Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8857
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 19.11.2023 17:15:37 | IP (Hash): 511101796
    -anna- schrieb:
    Wie lange konntest du deinen T2D mit Tabletten behandeln bis Insulin dazu kam?
    Stimmt es, wie man öfter im Netz hört und liest, dass jeder mit T2D früher oder später Insulin braucht?


    Meinen T2D habe ich im Januar 1991 mit HbA1c über 15 und über 400 mg/dl morgens nüchtern kennengelernt. Euglucon habe ich damals als Medi bekommen. Für die Dauer der Wirkung treibt jede Tablette die Betazellen zu noch mehr Insulinausgabe, die noch welches ausgeben können. Quetscht die praktisch aus. Aber wo die Betas sowieso nach 8-10 Jahren mit dem Sekundäversagen ihre Löffel abgeben, so die damals offizielle Lesart, sollte man sie halt bis dahin quetschen, so gut das noch ging.

    Mit Essen nach dem Messwert vor jedem nächsten Essen bei um 80-100 mg/dl (hatte ich als gesund, ich meine, aus einer Veröffentlichung von Doc Bernstein) hatte ich im Sommer 91 wieder HbA1c deutlich unter 6, inzwischen ohne Tabletten, und im Herbst an die 5,5. Und da haben mich Hausarzt, Diabetologe und Nephrologe tierisch bearbeitet, dass das zwar gesund für Gesunde sei, aber gewaltig gefährlich für Menschen mit diagnostiziertem T2D.

    Die Gefahr hab ich zwar bis heute nicht verstanden, aber wo ich keine Ahnung hatte, hab ich mich dem “qualifiziert übergeordneten Wissen” gebeugt und bis Anfang 92 gehorsam aufgefressen, was ich heute als tolle komplette Remission sehen würde. Ich schreibe bewusst aufgefressen, obwohl der Ausdruck hier schon öfter bemängelt worden ist, denn die Mengen, die ich mir für HbA1c wieder bei verordneten um 7 im ersten Quartal 92 zum Ende 91 habe einverleiben müssen, waren definitiv kein Genuss.

    In Erinnerung ist mir noch, dass vieles da in Oktober und November 91 den BZ beim besten Willen nicht über um 140 mg/dl antreiben wollte, womit er in Februar und März noch locker an 300 ausgeflogen war. Daraus schließe ich heute, dass wenigstens die erste Remission noch mit einer super funktionierenden Blutzucker-Automatik belohnt werden kann. Und da gibt es keinen organischen Grund für irgendeine zeitliche Begrenzung.
    Mit den Tabletten dann noch bis 98 bis zum Anstieg vom 1c gegen 8, dann der Umstieg auf Insulin.

    Aus meinen Erfahrungen sehe ich den T2D im BZ-mäßig ordentlichen Behandlungsrahmen nach DDG als progrediente Behandlungs-Krankheit.

    ----------------------------------------------
    Schon im völlig normalen Behandlungsbereich mit HbA1c 6.5-7 haben die meisten von uns mit T2D keine akuten Diabetes Symptome und wenig Folgekrankheiten-Risiko.
    Alternativ ist in den ersten Jahren mit Typ 2 meistens eine Remission möglich. Damit wird meistens gesunder Blutzucker ohne Diabetes-Medikation erreicht, und dazu kommen häufig in der Folge auch völlig gesunde Blutfette und Blutdruck.
    Bearbeitet von User am 19.11.2023 17:17:50. Grund: .
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 110
    Mitglied seit: 08.11.2021
    am 20.11.2023 09:35:15 | IP (Hash): 2006570386
    Derzeit ist Prädiabetes für die Mediziner noch keine (behandlungswürdige) Krankheit.
    Mein höchster Nüchternwert im 06/2022 war 121, ab 126 hätte ich T2D.
    Vielleicht ist es in 10 Jahren ab 110 bereits T2D, weil man einfach schon mehr Erkenntnisse hat.

    Oder behandelt man diese Grauzone (noch) nicht, weil sonst noch viel mehr Menschen die Arztpraxen mit T2D besuchen würden?
    Fakt ist ich habe ein Diabetes-Problem.

    Ich habe mich sehr viele Jahre an meinen LDL-Werten abgearbeitet (Diät, Sport, NEMs .....).
    Erst sehr ein sehr bemühter Arzt in einer Lipid-Ambulanz und ein Gentest brachten mich auf den Boden der nackten Tatsachen, dass da nur Medikamente helfen und ich mit der Ernährung und dergleichen nichts mehr verbessern kann.
    Dort werde ich auch mit meinen Blutzuckerwerten ernst genommen und habe da bei jeder Lipid-Kontrolle auch ein offenes Ohr. Es gibt nur laut Leitlinien noch keine Behandlung für mich und andere mit Prädiabetes. Dort interessiert man sich auch für meine Daten vom CGM.
    Das einzige was er mir geben könnte wäre eine Ernährungsberatung auf Krankenkassen, er denkt allerdings auch dass mich das nicht weiter bringen wird.
    Ich spüre schon, dass man ernst genommen wird wenn man sich mit dem Thema beschäftigt, es ist einfach eine blöde Situation für alle mit diesem Prädiabetes.

    @Gunter21, was da in deinen Zeilen durchklingt, das denke ich auch.
    Man muss sich einiges leisten können um gesund zu bleiben, bzw. nicht kränker zu werden.
    Private bezahlte Blutuntersuchungen, Messstreifen, CGMs, privater Arzttermin, Bücher, NEMs ..... so ein Prädiabetes kostet mehr als ein Haustier ;)
    Nicht ganz ernst lesen, ich schreibe das schon mit einem Schmunzeln.


    Mein Metformin wurde gerade geliefert :)
    Ein Medikament aus Italien, habe nachgesehen, ist dort zugelassen.
    Sind runde Tabletten die vermutlich etwas mühsam zum Teilen wären, werde deswegen mit 500 zum Abendessen beginnen.
    Ab dem Wochenende verwende ich dann wieder ein CGM, bin gespannt was sich an meinen Werten ändert.


    @hjt_Jürgen
    Was dir mit deinen anfangs schlechten Werten gelungen ist macht Mut, dass es auch bei Fortschreiben von T2D immer noch wenigen Weg in einer gesündere Richtung geben kann.
    Und so viele Jahre ohne Spätfolgen zeigen ja, dass du sehr vieles/alles richtig machst.
    Du hast dich aber auch nie nur auf Ärzte verlassen ....


    *Prädiabetes wird zu meiner Dauerbeschäftigung*
    Bearbeitet von User am 20.11.2023 10:26:04. Grund: .
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 383
    Mitglied seit: 06.08.2023
    am 20.11.2023 19:25:39 | IP (Hash): 283892467
    -anna- schrieb:

    @Gunter21, was da in deinen Zeilen durchklingt, das denke ich auch.
    Man muss sich einiges leisten können um gesund zu bleiben, bzw. nicht kränker zu werden.
    Private bezahlte Blutuntersuchungen, Messstreifen, CGMs, privater Arzttermin, Bücher, NEMs ..... so ein Prädiabetes kostet mehr als ein Haustier ;)
    Nicht ganz ernst lesen, ich schreibe das schon mit einem Schmunzeln.



    ja, ist traurig, nicht?
    Wenn man so wirklich gar kein Geld hat, kleine Rente oder so und jeder Euro wehtut, dann wird das nicht so einfach.
    Das ist unter Umständen recht kostenintensiv und zu den Problemen mit Lebensumstellung, Ernährungsumstellung und der Krankheit an sich kommt dann auch noch das Problem der Finanzierung dazu.
    Auch die optimale Ernährung kostet leider viel, so eine Familienpackung Spaghetti mit einer Flasche Ketchup oder ein bisschen Fastfood aus der TK ist eben nun mal viel billiger als der Einkauf im Bioladen, Hofladen oder Reformhaus.
    Ich kann mir gut vorstellen das viele das genau wegen solchen Hürden das dann auch einfach treiben lassen, den DM nicht weiter beachten und ignorieren und genau so weiterleben wie gewohnt.

    Ich hoffe das eines Tages die CGMs günstiger werden, massentauglich und die Kassen das ab Prädiabetes sozusagen schon präventiv bezahlen, als Vorsorge sozusagen.




  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8857
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 20.11.2023 20:27:20 | IP (Hash): 1405621184
    Gunter21 schrieb:
    ...Auch die optimale Ernährung kostet leider viel,...


    Aus meiner heutigen Sicht erschwert noch sehr viel mehr als nur der reine Kostenfaktor das gesunde Auskommen mit wenig Geld. Denn mit meinem Frühstück mit um 200 g geschredderte rohe Möhren für 25 Ct und 40 ct für 60 g Käse und 5 ct für nen EL Haferkleie kann ich den Pott Kaffee gleich noch mit in die eine Eurone packen, die das kostet, wenn es viel kostet.

    ABER würde ich damit seit Jahren und heute auch noch so zufrieden auskommen mögen, wenn ich nur die eine Eurone für’s Frühstück einsetzen könnte?

    ----------------------------------------------
    Schon im völlig normalen Behandlungsbereich mit HbA1c 6.5-7 haben die meisten von uns mit T2D keine akuten Diabetes Symptome und wenig Folgekrankheiten-Risiko.
    Alternativ ist in den ersten Jahren mit Typ 2 meistens eine Remission möglich. Damit wird meistens gesunder Blutzucker ohne Diabetes-Medikation erreicht, und dazu kommen häufig in der Folge auch völlig gesunde Blutfette und Blutdruck.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 383
    Mitglied seit: 06.08.2023
    am 20.11.2023 21:02:23 | IP (Hash): 283892467
    jetzt schweifen wir aber völlig vom Thema ab-:)
    aber ich kenne genügend in meinem Umfeld die noch nicht mal eine Möhre unfallfrei shreddern können (wenn sie denn wollen würden) aber sämtliche Apps aller Fastfood Ketten und Lieferdienste mit verbundenen Augen bedienen können und keinen meter zu Fuss gehen-:)
    Ist halt auch eine Änderung der modernen Gesellschaft an sich, die komischerweise mit der Zunahme des DM Hand in Hand geht.

    Wenn ich mich an meine Jugend erinnere, so ohne ganz ohne Auto aber dafür alles mit Fahrrad oder zu Fuss. Reich waren wir wirklich nicht ,aber wir hatten einen grossen Garten und der Garten bestimmte vollkommen den Speiseplan was es Mittags gab. Handy und Internat gabs auch nicht, dafür viel Bewegung drausen beim Fussball oder am See.....ich hab Diabetes für eine Krankheit gehalten die nur ab 80 im Altenheim eine Rolle spielt, das war tatsächlich einfach überhaupt kein Thema ringsum.

    Ich will die Uhr absolut nicht zurückdrehen, aber ein paar kleine Anleihen an damals kann man nehmen, kann ja nicht komplett verkehrt gewesen sein.
    Zum Beispiel selber kochen und mehr bewegen, wir sind oft zu bequem geworden.


    DM Typ 2 - 2x täglich Metformin 1000 / Sitagliptin 50
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8857
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 20.11.2023 21:44:45 | IP (Hash): 1405621184
    Sooo weit ab finde ich das Abschweifen gar nicht. Anna will doch ihren Blutzucker möglichst weit in den gesunden Bereich zurückdrehen. Und dabei kann jede Möglichkeit hilfreich sein, die dem einen oder der anderen von uns schon mal zum guten Gelingen verholfen hat.

    Ok, wenn die genetische T2D-Voraussetzung das Überschreiten individueller Fettschwellen in Leber und Pankreas ist, wird die natürlich mit der allgemeinen Gewichtszunahme eben zunehmend (no pun intended, but welcome ;) erfüllt.

    Einen besonders schlagenden Beweis dafür sieht die Diabetologie in Kuba, wo die Zunahme bis zum wirtschaftlichen Zusammenbruch im Trend lag, bis die alten Autos plötzlich keine neuen Nachfolger mehr kriegten und immer ältere immer weiter fahren mussten.
    Ein wichtiger Punkt wird bei der populären Diabetes-Bewertung allerdings immer übersehen: T2D macht praktisch keine Symptome, und wo zu wenig Geld für normales Leben ist, ist garantiert keins, das man dann auch noch zum Arzt tragen könnte. Wenn da also von 100 möglichen Neudiagnosen 1 wirklich bezahlt und gestellt wurde, ist das sicher viel. Und klar war vielleicht 1 von 100 schon vorher diagnostizierten Kranken weiter in diabetologischer Behandlung. Nicht weil die übrigen 99 plötzlich gesund waren, sondern weil ihnen die Kohle für die weitere Behandlung fehlte. Aber wer nicht auftaucht, hilft natürlich der schön gefärbten Statistik.

    Trotzdem bleibt selbstverständlich jeder T2D in seiner Remission, dessen Fettschwellen mangels Geld für Essen nicht überschritten werden.

    ----------------------------------------------
    Schon im völlig normalen Behandlungsbereich mit HbA1c 6.5-7 haben die meisten von uns mit T2D keine akuten Diabetes Symptome und wenig Folgekrankheiten-Risiko.
    Alternativ ist in den ersten Jahren mit Typ 2 meistens eine Remission möglich. Damit wird meistens gesunder Blutzucker ohne Diabetes-Medikation erreicht, und dazu kommen häufig in der Folge auch völlig gesunde Blutfette und Blutdruck.
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 110
    Mitglied seit: 08.11.2021
    am 21.11.2023 07:20:04 | IP (Hash): 2006570386
    Guten Morgen!

    Ich empfinde es auch nicht als Abschweifen.
    Bei vielen (vermutlich auch bei mir) ist T2D ja kein Schicksal, T2D ist ja doch sehr oft selbst „gemacht“.
    Deswegen treibt mich das Thema so um weil ich sicher bin, doch einiges noch selbst in der Hand zu haben.

    Armut kostet viele Lebensjahre, ca. 10 wenn ich das richtig im Kopf habe, Männer etwas mehr.
    Bei vielen werden (chronische) Krankheiten viel zu spät entdeckt.

    Würde ich mich „durchschnittlich ungesund“ ernähren würde 1. mein Gewicht kontinuierlich steigen (ich habe da sicher eine Veranlagung) und ich hätte vielleicht schon einen diagnostizierten T2D.
    Gesunde Ernährung ist für mich schon lange ein wichtiges Thema, dann wurde ich vor Jahren Vegetarierin.
    Kaufe (fast) nur regional und Bio und man kann da auch preisbewusst leben.
    Wenn meine Kolleg*innen im Office mittags essen gehen sind rasch 10 Euro und mehr weg, soviel brauche ich für einen ganzen Tag Ernährung nicht.
    Sollte ein Schulfach sein, kostenbewusste und gesunde Ernährung und am besten nicht nur Schikurse sondern auch Kochwochen.

    Schaut man im Supermarkt in die Einkaufswägen ….. da wird (sehr) viel Geld für Mist ausgegeben.
    Und es wird immer noch so viel Nahrung weggeworfen.
    Das wäre ein tagefüllendes Thema.

    Fakt ist, wenn man sich finanziell etwas bewegen kann, dann kann man sich auch um seine Gesundheit besser kümmern.
    Es muss sich allerdings auch jeder die Frage stellen, was einem Gesundheit und gesund bleiben „wert“ ist.
    Das kommende Jahr werde ich mich sicher noch stark mit dem Thema T2D auseinandersetzen und bin auch bereit, dafür Geld auszugeben (verzichte lieber auf einen Urlaub - kann auch wandern gehen …..).
    Wenn das Auto „kränkelt“ fahren auch viele damit in die Werkstatt, mit dem eigenen Körper geht man sorgloser um?


    Habe gestern Abend meine erste Metformin 500mg genommen (sind runde Tabletten ohne Kerbe) und doch gleich wieder einen Sensor gesetzt (die Neugierde) und bin jetzt gerade um die ~ 90
    Wow!
    Können die Werte so rasch sinken oder braucht vielleicht der Sensor noch ein wenig (ich habe immer wieder das Gefühl er zeigt am ersten Tag zu wenig an).

    Vielleicht doch mit Stechen kontrollieren, Teststäbchen laufen sonst eh ab.
    Wann kontrolliert man blutig nach dem Essen? Nach 2 Stunden?

    Habe gelesen, dass sich Alkohol nicht mit Metformin verträgt. Ich trinke zwar kaum Alkohol, bin aber die kommenden Wochen bei zwei Geburtstagsfeiern.
    Wäre ein Sekt oder ein Glas Wein vertretbar?


    *Prädiabetes wird zu meiner Dauerbeschäftigung*
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 1430
    Mitglied seit: 11.02.2019
    am 21.11.2023 08:21:13 | IP (Hash): 384062462
    -anna- schrieb:

    Habe gestern Abend meine erste Metformin 500mg genommen (sind runde Tabletten ohne Kerbe) und doch gleich wieder einen Sensor gesetzt (die Neugierde) und bin jetzt gerade um die ~ 90
    Wow!
    Können die Werte so rasch sinken oder braucht vielleicht der Sensor noch ein wenig (ich habe immer wieder das Gefühl er zeigt am ersten Tag zu wenig an).

    Vielleicht doch mit Stechen kontrollieren, Teststäbchen laufen sonst eh ab.
    Wann kontrolliert man blutig nach dem Essen? Nach 2 Stunden?

    Habe gelesen, dass sich Alkohol nicht mit Metformin verträgt. Ich trinke zwar kaum Alkohol, bin aber die kommenden Wochen bei zwei Geburtstagsfeiern.
    Wäre ein Sekt oder ein Glas Wein vertretbar?


    *Prädiabetes wird zu meiner Dauerbeschäftigung*



    Sensoren können zu Beginn falsch messen sowohl zu hoch wie auch zu tief, kann auch bis zu 2 Tage dauern, bis sie sich einpendeln. Zudem können Sensoren auch generell Abweichungen haben, dauerhaft 20mg/dl zu wenig oder zu hoch. Und sogar mehr Abweichungen sind möglich.

    Deshalb sollte man sich nicht blind auf die Sensoren verlassen, sondern dennoch blutig mal gegenmessen, wie gut jeweils der aktuelle Sensor misst.

    Hierbei muss man schauen, dass man gegenmisst, wenn der Blutzucker längere Zeit stabil ist. Min. 30min wären gut. Also nicht kurz nach einer Mahlzeit, Sport oder nach dem Aufstehen.

    Zwecks Metformin solltest du deinen behandelnden Arzt fragen. Der kann dir ganz genau sagen, was in deinem konkreten Fall mit Alkohol zu beachten ist.

    Und noch ein Tipp generell: deine Diagnose ist noch frisch, klar bist du jetzt motiviert und willst dich möglichst gut informieren. Schau aber, dass es nicht zu viel wird. Die Blutzuckerproblematik wird dich dein Leben lang begleiten, deshalb brauchst du Durchhaltevermögen. Diabetes ist ein Marathon, kein Sprint. Schau auf dich und deine Bedürfnisse außerhalb deines Diabetes. Menschen mit Diabetes neigen häufiger zu Depressionen.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 972
    Beiträge: 5072
    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 21.11.2023 08:27:55 | IP (Hash): 1107542867
    -anna- schrieb:
    Habe gelesen, dass sich Alkohol nicht mit Metformin verträgt. Ich trinke zwar kaum Alkohol, bin aber die kommenden Wochen bei zwei Geburtstagsfeiern.
    Wäre ein Sekt oder ein Glas Wein vertretbar?

    Ja, du darfst dich nur nicht kräftig besaufen. Allerdings dürfte bei deinen 500mg auch dabei kaum etwas passieren.

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 21.11.2023 08:29:01. Grund: BBCodes
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 110
    Mitglied seit: 08.11.2021
    am 21.11.2023 08:54:56 | IP (Hash): 2006570386
    Hallo July,
    danke für deine Zeilen, dann täuscht mich das nicht mit den Sensoren die ersten ein, zwei Tage. Werte waren anfangs bisher eigentlich immer „auffällig“.

    So frisch ist das bei mir leider gar nicht mehr, erhöhte Werte sind ist mir seit zwei, drei Jahren bewusst. Packe das Thema jetzt einfach nochmals richtig an, von selbst verschwindet das nicht mehr.
    Aber du hast schon recht, ich bin vom Wesen her in vielen Bereichen „gewissenhaft“ ;) und wenn ich von etwas überzeugt bin, dann halte ich auch durch und nach einigen Monaten wird ohnedies vieles normal wie:
    - kein Fleisch essen
    - kein „Süsskram“ zu Hause
    - intermittierend Fasten
    Ich denke man muss von etwas überzeugt sein, dann wird es eine neue (Essens)Gewohnheit.

    Z.B. beeinflusst keto meinen BZ positiv, ich bin allerdings nicht überzeugt, dass das (dauerhaft) die Lösung meine BZ-Problematik sein kann. Wäre ich überzeugt, dann würde es meine neue Ernährungsform und würde nach einigen Monaten ganz normal.
    Da tickt vermutlich jeder anders.

    Beim Metformin bin ich ganz auf mich gestellt, habe keinen betreuenden Arzt. Ist ein auf max. vier Wochen begrenzter Versuch.

    Jetzt gehe ich wandern, senkt zwar bei mir auch nicht den BZ, tut aber gut :)


    *Prädiabetes wird zu meiner Dauerbeschäftigung*
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 110
    Mitglied seit: 08.11.2021
    am 21.11.2023 09:00:19 | IP (Hash): 2006570386
    Rainer schrieb:
    -anna- schrieb:
    Habe gelesen, dass sich Alkohol nicht mit Metformin verträgt. Ich trinke zwar kaum Alkohol, bin aber die kommenden Wochen bei zwei Geburtstagsfeiern.
    Wäre ein Sekt oder ein Glas Wein vertretbar?

    Ja, du darfst dich nur nicht kräftig besaufen. Allerdings dürfte bei deinen 500mg auch dabei kaum etwas passieren.

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.


    da besteht keine Gefahr, die Zeiten sind schon lange vorbei :)
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 383
    Mitglied seit: 06.08.2023
    am 21.11.2023 14:57:48 | IP (Hash): 577796030
    July95 schrieb:


    Sensoren können zu Beginn falsch messen sowohl zu hoch wie auch zu tief, kann auch bis zu 2 Tage dauern, bis sie sich einpendeln. Zudem können Sensoren auch generell Abweichungen haben, dauerhaft 20mg/dl zu wenig oder zu hoch. Und sogar mehr Abweichungen sind möglich.



    Würde es denn Sinn machen den Sensor zu setzen und z.b. erst enach 1-2 Tagen später zu aktivieren?
    Beginnt die "Einpendelphase" wenn der Sensor in der Haut sitzt oder beginnt er erst mit dem eingendeln wenn er aktiviert ist?

    DM Typ 2 - 2x täglich Metformin 1000 / Sitagliptin 50
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 1430
    Mitglied seit: 11.02.2019
    am 21.11.2023 15:19:45 | IP (Hash): 734868939
    Gunter21 schrieb:
    July95 schrieb:


    Sensoren können zu Beginn falsch messen sowohl zu hoch wie auch zu tief, kann auch bis zu 2 Tage dauern, bis sie sich einpendeln. Zudem können Sensoren auch generell Abweichungen haben, dauerhaft 20mg/dl zu wenig oder zu hoch. Und sogar mehr Abweichungen sind möglich.



    Würde es denn Sinn machen den Sensor zu setzen und z.b. erst enach 1-2 Tagen später zu aktivieren?
    Beginnt die "Einpendelphase" wenn der Sensor in der Haut sitzt oder beginnt er erst mit dem eingendeln wenn er aktiviert ist?




    Ich habe beim Libre 1 und 2 damals 8-12 Std. vorher gesetzt und hatte damit bessere Ergebnisse. Beim Dexcom setze ich nicht vorab.

    Bei manchen funktioniert es mit vorab setzen gut, bei anderen gar nicht. Bei manchen messen die Sensoren schon ab Beginn gut. Bei einigen erst nach einigen Stunden bis wenigen Tagen. Bei wieder anderen messen die Sensoren gegen Ende schlechter... es bleibt nur auszutesten, wie es bei einem persönlich ist und halt besonders am Anfang bei einem Sensorsystemwechsel viel blutig gegenmessen, um zu schauen, wie der neue Sensor bei einem persönlich läuft.
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 110
    Mitglied seit: 08.11.2021
    am 22.11.2023 13:25:43 | IP (Hash): 2040582085
    @July95
    Danke mit dem Tipp den Sensor erst etwas später zu aktivieren.

    Diesmal war ich die ersten 24 Stunden oft im roten Bereich (sehr niedriger Blutzucker), das hat so sicher nicht gestimmt.
    Jetzt hat sich der Sensor irgendwie wieder "eingekriegt" und die Werte sind wieder plausibel.

    Gibt es zwischen Libre 1 und 2 einen Unterschied?
    Ich kaufe beide wenn ich sie günstig bekomme.
    Ist der Libre 3 besser/genauer?
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 1430
    Mitglied seit: 11.02.2019
    am 22.11.2023 14:29:35 | IP (Hash): 422506600
    -anna- schrieb:
    @July95
    Danke mit dem Tipp den Sensor erst etwas später zu aktivieren.

    Diesmal war ich die ersten 24 Stunden oft im roten Bereich (sehr niedriger Blutzucker), das hat so sicher nicht gestimmt.
    Jetzt hat sich der Sensor irgendwie wieder "eingekriegt" und die Werte sind wieder plausibel.

    Gibt es zwischen Libre 1 und 2 einen Unterschied?
    Ich kaufe beide wenn ich sie günstig bekomme.
    Ist der Libre 3 besser/genauer?



    Libre 1 hat nur NFC Scanfunktion und keine Alarme. Für dauerhafte Kurven muss man min. alle 8 Std. den Sensor scannen.

    Libre 2 hat NFC Scanfunktion und über Bluetooth Alarme. Heißt beim Unter- oder Überschreiten der festgelegten Alarmgrenze kommt die Meldung Blutzucker hoch bzw. niedrig. Es werden aber keine Werte angezeigt, sondern das Scannen wie beim Libre 1 ist weiterhin notwendig.

    Libre 3 zeigt die Werte ohne Scannen per Bluetooth an. Und er ist deutlich kleiner.

    Zu Genauigkeit kann ich nur sagen, der Libre 1 hat bei mir recht gut gemessen, der Libre 2 häufig 20mg/dl zu niedrig, später plötzlich deutliche Abweichungen plus ungenügende Hypo-Alarme, so dass ich dann zum Dexcom gewechselt bin. Mit meinem Dexcom bin ich so zufrieden, dass ich den Libre 3 nicht ausprobiert habe, weil dieses ebenfalls eine für mich viel zu unzureichende Alarmfunktion hat.
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 110
    Mitglied seit: 08.11.2021
    am 22.11.2023 16:27:19 | IP (Hash): 2006570386
    Danke Juli95
    Jetzt bin ich im Bilde mit den Libre Sensoren
    Libre 3 hatte ich noch nie, bzw. die bekomme ich nicht günstig ;)

    Dexcom ist leider noch teurer.

    Diesmal habe ich einen Sensor der „sprunghaft“ ist (bzw. meine Kurven sind sprunghaft), habe leider nicht darauf geachtet ob 1 oder 2.
    Sitzt vielleicht etwas zu hoch oben diesmal.

    Du hast Typ1 oder?
    Da sind die Warnungen ja wirklich wichtig und geben Sicherheit.
    Du bist sicher froh, dass es die CGMs gibt.
    Ich hatte früher eine Kollegin mit Typ 1, habe das viele Messen von ihr noch in Erinnerung. Da gab es noch keine CGMs.

    *Prädiabetes wird zu meiner Dauerbeschäftigung*
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 110
    Mitglied seit: 08.11.2021
    am 23.11.2023 15:07:23 | IP (Hash): 2006570386
    Habe gestern das Buch *Endlich Schluss mit Diabetes* fertig gelesen.
    Und es ist das -für mich- interessanteste Diabetes-Buch welches ich bisher gelesen habe.

    Ich bin jetzt noch viel motivierter ab Jänner zuerst zu Fasten und dann so lange mit ca. 600 bis 800 Kcal weiter zu machen bis das Zielgewicht erreicht ist.
    Es ist im Buch sehr deutlich beschrieben mit: „Für eine langfristige Gesundheit sollten wir wieder die Hosen tragen können, die uns mit 21 Jahren passten.“

    Kann ich drehen und wenden wie ich will, davon bin ich weit entfernt (ohne übergewichtig zu sein).

    Eine sehr wichtige Botschaft nehme ich noch mit, Typ 2 entwickelt sich ca. 10 Jahre sehr moderat um dann rasant anzusteigen, soweit möchte ich es nicht kommen lassen.
    Wenn meine persönliche Fettschwelle zu hoch ist, dann kann und muss ich etwas ändern. Gelingt das nicht, dann habe ich vermutlich ein anderes Problem.


    Mein Metformin-Versuch :)
    Metformin 500mg am Abend wirkt sehr gut.
    Gestern durchschnittlich 94, bedeutend weniger als ohne Metformin.
    Schaue mir das noch 2 Wochen an, dann beende ich den Versuch wieder.


  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 110
    Mitglied seit: 08.11.2021
    am 27.11.2023 16:59:02 | IP (Hash): 2006570386
    Thema Remission

    „Streitpunkt Remission bei Typ-2-Diabetes – ist sie auch in der echten Welt erreichbar und dauerhaft zu halten?“
    https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4912986


    Und hier noch meine Thematik, da fühle ich mich angesprochen.

    „Diät für Schlanke – führt zur Remission: Warum Typ-2-Diabetiker mit normalem BMI vom Abnehmen profitieren können“
    https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4910431


    Habe mir eine tolle, neue Waage gegönnt, als Begleitung für das intensive Abnehmen ab Jänner.
    Da sehe ich auch die Muskel- und Fettverteilung (bei mir recht gut, auch wenig viszerales Fett).
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8857
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 27.11.2023 20:24:37 | IP (Hash): 1473148509
    Interessant ist ja, dass die beiden Widerstreiter im ersten Link aus demselben Gesundheitssystem kommen. Da sind sie praktisch recht vergleichbar und argumentieren von ihren verschiedenen Standpunkten aus.

    Die Ergebnisse der bariatrischen OPs zeigen eindeutig, dass Remission auch über mehr als 10 Jahre durchaus möglich ist und physiologische Vorteile macht. Natürlich haben die Operierten sehr viel weniger Chancen, ihre Ernährung über Gebühr zu erhöhen, als Menschen ohne OP, die sich aktiv für den “Rest” ihres Lebens mit dem Essen einschränken müssen, wenn sie ihr Remissionsgewicht halten wollen.

    Dass das nicht ginge, halte ich für absurd. X Nummern Menschen ohne Typ 2 machen das jeden Tag. Besonders absurd ist dabei natürlich, die Betroffenen zuerst medizinisch in diese missliche Lage hinein zu begleiten und dann dazu zwingen zu wollen, sich da selbst wieder raus zu hungern.
    “Der Blutzucker ist zwar zu hoch, aber noch laaange kein Diabetes. Aber das müssen wir natürlich engmaschiger beobachten,” ist die Auskunft, die X Nummern Betroffene allein hier in D jeden Tag bekommen. Vielleicht noch die mehr oder weniger dringende Empfehlung zum Abnehmen.

    ABER KEINERLEI INFO, wie zuviel in Leber und Betazellen gespeichertes Fett die Blutzucker-Automatik zunehmend behindert! Und keinerlei Anleitung dazu, wie sie das jeden Tag mit nem Fingerpieks selbst sehen können, OBWOHL X Nummern Studien die heilsame Wirkung von Selbsttests seit Jahrzehnten belegen. Und natürlich KEINERLEI Info dazu, dass der Abbau dieser Speicher wieder zu 24/7 völlig gesundem BZ führt.

    Allerdings müsste man damit praktisch anerkennen, dass der gesunde BZ für das gesunde Leben mit T2D Elementar ist und dass die bisherige fachoffiziell richtige Behandlung im T1D Rahmen erst dazu führt, dass der T2D progredient verläuft und zunehmend Lebensqualität und Lebensjahre abfrisst :(

    ----------------------------------------------
    Schon im völlig normalen Behandlungsbereich mit HbA1c 6.5-7 haben die meisten von uns mit T2D keine akuten Diabetes Symptome und wenig Folgekrankheiten-Risiko.
    Alternativ ist in den ersten Jahren mit Typ 2 meistens eine Remission möglich. Damit wird meistens gesunder Blutzucker ohne Diabetes-Medikation erreicht, und dazu kommen häufig in der Folge auch völlig gesunde Blutfette und Blutdruck.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 383
    Mitglied seit: 06.08.2023
    am 27.11.2023 20:32:57 | IP (Hash): 684823597
    Vermutlich ist es einfach leichter mit kurzzeitigem Diabetes eine Remission zu erreichen als mit 10 Jahre unbehandeltem. Unmöglich ist vermutlich gar nichts.
    Wobei ich mir nicht ganz erklären kann wie es sein kann das Diabetes 10 Jahre unentdeckt bleibt, muss man doch gefühlte 10x pro Jahr in einen Becher Pipi machn oder Blut abgeben....müsste bei jeder urologischen oder gynäkologischen Routineunterstuchung eigentlich auffallen. Das kann doch kaum mehrere Jahre unter der Nierenschwelle bleiben, oder doch?


  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 383
    Mitglied seit: 06.08.2023
    am 27.11.2023 20:57:44 | IP (Hash): 684823597
    -anna- schrieb:

    Habe mir eine tolle, neue Waage gegönnt, als Begleitung für das intensive Abnehmen ab Jänner.
    Da sehe ich auch die Muskel- und Fettverteilung (bei mir recht gut, auch wenig viszerales Fett).



    hab ich auch schon drüber nachgedacht mir so was zuzulegen.....
    Funktioniert das, gibt das denn realistische Werte aus?

    Was für Modell hast du?
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8857
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 27.11.2023 21:20:38 | IP (Hash): 1473148509
    Gunter21 schrieb:
    Vermutlich ist es einfach leichter mit kurzzeitigem Diabetes eine Remission zu erreichen als mit 10 Jahre unbehandeltem. Unmöglich ist vermutlich gar nichts.


    Die Herausforderung ist ein bisschen komplizierter, denn sie fängt schon Jahre vor der Nierenschwelle an und wird spätestens sichtbar, wenn der Nüchtern-BZ die 90 mg/dl überschreitet, aber in der normalen ärztlichen Routine noch für wenigstens 10 weitere mg/dl als völlig normal durch geht.

    Zum Hintergrund: Ein Diabetes Typ 1 fällt auf, wenn etwa 80% der Beta-Zellen zerstört sind. Mit etwas Insulin-Hilfe und LC produziert er für einige Tage bis Wochen den sogenannten Honeymoon = völlig gesunden BZ völlig ohne Medis. Ok, die recht zügige Zerstörung weiterer Betas beendet diese Art der Remission ziemlich schnell.

    Das Beispiel sagt uns allerdings, dass für den langsam auffällig ansteigenden BZ mit dem Prädiabetes das Ausschalten der Betas nicht erst anfängt, sondern längst mehr als 2 Drittel überschritten hat. Und wer dann noch bis zur Diagnosereife wartet, kommt bestimmt locker auf 4 Fünftel.

    Davon lassen sich mit der Entfettung mit etwas Glück die Hälfte wieder aktivieren = re-differenzieren, aber die andere Hälfte is längst hin. Im genetisch zu großen Fettspeicher zur Untätigkeit begrabene de-differenzierte sind dann einfach hin.
    Wenigstens beim ersten Mal lassen sich die “Hinnen” noch verschmerzen, weil wir von Geburt aus für alle lebenswichtigen Funktionen unseres Organismus mit Überfluss ausgerüstet sind. Aber mit jedem Abbau dieses Überflusses wird’s natürlich enger.

    Und so brauche ich halt mit meiner “bedingten Remission” sehr viel weniger Insulin aus dem Pen, als vergleichbare Menschen mit T2D (wie z.B. Zuckermann), aber mit dem seit bald 10 Jahren wiederhergestellten Leber-Regelkreis (einem von den beiden - “Twin-Cycle”) immer noch in der Größenordnung vom T1D.

    ----------------------------------------------
    Schon im völlig normalen Behandlungsbereich mit HbA1c 6.5-7 haben die meisten von uns mit T2D keine akuten Diabetes Symptome und wenig Folgekrankheiten-Risiko.
    Alternativ ist in den ersten Jahren mit Typ 2 meistens eine Remission möglich. Damit wird meistens gesunder Blutzucker ohne Diabetes-Medikation erreicht, und dazu kommen häufig in der Folge auch völlig gesunde Blutfette und Blutdruck.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 383
    Mitglied seit: 06.08.2023
    am 27.11.2023 22:11:31 | IP (Hash): 684823597
    Also du meinst, je länger das Stadium der Prädiabetes bzw Diabetes andauert umso grösser sind die Verluste an Betas und um so schwerer bzw. unvollkommener ist die Remission ?

    Da drängt sich natürlich bei mir gleich die Frage auf wie lange ich überhaupt so ein prädiabetisches oder diabetisches Stadium hatte bis das entdeckt wurde, das ist gar nicht so leicht herauszufinden da der HbA1c ohne triftigen Gund oder privaten Wunsch ja nicht gemessen wird.

    Ich habe bei mir eigentlich nur allgemeine Blutbildwerte und Leberwerte aus vergangenen Jahren (ohne BZ Langzeitwerte), da waren die Leberwerte schon grenzwertig schlecht, die Glukose leicht erhöht. Der Urologe hatte aber nie etwas gefunden. Gehe aber mal davon aus, das zumindest die Leber schon etwas verfettet war, vermutlich schon viel längere Zeit.

    Die Blutbilder die ja eigentlich immer mal genommen werden sind leider sehr unvollständig, da fehlen wichtige Parameter. Wenigstens im Rahmen des allgemeinen Check Ups sollte automatisch auch mal der BZ bestimmt werden.
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8857
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 27.11.2023 22:23:27 | IP (Hash): 1473148509
    Gunter21 schrieb:
    Also du meinst, je länger das Stadium der Prädiabetes bzw Diabetes andauert umso grösser sind die Verluste an Betas und um so schwerer bzw. unvollkommener ist die Remission ?

    Da drängt sich natürlich bei mir gleich die Frage auf wie lange ich überhaupt so ein prädiabetisches oder diabetisches Stadium hatte bis das entdeckt wurde, das ist gar nicht so leicht herauszufinden da der HbA1c ohne triftigen Gund oder privaten Wunsch ja nicht gemessen wird.


    Genau das meine ich. Und mir drängt sich nicht die Frage auf, was wir Betroffene daraus ableiten sollten, sondern was die Diabetologie daraus seit über 10 Jahren hätte ableiten MÜSSEN zu unseren Gunsten! Und was sie aber nicht gemacht hat!

    ----------------------------------------------
    Schon im völlig normalen Behandlungsbereich mit HbA1c 6.5-7 haben die meisten von uns mit T2D keine akuten Diabetes Symptome und wenig Folgekrankheiten-Risiko.
    Alternativ ist in den ersten Jahren mit Typ 2 meistens eine Remission möglich. Damit wird meistens gesunder Blutzucker ohne Diabetes-Medikation erreicht, und dazu kommen häufig in der Folge auch völlig gesunde Blutfette und Blutdruck.
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 110
    Mitglied seit: 08.11.2021
    am 28.11.2023 08:07:06 | IP (Hash): 877782216
    @Gunter21

    Waage
    Ich bin seit Jahren ein Fan der Withings-Familie und nutze da auch fast alles (Uhr, Blutdruck, Waage, Thermo).
    Und jetzt habe ich mir die Body Scan gegönnt :) findest du auf withings.com

    Gewicht, Puls, EKG ..... ist sicher exakt (das EKG der Body Scan hat sogar schon 6 Ableitungen), die Verteilung von Fett, Muskeln, Wasser würde ich ähnlich genau einstufen wie den Libre-Sensor ;)
    Was aber für mich (wie auch beim Sensor) zählt, das sind die persönlichen Kurven und diese schätze ich als sehr glaubwürdig ein.
    Ich habe zum Vergleich eine BMI-Messung vom Sommer auf Kur und eine vom Herbst in einem Institut. Die sind alle sehr ähnlich.
    Diese Waage ist auch als medizinisches Produkt eingestuft (wie auch der Blutdruckmesser) und da durchläuft sie sicher einige Prüfungen. Wenn der Preis nicht zu abschreckend ist, dann ist das sicher ein sehr gutes Gerät.

    Wenn ich 10 bis 15% von meinem derzeitigen Körpergewicht abnehmen möchte, dann wird das mit Sicherheit eine Plagerei (ich kenne meinen Körper) und dann in Folge ein lebenslanges Projekt.
    Dabei darf mich eine der derzeit besten Waagen auf dem Markt begleiten.


    @all
    Wie hier schon geschrieben wurde, es begleitet und berät einem bei Prädiabetes niemand, es weist auch niemand auf die Gefahr hin, dass sich daraus ein handfester T2D entwickeln kann.
    Ja, die Ärzte haben alle keine Zeit, denen mache ich überhaupt keinen Vorwurf.
    ABER, würde man anfangs mehr Prädiabetiker richtig betreuen und beraten dann würde sich das doch auf lange Sicht lohnen, wenn es vielleicht doch einige schaffen dauerhaft in Remission zu gehen.

    Ich sehe es an mir selbst, man ist auf sich gestellt mit Werten in der Grauzone.
    Dabei habe ich sogar noch das Glück, dass mir meine Ärzte zumindest zuhören, aber ihnen sind ja auch die Hände gebunden. Was sollen sie tun wenn die Leitlinien nichts vorsehen.

    Meine Werte passen seit 2 bis 3 Jahren nicht und wenn die Theorie mit dem persönlichen Körpergewicht stimmt (kann ich mir sehr gut vorstellen), dann sind die letzten Jahre auf dem Weg zu meinen auffälligen Werten hin sicher schon diverse Betas abgestorben.
    Und von meiner Logik her richtet jetzt jedes Jahr "zuwarten" noch mehr Schaden an.

    Also eisern abnehmen und schauen und hoffen was passiert. Passiert nichts, dann bleiben ohnedies irgendwann nur Medikamente, aber dann habe ich zumindest alles probiert.

    Klar kann man sich im Internet und aus Büchern informieren und sich immer mehr Wissen aneignen, aber das tun vermutlich die wenigsten, vor allem dann nicht, wenn ihre Ärzte bei auffälligen Werten sogar noch beruhigen.
    Würde man bei jeder Vorsorgeuntersuchung den HOMA-Index bestimmen, dann könnte man schon viele mit Insulinresisdenz rausfischen, die Blutuntersuchungen kosten kein Vermögen und ich denke, mit der richtigen Aufklärung könnte man schon einige dazu bewegen am Lebensstil etwas zu ändern.
    Mehr als der NüchternBZ wird aber nicht bestimmt.

    Ich bin zwar nicht privat versichert, aber durchaus bereit, auch für einen Privatarzt zu bezahlen.
    Das ist ja auch nicht möglich, weil für Prädiabetes einfach nichts vorgesehen ist.
    Bei dem allgemeinen Ärztemangel muss man sich da ja wirklich zurück halten.

    In meinem Labor ist der NüchternBZ bis 106 "normal", was er ja mit diesen Werten längst nicht mehr ist.

    Ich stelle leider immer mehr fest, passt etwas nicht mit der eigenen Gesundheit, dann ist man fast gezwungen sich mit der Thematik zu beschäftigen.
     2 Benutzer dankten für diesen Nützlichen Beitrag.