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Diabetes? BZ leicht erhöht Insulin stark erhöht

  • Stefanie

    Rang: Gast
    am 07.09.2009 22:15:24
    Hallo zusammen!

    Ich war heute bei meiner Endo und die hat mir gesagt das ich wahrscheinlich "Zucker" hab....
    Nach meiner Nachfrage antwortete sie es sei "Insulinresistenz" ?? ist das beginnende Diabetes? kann ich da noch gegensteuern? mit Ernährung und Bewegung?

    Beim Zuckerbelastungstest waren mein nüchterner BZ normal 86 nach einer halben Stunde noch unter hundert nach einer Stunde bei 216 und dann sank er wieder nach zwei Studen 96
    Mein Insulinwert war aber schon nüchtern fast bei 100 und nach zwei Stunden immer noch bei ca. 200.

    Irgendwie kenn ich mich jetzt nicht mehr aus.... kann mir jemand helfen?

    Vielen Dank!!
    Liebe Grüße
    Stefanie
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 08.09.2009 00:48:55
    Moin Stefanie,

    gesund wird mit um gut 60 bis um gut 80 mg/dl aufgewacht, 1 Stunde nach dem Input von viiiiel Stärke=Zucker(auch oGTT) um 120 bis max 140 gemessen und 1 Stunde noch weiter wieder um gut 80. Dafür, dass das so funktioniert, braucht es in der ersten Stunde nach dem Essen besonders viel Insulin, wie Du hier sehen kannst www.phlaunt.com/diabetes/16422495.php

    Was bei Dir nicht funktioniert, findest Du hier http://de.wikipedia.org/wiki/Inkretin-Effekt
    Damit bist Du in der Tat auf dem besten Weg zum Diabetes, denn der ist keine großartige Veränderung Deiner Situation, sondern nur noch etwas mehr Blutzucker. Und zu viel Blutzucker macht von gesund an ansteigend immer mehr krank. Da ist keine Schwelle unter der erheblich weniger und über der erheblich mehr Folgekrankheiten eintreten. Die Diagnose-Größen wurden Ende der 70ger Jahre des vorigen Jahrhunderts völlig unabhängig von medizinischen Gesichtspunkten rein verwaltungstechnisch festgesetzt und seitdem nur wenig modifiziert.

    Du kannst also jetz abwarten, bis Dein Blutzucker mit immer größeren und weiteren Schwankungen nach dem Essen endlich über 200 mg/dl 2 Stunden nach dem Essen bleibt, und Dich dann auf Diagnose Diabetes behandeln lassen. Oder Du machst dich mit etwas System an die Arbeit und findest heraus, was Du in welchen Portionen essen kannst, wenn Du Deinen Blutzucker gezielt im gesunden Rahmen halten willst - und hältst dich dran :-)

    Daumendrück, Jürgen
  • Stefanie

    Rang: Gast
    am 08.09.2009 12:06:58
    Hallo Jürgen

    Vielen Dank für Deine Antwort! Ein bischen was versteh ich jetzt besser....

    Meinst Du ich kann das mit dem Diabetes noch abwenden?
    Sollte ich mir so ein Blutzuckermessgerät zulegen? Wann und Wie sollte ich dann messen? Sollte ich zur Ernährungsberatung gehen?

    Vielen Dank für Deine Antworten!!!

    Sorry kenn mich leider noch garnicht aus.

    LG Stefanie
  • Rainer.

    Rang: Gast
    am 08.09.2009 17:44:19
    Hallo Stefanie,

    ein BZ-Messgerät solltest du dir zulegen. Die Ernährungsberatung kannst du dir schenken.

    Versuche deinen Speiseplan so zu gestalten, dass der 1h-Wert möglichst unter 140 bleibt. Da deine BZ-Automatik noch ziemlich gut funktioniert, dürfte das für dich ganz einfach sein. Du musst nur ausprobieren, wieviel und welche Sachen du zu welcher Mahlzeit essen kannst, ohne die 140 zu übersteigen. Dabei kommt es besonders auf die KH an. Vielleicht bringen es bei dir Vollkornbrot und -brötchen. Vielleicht musst du weniger Kartoffeln, Nudeln, Reis und mehr Gemüse essen. Vielleicht reicht es für dich sogar schon, langsamer bzw. in Etappen zu essen. Das ist bei jedem etwas anders, deshalb musst du das mit probieren und messen herausfinden.

    Wenn du dein Essen so umstellen kannst und deinen BZ gesund führst, dann hast du sehr große Chancen, niemals Diabetes zu bekommen. Du musst das ganze auch nicht sehr verbissen sehen. Du hast viel Zeit zum probieren und Fehlversuche können dir auch nicht viel anhaben. Das ist dein Vorteil, solange du noch keinen Diabetes hast - du solltest den nutzen.

    Alles Gute, Rainer von Rainer.
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 08.09.2009 18:51:45
    Moin Stefanie,

    es gibt inzwischen Ärzte, die Diabetes ab 200 mg/dl irgendwann am Tag definiert sehen. Bei denen gehörst Du dann schon jetzt dazu. Denn ne Stunde nach 2 Brötchen wirst Du's wahrscheinlich schon schaffen, allerdings eher nicht, wenn Du die wie erstes und zweites Frühstück mit ner Stunde Pause dazwischen einschiebst.

    Diabetes ist also nicht wie Masern, wo Viren im Untergrund wirken und sich vermehren, bis ihre kritische Masse überschritten wird und die Krankheit mit diesen roten Flecken sichtbar ausbricht. Diabetes ist eher ähnlich Bluthochdruck. Und wenn der krankmachend zu hohe Druck eine eigene Namensbezeichnung hätte, würden Dir auch alle zu erklären versuchen, dass sich mit der Namensänderung bei Überschreiten eines bestimmten Druckes diese Krankheit eben manifestiere und dass Du sie so lange noch nicht hast, so lange die Definition noch nicht überschritten ist. Beim Blutzucker und Diabetes finden das alle völlig logisch.

    Wie Rainer schon geschrieben hat, BZ-Messgerät besorgen (z.B. auf der Homepage eines Geräteherstellers anklicken, dass Du so ein Teil probieren und gegen Rücksendung des entsprechenden Fragebogens behalten willst). In den ersten Wochen schon mit 10 Streifen am Tag rechnen. Wirst Du allerdings selbst bezahlen müssen :-(
    Wenn Du Deine neuen Grenzen dann ausgetestet und dich drin eingerichtet hast, wird Dir sicher reichen, wenn Du alle paar Wochen mal ein paar Stichproben machst, damit Dir rechtzeitig auffällt, wenn Dein Blutzucker seine gesunden Grenzen doch mal öfter überschreiten will oder/und Du dazu neigst, ihm immer mehr Antrieb dazu zu geben ;-)

    Daumendrück, Jürgen
  • thomas2002

    Rang: Gast
    am 09.09.2009 01:21:10
    jürgen und rainer haben dir ja schon einiges gesagt. für dich ist es wichtig zu verstehen, das der typ 2 diabetes nur per schlag auf fall entsteht, und die unterscheidung prediabetes und diabetes nur verwaltungstechnisch zu erklähren ist.

    das problem an diabetes ist nicht der diabetes, sondern, daß die gefahr der folgeerkrankungen mit dem grad der entgleisung stetig steigt. ich würde nicht soweit gehen, zu sagen, daß du den diabetes vermeiden kanst, jedoch ist mit einem etwas an mehraufwand eine verzögerung der medikamentösen behandlung von einigen jahren drinnen. für deine "heim"therapie google doch mal glykämischer index und glykämische last. und für billige teststreifen schaue doch mal unter www.INSULINER.de, die optische teststreifen für 11,50 je 50 stk anbieten. die kann man so herrlich mit ner schere halbieren. tagebücher gibt es von hexal, ratiopharm, lifescan, accu check etc pp. entweder bestellen oder ausdrucken. schaue dich auch mal unter dem stichwort versandapotheken oder medizinfuchs um.

    da du von deiner insulinresistenz weist, lasse mal auch deine fettwerte, also hdl, ldl, triglyzeride und cholesterin sowie beim augenarzt den augenhintergrund testen. mein erstes zeichen von dm war etwa 5 jahre vorher eine abweichung der trieglyzeride. von thomas2002
  • Joa

    Rang: Gast
    am 09.09.2009 02:06:19
    Die Gefahr der Entstehung von Folgeschäden beim Typ 2 Diabetes entsteht schon lange, bevor die BZ-Werte überhaupt zur Diagnose eines Diabetes Veranlassung bieten. :-((

    Das hat damit zu tun, dass schon die überforderten Beta-Zellen, auch wenn die Insulinwirkung den BZ-Spiegel noch bändigen kann, erheblich mehr Proinsulin abgeben.

    Und das Proinsulin scheint einen erheblichen Schädigungsfaktor für die Gefäße zu bergen.

    Sagt zumindest Pfützner und sieht das Diagnosekriterium nicht im BZ-Wert, sondern im Spiegel des Proinsulinins.

    Und wenn Du mal bei Google Proinsulin eingibst, wird Dir das vermutlich schnell recht deutlich.

    Gruß
    Joa
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 09.09.2009 10:28:33
    Moin Joa,

    aber hast Du schon mal gehört, dass intaktes ProInsulin bestimmt worden wäre? Noch dazu bei BZs noch unterhalb der Diagnosereife?

    Vielleicht erinnerst Du dich: Im Anfang, geht die Mär, habe der Typ2 viel zu viel Insulin. Dr. DeFronzo hat zwar vor nem knappen Jahr in seiner Dankesrede für den 2008 Banting-Preis vor der ADA (American Diabetes Association) vorgetragen, dass schon im Stadium des Prädiabetes nur noch etwa 20% der Betazellmasse eines gesunden Menschen gleichen Geschlechts und Alters und gleicher Statur Dienst tun, aber wie lange wird das daueren, bis diese Erkenntnis in den Schwerpunktpraxen hierzulande (und auch im diabetesinfo ;-) angekommen ist? Und vor allem, bis die Standardtherapie darauf Rücksicht nimmt oder gar aufbaut?

    Das Proinsulin hat mich übrigens damals bei meiner 140-120-100-Entwicklung angetrieben. Wenn ich die Insulinzusammensetzung schon nicht steuern kann, war die Überlegung, dann wenigstens ein Stück weit die ausgegebenen Insulinmengen, indem ich schon mit meinem Input und gezielter Bewegung und später auch mit gespritztem Insulin einen BZ-Verlauf herstelle, der möglichst wenig eigene Insulinausgabe erfordert.

    Bisdann, Jürgen
  • Rainer

    Rang: Gast
    am 09.09.2009 11:43:46
    Hallo Stefanie,

    du bist hier so massiv mit Fakten und Vorschlägen bombardiert worden, dass ich dich gerne wieder beruhigen möchte.

    Meine Einschätzung ist, dass du dich in einem Anfangsstadium befindest, in dem das Gegensteuern zu dem kleinen Defekt der BZ-Automatik noch total easy ist. Mit deinem oGTT-2h-Wert von 96 hast du noch gut funktionierende Betazellen. Es ist nicht einmal raus, ob bei dir in Zukunft eine Betazellen-Dysfunktion auftreten wird und ob du überhaupt Diabetes bekommen würdest. Deshalb kannst du dir ziemlich sicher sein, dass du nie Diabetes bekommst, wenn du 1 Stunde nach jede Mahlzeit den BZ unter 140 hältst. Vielleicht reicht auch schon 150 oder gar 160, aber dafür möchte ich meine Hand nicht ins Feuer legen. Gelegentliche Ausnahmen sind übrigens vollkommen unbedenklich, wenn sie nicht zur Regel werden.

    Wenn du das nur mit Änderung des Essverhaltens und mit Bewegung nicht hinbekommst, dann kannst du deinen Doc bitten, dir Metformin zu verschreiben. Aus deinem hohen 1h-Wert lässt sich vermuten, dass einer deiner Hauptdefekte neben einer kaputten Phase 1 die ungeregelte Glukagonausgabe der Alphazellen und Glukoseausgabe der Leber ist. Das wird mit Metfomin wirkungsvoll gebremst. Aber probiere es erst einmal ohne Medis. Ich denke, dass du das hinbekommst.

    Das ganze macht für dich nur Sinn, wenn du es als Chance auf eine ausgezeichnete Gesundheit annimmst und mit Elan an die Sache rangehst. Freue dich, dass es jetzt noch ganz einfach geht. Wenn du dich aber durch die mögliche Aussicht auf Diabetes runterziehen lässt und dich dabei krank fühlst, dann lass es lieber sein. Dann kommst du besser, wenn du die weitere Entwicklung abwartest und jedes Jahr den oGTT machen lässt und die Veränderungen beobachtest. Bis du wirklich Diabetes bekommst, können durchaus noch 10 Jahre oder mehr vergehen.

    Viel Freude am Erfolg, Rainer
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 09.09.2009 12:30:16
    Moin Rainer,

    ein bisschen Korrektur: gesund haben wir 2 voneinander unabhängige Regelkreise für unsere BZ-Automatik, den alimentären und den basalen.

    Der alimentäre sorgt für die passende Insulinmenge unmittelbar zur Übergabe der Glukose aus dem neuen Futter aus dem Darm in den Blutkreislauf. Das bestellen die Inkretine genannten Darmhormone (daher Inkretin-Effekt) völlig unabhängig vom aktuellen BZ. So lange dieser Regelkreis funzt, gibt es auch nach einem Eimer Cola keinen BZ-Anstieg über 140 mg/dl.

    Der basale sorgt dafür, dass bei einem relativ konstanten BZ-Verlauf gesund um etwa 65 bis etwa 85 immer alle Zellen mit ausreichend Glukose versorgt werden. Wenn der BZ durch die Entnahme sinkt, geben die Alpha-Zellen des Pankreas mehr Glukagon aus und stimulieren damit die Leber zur Zucker-Ausgabe, und wenn der BZ dann steigt, geben die Beta-Zellen mehr Insulin aus und verstärken damit die Aufnahme der Glukose in die Zellen. Alpha- und Beta-Zellen ergänzen sich so wechselseitig in der gesunden Glukoseversorgung.

    Wenn nun der alimentäre Regelkreis Typ2-mäßig seinen Betrieb einstellt und die ganze neu gegessene Glukose zum Abarbeiten für den basalen übrig lässt, muss der BZ erst höchst auffällig ansteigen, um den zunehmend zu aktivieren. Deswegen die auffällige Spitze beim 1-Stunden-Wert. Und wenn die dann basal bis auf normal abgearbeitet wird, sagt das lediglich, dass dafür noch ausreichend Beta-Zellen funzen.
    Sagt aber keineswegs, dass da noch kein Schwund eingetreten ist oder dass noch kein nennenswerter Anteil der Insulin-Ausgabe in der Form intakten Proinsulins erfolgt, das nur 10% BZ-Senkung im Vergleich zum Insulin bewirkt, dafür aber fleißig in Adipositas und Arteriosklerose macht.

    Trotzdem bleibt natürlich Deine Empfehlung als einzig praktikable (Be)Handlungs-Option: So essen, dass der BZ nach dem Essen zu keiner Zeit über 140 mg/dl ansteigt, nach Möglichkeit. Und häufig lässt sich so ein Anstieg auch sehr wirksam dadurch begrenzen, dass man sich direkt nach dem Essen bewegt. Das muss kein Sport sein. Das kann der Gang mit dem Hund genauso wie der zum Einkaufen sein oder Haus- oder Gartenarbeit. Und für alles gilt: Nicht glauben, dass es den BZ senkt, sondern MESSEN!

    Bisdann, Jürgen
  • campi30

    Rang: Gast
    am 09.09.2009 17:09:58
    Hallo

    Ich habe die ausführungen net ganz gelesen aber wollte nur mal was zum *Wert über 200 sagen irgendwann am Tag*

    beim oGTT haben sehr viele Menschen keine Traumwerte nach einer Stunde deswegen noch lang kein Diabetes.....

    Ich habe z.b auch nach ner stund 196 und dann wieder 110

    Esse ich aber auf nüchternen Magen 3 furztrockene Brötchen komme ich auf max 130

    behalte dein BZ im Auge aber lass dich wegen dem 1 Stunden oGTT Wert net verrückt machen....50% von den angeblich gesunden kacken beim oGTT ab.... von campi30
  • campi30

    Rang: Gast
    am 09.09.2009 17:14:13
    sehe ich das richtig...wenn Phase 1 defekt ist dann hat mannmehr Proinsulin und wird zwangsläufig fett? von campi30
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 09.09.2009 17:37:03
    Moin Campi,

    die so genannten Phasen sagen nur was über die Steuerung der Insulinausgabe, Phase1(alimentär) von Darmbakterien, Phase2(basal) vom Blutzucker.

    Beim gesunden Menschen wird kaum intaktes Proinsulin im blut gefunden, beim Typ2 häufig immer mehr, auch schon lange bevor der BZ irgendwie auffällig wird. Würde bedeuten, dass der Hang zu mehr Gewicht von diabetischen Fehlsteuerungen bewirkt wird und nicht umgekehrt, wie den Betroffenen immer vorgeworfen. Dazu passt auch http://www.diabsite.de/aktuelles/nachrichten/2009/090504b.html

    Bisdann, Jürgen

    Wenn Du keinen Diabetes hast, bedeutet das nicht, dass BZs über 140 bei Dir gesund wären, sondern dass Deine BZ-Automatik behindert funzt :-(
  • ss

    Rang: Gast
    am 09.09.2009 18:13:15
    Bei hoher Glykämischer Last, wie im oGTT abgebildet, weisen viele Menschen eine deutlich höhere, kurzzeitige Blutglukose
    als 140 mg/dl auf, ohne jemals in ihrem Leben in diabetische Stoffwechsellagen zu geraten. Deshalb ist der 1-h-Wert auch kein Diagnosekriterium für Diabetes.
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 09.09.2009 18:44:09
    Niemand sagt, dass ein BZ über 140 zum Diabetes vollautomatisch zu immer höheren BZ und schließlich auch über die Diagnoseschwelle zum Diabetes führt. Braucht er auch nicht, denn gut 10% aller Betroffenen haben schon voll ausgebildete diabetische Folgekrankheiten, bevor ihr BZ die Diagnoseschwellen erreicht. Und über 80% haben nix!

    Fakt ist trotzdem, dass BZs über 140 u.a. die Beta-Zellen schädigen und dass Menschen mit voll intakter BZ-Automatik einen Eimer Cola saufen können, ohne zu irgend einer Zeit danach über 140 messen zu könen. Und 75g Glukose=6BEs=3 Scheiben Brot oder knapp 2
    Brötchen sind für einen stoffwechselgesunden Menschen keine besonders hohe glykemische Last. von Jürgen
  • peter

    Rang: Gast
    am 09.09.2009 19:29:18
    ja , die lieben diagnosekriterien. und morgen "kann"
    man sie heruntersetzen, oder das geld ist für anderen murks verbraucht dann werden sie "hinaufgesetzt".
    ob dadurch jemand gesünder oder kranker wird ?
    zumindest sind sie "sehr fraglich" sonst würden nicht rund 30000 gliedmaßen/a amputiert werden.
    und 7000 erblinden.
  • campi30

    Rang: Gast
    am 09.09.2009 19:49:01
    sorry@Jürgen...so geht das nicht

    wieso kann ich 3 Brötchen essen und komme nicht über 130 ,wenn ich dagegen den oGTT mache habe ich 180-195

    und ich esse die Brötchen in 2 Minuten also quasi auf*Ex*

    wieso bist du dir so sicher dass wenn gesunde Menschen nen Eimer Cola trinken ,der BZ nie über 140 geht...wieviele Menschen machen das?..wieviel menschen machen nen oGTT???

    alles Statistik von campi30
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 09.09.2009 20:40:41
    Moin Campi,

    das fundamentale Missverständnis am Diabetes ist der Name verbunden mit der Idee, dass ab der Benennung eine Krankheit sei, was logisch bis dahin gesund gewesen sein muss. Kein Mensch käme auf die Idee, den Bluthochdruck in ähnlicher Weise zu bewerten, ganz einfach, weil der nicht ab irgendeiner Krankdefinition einen Krankheitsnamen hat. Für uns alle ist verständlich, dass der eine schon mit wenig höherem Blutdruck Schäden erfahren kann und ein anderer erst mit sehr viel zu hohem. Tatsächlich ist das mit dem Blutzucker nicht anders. Die Benennung ist reine Formsache.

    Zu Deinen Brötchen:
    Du kannst bestimmt auch jemanden finden, der beim oGTT nach ner Stunde nur 140 misst und nach Deinen 3 Brötchen aber 260.
    Zu den Gesunden:
    Weil es tatsächlich (noch!) ne ganze Menge Menschen gibt, deren BZ-Automatik die Beispielbelastung voll ausgleicht. Allerdings wird geschätzt, dass die in unseren modernen Welten nur noch etwa 40% der Gesamtbevölkerung stellen, während der große Rest mehr oder weniger auffällig reagiert - mit deutlich zunehmend verstärkter Tendenz zu dem, was heute als Diabetes definiert ist.

    Bisdann, Jürgen
  • dd

    Rang: Gast
    am 10.09.2009 14:50:50
    Vielleicht mal ne Ernährungsschulung gefällig.

    Campi hat vollkommen Recht.

    75 g reine Glukose (oGTT, GI=100)):
    GL = 75.
    2-3 Semmel beinhalten auch etwa 75 g Glukose, aber auch Fett, Eiweiß und Ballastsstoffe. Somit eine deutlich niedrigere GL, etwa 50 bis 60.

    Die GL ist maßgeblich für die Charakteristik des Blutglukoseanstiegs.
  • fgtrz

    Rang: Gast
    am 10.09.2009 15:12:25
    wie könnt ihr denn so auf jürgen rumhacken? er ist doch kein klugscheisser - er weiss einfach wirklich alles besser ;-)
  • campi30

    Rang: Gast
    am 10.09.2009 15:47:34
    genau...der GI bei Brötchen ist 70...beim Traubenzucker 100.....deswegen ist auch klar dass wenn ich 2 Liter Cola trinke mein BZ net über 140 geht


    und deswegen sage ich doch dass ich meine ,dass bei jedem 2. bei oGTT der BZ über 140 geht! von campi30
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 10.09.2009 16:13:56
    Und deswegen sag ich, dass das mit dem GI theoretische Erbsenzählerei ist, denn ich kenne ne ganze Reihe Diabetiker und gehöre selbst auch dazu, bei denen der Genuss von KHs zusammen mit Fett für keinen verlangsamten Übergang ins Blut sorgt.

    Mein Fazit: selbst ausprobieren und selbst messen! von Jürgen
  • Joa

    Rang: Gast
    am 10.09.2009 22:36:09
    Moin Jürgen,

    > Jürgen schrieb:

    > hast Du schon mal gehört, dass intaktes
    > ProInsulin bestimmt worden wäre?

    Es scheint sich schon so langsam etwas mehr herumzusprechen. Und wer den Verdacht hat, dass seine Beta-Zellen schwächeln, könnte ggf. auf den Gedanken kommen, den Test mal selbst zu bezahlen. Ein erhöhter Proinsulinwert sollte dann, auch bei recht unauffälligen BZ-Werten als dringender Hinweis verstanden werden.

    Dieses gilt wohl ganz besonders vorrangig in der Verlaufskontrolle, vor allem unter Sekretagoga (z.B. Sulfonylharnstoffen).

    > Noch dazu bei BZs noch unterhalb der
    > Diagnosereife?

    Da wäre es wohl sinnig als Screeningmethode in der Prophylaxe für Risikogruppen.

    > Vielleicht erinnerst Du dich: Im Anfang, geht die > Mär, habe der Typ2 viel zu viel Insulin.

    Ich erinnere mich! ;-)
    Ist aber keine Mär, sondern ist so.

    > Dr. DeFronzo hat zwar vor nem knappen Jahr
    > in seiner Dankesrede ... vorgetragen,
    > dass schon im Stadium des Prädiabetes nur
    > noch etwa 20% der Betazellmasse eines ...
    > Menschen ... Dienst tun.

    Da kann ich Dr. De... nach meinem Kenntnisstand glatt beipflichten. So wurde mir das bei meiner "Bekehrung" zum Typ 1 auch gesagt. Mitte der 80er des letzten Jahrhunderts.

    > aber wie lange wird das daueren, bis
    > diese Erkenntnis in den Schwerpunktpraxen
    > hierzulande (und auch im diabetesinfo ;-)
    > angekommen ist?

    Was bringt Dich auf die seltsame Idee, dass diese Binsenweisheit nicht bekannt sei?

    > Und vor allem, bis die Standardtherapie
    > darauf Rücksicht nimmt oder gar aufbaut?

    Wie sollte die Standardtherapie die 20% Marge, die ja beim Typ 2 vlt. auch, wegen der höher erforderlichen Insulinspiegel höher liegen mag?

    > Das Proinsulin hat mich übrigens damals
    > bei meiner 140-120-100-Entwicklung
    > angetrieben.

    Ja klar, jede Reduktion des Sekretionsdrucks auf die Betazellen sollte positiv sein.

    Sowie eine Verbesserung ihrer Funktionalität, beispielsweise durch die Erhöhung des GLP-1 Spiegels.

    Gruß
    Joa
  • campi30

    Rang: Gast
    am 10.09.2009 22:58:58
    also kann man mit werten von oGTT

    100
    190
    114

    auch an typ 1 erkrankt sein?? von campi30
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 11.09.2009 01:19:13
    Moin Joa,

    Zitat aus diabetesinfo, das Du ja inhaltlich auch mit trägst:
    >Der Insulinmangel ist das führende Problem eines
    >unbehandelten Typ-1 Diabetes, wohingegen bei einem
    >unbehandelten Typ-2 zunächst ein Insulinüberschuß
    > vorliegt, der später infolge Erschöpfung der
    >Betazellsekretion in einen Zustand des absoluten
    >Mangels übergehen kann (wird).

    Das ist die gängige Lehrmeinung. Daraus folgt logisch, dass der unbehandelte Typ2, also der nach dem Überschreiten der Diagnose-Schwellen, zunächst einmal keine Beeinträchtigung der Insulinproduktion hat und dass die erst infolge weiterer Überlastung eintritt.
    Und dem widerspricht Dr. DeFronzo (und längst nicht nur er!) diametral, wenn er davon ausgeht, dass dem werdenden Typ2 lange vor Erreichen der Diagnose-Schwellen eben schon im Stadium des Prä-Diabetes bis zu etwa 80% seiner Beta-Zellen abhanden gekommen sind.

    Wo siehst Du eigentlich in der bisher bei uns geltenden Lehrmeinung zu Typ2 einen Hinweis darauf, dass der vor Erreichen der Diagnose-Schwellen überhaupt ein Betazell-Defizit aufweisen könnte? Ganz zu schweigen von so einem großen?

    Bisdann, Jürgen
  • Joa

    Rang: Gast
    am 11.09.2009 02:21:26
    Hallo Jürgen,

    >Zitat aus diabetesinfo, das Du ja inhaltlich > auch mit trägst:

    >> [ Zitat aus diabetesinfo]

    > Das ist die gängige Lehrmeinung.

    Aaaber, was soll daran falsch sein?

    > Daraus folgt logisch, dass der
    > unbehandelte Typ2, also der nach dem
    > Überschreiten der Diagnose-Schwellen,
    > zunächst einmal keine] Beeinträchtigung
    > der Insulinproduktion hat

    Wer hat Dir das denn eingeredet??

    Daraus folgt logisch, dass der unbehandelte Typ 2 beim Auftreten pathologischer Blutzuckerwerte (noch immer) zugleich pathologisch überhöhte Insulinspiegel aufweist.

    > und dass die [Beeinträchtigung der
    > Insulinproduktion] erst infolge weiterer
    > Überlastung eintritt.

    Habe ich noch nie so gehört oder gelesen.
    Natürlich wird die Beeinträchtigung der Insulinproduktion (=das Betazellsterben) nach der Manifestation pathologischer Werte erst so richtig deutlich. Durch zunehmende Verschlechterung der Lage.

    > Und dem widerspricht Dr. DeFronzo (und
    > längst nicht nur er!) diametral, wenn er
    > davon ausgeht, dass dem werdenden
    > Typ2 lange vor Erreichen der Diagnose-
    > Schwellen eben schon im Stadium des
    > Prä-Diabetes bis zu etwa 80% seiner Beta-
    > Zellen abhanden gekommen sind.

    Ich denke, Dein zitierter Doc hat da der Öffentlichkeit schlicht den allgemeinen Kenntnisstand der Diabetologie seit Anno Tabak vermittelt.

    Es wird halt immer etwas absonderlich, wenn wir alten Männer, aus unverstandenen Zusammenhängen heraus skurrile, eigene Glaubenssätze basteln. ;-)

    Gruß
    Joa
  • campi30

    Rang: Gast
    am 11.09.2009 08:03:59
    auf jeden Fall denke ich dass die Threadstarterin weit entfern von Diabetes ist.....bei nem 2 Stunden wert von 96!!!!!! von campi30
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 11.09.2009 09:49:09
    Moin Campi,

    wie weit, wird der weitere Verlauf zeigen. Ihre BZ-abhängige basale Regelung funzt noch super, aber Ihre alimentäre, also futterbasierte und BZ-unabhängige Insulinausgabe hat schon erheblich nachgelassen. Sonst wäre der 1-Stunden-Wert deutlich unter 140 mg/dl.

    Ob und wie lange Stefanies Organismus auf diesem Stand stabil bleibt und nun nicht immer höhere und zeitlich längere Spitzen produziert, bis die schließlich die Definition zu Diabetes überschreiten, bleibt abzuwarten.

    Für etwas mehr "Sicherheit" könnte natürlich, wie Joa anregt, einen Pro-Insulin-Test machen, der am aussagefähigsten zusammen mit dem 1-Stunden-oGTT-Wert wäre, also 1 Stunde in Ruhe nach dem Input.

    Bisdann, Jürgen
  • Jürgen.

    Rang: Gast
    am 11.09.2009 11:46:56
    Moin Joa,

    auch in den Typ-Definitionen des DDG finde ich nur beim Typ1 die Schreibe von erheblich weniger Beta-Zellen.
    Beim Typ2 ist lediglich von mehr oder weniger Sekretionsstörungen die Schreibe. In dem Zusammenhang finde ich aber an keiner Stelle einen Hinweis auf ein Beta-Zell-Defizit, sondern immer nur auf die Beobachtung, dass die Insulinantwort auf neues Futter zeitlich verzögert eintritt.

    Nach DDG ist Typ1 gekennzeichnet durch Beta-Zell-Verlust, während bei Typ2 erst nach jahrelangem Verlauf ein Nachlassen der Insulinsekretion zu beobachten ist.
    Natürlich kann ich auch Tomaten auf den Augen haben. Deswegen wäre vielleicht hilfreich, wenn Du mich mit der Nase auf so eine Stelle stoßen würdest, die in den DDG-Leitlinien genau so ausdrücklich wie für Typ1 auch für Typ2 die Binsenweisheit des erheblichen Beta-Zell-Verlustes von Anfang an benennt.

    Bisdann, Jürgen von Jürgen.
  • anonym

    Rang: Gast
    am 11.09.2009 12:44:07
    ich habe vieleicht Typ1.....woher will man wissen dass es net typ 1 iss.....vor nem halben Jahr fings doch an.....höherer NBZ.......vor 2 Jahren immer nen Langzeitwert von 5,2 ( der war doch suer ) und nen NBZ von 82....und dann ..NBZ 99....Langzeit 6,2...... von anonym
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 11.09.2009 13:19:06
    pure Neugier:

    1. warum hast Du schon länger Deinen Langzeitwert bestimmen lassen?

    2. was würde es für Dich für einen Unterschied machen, welchem Typ Du nun angehören solltes? von Jürgen
  • ss

    Rang: Gast
    am 11.09.2009 14:01:30

    Joa schrieb:

    >>>Es wird halt immer etwas absonderlich, wenn wir alten Männer, aus unverstandenen Zusammenhängen heraus skurrile, eigene Glaubenssätze basteln. ;-)<<<

    Sehr schön. Der Angesprochene wird dies aber schwerlich zur Verhaltensänderung beim Basteln seiner absonderlichen Glaubenssätze nutzen.

    Auch bei Abnahme der Betazellmasse kann der Insulinspiegel und das schädliche Proinsulin doch pathologisch erhöht sein. Die Hyperinsulinämie ist meistens lange Zeit symptomatisch für einen Typ2 bis zum Sekundärversagen der Betazellen.

    Für den Liebhaber technischer Metapher:
    Mit 20% Tankinhalt kann ein Auto ebenso Höchstleistung erbringen wie mit vollem Tank.
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 11.09.2009 14:26:00
    Die technische Metapher ist im Prinzip gut, danke :-)

    Aber hier geht es nicht um irgendwas im Tank gespeichertes, sondern um den Motor, also etwa den 10-Zylinder, der nur noch auf 2 Zylindern läuft. Wenn wir dann für's etwas passendere Bild 50 km/h als normal im Stadtverkehr sehen, würden 10 Zylinder bei der dann üblichen Hyperkilometrie von 70-80 kaum mehr als Leerlaufdrehzahl brauchen, während die 2 schon um ein Vielfaches näher an ihrer Leistungsgrenze wären. von Jürgen
  • Autofreak

    Rang: Gast
    am 11.09.2009 16:06:48
    ***Aber hier geht es nicht um irgendwas im Tank gespeichertes, sondern um den Motor, also etwa den 10-Zylinder, der nur noch auf 2 Zylindern läuft.*** Falsch, da die 2 Zylinder (die 20%) die anderen 8 auch noch mitbewegen müssten (da diese eben nicht im Leerlauf, sondern in voller Drehzahl mitlaufen) und das ist bei der BSD nicht so. von Autofreak
  • campi30

    Rang: Gast
    am 11.09.2009 18:07:38
    der Langzeitwert wurde desöfteren bei Kontrolle meiner Blutwerte bestimmt ( wegen dem erhöhten Blutdruck und Betablocker ).....wie im anderen Thread geschrieben...wenn der Langzeitwert innerhalb von 2 Jahren von 5,2 auf 6,2 steigt kann es auch Typ 1 sein oder?.... von campi30
  • Joa

    Rang: Gast
    am 11.09.2009 22:42:22

    > ...wenn der Langzeitwert innerhalb von 2 Jahren
    > von 5,2 auf 6,2 steigt kann es auch Typ 1 sein
    > oder?....

    Es *kann* auch irgendein Typ 3 sein.

    Beim Typ 1 wird die langsame Verlaufsform des LADA oft erst mal als Typ 2 fehldiagnostiziert.

    Mehr Klarheit birngt die Bestimmung der den verschiedenen Diabetestypen zugeordneten Ausfallsmerkmale.

    Typ 1:
    Autoimmunantikörper

    Typ 2:
    z.B.
    Hyperinsulinismus
    verzögerte Insulinantwort
    Sekretionsstarre
    Proinsulin

    Gruß
    Joa
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 12.09.2009 11:16:45
    Moin Joa,

    mal etwas ausführlicher zum Verständnis:

    Proinsulin => das noch ungeteilte Produktions-Duo aus Insulin und C-Peptid. Proinsulin ist wahrscheinlich meistens schon lange vor jeder BZ-Auffälligkeit nachweisbar. Gesund werden diese beiden Moleküle vor der Ausgabe getrennt. Diabetisch defekt funzt das Trennen nicht.
    Proinsulin gilt als super förderlich für Adipositas und Arteriosklerose und hat nur etwa ein Zehntel der BZ-senkenden Wirkung des abgetrennten Insulins. Es hat mit seiner geringen BZ-Senkwirkung, die ja durch die praktisch 10fache Mehrausgabe ausgeglichen werden muss, wahrscheinlich einen erheblichen Anteil an einer möglichen Betazellüberlastung.

    Verzögerte Insulinantwort => ist eigentlich gar nicht verzögert, sondern der Sofort-Teil der Antwort, der aus dem Darm kurz vor dem Übergang der Glukose die passende Menge Insulin bestellt (Inkretin-Effekt), ist diabetisch gestorben. Damit geht die Last der neuen Glukose voll auf den BZ-gesteuerten basalen Regelkreis, in dem Insulin halt ganz normal erst ausgegeben wird, wenn der BZ steigt. In dem Fall nicht einen Deut langsamer als sonst.

    Sekretionsstarre => ?

    Hyperinsulinismus => mehr Insulinbedarf pro Gramm Glukose, aber die meisten Leute, die das haben, haben damit absolut keine Schwierigkeiten und nicht die leiseste BZ-Auffälligkeit, sondern lediglich entsprechend ihrem Mehrbedarf an Insulin mehr Betazellmasse :-)

    Bisdann, Jürgen
  • Joa

    Rang: Gast
    am 12.09.2009 13:43:33
    Hallo Jürgen,

    [Zitat = Jürgen]
    Verzögerte Insulinantwort => ist eigentlich gar nicht verzögert, sondern der Sofort-Teil der Antwort, der aus dem Darm kurz vor dem Übergang der Glukose die passende Menge Insulin bestellt (Inkretin-Effekt), ist diabetisch gestorben. Damit geht die Last der neuen Glukose voll auf den BZ-gesteuerten basalen Regelkreis, in dem Insulin halt ganz normal erst ausgegeben wird, wenn der BZ steigt. In dem Fall nicht einen Deut langsamer als sonst.
    [/Zitat]

    Du solltest Deine, manchmal querverdrahteten Zusammenhangshypothesen auch als die Deinigen kennzeichnen. Nicht immer gleich als erwiesene Wahrheiten.

    > Sekretionsstarre => ?

    Reduzierte Erstantwort, fehlende Betazellkapazität zur zeitnahen Senkung des BZ und Tendenz einer nachgehend zu langen Insulinwirkung aus den Betazellen.

    > Hyperinsulinismus => sondern lediglich
    > entsprechend ihrem Mehrbedarf an
    > Insulin mehr Betazellmasse :-)

    Für diese Hypothese bist Du aber jetzt beweispflichtig. Dass hieße, dass auch der Typ 2 genetisch mit einer massiv erhöhten Ausstattung an Beta-Zellen einherginge?

    Eine gewisse Logik könnte man erwarten, wenn die genetische Anlage, die die Anzahl der zellständigen Insulinrezeptoren prägt auch für die angemessen passende Anzahl der Inselzellen, bzw. der Menge der Beta-Zellen sorgen würde.
    Dann wäre das, für sich, aber kein diabetesrelevantes Thema.

    Gruß
    Joa
  • Joa_

    Rang: Gast
    am 12.09.2009 14:43:52
    Nachtrag:

    Auch beim Typ 1 Diabetes, mit und ohne Resistenzkomponente lässt sich der individuell unterschiedlich hohe Insulinbedarf anhand der benötigten Tagesgesamtmengen an Insulin erkennen.

    Ursache ist, wie erwähnt, dass die genetisch bestimmte Anzahl der Insulinrezeptoren auf den Zellen von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist.

    Sind mehr Rezeptoren vorhanden finden auch mehr Insulinmoleküle eine Andockstelle, bevor sie durch Enzyme wieder abgebaut worden sind.

    Das hat aber weder mit Typ 1 noch mit Typ 2 irgendeinen ursächlichen Zusammenhang.

    Beim Typ 2 sind, soweit ich das sehe, einzig Resistenzfaktoren und Störungen der Funktion der Beta-Zellen von Interesse.

    Gruß
    Joa von Joa_
  • anonym

    Rang: Gast
    am 12.09.2009 14:58:42
    fakt iss das man durch Viren auch Diabetes typ 1 und zig andere aI Krankheiten bekommen kann....und viren kannman sich überall holen...auch beim sex.... von anonym
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 12.09.2009 17:26:11
    Moin Joa,

    Also hier zur Sekretionsstarre mal meine Querverdratung mit der Empfehlung, Google nach Inkretin-Effekt zu fragen ;-)
    Gesund stellt die bei Typ2 reduzierte bis fehlende Erstantwort mit jeder neu einverleibten Glukose den Löwenanteil am dafür auszugebenden Insulin. Und zwar wird das Insulin unabhängig vom BZ abhängig von der Glukosemenge im Darm von einem Team von Darmhormonen kurz vor der Übergabe in den Blutkreislauf bestellt, so dass Insulin und Glukose in der Pfortader auf dem kurzen Weg in die Leber zur dortigen Weiterverarbeitung passend zusammen treffen.
    Dass dem so ist, ist seit den 80ger Jahren (und früher) des vorigen Jahrhunderts bekannt, als in Versuchsreihen gezeigt wurde, dass bei gesunden Menschen eine bestimmte Menge Glukose intravenös verabreicht eine sehr viel spätere und weniger passende Insulinantwort auslöste (der BZ stieg zunächst auffällig an), als der Input der selben Menge Glukose durch den Mund.

    Die Insulin-Reaktion auf die Umgehung der Insulinbestellung aus dem Darm mit dem intravenösen Input entsprach halt der üblich verspäteten bei Typ2. Denn die ist allein BZ-gesteuert. Da müssen immer erst X Nummern Glukose-Moleküle auf eine Beta-Zelle treffen, damit die 1 Teil Insulin ausgibt. D.h. die Insulinausgabe läuft dem BZ-An- und Abstieg immer hinterher. Das ist absolut kein Problem im gesunden Bereich zwischen gut 60 bis gut 80 mg/dl, für den dieser basale Regelkreis in der Hauptsache zuständig ist, und auch nicht für den Rest bis max 140, den die gesunde Futterregelung/Phase1 meistens einige Male am Tag zum Nacharbeiten stehen lässt. Aber es wird zum Problem mit der vergleichsweise Riesenspanne, die ausgeglichen werden muss, wenn der Vorlauf der Phase1 fehlt. Denn da läuft halt die Insulinausgabe dem BZ-Verlauf sehr viel weiter als im flachen & niedrigen Bereich hinterher, und dadurch kommt es halt im Auslauf zu einer BZ-Absenkung deutlich unter den normalen Leerlauf und häufig auch kurzzeitig zur so genannten reaktiven oder alimentären Hypo. Aber starr is da absolut nix ;-)

    Bisdann, Jürgen
  • Stefanie

    Rang: Gast
    am 12.09.2009 17:58:43
    Lieber Rainer!

    Vielen Dank für Deine Antworten die mir doch etwas die große Unsicherheit genommen haben!

    Ich finde es sehr schön das es so ein Forum gibt wo man Fragen stellen kann und nette Leute antworten die sich auskennen!

    Vielen Dank an Dich!

    Kurz zur Info ich hab jetzt mal von meinem Dad das BZ-Gerät ausgeliehen (er muss auch ab und zu mal "aufpassen") ich hab zwar jetzt nur nach 2 Stunden gemessen aber da war ich immmer zwischen 80 und 90 (wie man das genau bezeichnet konnte ich mir jetzt noch nicht merken ;-) aber das wird schon).

    Habe mich bei der Ernährung wieder umgestellt (kenn mich ein bischen aus mit "Diät" hab schon mal eine Ernährungsumstellung begonnen wo man auf die KH usw. achtet, man rutscht aber immer mal wieder in seine alten Verhaltensmuster, geht halt nicht von heute auf morgen..... aber da ich jetzt diese Info mit meinem Insulin und BZ habe werde ich mich "zusammenreissen" und versuchen mich besser daran zu halten.

    Wenn man keine Diagnose hat dann denkt man ja es betrifft einen "hoffentlich" nicht also macht man so weiter wie bisher und nimmt es nicht so ernst.....

    Da ich aber an Adipositas leide werde ich glaub ich doch auch mal diesen Pro-Insulin Test machen lassen.

    Ich hab zwar nicht alles verstanden was die anderen so geschrieben haben aber ich denke ich bin jetzt schon mal auf dem richtigen Weg. Ich werde jetzt mal auf den 1 Stunden Wert achten.

    Wenn es interessiet werde ich meinen "Verlauf" weiter berichten.

    Vielen Dank nochmal für deine Hilfe und Deine Infos!!!

    Ich wünsch Dir alles Gute!

    Liebe Grüße Stefanie
  • campi30

    Rang: Gast
    am 12.09.2009 18:17:55
    sag ich doch...der OGTT iss einfach nur krass und da kacken viele ab....miss einfach ab und zu nach deienn Mahlzeiten ( ruhig auch mal den 1 H Wert ) und befolge Jürgens regel ( 140,120,100 )

    und gut ist von campi30
  • Stefanie

    Rang: Gast
    am 12.09.2009 23:26:26
    Hallo!

    Wie war das noch mit der Regel das hab ich nicht ganz verstanden
    wann 140,120,100 oder wie??

    Vielen Dank!

    LG Stefanie
  • campi30

    Rang: Gast
    am 13.09.2009 14:55:15
    schau dass dein BZ nach einem essen nicht über 140 geht ( 1 H ) dann nach 2 H wieder bei 120 iss und nach 3 H bei 100

    so mach ich das auch seit wochen und der oGTT geht mir irgendwo am Po vorbei von campi30
  • Joa

    Rang: Gast
    am 13.09.2009 17:01:20
    Hallo Jürgen,

    > Jürgen schrieb:

    > Also hier zur Sekretionsstarre mal meine
    > Querverdratung mit der Empfehlung,
    > Google nach Inkretin-Effekt zu fragen ;-)

    Gut gedrahtetes Modell, aber noch mit einigen erkennbaren Querverlötungen.

    Dein Erstantwortmodell hakelt z.B. an der Frage, warum eine längerzeitige Erhöhung des Inkretinspiegels durch Inkretinmimetika (Byetta) oder durch DPP-4 Hemmer (Sitagliptin/Januvia), dann nicht zu einer anhaltenden Hyoglykämie?
    Wenn denn GLP-1 einen eigenständigen Sekretionsreiz an den Betazellen bedingen soll?

    Ok, da könnten wir noch weitere Aspekte erörtern, aber das wäre dann doch sehr theoretisch und würde sicher den Rahmen sprengen, und bei mir auch einige Wissensvoraussetzungen überfordern. :-(

    Für Dich und die praktische Anwendbarkeit ist Dein Modell auch ok, solange es zu Handlungsansätzen wie 140-120-100 führt.

    Bei Betazellen, die in ihrer Sekretionskapazität und/oder -funktionalität gestört sind, geht es mit Sicherheit primär darum die Überforderung durch eine möglichst gute Minimierung des Sekretionsdruckes (durch Glucose) zu senken.

    Natürlich ggf. neben weiteren Therapiemaßnahmen der verschiedenen Interventionsstufen.

    Gruß
    Joa
  • Rainer

    Rang: Gast
    am 13.09.2009 18:38:40
    Hallo Stefanie,

    wenn du mal irgendwann richtigen Dibetes bekommen solltest (den bekommst du ja nicht, wenn du jetzt etwas dagegen unternimmst), dann musst du deinen BZ annähernd so führen, wie er bei einem Stoffwechselgesunden verläuft. Die praktikable Regel von Jürgen lautet dafür: unter 140-120-100 mg/dl in 1-2-3 Stunden nach den Mahlzeiten.

    Da bei dir die 120-100 in 2-3 Stunden noch wunderbar automatisch funktionieren, brauchst du dich nur um die maximal 140 in 1 Stunde nach den Mahlzeiten kümmern.

    Ich bin gespannt, wie gut du das schaffst und wie sich deine Werte weiter entwickeln. Ich denke, dass du auch in mehreren Jahren noch die gleichen oGTT-Werte vorweisen kannst und du nie bis zur Diagnose Diabetes vorrücken wirst.

    Alles Gute, Rainer
  • campi30

    Rang: Gast
    am 14.09.2009 11:03:08
    also wenn es net zu blöd wäre würde ich mal 20 bekannte einladen zur *Zuckerwasserparty und ich würde bei allen den 1 Stunden Wert messen...würde mich echt mal interessieren was da rauskommt von campi30
  • Stefanie

    Rang: Gast
    am 15.09.2009 12:44:48
    Hallo Ihr Lieben!!!

    Also ich hab jetzt mal eine Stunde nach dem Essen gemessen das höchste war 110.... ich schau aber jetzt auf die guten KH die "schlechten" gibts nicht mehr oft oder nur wenig.

    Ich teste jetzt noch ein bischen rum mit den "schlechten" .... aber nicht zuviel weil ich ja auch abnehmen möchte und ich gerade total angespornnt bin... weil ich das mit dem Diabetes schon verhindern möchte oder wenigstens noch um ein paar Jahrzehnte nach hinten verschieben.

    Ich danke Euch allen nochmal recht herzlich!!! Ihr habt mir wirklich geholfen !!!
    Ich werde mich wieder melden!!

    Liebe Grüße Stefanie ;-)
    Alles Liebe für Euch!!!