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  • Daniela

    Rang: Gast
    am 22.09.2010 16:06:16
    Hallo Jürgen,

    das hast Du auch für die ICT sehr schön erkannt :-)
    Und wenn die Kanüle das einzige Problem wäre, würde es weniger Ketos und Hypos geben.
    Ich habe mir heute mal die Zeit genommen die Befüllbarkeit von Kathetern zu testen - ätzend, was bei den meisten Kathetern heraus kommt.
    Es ist quasi nicht machbar derzeit verfügbare Katheter luftblasenfrei zu befüllen, die sind so bescheuert konstruiert, dass sie entweder Nebenluft ziehen oder den Flüssigkeitsfilm des Insulins aufreissen (--> Luftblasen), bzw. sich Luftblasen zwischen Katheter und Reservoir bilden.
    Dass die Reservoire, wenn sie frisch geöffnet sind, dazu neigen Luftbläschen festzuhalten, ist mir bereits seit Jahren aufgefallen, das mit den Kathetern nicht.
    Auch wenn es sich um kleine Luftblasen handelt, kleine Kinder oder ältere Erwachsene mit geringem Insulinbedarf bekommen Probleme - ganz sicher, denn hat man es endlich geschafft, die Luft da raus zu bekommen, sind das locker 5 - 10 mm im Schlauch, die 5 - 10 mm Insulin fehlen dann.
    Wieviele Einheiten Insulin das dann sind, hängt von der Kompression der Luft/dem Druck der Pumpe zum Gewebe ab, das kann ich nicht mal eben ausrechnen.
    Eine schlauchfreie Pumpe bietet dann nicht einmal die Möglichkeit diese fehlenden mm an Insulin zu erkennen, man wundert sich nur weshalb der Morgenwert höher ist und wie sieht es eigentlich im Inneren des Omnipod aus, kommt es da auch zu solchen Erscheinungen - ich weiß es nicht.

    LG, Daniela
  • Rudi

    Rang: Gast
    am 22.09.2010 17:09:17
    >>Auch wenn es sich um kleine Luftblasen handelt, ... bekommen Probleme - ganz sicher... die 5 - 10 mm Insulin fehlen dann. Wieviele Einheiten Insulin das dann sind, hängt von der Kompression der Luft/dem Druck der Pumpe zum Gewebe ab<< Sind wir mal grosszügig und vernachlässigen den Druck, kommt folgendes bei raus: Innendurchmesser Flex-Link-Schläuche 0,36 mm - ich nehme 0,4 mm, Luftblasenlänge (unkomprimiert!) 20 mm und 100 IE/ml, dann folgt nach Volumen V=r²&#960;h= 0,2² x &#960; x 20 = 2,5 mm³. 2,5 mm³ entsprechen 0,0025 ml, die mit dem Insulin ins Verhältnis setzen, kommen maximal
    0,25 IE fehlen als Luft. Ich glaube selbst bei kleine Kinder oder ältere Erwachsene mit geringem Insulinbedarf wäre das vernachlässigbar - ODER?? von Rudi
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 22.09.2010 17:36:07
    Moin Daniela,

    rein technisch würde ich mit weniger Leitung weniger Lüftungsmöglichkeiten erwarten. Und beim Pod hast Du halt nur einen Bruchteil der üblichen Leitungslänge. Und Du hast mit dem kompletten Teil direkt am Körper eine konstante Temperatur im gesamten System, was auch gut für weniger Blasenbildung ist. Zudem hast Du mit der von der Fläche her größeren und stabileren Auflage wahrscheinlich weniger Fehl-/Rückfluss-Probs, weil die Kanüle erheblich weniger Möglichkeit hat, im Fell zu arbeiten und so den Einstichkanal fehlleitend zu erweitern.

    Für mich persönlich sehe ich generell keinen Pumpenvorteil gegenüber ICT. Trotzdem interessiert mich die Technik, und was ich seit Jahren von Pod-Trägern aus USA lese, spricht uneingeschränkt für diese Bauform. Nicht zuletzt deswegen hab ich eigentlich kein Verständnis für Deine Pod-Abwertung im anderen Fred :-(

    Bisdann, Jürgen
  • Daniela

    Rang: Gast
    am 22.09.2010 18:51:48
    Hallo Ihr beiden,

    da muss ich dann doch ausholen und erklären wie und was ich getestet habe.
    Ich habe mir verschiedene Katheter gegriffen (Tender Link, Rapid D Link, Superline-D, Polyfin) und den Schlauch nach dem Zwischenstück Reservoir/Katheter nach ca. 2 cm Schlauch abgeschnitten. Dann habe ich ein Reservoir meiner Ex-Pumpe Animas genommen (neu) und dieses mit eingefärbtem Wasser befüllt - das dürfte dann in etwa der Viskosität von Insulin entsprochen haben. Das Reservoir war definitiv blasenfrei, das Wasser hat übrigens auch nicht ausgegast - das ist bei Insulin übrigens anders!

    Es war definitiv ein großes Problem die Katheter blasenfrei zu befüllen. Weiterhin bildeten sich neue Luftblasen nachdem ich den größten Teil an Luft bereits aus dem Schlauch heraus geschoben hatte (Nebenluft).

    Nun, man kann behaupten, dass 0,25 IE kein Problem sind - stimmt. Aber hier macht es die Häufigkeit von 0,25 IE UND welche zusätzlichen Fehlerursachen weitere Insulingaben vermindern.
    Das kann man jetzt mal als Gedankenexperiment mit Fehlerberechnung ausmalen (das rechne ich jetzt nicht aus..).
    Da die meisten Probleme nachts auftreten, wo es i.d.R. keinen Essensbolus gibt, kann es zu basalem Insulinmangel am Morgen kommen - toll, vor allem für Kinder, die dann ja häufig kein Eigeninsulin mehr haben und wo dann schon minimale Dosen fehlendes Insulin eine Ketoazidose auslösen können.
    Im Übrigen sind 0,25 IE bei einer Basalratenmenge von 0,2 IE/kg Körpergewicht schon interessant. Lass es ein 5jähriges Kind mit 20 kg Körpergewicht sein, das entspricht einer Basalgesamtmenge von 4 IE und die fehlende Menge an Insulin wären dann 6,25% - das könnte dann 1 h - 2 h kein Basalinsulin in der Nacht bedeuten. Kleinere und leichtere Kinder trifft es dann umso härter.

    Ich will ja nur sensibilisieren, letztendlich würden mich diese 0,25 IE auch nicht stören - wären es einmalig 0,25 IE die fehlen..

    Jürgen,

    da denke ich mit dem Pod wie Du, was den fehlenden Schlauch betrifft. Nur habe ich das Ding nicht gesehen, dementsprechend nie rein geschaut und ich bin auch nicht sicher ob da blasenfrei Insulin im Reservoir vorliegt, ich bin akribisch hinterher was Blasen im Reservoir betrifft - das kostet aber zum Teil viel Zeit mit Klopfen, leicht Anwärmen, Umdrehen des Reservoirs, wieder Klopfen, dann Befüllen, Klopfen.. Man sieht nicht ob da Luft drin ist oder nicht - schade.

    Man sieht auch nicht ob die Kanüle liegt, ich hatte mit so niedlich kleinen Teflonkanülen ja schon häufig den Fall, dass die Kanüle sich vor Eintritt in die Haut zusammen geräufelt hatte und nur ein winzig bisschen in die Haut eindrang.

    Hier findet ihr Bilder davon
    bbs.tnbz.com/viewthread.php?tid=132181

    und hier erneut, ich sehe da schon mindestens 1 Luftblase (Reservoir und Zwischenstück Katheter/Reservoir)
    forums.childrenwithdiabetes.com/showthread.php?t=50312

    Naja, außerdem sind da mehr Verbindungsstücke als es bei der "normalen" Pumpe der Fall ist, also noch mehr mögliche Fehlerquellen.

    Bitte nicht von der Kompaktheit blenden lassen.

    LG, Daniela

  • Nachtrag v. Daniela

    Rang: Gast
    am 22.09.2010 19:05:33
    Habe gerade weitere Bilder entdeckt, da berichtet ein Elternteil wie toll das Ding ist und wie glücklich das Kind ist..

    http://www.flickr.com/photos/capturelifeinaction/3712105952/in/photostream/

    Naja, ich sehe da auf einem der Bilder eine riesige Luftblase, aber schöne Bilder hat der gemacht - nur wieso ist die Luftblase nicht aufgefallen oô

    Gott sei es gedankt, dass ich nicht bereits im Kindesalter an Dm erkrankt bin und meine Mutter das hätte machen müssen.. von Nachtrag v. Daniela
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 22.09.2010 19:57:07
    Moin Daniela,

    ich bin Baujahr 47. Damals hat noch nicht mal jemand von ner Insulinpumpe geträumt. Da war 1 Schuss pro Tag noch Standard und der aus nem selbst ausgekochten und mit der Feile angespitzen veritablen Rohr. Die meisten von den Kriegs- und Nachkriegs-Jahrgängen mit Typ1 haben ihre Nachrufe längst hinter sich und ebenso erschreckend viele, die mit mir vor 20 Jahren als 2er angefangen haben.

    Verglichen mit Nachkrieg war das vor 20 Jahren schon paradisisch. Und wenn ich heute ein Kind mit Diabetes betreuen würde, würde ich als erstes das Insulin verlängern/verdünnen und damit die volumenmäßige Dosierung in eine praktisch händelbare Größenordnung holen. Damit würden auch die Blasen im Reservoir wenigstens einen Teil ihres Schreckens verlieren, den sie in meinen Augen ohnehin nicht haben, weil sie sich in dem Druckbereich, über den wir hier reden, eher statisch verhalten und sich eher nicht gummimäßig zusammendrücken lassen bzw. dann Insulin drückend expandieren.

    Verlängern wäre übrigens ein einfaches Rezept für alle besonders insulinempfindlichen Pumpis, wenn ihnen für sie zu große Dosierschritte Schwierigkeiten machen :-)

    Bisdann, Jürgen
  • Daniela

    Rang: Gast
    am 23.09.2010 00:39:02
    Ja Jürgen,

    genau das würde ich auch tun, verdünnen.
    Leider sind nicht alle Pumpen umstellbar und die Rechnerei ist dann nicht so der Hit ^^

    Früher hat man sicher auch mehr Insulin verwendet als man es heute mit den Pumpen muss, Luft macht sich erst bemerkbar wenn man mit der Dosis/Tag bereits am Optimum ist, dafür kann man damit aber flexiblere Lebensweise praktizieren, die pp-Werte sind nicht zickig und man die Einstellung ist stabiler als mit zuviel Insulin.
    Ich will wirklich nicht verteufeln, man muss nur genau hinsehen und das Omnipod hat Vorteile UND Nachteile :-)

    LG, Daniela
  • Jasmine

    Rang: Gast
    am 26.09.2010 20:46:24
    Hallo,

    es gibt auch andere Insulin Mischungen im Handel. Z.B. für Säuglinge. Ich glaube sogar U4
  • Nellrock

    Rang: Gast
    am 28.09.2010 22:15:26
    Hallo,
    ich bin neu in diesem Forum. Es interessierte mich, da ich Freitag die Omnipod bekomme. Ich wollte einfach mal verschiedene Meinungen dazu lesen. Probehalber habe ich sie bereits drei Tage getragen und kann nur positiv darüber berichten. Die Skepsis der anderen kann ich nicht teilen. Seit einigen Jahren bin ich nun Pumpenträgerin, seit 27 Jahren an Diabetes erkrankt. Am besten an der neuen Pumpe ist natürlich, daß alles ohne Schlauch geht, man sieht sie nicht mehr. An meiner bisherigen habe ich auch durch eine Nickelallergie die Teflonkanülen.
    Ich war auch erst misstrauisch, aber wie gesagt, sie ist zu empfehlen. Man merkt sie auch nicht so, wie die bisherigen, die ja doch am Gürtel etc. hängen. Man kann alles mit ihr machen, baden, duschen, Sport etc..
  • steffi

    Rang: Gast
    am 29.09.2010 11:21:38
    hallo zusammen,
    hallo anonyme-ab-Freitag-omnipod-träger(in),

    finde die diskussion sehr sehr interessant und bin schon ganz gespannt was du zu erzählen hast, wenn du den omnipod dann wirklich ab freitag trägst. ich glaube wir sind schon alle ganz gespannt auf deinen erfahrungsbericht!

    lg