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Verdacht Schwangerschaftsdiabetes, eine Frage bzgl Blutzuckerwert

  • Gast

    Rang: Gast
    am 21.12.2011 17:22:48
    Guten Tag!

    ich hoffe, dass ich hier richtig bin. Ich habe gestern einen oralen Glukosetoleranztest beim Diabetologen machen lassen. Grund ist, dass in meiner Familie mütterlichseits der Typ II Diabetes sehr häufig vorkommt. Bei mir bestand jedoch noch kein Anhaltspunkt auf Schwangerschaftsdiabetes (bin gerade Anfang 31, kein Übergewicht, bin jetzt im 7. Monat und habe gerade einmal 2,5 Kg zugenommen)

    Am Vortag habe ich mich sehr intensiv kohlenhydratreich ernährt, d.h. etwa 12 Stunden vor dem Test nochmals eine dicke Portion Nudeln mit Hackfleischsauce. Vorher 3 Nektarinen und eine Banane und eine Kitkat.

    Am Testtag habe ich folgende Werte erhalten:

    nüchtern: 80 mg/dl
    nach 1 Stunde: 174 mg/dl
    nach 2 Stunden: 116 mg/dl

    Nun wurde von der Diabetologin eine Schwangerschaftsdiabetes diagnostiziert und ich sollte nun zunächst meinen Blutzuckerspiegel kontrollieren und weiter so essen wie bisher.

    Gestern und heute habe ich folgende Werte erhalten:

    gestern Mittag vor der Mahlzeit: 62
    gestern Mittag 1h nach der Mahlzeit: 101

    gestern Abend vor der Mahlzeit: 74
    gestern Abend 1h nach der Mahlzeit: 109

    heute morgen nüchtern: 70
    heute morgen 1h nach dem Frühstück: 119 (riesen Schüssel mit zuckerreichem Müsli und Milch)

    Heute als Snack die letzte Kitkat, 1 Stunde danach: 104

    Die Werte scheinen doch alle im Normbereich zu liegen? Wieso heisst es nun, dass ich Schwangerendiabetes habe?

    Ich muss noch erwähnen, dass ich etwa 10min nach dem Test plötzlich Atemprobleme bekam und eine Herzfrequenz von über 140 Schlägen die Minute. Auch mein EKG zeigte eine deutliche Herzbelastung an. Das ging knapp 1 ganze Stunde mit dieser Herzfrequenz und nach etwa 2 Stunden sank die Herzfrequenz auf 120. Erst nach 3 Stunden normalisierte sich meine Herzfrequenz. Sowohl Diabetologin als auch der dazugerufene Kardiologe konnten sich diese Reaktion nicht erklären.
    Da ich nun gelesen habe, dass Adrenalin, welches bei Stresssituationen freigesetzt wird, ein Gegenspieler des Insulins ist, könnte man doch vermuten, dass der 1 Stunden Wert während des Tests durch die hohe Adrenalinausschüttung manipuliert wurde? Mein Nüchternwert und mein 2 Stundenwert sind ja vollkommen im Rahmen. Auch die gestrigen und die heutigen Werte sind doch super.

    Ich hoffe, jemand kann mir helfen. Klar werde ich insbesondere meinen Süßigkeitenkonsum reduzieren, aber habe nun bei der "Diagnose" wirklich Angst, dass das Baby davon Schaden nimmt.

    Wie sind eure Erfahrungen?

    Danke euch

  • Gast

    Rang: Gast
    am 21.12.2011 17:59:30
    Besonders bei der ersten Schwangerschaft hagelt es gute Rat-SCHLÄGE und so viele Risiko-Hinweise, dass jedes einigermaßen gesunde Erstgeborene an ein Wunder grenzt - mal ganz abgesehen davon, dass Babies für Opas wie mich immer absolute Wunder sind.

    Noch vor 20 Jahren galt jedes Risiko als ausgeschlossen, wenn der mütterliche Urin zuckerfrei blieb, also der Blutzucker (der damals meistens noch nicht gemessen wurde) zuverlässig unter 200mg/dl. Das Werte-Spiel hat sich nun dahin verschärft, dass 90mg/dl nüchtern und 140mg/dl 1 Stunde nach dem Essen als Schwangerschafts-Obergrenzen gelten. Die kannst Du offenbar locker einhalten. Und wenn der Blutzucker in den letzten Wochen doch noch höher ansteigen will, kannst Du Deine KH-Portionen sicher ein bisschen verkleinern, also dann vielleicht eher mal mehr Wurst mit weniger Brot essen, und gut is :-)

    Dein Herzklopfen würde ich auf den allgemeinen Stress der Situation schieben. Zu ner vermehrten Adrenalin-Ausschüttung im Zucker-Zusammenhang kommt es nur bei deutlich zu wenig Zucker im Blut, also eher unter 60-50mg/dl, und das wurde ja bei Dir nicht gemessen.

    Weiter munteres Brüten, Jürgen
  • Gast

    Rang: Gast
    am 23.12.2011 10:04:14
    Ich habe versehentlich einen Beitrag, die Schwangerschaft betreffend, im Thread von Sternchen "Erhöhter Blutzucker" geschrieben. Vielleicht magst du den lesen.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 318
    Beiträge: 36
    Mitglied seit: 06.11.2011
    am 23.12.2011 17:16:32
    Hallo,

    174 mg/dl eine Stunde nach dem Essen sind eindeutig zu viel, auch wenn zusätzlich Adrenalin im Spiel war! Eine gesunde BZ-Kontrolle wird auch damit problemlos fertig.

    Da Du genetisch vorbelastet bist und der Insulinbedarf in den letzten Wochen der Schwangerschaft deutlich zunimmt, würde ich an Deiner Stelle den BZ zunächst nur überwachen, und zwar jeweils eine Stunde nach dem Essen. Sobald Du mehrfach erhöhte Werte mißt, würde ich mich sofort(!) mit einem Diabetologen in Verbindung setzen und für den Rest der Schwangerschaft auf Insulin einstellen lassen. Der Fötus hat ja eine funktionierende Bauchspeicheldrüse und lagert deshalb den Zuckerüberschuß als Fett ein. Das Ergebnis ist dann ein sogenanntes Big Baby: ein sehr großes, schweres, aber unreifes Kind. Nach der Geburt sollte es wieder ohne Insulin gehen.

    Verzichten solltest Du vor allem auf schnelle Kohlenhydrate, also auf gezuckerte Limo, Bonbons, unbelegte Baguettes und ähnliches. Schokolade und Kuchen lassen den BZ eher langsam ansteigen.

    Viele Grüße und alles Gute

    Katja
  • Gast

    Rang: Gast
    am 23.12.2011 18:39:23
    A.Nonyma schrieb:
    Hallo,

    174 mg/dl eine Stunde nach dem Essen sind eindeutig zu viel, auch wenn zusätzlich Adrenalin im Spiel war! Eine gesunde BZ-Kontrolle wird auch damit problemlos fertig.

    Da Du genetisch vorbelastet bist und der Insulinbedarf in den letzten Wochen der Schwangerschaft deutlich zunimmt, würde ich an Deiner Stelle den BZ zunächst nur überwachen, und zwar jeweils eine Stunde nach dem Essen. Sobald Du mehrfach erhöhte Werte mißt, würde ich mich sofort(!) mit einem Diabetologen in Verbindung setzen und für den Rest der Schwangerschaft auf Insulin einstellen lassen. Der Fötus hat ja eine funktionierende Bauchspeicheldrüse und lagert deshalb den Zuckerüberschuß als Fett ein. Das Ergebnis ist dann ein sogenanntes Big Baby: ein sehr großes, schweres, aber unreifes Kind. Nach der Geburt sollte es wieder ohne Insulin gehen.

    Verzichten solltest Du vor allem auf schnelle Kohlenhydrate, also auf gezuckerte Limo, Bonbons, unbelegte Baguettes und ähnliches. Schokolade und Kuchen lassen den BZ eher langsam ansteigen.

    Viele Grüße und alles Gute

    Katja




    Nur keine Panik verbreiten. Ich hatte ein Kind, das 4860g gewogen hat, es war schwer, aber keineswegs unreif, ganz im Gegenteil. Das Übergewicht hat es sehr schnell verloren und war ein gesundes Baby und ist heute ein gesundes Mannsbild, auch wenn er inzwischen 192cm groß ist.
  • Gast

    Rang: Gast
    am 23.12.2011 18:59:40
    Moin Katja,

    ich muss Dir hier energisch widersprechen: Denn

    1. die 174mg/dl sind ganz offenbar nur beim Zuckerwassertest gemessen worden, während die 1 Stundenwerte an einem ganzen Tag mit offenbar normalen Mahlzeiten deutlich unter dem Behandlungs-Deckel von 140 bleiben. Schau doch mal genau hin: Da steht ein ganzer Tag voller ganz normal gesunder Werte im unteren gesunden Bereich! Da ist noch viel Platz für gesunden Anstieg! Warum machst Du darauf son bescheuerten Stress?

    2. selbst 9 Monate mit nach dem Essen maximal 174 würden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu keinem so vergrößerten Kind führen, wie Du es in für mich unverantwortlich verunsichernder Weise androhst. Denn mit zuckerfreiem Urin=meistens unter 180mg/dl sind in der Vergangenheit praktisch alle Kinder völlig normal geboren worden. Die schweren unreifen gab und gibt es bei Müttern mit Nüchtern-BZs meistens ab 150-200 und in der Spitze nach dem Essen 200-300.

    3. die normale Insulinanleitung für maximal jetzt noch 8 Wochen würde für tierischen Stress und 4-6 davon mit völlig katastrophalen BZ-Schwankungen sorgen, die in ABSOLUT KEINEM vertretbaren Verhältnis zum marginalen Nutzen für vielleicht 2 Wochen stehen könnten.

    Trotzdem: mit besten Wünschen zum Fest und Jahreswechsel, Jürgen
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 318
    Beiträge: 36
    Mitglied seit: 06.11.2011
    am 24.12.2011 13:30:23
    Im neuen DiabetesJournal 1/2012 habe ich vorhin folgendes entdeckt:

    "OGT bei Schwangeren
    nüchtern:
    <92 mg/dl, <5,1 mmol/l
    1 Stunde nach dem Essen:
    < 180 mg/dl, < 10,0 mmol/l
    2Stunden nach dem Essen:
    <153 mg/dl, <8,5 mmol/l

    Aufgrund der HAPO-Studie 2009 wurden neue Grenzwerte für den oralen Glukosetoleranztest in der Schwangerschaft festgelegt: Wenn nur einer der Werte überschritten ist, besteht ein Diabetes! Die Therapie besteht nach den Leitlinien aktuell in der Gabe von Insulin. Und direkt sollte man an einer intensiven Schulung teilnehmen: Dort sind die Themen dann regelmäßige, engmaschige Blutzuckerselbstkontrollen, die Selbstinjektion, regelmäßige Mahlzeiten."

    Ihr werdet mir hoffentlich beide recht geben, daß 174 nicht allzu weit von 180 mg/dl entfernt ist.

    Da dieser Wert aber nur beim OGTT (auf den sich obige Angaben ausdrücklich beziehen!) aufgetreten ist, knapp unterhalb des Grenzwerts liegt und die postprandialen Werte im grünen Bereich liegen, habe ich auch nur empfohlen, die postprandialen Werte weiter im Blick zu behalten und auf schnelle Kohlenhydrate zu verzichten. Schließlich steigt der Insulinbedarf am Ende der Schwangerschaft stark an.

    @ #5:
    Früher galten andere Grenzwerte als heute - und noch früher Diabetikerinnen als unfruchtbar! Mein Diabetes stammt übrigens noch aus einer Zeit, in der eine Sicherheitsglukosurie empfohlen wurde, also eine ständige Harnzuckerausscheidung als Schutz vor Unterzuckerungen.

    Frohe Weihnachten!

    Katja
  • Gast

    Rang: Gast
    am 25.12.2011 15:51:22
    A.Nonyma schrieb:

    @ #5:
    Früher galten andere Grenzwerte als heute - und noch früher Diabetikerinnen als unfruchtbar! Mein Diabetes stammt übrigens noch aus einer Zeit, in der eine Sicherheitsglukosurie empfohlen wurde, also eine ständige Harnzuckerausscheidung als Schutz vor Unterzuckerungen.

    Frohe Weihnachten!

    Katja




    Ich habe keine Ahnung wie alt bist und wie alt deine Kinder sind, aber was du da schreibst, hab ich noch nie gehört.

    Wieso sollten Diabetikerinnen unfruchtbar sein? Auch eine sog. Sicherheitsglukosurie hab ich nie erlebt. Weder bei mir noch bei anderen.

    Mein Sohn kam 1981 zur Welt, mein Typ2 Diabetes war bekannt, wurde aber - wie damals üblich - nicht ernst genommen. Ich war auch nicht in einem Feld- Wald- und Wiesenkrankenhaus, sondern in Großhadern. Typ1 wurde auch damals schon sehr gut überwacht, bei Typ2 hielt man das nicht für notwendig.

    Bei meiner Schwester, deren Kinder in den Siebzigern zur Welt kamen, war es übrigens genauso.

    Trotzdem ist keines unsere Kinder irgendwie "unreif" oder mit irgendwelchen Schäden zur Welt gekommen.

    Also hör auf, hier Schauermärchen zu verbreiten und Schwangere zu erschrecken.
  • Gast

    Rang: Gast
    am 25.12.2011 16:20:04
    schrieb:
    Also hör auf, hier Schauermärchen zu verbreiten und Schwangere zu erschrecken.


    alles klar e.h. aus m. ! - wer hier wieder "pöbelt" ist ja wohl klar. nicht mal weihnachten kannst du es dir verkneifen! armes vaterland! nur weil du etwas nicht weisst oder kennst, kann es das trotzdem geben (unabhängig davon, dass nicht ein arzt bzw. kh wie der/das andere ist und war!). und lesen kannst du noch immer nicht: katja schreibt: "Früher galten ... Diabetikerinnen als unfruchtbar!" und du fragst: "Wieso sollten Diabetikerinnen unfruchtbar sein?". das musst du die ärzte von damals und nicht katja fragen!
  • Gast

    Rang: Gast
    am 25.12.2011 19:42:43
    Gast schrieb:
    schrieb:
    Also hör auf, hier Schauermärchen zu verbreiten und Schwangere zu erschrecken.


    alles klar e.h. aus m. ! - wer hier wieder "pöbelt" ist ja wohl klar. nicht mal weihnachten kannst du es dir verkneifen! armes vaterland! nur weil du etwas nicht weisst oder kennst, kann es das trotzdem geben (unabhängig davon, dass nicht ein arzt bzw. kh wie der/das andere ist und war!). und lesen kannst du noch immer nicht: katja schreibt: "Früher galten ... Diabetikerinnen als unfruchtbar!" und du fragst: "Wieso sollten Diabetikerinnen unfruchtbar sein?". das musst du die ärzte von damals und nicht katja fragen!



    Die Ärzte von damals schreiben hier nicht, sondern Katja. Deshalb frag ich sie.

    Ich halte es für unverantwortlich hier Panik zu verbreiten, obwohl es keinerlei Grund dafür gibt.
    Da hat mir ja sogar Jürgen zugestimmt.