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Habe morgends zu hohen Blutzucker! Lebenserwartung???

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 12
    Beiträge: 0
    Mitglied seit: 24.11.2011
    am 24.11.2011 18:21:09
    Vorabinformation:

    Bin 17 Jahre alt, habe seit zwei Jahren DIabetes Typ 1


    Hallo Freunde,

    ich habe schon seit über einem Jahr morgends zu hohen Blutzucker. Die Werte gehen täglich teitweise hoch bis zu 350 mg/dl.

    Mein Diabetologe sagt mir immer ich soll die Dosis für mein Langzeitinsulin erhöhen. Ich spritze mir mirgends 30 Einheiten Levimir. Trotzdem hilft nichts und mein Diabetologe weis auch nicht weiter bzw. hofft weiterhin auf besserung durch eine höhere Dosis Langzeitinsulin.

    Meine Frage ist warum habe ich genau abends zu hohen Blutzucker? Ich träume nie schlecht--> kein Stress, ich esse abends nie und kriege einen Wert (vor dem schlafen) vonn 100 mg/dl.

    Könnt ihr mir was raten?

    Meine 2. Frage ist, wie die Lebenserwartung von Diabetiker ist? Natürlich sehr unterschiedlich, aber was sind denn die Durchnittsalter bei Diabetiker?
  • Gast

    Rang: Gast
    am 24.11.2011 18:41:09
    Du spritzt doch nicht nur 30 IE Levemir am Morgen (nicht Levimir! Noch nie auf die Packung geschaut?). Was spritzt Du zur Nacht? Welches Kurzzeitinsulin spritzt Du vor den Mahlzeiten und wie viel und wie oft? Hattest Du eine Schulung?
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 12
    Beiträge: 0
    Mitglied seit: 24.11.2011
    am 24.11.2011 20:26:41
    Gast schrieb:
    Du spritzt doch nicht nur 30 IE Levemir am Morgen (nicht Levimir! Noch nie auf die Packung geschaut?). Was spritzt Du zur Nacht? Welches Kurzzeitinsulin spritzt Du vor den Mahlzeiten und wie viel und wie oft? Hattest Du eine Schulung?




    Tut mir leid, ich spritze morgends 10 IE Levimir und abends 30 IE Levimir. (So hat es mir mein Artzt gesagt.)
    Ich spritze Novo Rapid. Pro BE soll ich 1,5 IE spritzen, wobei ich mich nie daran halte, da ich das nach dem Gefühl mache.
    1,5 IE würde mir jetzt eh nicht mehr reichen. Vor jedem bsw. Mittagessen spritze ich mir 20 IE Novo Rapid. Hauptsächlich ist ja morgdends das Problem. Ich hatte vor knapp 2 Jahren eine Schulung, als ich mit der Diagnose Diabetes Typ 1 in die Klinik eingewiesen worden bin.
    Ich war 1 Woche in der Klinik. 3-4 Tage davon habe ich an Schulungen teilgenommen. (Sprich: Die Schulung is schon lange her)
  • Gast

    Rang: Gast
    am 24.11.2011 22:35:52
    said94 schrieb:
    Pro BE soll ich 1,5 IE spritzen, wobei ich mich nie daran halte, da ich das nach dem Gefühl mache


    nach welchem Gefühl ?

    Havier

    --- Wieviel Einheiten spritze ich mir den heute ? Ach, vielleicht mal 7....oder 12 ? hmmm ---
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 12
    Beiträge: 0
    Mitglied seit: 24.11.2011
    am 24.11.2011 23:19:56
    Gast schrieb:

    --- Wieviel Einheiten spritze ich mir den heute ? Ach, vielleicht mal 7....oder 12 ? hmmm ---



    du stellst das zwar lächerlich dar, aber ich habe ein Gefühl dafür bekommen. Ich mein, ich wieg mir das essen nicht vorher und berechne wieviel Be mein essen hat.-anfangs hab ich das ja auch gemacht-. Aber dann war die wage überflüssig und ich konnte abschätzen wieviel BE was hat. und das ist ja auch nicht konkret die Frage von mir gewesen! lies bitte meinen ersten beitrag.

    LG
    Said94
  • Gast

    Rang: Gast
    am 25.11.2011 01:02:47
    hallo said,
    das war auch nicht bös von mir gemeint. Ich glaub dir schon dass man die BE mit einiger Erfahrung recht gut abschätzen kann, ich mach das auch so. (bin allerdings Typ2) Nur kam dein Satz "ich soll ... aber ich halte mich nicht daran ... " bei mir einfach nur irgendwie "lustig" an.

    Zu deiner Frage. Das einzigste was ich dir raten kann ist dass du dich nochmal um eine Schulung bemühst. Hier im Forum gibts ein paar Leute die kennen sich in Sachen Diabetes-Kliniken recht gut aus. Vielleicht kommt von der Seite noch ein Tip.

    Zum Thema Lebenserwartung: Ich nehme an du willst wissen wie alt Diabetiker im Durchschnitt werden. Gefühlsmässig würde ich schätzen ein paar Jahre weniger als der gesamte Bevölkerungsdurchschnitt. Aber das sind nur rein statistische Zahlen die für den einzelnen keinerlei Aussagewert haben. Ich werd aber trotzdem mal googeln, vielleicht find ich ja was.

    Havier

    --- Zucker konserviert ---
  • Michaela

    Rang: Gast
    am 25.11.2011 09:32:17
    Hi said,

    zu Levemir: Levemir hat angeblich keinen Wirkgipfel, trotzdem setzt die "volle" Wirkung nach frühstens 6h ein. (siehe auch hier:
    http://www.diabetespraxis.at/die-behandlung/insulin-spritzen/langsam-wirkendes-insulin.html
    http://www.wiki.diabetesinfo.de/index.php/Insulin
    ) Wenn Du mehr davon Spritzt, verlängerst Du allerdings die Wirkung, und verlagerst damit auch den Zeitpunkt der vollen Wirkung nach _hinten_.
    Wann stehst Du denn auf? Das meiste vom Levemir brauchst Du wohl zwischen 4 und 7 morgens. Versuch mal, die Abend-Injektion 10-12h vor diesem max. Wirk-Zeitpunkt zu setzen, also z.B. 18 Uhr.
    Auch ein Versuch wert: mal 3h nachts messen und sehen, ob es da schon zu hoch ist (und wieviel zu hoch), oder noch normal. Wenn es 3h schon zu hoch ist, brauchst Du evtl auch morgens mehr Levemir. Dann würde ich versuchen, mal morgens 15 Einheiten zu spritzen und abends vielleicht nur 25, aber die dafür früher.

    Lebenserwartung: Man sagt für T1er 10-13 Jahre weniger als der Rest.
    Hier gibt's allerdings ne interessante Zusammenstellung:
    http://www.docspangenberg.de/dmp_diab1.pdf
    Ich weiß nicht, mit wie vielen Leuten der Herr Spangenberg gearbeitet hat, er sagt jedenfalls, dass bei bestimmter Stoffwechselführung (die nicht zu Nierenkomplikationen führt) die Lebenserwartung annährend normal sei.

    Hoffe das hilft Dir
    Gruß
    Michaela
  • Gast

    Rang: Gast
    am 25.11.2011 10:14:37
    Said braucht einen kompetenten Arzt, der ihn richtig einstellt, und keine experimentellen Doktorspielchen über das Internet. Und angesichts eines Blutzuckers von 350 am Morgen schnell. Wer weiß denn, wie lange das schon so geht.

    @Said: Wie hoch ist denn Dein HbA1c?
  • Michaela

    Rang: Gast
    am 25.11.2011 11:54:43
    Dass das Forum hier keinen Arzt ersetzt, insbesondere mein Beitrag nicht, sollte jedem der hier fragt und antwortet klar sein. Falls Du meinst, das ist nicht so, können wir gerne alle anfangen Disclaimer an die Posts zu hängen.
    Der Arzt, den er hat, scheint ja keinen Handlungsbedarf zu sehen? Und ein Diabetiker sollte seine Krankheit immer selbst mindestens so gut kennen wie der behandelnde Arzt.

    Jedenfalls halte ich es für gefährlich, die (teilweise fehlenden) Anweisungen seinen Arztes einfach umzusetzen, da sind wir uns ja anscheinend einig. Er kann (und sollte wohl) natürlich einen neuen Arzt suchen und sich mit ihm neues erarbeiten und hoffen, dass der kompetenter ist. Ich an seiner Stelle würde aber in der Zwischenzeit sicher nicht alles so machen wie immer und abwarten. Zumal er sicherlich nicht übermorgen gleich einen Termin kriegt, weil er kein Notfall ist.

    Also, als Nachtrag an said: Mein Beitrag sollte verstanden werden als Info bzw. Referenzen (über Levemir und seine Wirkkurve) kombiniert mit einem daraus resultierenden Vorschlag, was man ohne Verluste zum Status Quo ausprobieren könnte, basierend auf der Info und der Erfahrung einiger Levemir-Nutzer aus anderen Foren. Mein Beitrag ersetzt selbstverständlich keinen Arzt, und Du solltest nichts davon ausprobieren ohne zumindest mit mindestens einem kompetenten Diabetologen Rücksprache gehalten zu haben. Falls Du beurteilen kannst ob Dein Diabetologe kompetent ist, oder der Beurteilung von meinem Vorschreiber folgen magst und daher annimmst, er ist es nicht, such Dir einen neuen.

    Besser?!
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 12
    Beiträge: 0
    Mitglied seit: 24.11.2011
    am 25.11.2011 13:48:21
    Dankeschön. Mir ist jetzt alles viel klarer geworden!
    Ich werde mich mal mit meinen Eltern und meinem Diabetologen zusammensetzten und nochmal über eine Schulung reden.
    Ich bedanke mich nochmal für deinen Beitrag!
  • Gast

    Rang: Gast
    am 08.01.2012 11:12:30
    Oft ist es aber so , das Ärzte weniger wissen und weniger Ahnung über Diabetes haben. als die betroffenen selber, die mehr Erfahrung damit haben u tag täglich Erlebnisse haben die ein Arzt einfach nicht mitbekommt !!!
    darum geht es in einen guten Forum , ein Arzt kann Hilfestellung nur geben,, so ein gutes Forum ist für mich viel mehr Wert, denn hier habe ich nicht eine Meinung sondern sehr viele und kann selbständig für mich entscheiden was gut für mich u meinen Körper ist.
    Dadurch finde ich es sehr schade wenn die meisten ihren Mund halten . WIR KÖNNEN NUR AUS GUTEN ERFAHRUNGEN BESSER LEBEN !!!
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 930
    Beiträge: 367
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 09.01.2012 07:38:31
    hallo #11
    dass Ärzte weniger wissen bzw. weniger Ahnung haben würde ich jetzt nicht so "krass" sagen. Aber es ist schon richtig dass der Betroffene selbst natürlich viel mehr Möglichkeiten der Einflussnahme auf seinen BZ hat da er praktisch direkt "vor Ort" ist.
    Und das hat natürlich etliche Vorteile.

    Allerdings setzt das auch einiges Wissen über DM voraus dass man sich heute ja relativ leicht übers Internet aneignen kann sofern man denn weiss wie man sich "schlau" macht und wie man die richtigen aus der Vielzahl von Informationen rauspickt.

    Grüße
    Havier






  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 318
    Beiträge: 36
    Mitglied seit: 06.11.2011
    am 09.01.2012 15:46:40
    Hallo said94,

    hast Du schon mal über eine Pumpe nachgedacht? Damit kannst Du einen erhöhten Insulinbedarf in den frühen Morgenstunden problemlos abdecken. Allerdings nimmt einem die Pumpe weder das Nachdenken noch das Kontrollieren ab! Vor dem 18. Geburtstag sind auch die Chancen besser, eine Pumpe genehmigt zu bekommen. Allerdings solltest Du Protokolle über die vorangegangenen drei Monate vorlegen können, die BZ-Werte, Insulingaben samt Uhrzeiten und Kohlenhydrate usw. enthalten. Diese Protokolle werden darauf überprüft, ob sie zum HbA1c passen.

    Zum Thema Lebenserwartung: ich denke, daß sie bei normnaher Einstellung genauso hoch ist wie bei Gesunden. Mir hat ein Nephrologe mal gesagt, daß sie - wie bei einem starken Raucher - um 10 bis 15 Jahre verringert sei. Ich erinnerte ihn dann an seine nur wenige Minuten alte Aussage, daß er nie erwartet hätte, Diabetiker mit mehr als 40jähriger Diabetesdauer, aber ohne jegliche Folgeschäden zu sehen!

    Ich gehe jedenfalls davon aus, das Alter meiner Eltern zu erreichen: meine Mutter wird jetzt 87, mein Vater starb vor zwei Jahren mit 88. Warum sollte mich mein Diabetes daran hindern? Er begleitet mich seit 49 Jahren und hat keinerlei bleibende Spuren hinterlassen! Eine Anfang der 90er Jahre beginnende Retinopathie hat sich wieder völlig zurückgebildet und ist in den letzten zehn Jahren nicht wieder aufgetaucht. Ebenso lange ist mein HbA1c im Normbereich. An meinem 87. Geburtstag wird mein Diabetes 85,5 Jahre alt sein. Aber bereits jetzt gibt es Diabetiker, die seit mehr als 80 Jahren Insulin spritzen. Und die haben den 2. Weltkrieg einschließlich sämtlicher Mangelversorgungen (zeitweise auch beim Insulin!) mitgemacht und alle Irrwege der Diabetologie seit den 20er Jahren samt jahrzehntelanger Blindflugphasen.

    Geschenkt gibt es das lange Leben aber nicht. Es erfordert Wissen und immer wieder neu aufzubauende Motivation. Ich weiß aus eigener Erfahrung, daß das mit 17 gar nicht so einfach ist. Man muß akzeptieren, daß der BZ nicht immer so verläuft, wie man das gerne möchte, aber trotzdem am Ball bleiben. Schließlich haben auch Wachstums- und Sexualhormone (auf jeden Fall bei Frauen) noch ein Wörtchen mitzureden, und die sagen einem nun mal nicht vorher, daß sie den Insulinbedarf heftig ansteigen lassen werden :-( Also rennt man immer wieder hinterher. Noch ein Tip zur Motivation bei all den Schikanen: Langfristige Ziele wie langes Leben oder Folgeschädenfreiheit nützen einem kaum etwas. Ich motiviere mich dadurch, daß mein nächster HbA1c wieder eine 5 vor dem Komma haben soll. Das ist natürlich ein sehr hohes Ziel, und Du mußt es auf Deine Verhältnisse anpassen. Aber auch dann kannst Du Dir für jedes Quartal eine kleine Verbesserung vornehmen. Damit verhinderst Du, in schlechten Phasen einfach aufzugeben - schließlich willst Du ja Dein Ziel erreichen ;-) Und falls es doch mal nicht klappt: im nächsten Quartal hast Du eine neue Chance :-)

    Viele Grüße

    Katja