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    am 01.02.2024 16:26:04 | IP (Hash): 1499852602
    inzwischen meinem Geschmack recht ähnlich :)

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    Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002.
    Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein engster Lebenspartner und bester Gesundheits-Coach :)
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    am 01.10.2025 08:30:47 | IP (Hash): 553834998
    Also, ganz kurz meine Erfahrungen mit der Haferkur nach "Tag 2 1/2":

    Ich bin eigentlich "nur" Prae mit einem Nüchternwert von m.o.w. 115 derzeit (vor der Haferkur), postprandial eigentlich immer 110 oder sogar drunter (meist ist bei mir nur der Morgenwert der Ausreißer). HbA1c habe ich seit vier Monaten durch Gewichtsabnahme um10 %, deutlich mehr Bewegung und Ernährungsumstellung derzeit von 7 auf 6,4 runterbekommen.

    Jetzt die strenge Haferkur als "Boost" in den Normbereich...!?

    Also, ich mag normal Haferflocken sehr gern, mit Joghurt oder als Suppe. Aber nur mit Wasser - das ist schon was für Hartgesottene! Zwei Stunden habe ich für eine Portion zwar nicht gebraucht, aber mindestens eine halbe und musste am Ende immer mit einem Würgreiz kämpfen. Gewürze (Curry, Curcuma, Zimt, Paprika, Kümmel etc.) haben nicht wirklich was gebracht.

    Und die Werte: Eine leichte Verbesserung des Morgenwertes auf 105, post 101 bzw. 105.

    Also ein bisschen was, ja (aber auch noch in der Messtoleranz), aber der Gamechanger? Zumindest für Leute im unteren Bereich wie mich eher nein. Aber vielleicht dauert es ja, bis der Effekt eintritt. Und es war schon sehr hart. Ob ich heute Abend die letzte Portion schaffe, bezweifle ich stark.

    Dafür Gewicht von 88,7 vorgestern früh auf 86,35 heute früh runter, Bauchumfang von 100 auf 98. Das ist ja schon was. Aber eher vermutlich wegen der wenigen Kalorien und weniger wegen der Haferflocken?! Keine Ahnung.

    So, soweit meine Erfahrungen, falls sie wen interessieren sollten.

    KURZES UPDATE am Tag 2 nach der Haferkur: Ich hab es also durchgezogen - bis zum Schluss "strenge" Haferkur. Am dritten Tag dann wirklich eine Verbesserung der Werte tagsüber auf jeweils unter 100, gestern und heute aber wieder wie eh und je im "Prae-Bereich" bzw. knapp drunter, so wie wenn ich keine Haferkur gemacht hätte. Von den zwei verlorenen Kilos ist (ohne Fressattacke!) einer wieder oben, der Bauchumfang ist auch wieder um 1 cm angestiegen, also im Ergebnis zumindest um 1 cm geschrumpft. Mein Fazit: Zumindest in meinem (Prae-)Fall ist die Haferkur, die einem sehr viel abverlangt, reiner Humbug. Etwaige (kurzfristige) Veränderungen sind meiner Ansicht nach wohl auf die reduzierte Kalorienaufnahme zurückzuführen.


    Bearbeitet von User am 03.10.2025 08:03:44. Grund: Update (Ergänzung) der Erfahrungswerte
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    am 04.10.2025 12:46:37 | IP (Hash): 1578454048
    Die Suche nach der “Haferkur” hat mich hierher geführt und schön, dass mein Vorschreiber das Thema nochmal hochgeholt hat denn auch ich gehöre zu den Verfechtern der Haferkur und das schon lange.

    Wie ich sehe, wurde sie hier eher negativ besprochen und größtenteils nur mit den Blutwerten argumentiert.

    Dazu möchte ich noch einen weiteren Aspekt ins Feld führen: wenn man die Haferkur durchzieht, geht - zumindest bei mir - der Appetit insbesondere auf Süßes stark zurück und ich kann auf einem deutlich niedrigeren täglichen Kalorienniveau weiteressen als vorher ohne dabei hungrig zu werden.

    2011 habe ich - mit damals knapp 50 Jahren, einem BMI von 31 und dabei trotzdem sehr sportlich mit mehreren Marathonteilnahmen im Jahr - Prädiabetes diagnostiziert bekommen mit der Ansage: 10-15kg Gewichtsabnahme, dann braucht’s wohl keine Medikamente. Was stimmte. Ich nahm 15kg ab und die Werte waren prima …

    …. Bis immer mal wieder das Gewicht nach oben ausreißen wollte. Die meisten werden es kennen: Phasen mit starken Belastungen, Corona, das Alter mit Zipperlein und dies und das … führt dazu, dass das Essverhalten immer wieder mal in alte Bahnen zurückmöchte. Das Gewicht geht hoch, die Werte mit ihm.

    Bei mir persönlich ist die Grenze zur Krankheit immer dann schnell erreicht, wenn der BMI wieder über 28 angestiegen ist. Was oft mit auch weniger Sport einhergeht. BMI kleiner 26 (ich habe einen ziemlich hohen Muskelanteil) und alles ist prima.

    Inzwischen bin ich 63 und ziemlich sicher, dass wir dieses Jojo den Rest meiner Tage weiterspielen werden und ich noch häufiger eine Notbrems-Funktion brauchen werde. Und genau das leistet bei mir die Haferkur.

    Sobald ich mich mentral darauf eingestellt habe und sie durchziehe (relativ strenge Variante mit 50g Beeren + etwas Zimt am Tag), komme ich wieder in die Spur. Schaffe die Rückkehr zur “vernünftigen Ernährung” mit wenig Kohlehydraten, Zucker etc. Weil ich keinen Hunger haben muss - und der ist quasi eine Garantie für Fressflashs.

    Bilde mir schon lange nicht mehr ein, dass es irgendwann für immer ein Automatismus bleibt. Die Abnahme (es geht in der Regel meistens “nur” um 5-7kg) klappt danach relativ locker - vorher ein Ding der Unmöglichkeit gewesen.

    Das hält bei mir - je nach Restleben - auch meistens ziemlich lange an und ich laufe wieder in der Spur … halte manchmal jahrelang das Gewicht …. bis zum nächsten Ausreißer und bis zur nächsten Haferkur-Notbremsung.
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    am 17.10.2025 04:52:59 | IP (Hash): 444784909
    Also ich möchte jetzt doch mal meinen Senf abgeben.

    Als ich in der ersten Zeit seit Diagnose das Thema im Bekanntenkreis besprach, hörte ich häufig, dass der Typ2-Onkel oder die Oma auch auf Haferkuren schwor.

    Der gesunde Menschenverstand sagte mir aber, dass ein Kohlenhydrate-lastiges Lebensmittel keine gute Wahl sein kann.

    Außerdem halte ich nichts von zeitlich befristeten Diäten.
    Wenn man danach wieder in den alten Trott verfällt, verpuffen die ggf. auftretenden positiven Effekte schnell.

    An der Stelle muss ich auch anmerken, dass ich bei vielen Beiträgen/Berichten nur den Kopf schütteln kann. (Fast) jeden Beitrag nehme ich ernst, lustig mache ich mich über keinen Beitrag oder User und ich hoffe, das klingt nicht arrogant:

    Aber dann lese ich Eierkuchen mit Apfelmus oder die Verweigerung, Süßigkeiten oder Brot zu vermeiden oder wenigstens stark einzuschränken. Obst gilt für viele Typ2-Betroffene immer noch als gesund, der hohe Blutzuckergehalt ist nicht bekannt oder wird ignoriert. Ich lese viel über Abnehmen und Diäten. Eine Ernährungsumstellung ist keine Diät, sondern dauerhaft. Die Konsequenz ist ein deutliches Absinken des Blutzuckers und ganz nebenbei purzelt das Gewicht.

    Meiner Ansicht nach – aus eigener Erfahrung – ist das alles gar nicht so schwer.

    Kontraproduktiv ist sicher das private und ggf. berufliche Umfeld, aber auch gegen diese (negativen) Einflüsse kann man sich wehren.

    Vegetarier haben es sicher etwas schwerer, weil die täglichen kcal ohne Sättigungsbeilagen sehr gering ausfallen dürften. Wer dies nicht mag oder jenes nicht, hat es auch nicht leicht. Aber sollte er/sie angesichts der Situation umdenken. Es gibt Lebensmittel, die ich persönlich nicht mag, aber die sind nicht kriegsentscheidend. Der Verzicht von Aal hinterlässt ernährungstechnisch keine Lücke. Auch Leinöl muss nicht unbedingt sein. Die kreolische Küche mag ich durchaus, aber auf Koriander könnte ich gut verzichten (das gleiche gilt für Indien oder Brasilien). Nun gut, er lässt sich nicht immer vermeiden, also habe ich mich irgendwie daran gewöhnt.

    Auch das Thema Abnehmspritze sehe ich sehr skeptisch. Hinterher nimmt man wieder zu … oder? Auch eine operative Magenverkleinerung ist nur in Ausnahmefällen eine Lösung. Die Folgen sind nicht zu unterschätzen, von den Risiken einer OP ganz zu schweigen.

    Nichts für Ungut.


    -- Typ DM 2 - aktuell keine und bisher noch nie Medikamente - HbA1c unter 5,7 -- Stand: 08/2025
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    am 17.10.2025 06:03:18 | IP (Hash): 1027251676
    Buttermilch_14 schrieb:

    ......

    Eine Ernährungsumstellung ist keine Diät, sondern dauerhaft. Die Konsequenz ist ein deutliches Absinken des Blutzuckers und ganz nebenbei purzelt das Gewicht.
    .....



    Vielleicht klappt das für dich so, aber für andere nicht?

    Ich habe mich zwar in den knapp 2,5 Jahren an eine ausgewogene (!) Lowcarb Ernährung gewöhnt, aber - nach den ersten verlorenen Kilos - schnell wieder zugenommen.
    Seitdem nur noch Kampf, täglich, mit der Lust auf mehr Essen (aller Art von Essen, kein Heißhunger) als dem niedrigeren Gewicht gut tun würde.

    Es liegt bei mir ganz sicher nicht an zu viel Kohlenhydraten.

    Daher in meinem Fall auch der Versuch mit Mounjaro, welches zumindest einen Teil der Esslust besänftigt. Mounjaro habe ich wieder reduziert, setze es die nächsten Wochen ab (Dosis Ausschleichen) was dann kommt weiß ich nicht, ich versuche nicht zu viel zu essen. Noch hält es sich in Grenzen.

    Diese Esslust begleitet mich seit Jahrzehnten, ebenso lange war ich übergewichtig, habs irgendwann aufgegeben, dagegen zu kämpfen.

    Nun kämpfe ich wieder, Tag für Tag.

    Mit lowcarb kann man sehr gut auch zunehmen, auch mit hohen Mengen Eiweiß, auch mit vielen Ballaststoffen - alles probiert. Es gibt gewisse Einschränkungen durch Allergien / Unverträglichkeiten (leider viele) , manches auch durch Aversionen (z.b. rohe Tomaten kriege ich nicht runter) es sollte aber trotzdem möglich sein, mit der eingeschränkten Auswahl zurecht zu kommen. Lt. Ernährungsberatung jedenfalls.

    Für mich ist jede Ernährungsumstellung auch eine Diät und starke Einschränkung.
    Ganz besonders gilt dies für lowcarb , da man damit nicht unbedingt "Gesellschaftsfähig" ist. Gerade erst wieder bei Hotelverpflegung erlebt, man ist immerzu die "Extrawurst" ( zudem in südlichen Ländern mein Magen-Darm Rohkost nicht verträgt)

    Fazit: lasst sie doch leben mit ihrer Haferkur, wenn es diesen positiven und alltagstauglichen Effekt hat!

    Ich habe noch keine Haferkur durchgehalten, schon am ersten Tag ist mir abends übel oder habe Magenschmerzen vor Hunger.
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    am 17.10.2025 07:20:48 | IP (Hash): 444784909
    Ja, klar. Jeder darf selbst entscheiden.
    Nur ein Lebensmittel mit knapp 60% KH scheint mir kaum geeignet ...

    Mit dem Hunger und dem Esse:n
    Ich esse ständig. Die von vielen Seiten empfohlenen Pausen zwischen den Mahlzeiten halte ich nicht ein.
    Es kann passieren, dass ich mir nachts (nach dem Aufstehen) vier Zanderfilets anbrate und verzehre.
    Vielleicht lege ich mich danach nochmal ins Bett oder mache Home-Office (ab 2 Uhr erhalte ich per Mail das erste "Futter" für das tägliche Arbeitspensum).
    Um spätestens 6 Uhr gibt es dann das erste "offizielle" Frühstück. Wenn ich keine Auswärtstermine habe, folgt eher um 8 Uhr als um 9 Uhr das "zweite" Frühstück.
    Alles natürlich KH-arm mit Ausnahme von Gemüse/Rohkost und ggf. Milchzucker.
    Die dauerhafte Umstellung ist eher ein organisatorisches "Problem". Vor Urlaubsreisen & Co. habe ich tatsächlich auch "Respekt". Aber ich habe gelernt, dass zeitlich begrenzte Ausnahmen durchaus gestattet sind und verziehen werden.

    -- Typ DM 2 - aktuell keine und bisher noch nie Medikamente - HbA1c unter 5,7 -- Stand: 08/2025