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Verdacht Schwangerschaftsdiabetes, eine Frage bzgl Blutzuckerwert

  • Gast

    Rang: Gast
    am 21.12.2011 17:22:48
    Guten Tag!

    ich hoffe, dass ich hier richtig bin. Ich habe gestern einen oralen Glukosetoleranztest beim Diabetologen machen lassen. Grund ist, dass in meiner Familie mütterlichseits der Typ II Diabetes sehr häufig vorkommt. Bei mir bestand jedoch noch kein Anhaltspunkt auf Schwangerschaftsdiabetes (bin gerade Anfang 31, kein Übergewicht, bin jetzt im 7. Monat und habe gerade einmal 2,5 Kg zugenommen)

    Am Vortag habe ich mich sehr intensiv kohlenhydratreich ernährt, d.h. etwa 12 Stunden vor dem Test nochmals eine dicke Portion Nudeln mit Hackfleischsauce. Vorher 3 Nektarinen und eine Banane und eine Kitkat.

    Am Testtag habe ich folgende Werte erhalten:

    nüchtern: 80 mg/dl
    nach 1 Stunde: 174 mg/dl
    nach 2 Stunden: 116 mg/dl

    Nun wurde von der Diabetologin eine Schwangerschaftsdiabetes diagnostiziert und ich sollte nun zunächst meinen Blutzuckerspiegel kontrollieren und weiter so essen wie bisher.

    Gestern und heute habe ich folgende Werte erhalten:

    gestern Mittag vor der Mahlzeit: 62
    gestern Mittag 1h nach der Mahlzeit: 101

    gestern Abend vor der Mahlzeit: 74
    gestern Abend 1h nach der Mahlzeit: 109

    heute morgen nüchtern: 70
    heute morgen 1h nach dem Frühstück: 119 (riesen Schüssel mit zuckerreichem Müsli und Milch)

    Heute als Snack die letzte Kitkat, 1 Stunde danach: 104

    Die Werte scheinen doch alle im Normbereich zu liegen? Wieso heisst es nun, dass ich Schwangerendiabetes habe?

    Ich muss noch erwähnen, dass ich etwa 10min nach dem Test plötzlich Atemprobleme bekam und eine Herzfrequenz von über 140 Schlägen die Minute. Auch mein EKG zeigte eine deutliche Herzbelastung an. Das ging knapp 1 ganze Stunde mit dieser Herzfrequenz und nach etwa 2 Stunden sank die Herzfrequenz auf 120. Erst nach 3 Stunden normalisierte sich meine Herzfrequenz. Sowohl Diabetologin als auch der dazugerufene Kardiologe konnten sich diese Reaktion nicht erklären.
    Da ich nun gelesen habe, dass Adrenalin, welches bei Stresssituationen freigesetzt wird, ein Gegenspieler des Insulins ist, könnte man doch vermuten, dass der 1 Stunden Wert während des Tests durch die hohe Adrenalinausschüttung manipuliert wurde? Mein Nüchternwert und mein 2 Stundenwert sind ja vollkommen im Rahmen. Auch die gestrigen und die heutigen Werte sind doch super.

    Ich hoffe, jemand kann mir helfen. Klar werde ich insbesondere meinen Süßigkeitenkonsum reduzieren, aber habe nun bei der "Diagnose" wirklich Angst, dass das Baby davon Schaden nimmt.

    Wie sind eure Erfahrungen?

    Danke euch

  • Gast

    Rang: Gast
    am 21.12.2011 17:59:30
    Besonders bei der ersten Schwangerschaft hagelt es gute Rat-SCHLÄGE und so viele Risiko-Hinweise, dass jedes einigermaßen gesunde Erstgeborene an ein Wunder grenzt - mal ganz abgesehen davon, dass Babies für Opas wie mich immer absolute Wunder sind.

    Noch vor 20 Jahren galt jedes Risiko als ausgeschlossen, wenn der mütterliche Urin zuckerfrei blieb, also der Blutzucker (der damals meistens noch nicht gemessen wurde) zuverlässig unter 200mg/dl. Das Werte-Spiel hat sich nun dahin verschärft, dass 90mg/dl nüchtern und 140mg/dl 1 Stunde nach dem Essen als Schwangerschafts-Obergrenzen gelten. Die kannst Du offenbar locker einhalten. Und wenn der Blutzucker in den letzten Wochen doch noch höher ansteigen will, kannst Du Deine KH-Portionen sicher ein bisschen verkleinern, also dann vielleicht eher mal mehr Wurst mit weniger Brot essen, und gut is :-)

    Dein Herzklopfen würde ich auf den allgemeinen Stress der Situation schieben. Zu ner vermehrten Adrenalin-Ausschüttung im Zucker-Zusammenhang kommt es nur bei deutlich zu wenig Zucker im Blut, also eher unter 60-50mg/dl, und das wurde ja bei Dir nicht gemessen.

    Weiter munteres Brüten, Jürgen
  • Gast

    Rang: Gast
    am 23.12.2011 10:04:14
    Ich habe versehentlich einen Beitrag, die Schwangerschaft betreffend, im Thread von Sternchen "Erhöhter Blutzucker" geschrieben. Vielleicht magst du den lesen.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 318
    Beiträge: 36
    Mitglied seit: 06.11.2011
    am 23.12.2011 17:16:32
    Hallo,

    174 mg/dl eine Stunde nach dem Essen sind eindeutig zu viel, auch wenn zusätzlich Adrenalin im Spiel war! Eine gesunde BZ-Kontrolle wird auch damit problemlos fertig.

    Da Du genetisch vorbelastet bist und der Insulinbedarf in den letzten Wochen der Schwangerschaft deutlich zunimmt, würde ich an Deiner Stelle den BZ zunächst nur überwachen, und zwar jeweils eine Stunde nach dem Essen. Sobald Du mehrfach erhöhte Werte mißt, würde ich mich sofort(!) mit einem Diabetologen in Verbindung setzen und für den Rest der Schwangerschaft auf Insulin einstellen lassen. Der Fötus hat ja eine funktionierende Bauchspeicheldrüse und lagert deshalb den Zuckerüberschuß als Fett ein. Das Ergebnis ist dann ein sogenanntes Big Baby: ein sehr großes, schweres, aber unreifes Kind. Nach der Geburt sollte es wieder ohne Insulin gehen.

    Verzichten solltest Du vor allem auf schnelle Kohlenhydrate, also auf gezuckerte Limo, Bonbons, unbelegte Baguettes und ähnliches. Schokolade und Kuchen lassen den BZ eher langsam ansteigen.

    Viele Grüße und alles Gute

    Katja
  • Gast

    Rang: Gast
    am 23.12.2011 18:39:23
    A.Nonyma schrieb:
    Hallo,

    174 mg/dl eine Stunde nach dem Essen sind eindeutig zu viel, auch wenn zusätzlich Adrenalin im Spiel war! Eine gesunde BZ-Kontrolle wird auch damit problemlos fertig.

    Da Du genetisch vorbelastet bist und der Insulinbedarf in den letzten Wochen der Schwangerschaft deutlich zunimmt, würde ich an Deiner Stelle den BZ zunächst nur überwachen, und zwar jeweils eine Stunde nach dem Essen. Sobald Du mehrfach erhöhte Werte mißt, würde ich mich sofort(!) mit einem Diabetologen in Verbindung setzen und für den Rest der Schwangerschaft auf Insulin einstellen lassen. Der Fötus hat ja eine funktionierende Bauchspeicheldrüse und lagert deshalb den Zuckerüberschuß als Fett ein. Das Ergebnis ist dann ein sogenanntes Big Baby: ein sehr großes, schweres, aber unreifes Kind. Nach der Geburt sollte es wieder ohne Insulin gehen.

    Verzichten solltest Du vor allem auf schnelle Kohlenhydrate, also auf gezuckerte Limo, Bonbons, unbelegte Baguettes und ähnliches. Schokolade und Kuchen lassen den BZ eher langsam ansteigen.

    Viele Grüße und alles Gute

    Katja




    Nur keine Panik verbreiten. Ich hatte ein Kind, das 4860g gewogen hat, es war schwer, aber keineswegs unreif, ganz im Gegenteil. Das Übergewicht hat es sehr schnell verloren und war ein gesundes Baby und ist heute ein gesundes Mannsbild, auch wenn er inzwischen 192cm groß ist.
  • Gast

    Rang: Gast
    am 23.12.2011 18:59:40
    Moin Katja,

    ich muss Dir hier energisch widersprechen: Denn

    1. die 174mg/dl sind ganz offenbar nur beim Zuckerwassertest gemessen worden, während die 1 Stundenwerte an einem ganzen Tag mit offenbar normalen Mahlzeiten deutlich unter dem Behandlungs-Deckel von 140 bleiben. Schau doch mal genau hin: Da steht ein ganzer Tag voller ganz normal gesunder Werte im unteren gesunden Bereich! Da ist noch viel Platz für gesunden Anstieg! Warum machst Du darauf son bescheuerten Stress?

    2. selbst 9 Monate mit nach dem Essen maximal 174 würden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu keinem so vergrößerten Kind führen, wie Du es in für mich unverantwortlich verunsichernder Weise androhst. Denn mit zuckerfreiem Urin=meistens unter 180mg/dl sind in der Vergangenheit praktisch alle Kinder völlig normal geboren worden. Die schweren unreifen gab und gibt es bei Müttern mit Nüchtern-BZs meistens ab 150-200 und in der Spitze nach dem Essen 200-300.

    3. die normale Insulinanleitung für maximal jetzt noch 8 Wochen würde für tierischen Stress und 4-6 davon mit völlig katastrophalen BZ-Schwankungen sorgen, die in ABSOLUT KEINEM vertretbaren Verhältnis zum marginalen Nutzen für vielleicht 2 Wochen stehen könnten.

    Trotzdem: mit besten Wünschen zum Fest und Jahreswechsel, Jürgen
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 318
    Beiträge: 36
    Mitglied seit: 06.11.2011
    am 24.12.2011 13:30:23
    Im neuen DiabetesJournal 1/2012 habe ich vorhin folgendes entdeckt:

    "OGT bei Schwangeren
    nüchtern:
    <92 mg/dl, <5,1 mmol/l
    1 Stunde nach dem Essen:
    < 180 mg/dl, < 10,0 mmol/l
    2Stunden nach dem Essen:
    <153 mg/dl, <8,5 mmol/l

    Aufgrund der HAPO-Studie 2009 wurden neue Grenzwerte für den oralen Glukosetoleranztest in der Schwangerschaft festgelegt: Wenn nur einer der Werte überschritten ist, besteht ein Diabetes! Die Therapie besteht nach den Leitlinien aktuell in der Gabe von Insulin. Und direkt sollte man an einer intensiven Schulung teilnehmen: Dort sind die Themen dann regelmäßige, engmaschige Blutzuckerselbstkontrollen, die Selbstinjektion, regelmäßige Mahlzeiten."

    Ihr werdet mir hoffentlich beide recht geben, daß 174 nicht allzu weit von 180 mg/dl entfernt ist.

    Da dieser Wert aber nur beim OGTT (auf den sich obige Angaben ausdrücklich beziehen!) aufgetreten ist, knapp unterhalb des Grenzwerts liegt und die postprandialen Werte im grünen Bereich liegen, habe ich auch nur empfohlen, die postprandialen Werte weiter im Blick zu behalten und auf schnelle Kohlenhydrate zu verzichten. Schließlich steigt der Insulinbedarf am Ende der Schwangerschaft stark an.

    @ #5:
    Früher galten andere Grenzwerte als heute - und noch früher Diabetikerinnen als unfruchtbar! Mein Diabetes stammt übrigens noch aus einer Zeit, in der eine Sicherheitsglukosurie empfohlen wurde, also eine ständige Harnzuckerausscheidung als Schutz vor Unterzuckerungen.

    Frohe Weihnachten!

    Katja
  • Gast

    Rang: Gast
    am 25.12.2011 15:51:22
    A.Nonyma schrieb:

    @ #5:
    Früher galten andere Grenzwerte als heute - und noch früher Diabetikerinnen als unfruchtbar! Mein Diabetes stammt übrigens noch aus einer Zeit, in der eine Sicherheitsglukosurie empfohlen wurde, also eine ständige Harnzuckerausscheidung als Schutz vor Unterzuckerungen.

    Frohe Weihnachten!

    Katja




    Ich habe keine Ahnung wie alt bist und wie alt deine Kinder sind, aber was du da schreibst, hab ich noch nie gehört.

    Wieso sollten Diabetikerinnen unfruchtbar sein? Auch eine sog. Sicherheitsglukosurie hab ich nie erlebt. Weder bei mir noch bei anderen.

    Mein Sohn kam 1981 zur Welt, mein Typ2 Diabetes war bekannt, wurde aber - wie damals üblich - nicht ernst genommen. Ich war auch nicht in einem Feld- Wald- und Wiesenkrankenhaus, sondern in Großhadern. Typ1 wurde auch damals schon sehr gut überwacht, bei Typ2 hielt man das nicht für notwendig.

    Bei meiner Schwester, deren Kinder in den Siebzigern zur Welt kamen, war es übrigens genauso.

    Trotzdem ist keines unsere Kinder irgendwie "unreif" oder mit irgendwelchen Schäden zur Welt gekommen.

    Also hör auf, hier Schauermärchen zu verbreiten und Schwangere zu erschrecken.
  • Gast

    Rang: Gast
    am 25.12.2011 16:20:04
    schrieb:
    Also hör auf, hier Schauermärchen zu verbreiten und Schwangere zu erschrecken.


    alles klar e.h. aus m. ! - wer hier wieder "pöbelt" ist ja wohl klar. nicht mal weihnachten kannst du es dir verkneifen! armes vaterland! nur weil du etwas nicht weisst oder kennst, kann es das trotzdem geben (unabhängig davon, dass nicht ein arzt bzw. kh wie der/das andere ist und war!). und lesen kannst du noch immer nicht: katja schreibt: "Früher galten ... Diabetikerinnen als unfruchtbar!" und du fragst: "Wieso sollten Diabetikerinnen unfruchtbar sein?". das musst du die ärzte von damals und nicht katja fragen!
  • Gast

    Rang: Gast
    am 25.12.2011 19:42:43
    Gast schrieb:
    schrieb:
    Also hör auf, hier Schauermärchen zu verbreiten und Schwangere zu erschrecken.


    alles klar e.h. aus m. ! - wer hier wieder "pöbelt" ist ja wohl klar. nicht mal weihnachten kannst du es dir verkneifen! armes vaterland! nur weil du etwas nicht weisst oder kennst, kann es das trotzdem geben (unabhängig davon, dass nicht ein arzt bzw. kh wie der/das andere ist und war!). und lesen kannst du noch immer nicht: katja schreibt: "Früher galten ... Diabetikerinnen als unfruchtbar!" und du fragst: "Wieso sollten Diabetikerinnen unfruchtbar sein?". das musst du die ärzte von damals und nicht katja fragen!



    Die Ärzte von damals schreiben hier nicht, sondern Katja. Deshalb frag ich sie.

    Ich halte es für unverantwortlich hier Panik zu verbreiten, obwohl es keinerlei Grund dafür gibt.
    Da hat mir ja sogar Jürgen zugestimmt.

  • Gast

    Rang: Gast
    am 25.12.2011 21:04:23
    schrieb:
    Ich halte es für unverantwortlich hier Panik zu verbreiten, obwohl es keinerlei Grund dafür gibt. Da hat mir ja sogar Jürgen zugestimmt.


    da sind wir ja alle richtig beruhigt, da weder du noch jürgen hier das nonplusultra sind! und panik verbreitest nur du mit deinen ständigen gegenreden (die du kaum belegen kannst, getreu dem motto: "weil ich 100 leute ohne krebs kenne, kann es keinen krebs geben..") und machen wir uns mal nichts vor - wer beim ogtt nach 2h über 140 mg/dl hat, der hat irgendein problem, da max. 140 normal sind (und da ist es egal, welcher art das problem ist - die einzelwerte gleichen da nix aus!). und das du es immer noch nicht schnallst wird aus folgendem klar: "Die Ärzte von damals schreiben hier nicht, sondern Katja. Deshalb frag ich sie." ist klar, wenn katja erzählt: "früher galt die erde als scheibe" und du fragst, warum die erde eine scheibe sein sollte, muss katja dir das erklären? ich fass es nicht!
  • Gast

    Rang: Gast
    am 26.12.2011 10:20:25
    Natürlich faßt du es nicht. Deshalb halt die Klappe, du hast wirklich keine Ahnung.
  • Gast

    Rang: Gast
    am 26.12.2011 12:44:30
    Sachliche Diskussion ist hier hoffenbar nicht mehr möglich - ich lese nur noch Rumgezicke - wie schade.
  • Gast

    Rang: Gast
    am 26.12.2011 13:52:14
    @#13 Danke dass du mir das abgenommen hast. ;-)
    Viele sind wohl der Meinung Diskussion kommt von Diskus, die Scheibe.

    Frohes Fest
    Havier

    --- da waren die alten Griechen unserer Zeit weit voraus ---
  • Gast

    Rang: Gast
    am 26.12.2011 13:55:24
    Dann bringt euch doch mal mit vernünften Beitragen ein, anstatt rumzuheulen, daß keine Diskussion möglich sei.

  • Gast

    Rang: Gast
    am 26.12.2011 17:21:56
    so isses! und wenn geschrieben wird:
    schrieb:
    Deshalb halt die Klappe, du hast wirklich keine Ahnung.


    setzt das ja in szene, dass der schreiber ahnung hat - nur leider ist davon nix zu lesen (ausser seinen bekannten pöbeleien!). aber hauptsache, man tut so als ob....
  • Gast

    Rang: Gast
    am 28.12.2011 16:37:56
    Danke für eure Antworten!

    Werde aber trotzdem mit den Kohlenhydraten aufpassen, da ich ja wie gesagt genetisch vorbelastet bin.
  • Gast

    Rang: Gast
    am 28.12.2011 18:07:02
    Gast schrieb:
    Danke für eure Antworten!

    Werde aber trotzdem mit den Kohlenhydraten aufpassen, da ich ja wie gesagt genetisch vorbelastet bin.



    Natürlich, das ist auch völlig in Ordnung.
    Mir ging es nur darum, aufzuzeigen, daß leicht erhöhte Blutwerte einem ungeborenen Baby nicht zwangsläufig schaden müssen.
    Man hat als Schwangere sowieso Ängste, die müssen wirklich nicht durch eine unbegründete Panik verstärkt werden.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 36
    Mitglied seit: 06.11.2011
    am 29.12.2011 18:13:26
    @ #8:

    Ich bin 50 und mein Diabetes 49. Kinder habe ich nicht, was aber nichts mit dem Diabetes zu tun hat. Diabetikerinnen galten meines Wissens bis in die 60er Jahre hinein als unfruchtbar, was mich aber aus verständlichen Gründen damals nicht interessiert hat.

    Zu Sicherheitsglukosurie: vielleicht steht im Internet irgendwas über eine Diabetologin Dr. Sachse, die Anfang der 60er Jahre an der Uniklinik Frankfurt tätig war und die u.a. für eine Sicherheitsglukosurie eintrat. Aber es gibt auch andere Quellen im Internet, die dieses frühere Therapieprinzip belegen:
    http://books.google.de/books?id=ry9KU0yVwtAC&pg=PA138&lpg=PA138&dq=Sicherheitsglukosurie&source=bl&ots=Fn-LOHO35r&sig=_YKAdlG1uD25STD6cXxWWW3UGzY&hl=de
    oder
    http://fkdb.net/plaintext/-archive/archiv-1/nice-sugar-studie-macht-furore/index.html
    Ich kann mich jedenfalls noch daran erinnern, daß meine Eltern in den 60er und 70er Jahren davon sprachen. Ich persönlich hatte das Glück, daß meinem Vater - er war Ingenieur - von Anfang an klar war, daß eine Sicherheitsglukosurie Blödsinn sei. Er hat mir, zusammen mit meiner Mutter, die Irrungen und Wirrungen der deutschen Diabetestherapie in den 60er und 70er Jahren erspart.

    Du jedenfalls hast die Gnade der späten Diabetesmanifestation!

    Ich wünsche allen einen guten Rutsch ins neue neue Jahr!

    Katja
  • Gast

    Rang: Gast
    am 30.12.2011 13:32:05
    A.Nonyma schrieb:
    @ #8:


    Du jedenfalls hast die Gnade der späten Diabetesmanifestation!


    Katja



    Wie kommst du denn darauf? Mein Diabetes hat sich in den 70er Jahren manifestiert, damals war ich Anfang 30. Als späte Diabetesmanifestation würde ich das nicht bezeichnen.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 36
    Mitglied seit: 06.11.2011
    am 30.12.2011 15:03:06
    Gast schrieb:

    Wie kommst du denn darauf? Mein Diabetes hat sich in den 70er Jahren manifestiert, damals war ich Anfang 30. Als späte Diabetesmanifestation würde ich das nicht bezeichnen.



    Genau das meinte ich: Dein Diabetes ist einfach 10 bis 15 Jahre jünger als meiner, und deshalb hast Du etliche der von mir beschriebenen Irrungen der Diabetologie nie kennengelernt! Kohl bezog seine "Gnade der späten Geburt" ja auch nur darauf, daß er erst 1930 geboren wurde und deshalb im Dritten Reich zu jung für jegliche Verantwortung war. Eine Aussage über das Alter ist damit nicht verbunden.

    Viele Grüße

    Katja
  • Gast

    Rang: Gast
    am 30.12.2011 16:51:24
    schrieb:
    damals war ich Anfang 30. Als späte Diabetesmanifestation würde ich das nicht bezeichnen.


    Das wiederum kann man auch anders sehen - "früher" war Typ2 "Altersdiabetes" und Typ1 "juviniler (kindlicher) Diabetes", wenn ich meinen DM T1 erst mit über 30 bekommen hätte (ich war 1962 erst 4, als es mich erwischte), dann hätte jeder von "später DM-Manifestation" gesprochen. Somit ist alles eine subjektive Einschätzung!
  • Gast

    Rang: Gast
    am 30.12.2011 17:48:09
    A.Nonyma schrieb:
    Gast schrieb:

    Wie kommst du denn darauf? Mein Diabetes hat sich in den 70er Jahren manifestiert, damals war ich Anfang 30. Als späte Diabetesmanifestation würde ich das nicht bezeichnen.



    Genau das meinte ich: Dein Diabetes ist einfach 10 bis 15 Jahre jünger als meiner, und deshalb hast Du etliche der von mir beschriebenen Irrungen der Diabetologie nie kennengelernt! Kohl bezog seine "Gnade der späten Geburt" ja auch nur darauf, daß er erst 1930 geboren wurde und deshalb im Dritten Reich zu jung für jegliche Verantwortung war. Eine Aussage über das Alter ist damit nicht verbunden.

    Viele Grüße

    Katja



    Ich habe aber Typ2, damals noch "Altersdiabetes" genannt. Wenn man den mit Ende zwanzig/Anfang dreißig bekommt (man kann ja nie genau sagen, wann ein Typ2 sich manifestiert hat), dann ist das eben sehr früh und nicht spät.
    Ich habe übrigens bestimmt mehr Irrungen als du mitgemacht, ohne mit dir in den Wettstreit treten zu wollen. Typ2 wurde damals nämlich so gut wie gar nicht behandelt, Typ1 hingegen wurde auch damals schon mit Insulin behandelt.
  • Gast

    Rang: Gast
    am 30.12.2011 17:49:36
    Gast schrieb:
    schrieb:
    damals war ich Anfang 30. Als späte Diabetesmanifestation würde ich das nicht bezeichnen.


    Das wiederum kann man auch anders sehen - "früher" war Typ2 "Altersdiabetes" und Typ1 "juviniler (kindlicher) Diabetes", wenn ich meinen DM T1 erst mit über 30 bekommen hätte (ich war 1962 erst 4, als es mich erwischte), dann hätte jeder von "später DM-Manifestation" gesprochen. Somit ist alles eine subjektive Einschätzung!



    Du machst den üblichen Fehler und setzt Typ1 und Typ2 gleich, das sind sie aber keineswegs.
  • Gast

    Rang: Gast
    am 30.12.2011 19:33:51
    Gast schrieb:
    Mein Diabetes hat sich in den 70er Jahren manifestiert .....ich war 1962 erst 4, als es mich erwischte



    70er oder 60er ?

    Havier

    --- ich bin ein falscher 50er ---
  • Gast

    Rang: Gast
    am 30.12.2011 19:57:55
    Moin Havier,

    egal ob 60ger oder 70ger, das war das finstere Mittelalter der Diabetologie. Erste einheitliche Maßstäbe für Diabetes gab's übrigens erst Ende der 70ger und das mit so hohen BZ-Werten, dass die Betroffenen Typ2 schon mit ersten Folgekrankheiten auffielen. Die Typ1 fielen schon eher auf, häufig mit nem Zusammenbruch infolge Ketoazidose.

    Die hohen Diagnose-Werte wurden damals angeblich damit gerechtfertigt, dass der Diabetes als Todesurteil mit langsamer Vollstreckung galt, die man mit der Behandlung nur ein bisschen verlängern konnte und mit früherer Behandlung auch nicht zu bessern wusste. Also ließ man die Betroffenen möglichst lange in dem Glauben, eben keinen Diabetes zu haben.

    Fachoffiziell wurden niedrigere BZ-Werte erst in den 90ger Jahren des vorigen Jahrhunderts eingeführt, und erst seitdem kann man eigentlich von einer halbwegs gesunden Diabetes-Behandlung sprechen. Beide Damen, die sich hier so herzlich schreiben, hatten das Glück, ihre Diabetesse schon sehr viel früher sehr viel gesünder zu behandeln bzw. behandelt zu bekommen :-)

    Mit besten Wünschen zum Jahreswechsel, Jürgen
  • Gast

    Rang: Gast
    am 30.12.2011 22:54:50
    schrieb:
    70er oder 60er ? Havier --- ich bin ein falscher 50er ---


    Du bist wirklich ein falscher Fuffz'ger! Nenn' doch bitte mal den Beitrag, in dem steht:
    "Mein Diabetes hat sich in den 70er Jahren manifestiert .... ich war 1962 erst 4, als es mich erwischte". Du bist ja wie "Anke" - die auch aus 3 Beiträgen einen gemacht - Hauptsache sie konnte etwas bemängeln!
  • Gast

    Rang: Gast
    am 30.12.2011 23:21:10
    Sorry, aber jetzt steh ich irgendwie auf dem Schlauch.
    Die Textauszüge sind natürlich aus 2 verschiedenen Beiträgen. #10 und #23

    Sind die etwa von 2 verschiedenen Gästen ?

    Wenn ja, dann tut´s mir leid. Absichtlich würde ich sowas nicht machen.
    Manchmal ist das - zumindest für mich - nicht ganz leicht die Gäste zu unterscheiden.

    Havier



  • Gast

    Rang: Gast
    am 31.12.2011 10:25:34
    Hallo Jürgen,

    ganz so schlimm war es auch in den 60er Jahren nicht für Typ2. Er wurde auch damals schon behandelt. Meine Mutter und Schwester (beide Typ2) wurden natürlich auch mit dem damals üblichen Euglucon behandelt, kriegten aber auch Insulin als die Werte zu hoch wurden. Natürlich nach einem strengen Spritzschema, die Messerei steckte ja noch in den Kinderschuhen, bzw. die gab es für privat nicht.

    Und daß sie Diabetes hatten wurde ihnen durchaus gesagt, warum meinst du, habe ich meinen Diabetes so früh entdeckt? Ich war immer wieder beim Arzt zum testen, gemerkt hab ich damals noch nichts.

    Mit heute waren die Maßnahmen für Typ2 allerdings nicht zu vergleichen.
  • Gast

    Rang: Gast
    am 31.12.2011 14:49:07
    @H4: Wir glauben dir mal, dass du nicht bewusst 2 verschiedene zusammengestrickt hast, aber wie immer: wer lesen kann, ist im Vorteil:

    #10: "Mein Diabetes hat sich in den 70er Jahren manifestiert, damals war ich Anfang 30."
    #23: "wenn ich meinen DM T1 erst mit über 30 bekommen hätte (ich war 1962 erst 4, als es mich erwischte)"

    Aber ich denke, jeder macht mal Fehler und nobody is perfect (obwohl es manche glauben!). Darum oder trotzdem wünsche ich allen einen guten, schmerzfreien Rutsch ins neue Jahr und in dem dann gute BZ-Werte incl. ordentlichem Management egal mit welchem DM und welcher Ernährung.
  • Gast

    Rang: Gast
    am 31.12.2011 15:27:19
    Gut, dann ist meine Glaubwürdigkeit ja wieder hergestellt ;-)

    Und für´s neue Jahr hab ich mir auch ne Menge vorgenommen.....

    Grüße an alle und einen guten Rutsch

    Havier

    --- ... ich mach´s im Neuen Jahr genauso wie im alten ;-) ---
  • Gast

    Rang: Gast
    am 31.12.2011 15:36:19
    Moin Erika,

    Euglukon war 1966 völlig neu, die erste wirklich BZ-senkende Tablette, und dass Ihr das damals gekriegt habt, spricht für einen für damalige Verhältnisse absolut fortschrittlichen Dok. Denn damals fanden neue Medis den Weg sehr viel langsamer als heute in den Gebrauch in Kliniken und schließlich in Arztpraxen.

    Diagnose-Schwelle für Diabetes war Zucker im Urin, also nüchtern etwa 200mg/dl, und ohne Zucker im Urin wurde kein Glukosetest im Labor im kranken Haus angeordent. Und in der normalen Insulin-Einstellung pflegte der BZ über den Tag zwischen etwa 100 und 400mg/dl zu schwanken. Bei Typ2 auch insgesamt noch ein Stück höher, weil Typ2 keine Keto kriegt und mit der höheren Einstellung mehr von den lästigen Hypos vermieden werden können.

    Deine Diagnose und Behandlung war ganz oben auf der Höhe der damaligen Zeit, und die war halt im Rückblick finsteres diabetologisches Mittelalter. Verbreiteter Licht gab es da drin erst mit den beiden großen Studien DCCT für Typ1 in USA und UKPDS für Typ2 in England. Die UKPDS wurde in der zweiten Hälfte der 70ger Jahre eingestielt. Also muss es damals schon einzelne Lichter/Ärzte gegeben haben, die ihre Typ2 auf HBA1c um 8 und darunter einstellten. Aber die große Menge der Fachärzte und Ärzte folgte erst mit Abschluss und Auswertung der UKPDS in der zweiten Hälfte der 90ger.

    Auf ein gutes 2012, Jürgen