Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.

Merkwürdige BZ Werte

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 2
    Mitglied seit: 24.12.2020
    am 24.12.2020 06:19:05 | IP (Hash): 439979061
    Hallo,
    ich beschäftige mich gerade mit meinen Werten und ich habe frühs immer so um die 130-135, was mir zu hoch ist. Selbst wenn ich abends fast Kohlehydratfrei esse.
    Gestern dann etwas über die Stränge geschlagen und da wurde es verrückt. Gegen 15.00 Uhr hatte ich 160 und ich aß eine halbe Donauwelle. Am Abend lag der dann dennoch nur bei 115. Es gab Salat mit Joghurtdressing. Heute morgen wieder 135....

    Sollte der nach 8-9h nicht deutlich unter dem vom Vorabend sein? Warum ist der nach einem kleinen Stück Kuchen dann deutlich runter gegangen?
    - Typ 2 mit Metformin

    Danke, Mad.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 972
    Beiträge: 3544
    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 24.12.2020 09:25:22 | IP (Hash): 13715732
    Hallo Mad,

    ich kann an dem Verlauf nichts ungewöhnliches entdecken.

    Bei Gesunden hält sich der BZ normal gleichmäßig irgendwo unter 100 auf, steigt nach dem Essen an und ist dann nach spätestens 2 Stunden wieder unten. Bei Diabetikern liegt der BZ-Wert ohne Essen meist etwas höher, bei dir vielleicht bei 110 ... 120 und nach dem Essen dauert es etwas länger, bis er wieder runter geht, aber der Nachmittagskuchen ist am Abend nicht mehr von Bedeutung.

    Außerdem ist bei Diabetikern der Nüchtern-BZ meistens höher als der Ruhe-BZ zwischen den Mahlzeiten, deshalb wird er auch besonders beobachtet. Für den Nüchternwert spielt es so gut wie keine Rolle, was du am Abend vorher gegessen hast oder ob da der BZ hoch oder niedrig war. Der BZ steigt am Morgen, weil die Leber aus ihren Speichen Glukose ausgibt. Das macht sie beim Aufwachen auch bei Gesunden, aber bei uns Diabetikern gibt sie zu viel aus und hört nicht rechtzeitig auf. Daraus resultieren dann die höheren Nüchternwerte.

    Man kann aber beobachten, dass die Nüchternwerte sich langsam verbessern, wenn die BZ-Werte nach den Mahlzeiten weniger hoch ansteigen. Um den NBZ nach unten zu bekommen, müsstest du also darauf achten, dass du überwiegend so isst, dass die BZ-Spitzen nach den Mahlzeiten nicht zu hoch werden. Ausnahmen wie z.B. mal ein kleines Stück Donauwelle zu besonderen Anlässen sind übrigens kein Problem, solange sie nicht zur Regel werden.

    Ein Messschema, nach dem du dich richten kannst, ist hier beschrieben:
    https://a7582688-a1e5-4056-88a2-dfd422642832.filesusr.com/ugd/32a606_db20057cf9b5496ea94c7d7d2d6f0cde.pdf
    Wenn die Zielwerte für dich nicht erreichbar sind, dann setze dir eigene realistische Zielwerte. Vielleicht kannst du die mit der Zeit ein Stück weiter nach unten setzen, weil sich dabei der BZ-Verlauf insgesamt verbessert. Das wirst du ja dann sehen.

    Viel Erfolg, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 26.12.2020 09:14:29. Grund: .
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 2
    Mitglied seit: 24.12.2020
    am 24.12.2020 12:53:09 | IP (Hash): 439979061
    Danke Rainer,
    das schliesst doch einige Lücken. Wäre nicht mal ansatzweise auf die Leber gekommen...

    Danke dir.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 5366
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 24.12.2020 13:14:27 | IP (Hash): 997678749
    Dann mal weiter im Lückenschließen ;)

    Auf dieser Seite hast Du oben eine super Grafik zum gesunden Blutzucker-Verlauf vor und nach einem sehr KH-reichen Frühstück https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar
    Der Verlauf zeigt deutlich, dass der Morgen-Anstieg bei Gesunden ein gern genommener Mythos ist.

    Und er zeigt ebenso deutlich, dass die Glukose aus den z.B. 100g Frühstücks-KHs NICHT direkt im Blutkreislauf landen können. Denn der besteht aus 5 Litern Blut mit nüchtern um 0,8 Gramm Glukose und in der Spitze nach dem Essen um 1,4 Gramm pro Liter. Pro Liter also 0,6 Gramm Differenz, 3 Gramm gesamt bei 5 Litern.
    In der Spitze etwa 1 Stunde nach der Aufnahmen von 100 oder mehr Gramm KH sind im Kreislauf dann praktisch für ein paar Minuten ganze 6 Gramm mehr als vor dem Frühstück.

    Wo landet die große Menge an Glukose? Ganz einfach im Speicher in der Leber, der extra dafür eingerichtet ist, sofort Glukose aufzunehmen, wenn welche gegessen wird, und nach und nach davon auszugeben, so wie welche gebraucht wird. Und die Automatik, die dieses Aufnehmen und Ausgeben gesund steuert, ist bei uns mit Typ 2 mehr oder weniger defekt.
    Mit gezielt passend Essen und Bewegen und Medis können wir diesen Defekt blutzuckermäßig mehr oder weniger weitgehend ausgleichen.

    Nach dieser Anleitung können viele von uns diesen Defekt sogar so weit zurückdrehen, dass ihre Automatik wieder vollständig gesund funktioniert https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Typ-2-Diabetes-Kurze-Hungerkur-normalisiert-Blutzucker-288662.html Daumendrück!

    ----------------------------------------------
    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.