Und die Wirkung kann selbst dann noch nützlich sein, wenn der Blutzucker völlig im gesunden Bereich verläuft. Daumendrück für die weitere BZ-Verbesserung :)


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    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
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    am 25.07.2017 14:34:05 | IP (Hash): 43073022
    hjt_Jürgen schrieb:
    Und die Wirkung kann selbst dann noch nützlich sein, wenn der Blutzucker völlig im gesunden Bereich verläuft.


    Demnach müsste es ja am Besten sein, wenn ich die maximale Dosis (das waren glaube ich 3000mg/Tag) zu mir nehmen würde, egal wie "gut" meine Werte auch sein mögen?
    Bearbeitet von User am 25.07.2017 14:34:36. Grund: .
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    am 25.07.2017 15:16:41 | IP (Hash): 782377955
    r2d2 schrieb:
    Demnach müsste es ja am Besten sein, wenn ich die maximale Dosis (das waren glaube ich 3000mg/Tag) zu mir nehmen würde, egal wie "gut" meine Werte auch sein mögen?

    Nein, die sinnvoille maximale Dosis sind 2000mg/Tag.

    Es gibt eine Studie mit dem Ergebnis, dass mehr als 2000mg/Tag nur bei sehr wenigen Diabetikern eine weitere Verbesserung bringt. Die meisten Diabetologen berücksichtigen das und verschreiben nicht mehr als diese 2000mg. Hausärzte berücksichtigen dieses Studienergebnis seltener.

    Mit den Nüchternwerten um 100mg/dl wäre ich persönlich zufrieden, die ca. 150mg/dl in 2 Stunden nach dem Essen wären mir ein ganzes Stück zu hoch. Insofern würde ich ausprobieren, ob du die mit 2000mg/Tag noch ein bisschen niedriger hinbekommst.
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    am 25.07.2017 15:20:00 | IP (Hash): 43073022
    Rainer schrieb:
    die ca. 150mg/dl in 2 Stunden nach dem Essen wären mir ein ganzes Stück zu hoch.


    Als Diabetiker? Wieso das denn? Außerdem waren das nur Beispieldaten.
    Wo sollten denn die Werte liegen?
    Bearbeitet von User am 25.07.2017 15:21:08. Grund: .
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    am 25.07.2017 15:34:58 | IP (Hash): 782377955
    r2d2 schrieb:
    Wo sollten denn die Werte liegen?

    Das ist höchstpersönlich deine eigene Entscheidung, deshalb habe ich auch betont, dass sie mir zu hoch wären.

    Je näher deine BZ-Werte an die von Gesunden herankommen, desto größer ist sind deine Chancen, dass dein Diabetes sich nicht von Jahr zu Jahr verschärft. Klar muss man dabei Aufwand und Nutzen abwägen, aber Metformin ist aus meiner Sicht ein kleiner Aufwand, wenn man es verträgt. Wenn sich dein Diabetes verschärft, was er vermutlich bei deinen Werten ohne Metformin recht zügig in wenigen Jahren machen wird, dann wird der Aufwand erheblich höher,
    Bearbeitet von User am 25.07.2017 18:37:46. Grund: .
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    am 25.07.2017 16:14:29 | IP (Hash): 812061977
    Zur Orientierung:
    Grenzwerte zur Diagnose von Diabetes sind 125mg/dl morgens nüchtern oder/und 200mg/dl 2 Stunden nach dem Einfüllen von 75g Glukose oder/und HBA1c 6,5.
    WICHTIG: Das eigene Messgerät hat meistens sehr viel weniger, aber kann bis zu plusminus 15% Fehlertoleranz haben.

    Gesund bei gleichem Essen & Trinken höchstens:
    Morgens nüchtern 90-100mg/dl, in der höchsten Spitze etwa 1 Stunde nach dem Einfüllen der Glukose für wenige Minuten an 140-160mg/dl, nach 2 Stunden wieder unter 100, und HBA1c 5,7.

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    am 26.07.2017 07:27:27 | IP (Hash): 1926295446
    Rainer schrieb:
    Wenn sich dein Diabetes verschärft, was er vermutlich bei deinen Werten ohne Metformin recht zügig in wenigen Jahren machen wird, dann wird der Aufwand erheblich höher,


    Ok, mit Meformin kann ich meine Werte aktuell noch ein wenig nach unten drücken.
    Wenn ich das richtig verstanden habe, "betäubt" Metformin die Leber und bremst so die Glukoseausgabe.
    Aber läßt die "Betäubung" nicht irgendwann nach bzw. wird schwächer, so daß man mit weiteren/anderen Mitteln gegensteuern muß?

    Ist es also nicht besser so lange wie möglich ohne Metformin auszukommen und erst bei einer Verschlechterung der Werte damit anzufangen, um den "größeren Aufwand" weiter hinauszuzögern?

    Oder anders gefragt:

    Ist es auf lange Sicht besser so früh wie möglich mit Mefformin anzufangen oder so spät wie nötig?

    Die Deviese lautet doch eigentlich: so früh wie nötig, so spät wie möglich
    Bearbeitet von User am 26.07.2017 07:46:05. Grund: .
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    am 26.07.2017 10:48:02 | IP (Hash): 1168369334
    Dein Einwand ist super logisch. Dem steht allerdings die Erfahrung entgegen, dass das immer höhere Ansteigen und Verlaufen des Blutzuckers und die entsprechend immer stärkere Medikation zum Senken und Niedrigerhalten mit druchschnittlich höherem Blutzucker zunimmt. Rainer nennt die Zunahme an Blutzucker und Medis Verschärfung, und je gesünder man seinen Blutzucker zu Anfang dieser Entwicklung vor allem mit dem Ess- und Bewegungsverhalten und mit so nem einfachen Medi wie Metformin steuert, desto langsamer eben diese Verschärfung. Und vielleicht sogar noch besser.

    Denn obwohl die Medizin bislang fachoffiziell sogar davon abrät, mehren sich die guten Erfahrungen derer, denen es gelungen ist und gelingt, ihren Blutzucker auf diese Weise in den völlig gesunden Rahmen zu senken und da drin dann sogar völlig ohne Medis für Jahre zu halten.
    Wenn wenigstens 1 Jahr mit HA1c 6 und besser und morgens nüchtern maximal 100mg/dl gelingt, wird das tolle Ergebnis Remission (deutlich verschieden von Typ1) genannt.

    WICHTIG: Damit die Remission gelingt, muss man zu den über 50% Typ2 gehören, bei denen das überhaupt funktionieren kann. Und der gesunde Blutzucker ist keine Heilung, sondern den gibt es nur so lange, wie das passende Behandlungs-Verhalten beibehalten wird und so lange das eben funktioniert.
    Ob man zu denen gehört, bei denen die Remission gelingt, kann man nur selbst ausprobieren.
    Und wenn’s dann nicht gelingt, erreicht hat man damit immerhin den gesunden Blutzucker mit der Sicherheit vor diabetischen Folgekrankheiten erreicht und das mögliche Minimum an Medikation und die auch wieder mit immer mehr Einzelerfahrungen belegte Aussicht, dass die über Jahre so gering bleiben kann :)

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