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Hohe Werte nach dem Frühstück
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Chrissi
Rang: Gastam 04.01.2010 10:35:52
Hallo Leute,
vielleicht habe Ihr ein paar Tips für mich!?
Ich habe seit zwei Jahren Diabetes 1 und seit einem Monat brauche ich auch Langzeitinsulin, da meine Werte am Schluss zu Hoch waren.
Ich hatte für ein Vollkornbrötchen 16 Einheiten Humalog spritzen müssen.
Jetzt spritze ich zusätzlich 8 Einheiten Levemir zum Schlafen gehen und zum Frühstück.
Eine Weile hat alles gut geklappt doch in letzter Zeit habe ich nach meinem Brötchen morgens und 8 EInheiten Humalog wieder Werte über 200!?
(Dieses Problem habe ich nur Morgens)
Kann ich morgens einen so hohen Faktor haben!?
Wie sind Eure Faktoren morgens und was spritzt Ihr so für ein Brötchen?
Werde natürlich auch mal meinen Arzt um Rat bitten!
Schonmal Danke für die Antworten!!!
LG von Chrissi -
Astrid
Rang: Gastam 04.01.2010 14:14:33
Ich spritze auch Levemir, allerdings inzwischen nachts nach 24.00 Uhr und nachmittags gegen 15.00 Uhr, je 6 IE .Denn angenommen, du spritzt Levemir gegen 21.00/22.00 Uhr abends, dann hast du die Wirkspitze genau dann, wenn dein Körper uhnehin am wenigsten Insulin brauchst, was leicht zu nächtlicher Unterzuckerung führen kann, und die
Leber dazu veranlaßt Hormone auszuschütten, die dich wiederum mit einem hohen NBZ aufwachen lassen.
Was du probieren kannst, ist nach 18.00/19.00 Uhr nichts mehr zu essen, oder was bei mir Wunder wirkt, wenn ich manchmal einen zu hohen NBZ habe, ist einfach gleich nach dem Aufstehen nur 2 IE Bolus-Insulin zu spritzen und eine Stunde nichts zu essen, dann bleibt mein BZ den ganzen Tag brav unter 100.
Aber ist ja bei jedem anders. Bin auch erst seit knapp 2 Jahren Typ 1 und man lernt nie aus.
viel Glück von Astrid -
Chrissi
Rang: Gastam 04.01.2010 14:34:24
Hallo Astrid,
habe schon nachts gemessen und meine Werte waren gut, genau wie morgens nach dem Aufstehen, da sind sie auch noch im grünen Bereich!
Nur nach dem dem Frühstück steigt der Zucker. Dann korregiere ich und für den Rest des Tages läuft wieder alles wie am Schnürchen!
Ich esse selten nach 18 Uhr und wenn dann nur etwas Leichtes, also BEfrei!
LG von Chrissi -
EH
Rang: Gastam 04.01.2010 14:51:23
Hallo Chrissi,
du solltest vielleicht mal dein Vollkornbrötchen unter die Lupe nehmen.
Manche Vollkornteile werden mit Malz gefärbt, damit sie schön braun sind.
Was das für einen Diabetiker bedeutet, muß ich dir nicht sagen.
von EH -
Chrissi
Rang: Gastam 04.01.2010 16:45:13
@ EH
Es ist ein Korneckbrötchen vom Kamps, ich liebe diese Dinger und esse sie schon eine ganze Weile!
Das wäre aber eine Idee, probiere mal ein anderes aus! Wobei ich Mittags ebenfalls eins esse und es da gut geht!
Grüßle von Chrissi -
Jürgen
Rang: Gastam 04.01.2010 17:46:17
Moin Chrissy,
dass das gleiche Brötchen morgens mehr Insulin braucht, als zu anderen Tageszeiten, lässt sich sogar bei völlig gesunden Menschen nachweisen. Nur steigt da der BZ dafür nicht höher an, sondern die dafür ausgegebene Insulinmenge.
Messen tun das die wenigsten Diabetiker, denn die meisten messen nicht nach dem Essen - und bis zur nächsten Mahlzeit ist die Spitze egal wie hoch längst durch. Und die meisten von uns haben ja auch noch gelernt, dass beliebig hohe Spitzen nach dem Essen völlig ungefährlich sind, so lange der BZ zur nächsten Mahlzeit wieder im Ziel landet.
Bisdann, Jürgen -
markus nerger
Rang: Gastam 04.01.2010 21:29:33
hallo chrissi,
schreib doch mal, wann du nach dem input die hohen werte mißt - wieviele h danach. Mißt du auch mal 1 -- 2 -- 3 h nach dem Essen? Hast du es mal mit SEA (Spritz-Eß Abstand versucht ?
Was ist drauf auf dem Korneck ? von markus nerger -
Chrissi
Rang: Gastam 04.01.2010 22:32:34
Ich messe zwei Stunden nach dem Essen.
Auf mein Korneck kommt Equisa (Joghurt), daumendick! :-) dazu zwei Tassen Kaffee mit je einem Schuss Milch.
Ich weiss schon das der Körper morgens am meisten Insulin benötigt, aber was spritzt ihr denn so für ein Brötchen?
von Chrissi -
Joa
Rang: Gastam 04.01.2010 23:25:54
> Chrissi schrieb:
> Jetzt spritze ich zusätzlich 8 Einheiten
> Levemir zum Schlafen gehen und zum
> Frühstück.
> Eine Weile hat alles gut geklappt
> doch in letzter Zeit habe ich nach
> meinem Brötchen morgens und 8
> EInheiten Humalog wieder Werte
> über 200!?
> (Dieses Problem habe ich nur Morgens)
Was sagt denn der Arzt dazu?
Ansonsten täte ich sagen, dass Deine Basis zu niedrig ist, so dass Du am Morgen eine Insulinresistenz hast.
Ähm, wann stehst Du denn auf und wann spritzt Du das Frühstücksinsulin?
Gruß
Joa -
Astrid
Rang: Gastam 05.01.2010 00:54:34
Und Basalratentest, laß mal das Frühstück weg, steigt dein BZ auch ohne Essen?
Und was passiert, wenn du abends mehr Levemir spritzt?
Hast du das Brötchen mal gewogen, die meisten haben leicht 4 BE.
Ich denke, daß dein ansteigender BZ nach dem Frühstück einfach auf die auslaufende Levemir-Wirkung zurückzuführen ist. Meiner Erfahrung nach wirkt Levemir nicht gleichmäßig. Bei mir ist es im Prinzip ähnlich:
Ich wache um 7.00 UHr mit BZ um die 100 auf und jede Stunde kommen da 20 drauf wegen nachlassender Levemir-Wirkung, also auch ohne Essen hätte ich gegen mittag knapp BZ 200.
Entweder spritze ich dann mal eine Einheit Bolus beim Frühstück mehr, aber meistens mache ich vormittags Sport ( arbeite nachmittags ) und das verträgt sich gut mit nachlassendem Basal.
Deinen BE-Faktor finde ich auch ganz schön hoch.
mfg von Astrid -
Jürgen
Rang: Gastam 05.01.2010 01:59:59
Moin Chrissi,
je nach Art und Größe kostet mich ein Frühstücksbrötchen 12-15 Einheiten Apidra. Spritze meistens auf der Bettkante und frühstücke meistens etwa 30-45 Minuten später. Ausgangs-BZ je nach Tageszeit zwischen 6 eher 80 und 9 Uhr eher 110mg/dl.
Bisdann, Jürgen -
.Jürgen
Rang: Gastam 05.01.2010 14:46:34
hatte 12-16 heißen sollen. Eigentlich brauche ich nur 2-Schritt-Pens von .Jürgen -
Chrissi
Rang: Gastam 05.01.2010 20:28:32
@ Jürgen:
Dann brauchst du ja auch sehr viel für ein Brötchen, hmmm!!!
Mein Arzt (ebenfalls 1er) meinte für 16 Einheiten könne er sich sooo richtig satt essen!
Irgendwie frustriert mich momentan alles, es nervt mich ungemein das es einfach nicht so klappt wie ich es will und somit bin ich auch nicht so dizipliniert wie sonst....haaaaaach, Teufelskreis, hoffentlich krieg ich wieder die Kurve!!!
Danke für die Antworten, freue mich immer über Euer Feedback! :-)
LG von Chrissi -
Jürgen
Rang: Gastam 05.01.2010 21:05:59
Sattessen geht auch ohne viel Spritzen, 4 IE heute mittag fürn großen Teller Rotkohl mit Sauerbraten (was haben mir die Kartoffeln gefehlt, für die ich früher den Braten liegen gelassen hätte!). Aber anschließend 10 IE fürn kleines Schälchen Birnenkompott. von Jürgen -
Joa
Rang: Gastam 06.01.2010 00:20:47
Hallo Chrissi,
> Chrissi schrieb:
> @ Jürgen:
> Dann brauchst du ja auch sehr viel
> für ein Brötchen, hmmm!!!
Achtung bei Vergleichen zwischen Typ 1 und Typ 2. Einiges lässt sich nur sehr bedingt vergleichen.
Jürgen hat vermutich einen gestörten Fettstoffwechsel und eine (auch deswegen) mythische Insulinresistenz.
Du hast vermutlich eine fettsäuren-/ hormonellbedingte Resistenz am Morgen in der Folge gewisser basaler Insulinmängel im Vorlauf.
Ich halte den auf solchen Unterschieden beruhenden Erfahrungsaustausch für höchst interessant, aus Typ 1 Sicht aber für ziemlich sinnbefreit.
Solltest Du aber neben einem Typ 1, auch einen Typ 2 Dein Eigen nennen dürfen, das wäre das, was als Doppeldiabetes charakerisiert wurde, kannst Du Etliches aus Jürgens Erfahrung für Dich übertragen.
Gruß
Joa -
Chrissi
Rang: Gastam 06.01.2010 09:06:22
Achso, er ist Typ 2, ui das wusste ich nicht oder habe es überlesen! :-)
LG von Chrissi -
Jürgen
Rang: Gastam 06.01.2010 12:28:08
Moin Joa,
im Prinzip bleibt sich's unter den Typen recht ähnlich. Auffällig sind halt die Richtung Typ2 größeren Mengen, die sich aber auch sonst nicht wirklich vergleichen lassen. Nicht alle Typ1 haben die selben Faktoren und ebenso nicht alle Typ2. Aber ohne passende Basal-Versorgung ist der Bolusbedarf, egal wie typmäßig begründet, immer erheblich höher, als Bolus plus passender Basal-Anteil zusammen. Und ohne passendes Basal wirkt der Bolus auch sehr viel träger. Aber das ist halt, was man mit der immer passenderen Basal-Zugabe als Betroffener erst einmal erfahren muss.
Natürlich kann man wenigstens theoretisch nach Typenlehre aufdröseln, aber mit der Zuordnung wird’s bei Späterberufenen immer weniger eindeutig. Nicht zuletzt deswegen ist der möglichst gesunde BZ-Verlauf mit möglichst wenig Insulin-Einsatz eine recht brauchbare typenübergreifende Richtschnur für das systematische Lernen via Trial & Success.
D.h. etwa für's nächtliche Basal, dass das nur mit Pumpe vielleicht noch passender geht, wenn der BZ damit in der Umgebung von 1 Uhr (meistens empfindlichste Zeit) zuverlässig gerade knapp über der persönlichen Hypogrenze bleibt. Oder wenn's der Nachtschwärmer so spät/früh spritzt, dass sein Wirkanlauf mit dem allmorgentlichen BZ-Anstieg zusammen fällt.
Schönen Rest von 2010! Jürgen -
markus nerger
Rang: Gastam 06.01.2010 20:33:01
Jürgen, wenn du Typ 1 und Typ 2 fast gleichstellst wirst du wohl bald gegrillt (ohne Kartoffeln) werden. :-) von markus nerger -
Joa
Rang: Gastam 06.01.2010 23:39:36
Moin Jürgen,
selbstverständlich hast Du Recht, dass es durchaus Vergleichbarkeiten gibt.
Hier hast Du aber Deine Faktoren als Typ 2 kommentarfrei neben die von User(in) Chrissi genannten Größen gestellt. Für Dich war sein/ihre Ausgangslage dabei transparenter als umgekehr.
Und die Ausgangslage von Chrissi lässt mich die Faktoren zum Frühstück als resistenzgeprägt annnehmen.
Wie Du auch richtig geschrieben hast, überhöhter Bolusbedarf erklärt sich oft mit einem basalen Mangel.
Leider hat User/in Chrissi die vorgehenden Fragen ignoriert, so dass weitere Annahmen zur Sachlage ebenfalls sinnbefreit wären. Sie braucht für ein Brötchen, wir nehmen 4 BE an, 8 IE. Das könnte am Morgen durchaus noch so grade einem Typ 1 (nicht 1c) entsprechen. Hier aber, bei 8 IE Levemir als Basis gegen 20/21 Uhr ist doch der Basalmangel im Dawn und zum Aufstehen programmiert.
8 IE Levemir entsprechen bei einem User von nicht unter 40 kg Lebendgewicht einer Dosisgröße von =< 0,2 IE/kg. Schaut man sich die Wirkkurvendarstellung von Novo Nordisk zu Levemir an, gipfelt diese Dosisgröße nach spätestens 3 Stunden und fängt nach spätestens 4 Stunden dann an langsam zu verflachen.
Auf alle Fälle ist, wie Userin Anita feststellte, der höhere Insulinbedarf des Menschen im Dawn so nicht abdeckbar.
Und somit ist es wohl auch nicht verwunderlich, wenn es nach dem Frühstück auf der Ebene einer basalmangelbedingten Insulinresistenz überhöhte Werte gibt.
Dir ist ja noch im Sinn, wie sich eine angepasste Insulinierung der Hormone des Aufstehphänomens (RAAS) bei Dir bemerkbar gemacht hat.
Im übrigen dann auch ein Beispiel für Übertragbarkeiten zwischen den insulinpflichtigen Typen.
Und den 1c wollen wir natürlich immer noch nicht vergessen. ;-)
Gruß
Joa
p.s.
In Althausen gibt es auch eine Gruppenschulung für insulinierende Typ 2. :-)) -
Chrissi
Rang: Gastam 07.01.2010 09:25:10
@Joa:
Ich hatte geantwortet, ist irgendwie verschwunden oder der PC hing :-(
Ich bin seit zwei Jahren Typ 1, 29 Jahre, weiblich, normalgewichtig!
Spirtze Humalog zum Essen und seit kurzer Zeit 8 Einheiten Levemir vor dem Schlafen gehen, meistens gegen 22 Uhr und 6 Einheiten Morgens beim Frühstück so um 7 Uhr.
Mien Brötchen hat ca 3 BE, laut Kalorientabelle vom Kamps.
Grüßle von Chrissi -
EH
Rang: Gastam 07.01.2010 10:38:37
"Auf alle Fälle ist, wie Userin Anita feststellte, der höhere Insulinbedarf des Menschen im Dawn so nicht abdeckbar.
Und somit ist es wohl auch nicht verwunderlich, wenn es nach dem Frühstück auf der Ebene einer basalmangelbedingten Insulinresistenz überhöhte Werte gibt. "
Insulinresistenz im eigentlichen Sinn gibt es bei Typ1 nicht, auch wenn das Wort immer öfter falsch verwendet wird. Außderdem gibt es keinerlei Zusammenhang zwischen Dawn-Syndrom und Insulinresistenz.
Gruppenschulungen für Typ2 gibt es überall. Dafür braucht man nicht nach Althausen zu fahren. von EH -
Joa
Rang: Gastam 07.01.2010 12:29:42
Hallo Chrissi,
wenn Du um 7 Frühstückst und Dein Insulin direkt dazu gibst, wann stehst Du auf?
Gruß
Joa -
Chrissi
Rang: Gastam 07.01.2010 12:45:22
Ich stehe um 6 auf, mit normalen Werten! von Chrissi -
Joa
Rang: Gastam 07.01.2010 13:40:45
OK Chrissi,
dann passt der Nachtverlauf zumindest noch einigermaßen. Vermutlich sind aber Deine Betazellen weiter abnehmen bis wech.
Hier könnte es, wie vorstehend auch schon geschrieben wurde, sehr sinnvoll sein, direkt zum Aufstehen eine Dosis schnellwirkenden Insulins zu setzen. Deren Umfang Du experimentell ergründen kannst.
Vermutlich würde der Wert auch ohne Frühstück ansteigend sein!
Du könntest überlegen (natürlich nicht ohne Konsultation des Arztes) zum direkt beim Aufstehen mal mit 2 IE Humalog an den Start zu gehen.
Der Wert darf dann nicht nennenswert steigen, aber er soll in den nächsten 3 Stunden auch nicht sinken.
Als zweite Maßnahme dann zwischen Frühstück und Bolus einen SEA in 10-Minuten-Schritten ausprobieren.
Aber Achtung, wenn diese Maßnahmen greifen, könnte es vor dem/nach dem Frühstück durchaus hypokritisch werden.
Mehr sagt Dir Dein Doc.
Gruß
Joa -
Jürgen
Rang: Gastam 07.01.2010 17:08:37
Moin Chrissi,
Joas Tipps finde ich gut, wüsste allerdings aus der Selbsthilfe in meiner näheren und weiteren Umgebung, ca. 100 km, keinen unter den mehr als 20 Diabetologen, mit dem ein ratsuchender Typ1 so detailliert reden und auf der Schiene noch weitere Hilfe erwarten könnte.
Bin neugierig: Wenn Du schreibst, dass Du normale Werte hast, was bedeutet dann z.B. beim Aufwachen oder 2 Stunden nach dem Futter-Input in mg/dl normal?
Schönen Rest von 2010! Jürgen