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Neue Partnerschaft überfordert mich

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 1
    Mitglied seit: 31.05.2021
    am 31.05.2021 18:23:25 | IP (Hash): 1214993688
    Ihr Lieben, ich wende mich an Euch, da ich aktuell in und mit meiner Partnerschaft überfordert bin und mich super hilflos und alleine mit diesem Thema fühle. Vorab, mein Partner ist Typ 1 Diabetiker. Wir sind jetzt knapp 9 Monate zusammen. Anfangs war das Thema Diabetes in unsere Beziehung eher nebensächlich. Ich hatte davor noch nie irgendwelche Berührungspunkte mit diesem Thema. Nun ja, seit einigen Wochen wird das Thema Diabetes in unsere Beziehung immer präsenter. Auch weil er momentan mehrer gesundheitliche Probleme hat. Und da kommen wir zu meinem Problem. Diabetes war die ganzen Monate nie ein großes Thema. Nicht weil ich mich nicht interessiert hätte, im Gegenteil, ich habe oft angesprochen, dass ich so wenig darüber weiß, mich unsicher fühle. Mein Freund meinte dann immer nur, er hat alles sehr gut im Griff, es kann nichts passieren, ich müsse mich nicht verrückt machen. Ich hatte mir dann ein paar Bücher/Ratgeber/Broschüren zu dem Thema besorgt, darin gelesen und ihm dann gezielt Fragen gestellt. Er geht einfach nicht auf das Thema ein. Tut alles ab. Ich habe ihm gesagt, dass ich momentan sehr unter der Situation leide, weil ich nichts dazu weiß, ich nicht wüsste wie ich in einer Notfall-Situation reagieren müsste und ich furchtbare Angst davor habe. Daraufhin kam wieder nur eine schwammige Aussage. Er würde mich mal mit zu seinem Arzt nehmen, ihm könnte ich alle Fragen stellen.
    Ich komme mir momentan so dumm und hilflos vor. Wenn wir mit Freunden/Familie von ihm zusammen sitzen ist sein Diabetes oft Thema. Die einzige die kaum etwas zu dem Thema beitragen kann bin ich. Ich versuche mir zwar viel selbst anzulesen, aber vieles verstehe ich auch nicht richtig. Die Angst, in einem Notfall falsch oder gar nicht reagieren zu können bleibt nach wie vor. Aber ich habe das Gefühl, nur zwischen meinem Freund und mir ist Diabetes ein Tabu-Thema. Ich bin einfach so verzweifelt und traurig. Ich weiß aktuell nicht wie ich richtig reagieren soll, meine Ängste ablegen soll. Soll ich das Thema überhaupt weiter ansprechen, Fragen stellen? Wie kann ich mich am besten informieren? Fragen über Fragen. Ich würde mich sehr freuen wenn mir jemand weiter helfen könnte.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 218
    Mitglied seit: 18.11.2020
    am 31.05.2021 20:36:38 | IP (Hash): 1401073443
    Hallo Tascha,

    Klingt so als wollte dein Freund dich damit nicht belasten. Vielleicht hat er ja auch Angst als schwach oder behindert rüber zu kommen, wir Männer sind da ja manchmal ein bisschen eigen ;-)

    Ich finde es gut das du dich damit beschäftigst, aber wenn er sich da weitgehend selbst drum kümmern will lass ihm die Freiheit. Ich denke im laufe der zeit wird er merken das er sich bei dir hilfe holen kann wenn er sie braucht. Kann aber durchaus ein paar jahre dauern.

    Nimm das Angebot an und gehe mal mit zu seinem Arzt, informiere dich über den Notfall, wobei geübte Typ 1 eher selten in Unterzuckerung geraten.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 5643
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 31.05.2021 20:40:34 | IP (Hash): 1578813348
    Typ F (Familie & Freunde) ist häufig der schwierigste. Das betrifft nicht nur den Diabetes, sondern alle Krankheiten und Beschwerden, die für das gute bis erträgliche Auskommen damit ein individuell passendes Behandlungs-Verhalten erfordern:
    Typ F kann daran allenfalls grenzwertig beeinflussen und ansonsten halt mehr oder weniger gelassen nehmen und eben ertragen. Dazu kann Verstehen der Krankheit und Behandlungszusammenhänge helfen (super verständlich und umfassend dargestellt auf diabetesinfo.de), damit Du weißt, was sein könnte, wenn was auffällig ist - aber den Mund hältst und bis auf den absoluten Notfall nur auf Anforderung/Bitten Deines Partners zu seiner Behandlung beiträgst.

    Mit anderen redet ER über SEINEN Diabetes, nicht Du! Sein Diabetes ist sein Ding - und praktisch sein allerengster Lebenspartner.
    Und wenn Du damit nicht klarkommen magst oder kannst, wäre jetzt vielleicht ein guter Zeitpunkt für den ausdrücklichen Start in eine gute Freundschaft statt einer Fortsetzung in eine auf Deiner Seite vielleicht immer belastete/gequälte Lebensgemeinschaft auf Lebenszeit.

    Je mehr Dir an ihm liegt, desto sinnhafter würdest Du dich durch diabetesinfo lesen und denken und auf der Grundlage in 14 Tagen 1 bis 3 konkrete Behandlungsbedingungen eindeutig benennen, die für Dich auf Lebenszeit wichtig wären, wenn Ihr Euer gemeinschaftliches Zusammenwachsen fortsetzen wolltet. Und bitte von vornherein berücksichtigen, dass wir auch im Straßenverkehr nicht immer alles richtig machen und jeden Tag wenigstens einen Schutzengel brauchen, damit es nicht beständig kracht ;)

    Gutes Gelingen! Und klar kannst Du hier weiter fragen, wenn Dir danach ist.

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 31.05.2021 21:17:55 | IP (Hash): 1929088204
    Hallo Tascha,

    offensichtlich hast du dir von irgendwelchen Berichten furchtbare Angst einjagen lassen, was bei Diabetikern alles Schlimmes passieren kann. Wenn dein Partner seinen Diabetes gut im Griff hat, dann ist sein Risiko für gefährliche Ereignisse recht gering. Das einzige, wo du ihm wirklich helfen musst, ist eine Hypo, bei der er vollkommen wegtritt: dann musst du den Notarzt rufen. Wenn so etwas in den vergangenen 9 Monaten nie passiert ist, dann hat dein Partner vermutlich seinen Diabetes so gut im Griff, dass das Risiko für so ein Ereignis relativ gering ist. Bei allen anderen Ereignissen kann er sich selber helfen oder, wenn es wirklich mal notwendig werden sollte, dir sagen, was du machen musst.

    Für Typ1-Diabetiker ist es übrigens ein ganz normales Verhalten, dass sie ihren Diabetes alleine im Griff behalten und sich nicht gern von Dritten reinreden lassen. Wenn dein Partner das auch lieber so möchte, dann akzeptiere es einfach. Vertraue ihm und mache dir nicht so viele unnötige Sorgen. Vertrauen ist eine wichtige Grundlage für eine gute Partnerschaft.
    Bearbeitet von User am 01.06.2021 15:33:20. Grund: .
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    am 03.06.2021 18:11:14 | IP (Hash): 1728712041
    Da stimme ich Rainer voll nd ganz zu.

    Vertraue deinem Partner, es ist sein Diabetes, er ist erwachsen und offenbar hat er ihn gut im Griff.

    Ich möchte mir auch von niemanden dreinreden lassen :-)
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    Beiträge: 1
    Mitglied seit: 13.09.2021
    am 14.09.2021 17:51:16 | IP (Hash): 369588728
    In diesem Fall möchte dein Freund wahrscheinlich nicht "schwach" vor dir aussehen. Du weißt doch wie Männer sind, manchmal verstehen sie nicht wie sehr ihre Frau sie liebt und das sie ihm nur Beistand leisten möchte. Ich würde einen Informationstermin beim Arzt machen, die haben ganz viele Broschüren und Infoblätter. Lass ihn einfach, es ist wahrscheinlich schwierig für ihn darüber zu reden. Dachte erst es geht hier um Scheidung und hatte schon die Adresse familienrecht-allgaeu.de für dich rausgesucht, es ist nur ein reguläres Kommunikationsproblem. Mach dir keine Gedanken, er meint es bestimmt nicht böse:)

    Bearbeitet von User am 22.09.2021 10:33:16. Grund: neue stellungnahme