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Hilfe mein Gewicht
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Gast
Rang: Gastam 09.01.2012 03:33:10
Hollo,
seit dem ich"Typ2" Insulin spritze steigt mein Gewicht ständig.
Habe mich so eingestellt,dass mein BZ nach dem Essen zwei Stunden später unter 140 liegt, mein HbA1c liegt zw. 5,6 und6.5.
Abends esse ich keine KH mehr ,die Nachtwerte und der
morgendliche BZ liegen zw. 80-120.
Was mache ich falsch?
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am 09.01.2012 09:43:05
Hallo Gast,
Glückwunsch zu deiner guten BZ-Führung - den Rest schaffst du auch noch.
Nicht das gespritze Insulin, sondern die gegessenen Kalorien und besonders die KH lassen dein Gewicht ansteigen. Dabei hilft es wenig, die KH nur abends einzuschränken. Das ist eine reine Werbeaussage des SIS-Konzepts, die mit nichts wissenschaftlich untersetzt ist. Im Gegenteil ist es sogar klar erwiesen und den meisten Diabetiker bekannt, dass die Wirkung der KH auf den BZ morgens am stärksten ist.
Du solltest lieber die KH zu allen Mahlzeiten moderat reduzieren. Das erleichtert dir die gesunde BZ-Führung und den Kampf um dein Gewicht. Falls du Erfahrungsberichte und Anleitung für eine KH-reduzierte Ernährung haben willst, dann kann ich dir das LOGI-Forum empfehlen.
Beste Grüße, Rainer -
Gast
Rang: Gastam 09.01.2012 09:57:58
Jeden Tag einen schönen Salat, viel Gemüse, ein wenig Obst und mediterrane Kost und ein paar Mal die Woche joggen, radeln und schwimmen. Sollst sehen, was da bald die Pfunde purzeln. :)
Gruß Hanna -
Gast
Rang: Gastam 09.01.2012 16:33:47
Hallo danke für die Antworten,
abends esse ich keine KH hauptsächlich um einen besseren BZ-Verlauf
in der Nacht zu haben,außerdem haben die nächtlichen Heißhunger- Attacken
bei mir deutlich nachgelassen.
Aber wo ich eigentlich hinaus will ist ,dass Insulin bei Typ2 -Diabetes eine
Gewichtsverringerung verhindern soll ,so verstehe ich Aussagen im Internet.
Bin recht verzweifelt, als ich Insulin spritzen musste war mein Gewicht 76kg
und jetzt nach fast 12 Jahren liege ich bei 90kg.Mein Hausarzt schweigt
bzw. wechselt sofort das Thema.
So bin ich für Eure Tipps und Hinweise sehr dankbar.
L.G. Klaus.
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Gast
Rang: Gastam 09.01.2012 16:54:44
Moin Klaus,
mit Insulin sorgen wir dafür, dass Glukose ordentlich und bei gesund niedrigem Blutzucker verarbeitet werden kann. Und zu der ordentlichen Verarbeitung gehört auch, dass all die Glukose, die gerade nicht als Zelltreibstoff verbraucht oder als Glycogen in der Leber und den Muskeln gespeichert wird, genial gewicht- und platzsparend in Triglyzeride umgebaut und in die diversen Schwimmhilfen eingelagert wird.
Für uns Typ2 ist das deswegen ein bisschen gemeiner, weil unsere Typ2-fehlgesteuerten inneren Zuckerfabriken in Leber und Nieren häufig schon so viel liefern, dass wir für unsere normale Glukoseversorgung eigentlich kaum bis gar keine KHs mehr zu essen brauchten und dass dann schon kleinere gegessene Mengen nicht mehr verbraucht und gleich eingelagert werden.
So kann ich z.B. mein Gewicht nur halten, wenn ich meistens eher 6 als 8 BEs am Tag esse, und schon mit öfter mal 8-10 fängt bei mir das Zunehmen an, obwohl der Arzt mir 12-14 als tägliche Untergrenze empfiehlt.
Auf ein gutes 2012, Jürgen -
Gast
Rang: Gastam 09.01.2012 17:36:02
Hallo Jürgen
Du schreibst : Für uns Typ2 ist das deswegen ein bisschen gemeiner, weil unsere Typ2-fehlgesteuerten inneren Zuckerfabriken in Leber und Nieren häufig schon so viel liefern, dass wir für unsere normale Glukoseversorgung eigentlich kaum bis gar keine KHs mehr zu essen brauchten.
Meine Frage an dich: Wo holen die Leber und Nieren dan die Stoffen her die Sie im Zucker umsetzen und ans Blut liefern.
Nach meine Meinung muss man diese Stoffen dan auch durch den Mund zuführen. Somit ist es immer eine Frgae von wieviel nimmt mann zu sich und wieviel verbrannt man. Leider ESSEN und KÖRPERLICHE ANSTENGUNG.
LG
Hajo -
am 09.01.2012 17:59:08
Rainer schrieb:
Im Gegenteil ist es sogar klar erwiesen und den meisten Diabetiker bekannt, dass die Wirkung der KH auf den BZ morgens am stärksten ist.
Tut mir leid, Rainer, aber das ist Blödsinn!
Der Grund für die morgens scheinbar schlechtere Wirkung des Insulins wird in Schulungen nicht genannt, weil die Voraussetzung für BE-Faktoren nicht erwähnt wird: die Faktoren hängen nämlich keineswegs von der Tageszeit ab, wie der Name suggeriert, sondern vom Abstand zur letzten größeren Insulingabe! Tja, und der ist morgens nun mal am längsten ...
Ich habe das ganz deutlich gemerkt, als ich mit meiner neuen Insulinpumpe bis mittags schlief, mit einem genauso guten BZ wie morgens aufstand, aber nach dem späten Frühstück viel zu hoch rauskam - und das immer wieder! Natürlich hatte ich den zeitlich passenden BE-Faktor von mittags verwendet. Dann nahm ich den von morgens (es handelte sich ja in beiden Fällen um die erste Mahlzeit des Tages), aber das Ergebnis paßte immer noch nicht. Schließlich fand ich einen Diabetologen, der mir den Hintergrund für meine Erfahrung erklären konnte: Nach einer Insulingabe lagert die Leber erst mal Zucker ein. Nach etwa zwei Stunden schaltet sie auf Zuckerfreisetzung um - und das führt zu einer gewissen, zunehmenden Insulinresistenz. Basierend auf dieser Info baute ich mir ein neues BE-Faktorenschema auf und kann jetzt beliebig lange schlafen oder aufs Essen verzichten! Mein BZ paßt ;-)
Viele Grüße
Katja -
Gast
Rang: Gastam 09.01.2012 18:13:14
Moin Hajo,
Du hast vollkommen recht: Nix kann ansetzen, was wir nicht einfüllen, und zwar Gramm für Gramm.
Die Menge macht's. Nur gibt es Kombinationen, mit denen viele von uns zu mehr Einfüll-Menge neigen, z.B. häufig mit mehr KHs, und die eher weniger bewerten, weil sie ja im Gegensatz zu Fett und Eiweiß als gesund gelten.
Bei uns Typ2 sind die KHs deswegen die etwas größere Herausforderung, weil die innere Glukose-Ausgabe häufig schon 2-3mal so viel wie gesund an Glukose liefert und davon dann schon ein Teil in Form von Fett eingelagert wird.
Klar müssen wir INSULINER auch für diese intern ausgegebene Glukose spritzen, was wir zu einem guten Teil zusammen mit den KHs auf dem Teller machen und dabei die vielen notwendigen Einheiten häufig als der Insulinresistenz geschuldet interpretieren.
Auf ein gutes 2012, Jürgen -
Gast
Rang: Gastam 09.01.2012 18:15:30
Meine Theorie ist ja, dass auch die nächtliche Bettwärme den Blutzuckerspiegel bei Diabetikern mit Dawn-Phänomen in die Höhe treibt. Wie ich darauf komme? Jetzt im Winter benötige ich deutlich weniger Insulin über den Tag als an warmen Sommertagen. Leider konnte ich mich noch nicht dazu durchringen, im Winter mal eine Nacht ohne Bettdecke zu schlafen, um das mal zu testen.
Mir ist auch keine wissenschaftliche Arbeit zu dieser These bekannt. Vielleicht sollte ich mal ein paar schlaue Medizinprofs bitten, das zu untersuchen.
Gruß, der Björn -
Gast
Rang: Gastam 09.01.2012 18:21:42
Moin Katja,
wenn mit der gleichen Scheibe Brot mein BZ morgens um 80-100mg/dl ansteigt und abends nur um 60-80, haben die KHs morgens eine stärker erhöhende Wirkung auf meinen BZ als abends.
Wie kommst Du darauf, dass so eine Erfahrung Blödsinn sei, wenn (nicht nur) ich das so und ähnlich) messen kann?
Auf ein gutes 2012, Jürgen -
Gast
Rang: Gastam 09.01.2012 18:36:36
schrieb:
Wie kommst Du darauf, dass so eine Erfahrung Blödsinn sei, wenn (nicht nur) ich das so und ähnlich) messen kann?
Weil du und die drei anderen, die du kennst, nicht der Nabel der Welt sind! Katja kennt vermutlich von sich und 3 anderen, dass es nicht so ist. Könnte es sein, dass es bei einem so und bei dem anderen anders ist? Zumindest wäre ich mit Verallgemeinerungen sehr, sehr vorsichtig! Und da bist du doch relativ fix, oder? -
Gast
Rang: Gastam 09.01.2012 21:16:33
na wenigstens haben wir ja dich, um ständig nichtssagendes zu verbreiten. -
Gast
Rang: Gastam 09.01.2012 22:30:49
#Gast 13: Jo, dein Posting dient dann sicher der allgemeinen Aufklärung - sprich Volksbelustigung! Wenn jemand eine Frage stellt, dient das Forum der Antwort und genau das habe ich getan (Gottseidank interessiert dein unqualifiziertes Dazwischengequake keinen!). Aber es macht richtig Spass auf jede Antwort (egal von wem) deine subjektiv gefärbte "Quasselei" zu vernehmen - da kommt richtig Freude auf! Was vermutest du zu sein? Vermutlich können wir froh sein, nicht zu wissen, wer du sein könntest... -
Gast
Rang: Gastam 10.01.2012 02:30:14
Danke für die Antworten und zankt euch nicht. Ist doch klar,dass es verschiedene Meinungen gibt,sonst wäre es zu einfach!
Die KH weiter reduzieren,wie in einigen Beiträgen geschrieben,würde bedeuten
möglichst ganz darauf zu verzichten,ich werde es versuchen.
L.G. Klaus.
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am 10.01.2012 08:26:22
Hallo Klaus,
wieviel KH isst du denn jetzt ungefähr?
Wenn du schon wenig KH isst und die noch weiter reduzieren sollst, dann stehst du vor der schwierigen Frage, was du überhaupt noch essen kannst. In dieser Situation kann ich dir wärmstens LCHF empfehlen. Das ist noch ein bisschen schärfer low carb als LOGI, dafür aber sowohl für die BZ-Führung als auch für das Abnehmen noch wirkungsvoller - sieh es dir einfach mal an.
LG Rainer -
Gast
Rang: Gastam 11.01.2012 14:02:08
Hallöchen :)
Glückwunsch, deine Werte sind ja top!
Bei mir wurde im Sommer 2011 Typ 1 diagnostiziert und seitdem habe ich über 15kg an Gewicht verloren. Trotz der Krankheit fühle ich mich so richtig wohl in meinem Körper, so schlank war ich nie. Bei mir lag es allerdings daran, dass ich Angst hatte vorm spritzen und daher Sachen gegessen habe für die ich nichts spritzen musste wie z.B. Salate am Abend und tagsüber nur Kleinigkeiten. Deswegen nur bedingt als "Diät" zu empfehlen.
Hab mich allerdings immer noch nicht so recht an die Krankheit gewohnt und deswegen sind meine Werte auch noch miserabel. Ich schaff es einfach nicht so recht mich damit anzufreunden. -
am 11.01.2012 19:54:56
Hallo,
ich weiß nicht, ob man sich mit einem Diabetes wirklich anfreunden kann. Ich sehe ihn als ungebetenen, aber ständigen Begleiter, mit dem ich mich arrangieren muß. Natürlich hat er manchmal seinen eigenen Kopf und treibt mich fast zur Verzweiflung, aber dann läuft es auch wieder eine zeitlang wie geschmiert. Mein Mann sagt, ohne meinen Diabetes hätte er nie so viel über Stoffwechsel und Ernährung gelernt ;-)
Die Angst vorm Spritzen kenne ich nur allzu gut: sie begleitet mich seit Jahrzehnten. Ich habe deshalb 39 Jahre lang nur zweimal am Tag gespritzt und deshalb nach Zeit- und Mengenplan essen müssen (CT). Danach bin ich zur Pumpentherapie gewechselt. Gespritzt habe ich immer nur mit Hilfsmitteln: erst mit einem Spritzautomaten für Glas-, später einem für Einmalspritzen, dann mit einem automatischen Pen (den ich aber fast nie benutzt habe). Haselmeier bietet sie heute noch an: http://www.diapen.com/index.php?id=11. Den Katheter der Pumpe setze ich ebenfalls mit einem Automaten. Damit habe ich das Problem des Einstichs gelöst, weil das automatisch geht :-)
Zu mir: ich bin 50 und habe seit 49 Jahren Diabetes - aber keinerlei Folgeschäden.
@ Jürgen:
Gast schrieb:
wenn mit der gleichen Scheibe Brot mein BZ morgens um 80-100mg/dl ansteigt und abends nur um 60-80, haben die KHs morgens eine stärker erhöhende Wirkung auf meinen BZ als abends.
Prüf doch einfach mal nach, wie hoch Dein BZ steigt, wenn Du erst mittags frühstückst - natürlich ohne vorher etwas anderes gegessen zu haben! Ich bin mir sicher, daß Deine Scheibe Brot ihn um mehr als 80-100mg/dl steigen läßt.
Viele Grüße
Katja -
am 11.01.2012 20:28:50
hallo Katja,
zum Thema "Scheibe Brot":
Wieso bist du dir da so sicher ?
Ich hab mal für Jürgen getestet. ;-)
1te Scheibe Brot um 09:00 --- nach 2h + 20mg/dl --- nach 3h wieder auf Ausgangswert
dazwischen nichts.
2te Scheibe Brot um 17:00 --- nach 2h + 20mg/dl --- nach 3h wieder auf Ausgangswert
Grüße
Havier
--- in der Not ess ich die Wurst auch ohne Brot ---
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am 12.01.2012 00:34:10
Hallo Havier,
Dein Ergebnis widerspricht auf jeden Fall Rainers und Jürgens Aussage, daß Kohlenhydrate morgens stärker wirken als zu anderen Zeiten! Träfe deren Aussage zu, sollte Dein BZ morgens stärker ansteigen als abends. Genau das hatte ich bezweifelt.
Meine Aussage ging insofern noch etwas weiter, als daß man einfach mal das Frühstück zur üblichen Zeit ausfallen läßt, um es mehrere Stunden später nachzuholen. Dann merkt man noch sehr viel deutlicher, wie minimal (sofern überhaupt vorhanden) der Einfluß der Tageszeit auf die BE-Faktoren ist.
havier schrieb:
Wieso bist du dir da so sicher ?
Als ich frische Pumpenträgerin war, hat mich immer wieder böse überrascht, daß ein Frühstück um 8:00 einen ganz anderen pp. BZ zur Folge hatte als dasselbe Frühstück nach dem Ausschlafen um 14:00 Uhr. Monatelang suchte ich vergebens nach der Ursache. Nachdem ich sie gefunden und meine BZ-Faktoren auf eine neue Basis gestellt hatte, kann ich essen (ausfallen lassen), wann und wie ich will - mein BZ ist hinterher trotzdem im grünen Bereich! Außerdem kenne ich andere Diabetiker, die ihren Tagesablauf ebenso flexibel gestalten wie ich, das aber mit katastrophalen BZ-Werten bezahlen. Verwundert stellen sie fest, daß ihr BZ nach ein, zwei Tagen in der Diabetesklinik wie auf Schienen läuft - und nach der Entlassung ist das alte Chaos wieder da. Aber mein BE-Faktoren-Schema ist halt kein Stoff, der in Diabetesschulungen gelehrt wird. Statt dessen scheinen die Grundlagen der üblichen BE-Faktoren der strikten Geheimhaltung zu unterliegen :-(
Viele Grüße
Katja -
am 12.01.2012 03:05:37
hallo Katja,
wie immer bei DM kann man nichts verallgemeinern. Vor einem Jahr, also am Anfang meiner Karriere lief das schon so dass ich Morgens bei den Werten heftig zulegte und schon bei einer Scheibe Brot einen Spitzenwert erhielt.
Mittlerweile hat sich mein BZ-System aber anscheinend wieder in einen stabilen Zustand eingependelt und ich esse durchaus wieder 1-2 Scheiben (dunkles) Brot zwischendrin ohne dass ich über die 120 rausche. Und das bei verminderter I.E.-Dosis.
Es ist gibt also nicht nur von Mensch zu Mensch Unterschiede sondern auch im eigenen BZ-Leben kann das mal so und mal so verlaufen. Allerdings galube ich schon dass mein striktes KH-armes Essen einen entscheidenden Anteil an den jetzt guten Werten hat.
Das ganze System ist einfach zu komplex dass man es auf einen Nenner bringen könnte.
Achso, ja, hier ging es ja um Gewicht. Ich bin eher der schlanke Typ. Hatte aber vor der Diagnose Stück für Stück zugenommen. Das steigerte sich noch ein paar Monate lang nachdem ich von DM wusste und dann begann die kg-Kurve rapide zu sinken und hat sich jetzt bei 84kg (192cm) eingependelt.
Wahrscheinlich auch ein Erfolg der wenigen KHs denn mit Bewegung kann ich eher nicht protzen ;-)
Grüße
Havier
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Gast
Rang: Gastam 12.01.2012 05:20:27
Hallo,
Gast #18 schrieb......
also anfreunden werde ich mich mit diese Krankheit bestimmt auch nie,
aber der Gedanke an die Folgeschäden erschreckt sehr , wenn
die aber da sind ist alles zu spät!!!!!!!!!!!
Werde es so wie Du machen auf KH möglichst verzichten.
Von dem unterschiedlichen Insulinbedarf pro BE im Tagesverlauf wie es Katja und Havier beschrieben
kann ich nur zustimmen,benötige morgens gleich mehr als tagsüber.
Waran das liegt weis ich nicht genau,nehme aber an, dass es morgens zu
einer grösseren Zuckerausschüttung durch die Leber kommt, warum die aber
unterschiedlich von Morgen zu Morgen ist keine Ahnung.
Liegt der morgendliche BZ auch gering über 100 spritze ich gleich 6 E. Humalog unabhängig was ich noch für das Frühstück brauche ,dann spritze ich recht konstant tagsüber pro BE, die körperl. Aktivitäten mal nicht berücksichtigt,das ist dann
wieder ein Kapitel für sich.
Danke Euch L.G. Klaus.
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Gast
Rang: Gastam 12.01.2012 16:41:18
Moin Katja,
ich brauch definitiv für die gleiche Scheibe Brot morgens am meisten Insulin, mittags am wenigsten und abends wirkt mein Bolus messbar flacher und länger. Bedeutet eine tageszeitliche Veränderung der Wirkkurve, zu der sich dann selbstverständlich noch die tätigkeitsbezogene Veränderung gesellt, sehr deutlich, seit ich seit kurzem wieder wie der hier ne Stunde am Tag sporteln kann.
BEs muss ich für Beiträge wie diesen hier immer rekonstruieren. Denn die rechne ich eigentlich nicht, sondern ich spritze aus der Erfahrung für das, was ich sehe. Wo ich mir nicht sicher bin, mess ich selbstverständlich ne Stunde später nach, und wenn ich da dann Regelbedarf finde, regel ich den und merk mir das für's nächste Mal von vornherein für die initiale Dosis. Klar funzt das mit dem Merken mit der häufigeren Wiederholung immer besser - und insgesamt immerhin so gut, dass ich zur Zeit mit ner BE-Faktorenbreite über den Tag von etwa 2-6 und ner BZ-Schwankungsbreite zwischen präprandial minimal um 60 (meistens 70) und postprandial maximal um 160 (meistens 140) hin komme und zuverlässig seit Jahren unter HBA1c 5,5.
Auf ein gutes 2012, Jürgen -
am 12.01.2012 18:04:35
Hallo Havier,
natürlich schwanken auch meine Einheiten, z.B. wegen des Zyklus oder weil ich in den letzten 6 Jahren erst (ungewollt) massiv abgenommen, mein Ausgangsgewicht inzwischen aber wieder erreicht habe. Das System bleibt davon allerdings unbeeinflußt! Mein geringster BE-Faktor lag in der ganzen Zeit irgendwo zwischen 1,7 und 2,1 IE/BE (aktuell 1,9). Die Berechnung der übrigen erfolgte immer nach demselben Schema, also + 0,1 IE nach 5, 8, 10, 12 und 14 Stunden, danach stündlich. Auch meine Basalrate war immer konstant. Nur das Niveau veränderte sich deutlich: lag die niedrigste vor etwa drei Jahren bei 7,2 IE/Tag, liegt sie aktuell bei 19,2 oder 19,8. Die höchste lag damals bei 14,4 und heute bei 22,2 IE/Tag.
Ob ich kohlenhydrat- oder fettbetont esse, hat viel weniger Einfluß auf meinen postprandialen BZ als die Stabilität meines Insulinbedarfs! Steigt dieser, lande ich praktisch IMMER zu hoch; beim Sinken habe ich regelmäßig nach ein bis drei Stunden Hypos. Ist er aber stabil, kann ich mit einer Nudelorgie genauso gut umgehen wie mit einer größeren Schokoladenvernichtungsaktion!
@ Klaus:
An Deiner Stelle würde ich mal beobachten, ob es einen Zusammenhang mit dem Abstand der letzten abendlichen Mahlzeit vom Frühstück gibt! Das sollte den unterschiedlichen morgendlichen Insulinbedarf erklären.
Die Zuckerausschüttung der Leber zeigt sich vor allem am BZ-Wert beim Aufwachen. Mein Insulinbedarf ist rund um die Uhr konstant, aber die BE-Faktoren schwanken trotzdem in der beschriebenen Weise. Wie gesagt, die BE-Faktoren (Einheiten pro BE) hängen NICHT von der Tageszeit ab, sondern vom Abstand zur letzten insulinpflichtigen Mahlzeit. Würde ich alle vier bis fünf Stunden (auch nachts!) eine oder zwei BE essen, hätte ich rund um die Uhr einen BE-Faktor von 1,9 IE/BE! Äße ich nur alle achtzehn Stunden, wäre ich immer mit 2,7 IE/BE dabei.
Viele Grüße
Katja -
am 12.01.2012 18:28:57
Hallo Klaus,
Folgeschäden sind keine zwangsläufige Folge des Diabetes! Ich hatte früher auch panische Angst vor Erblindung oder Dialyse, was angesichts der katastrophalen Statistiken in den 70er Jahren auch nicht verwunderlich war. Ich habe mich damals an eine Bemerkung meines Vaters geklammert, der mir von einer Medaille für 25 Jahre Diabetes ohne Folgeschäden erzählt hat. Ich habe sie nie bekommen, obwohl ich die Kriterien erfüllte. Allerdings hatte ich sie auch nie beantragt ;-)
Erst nach 30 Jahren Diabetesdauer wurde eine beginnende Retinopathie (einige Mikroaneurysmen, Cotton-Wool-Herde) festgestellt. Okay, in den Jahren zuvor war meine Diabeteseinstellung nicht gerade optimal gewesen, allerdings auch nicht grottenschlecht. Jedenfalls habe ich es geschafft, die Veränderungen durch eine bessere Einstellung wieder weg zu bekommen :-) Inzwischen staunt mein Augenarzt jedes Mal wieder, daß man meinem Augenhintergrund 49 Jahre Diabetes nicht ansehen kann! Dasselbe gilt auch für meine Nerven und meine Nieren.
Einen Wermutstropfen gibt es aber: das gibt es nicht geschenkt! Dazu gehören Wissen und ständige Motivation! Aber ich investiere lieber jetzt etwas mehr Zeit in den Diabetes als später in Diabetes UND Folgeschäden!
Der Diabetes ist nie mein Freund geworden. Aber ich habe ihn als Begleiter akzeptiert, den ich mir zwar nicht ausgesucht habe, der aber immer dabei ist und sein wird. Und auf jeden Begleiter muß man halt hin und wieder Rücksicht nehmen - das ist bei Menschen oder Hunden auch nicht anders!
In diesem Sinne
Katja -
Gast
Rang: Gastam 13.01.2012 00:30:44
schrieb:
daß man meinem Augenhintergrund 49 Jahre Diabetes nicht ansehen kann! Dasselbe gilt auch für meine Nerven und meine Nieren.
Das ist ja richtig toll ("leider" nur für dich!). Wenn man mal schaut, wieviele Beitrage du verfasst hast und in wievielen davon du dich (zu Recht?) selbst lobst, weil du das unsägliche Glück hattest, neben deinem geglückten DM-Management auch genetisch entsprechend veranlagt zu sein. Nur mal so am Rande - das ist ein "Schlag" für jeden, der sich bemüht hat, seinen Dm "gesund" zu führen und trotzdem Spätschäden bekommen hat. Genau wie bei vielen BZ-Differenzen bei versch. Diabs, hat auch da jeder andere "Ambitionen". Nicht dass du mich falsch verstehst: ich finde es für dich schön, dass es einem Langzeit-DMler richtig gut geht, aber dein ständiges "hipp-hipp-hurra" ist ein Ar***-Tritt für alle anderen (die es so nicht gelöst haben - und mit "Schuld" hat das nichts zu tun!). Und nach wie vor: dein Weg war/ist einer - aber nur weil er bei dir geklappt hat, muss er nicht allgemeingültig sein (bei jeglicher Beachtung der bekannten "Regeln"). In diesem Sinne - es grüsst eine, die 52 Jahre Typ1 mit einem Bypass überstanden hat (aber nicht ständig deshalb Wellen schlägt!) -
am 13.01.2012 00:50:31
hallo Katja,
ich bin ja Typ2 mit 1x Langzeit-Insulin und zum Essen je nach Bedarf Tabletten.
Da ich aber selten über 2-3 BE (Berechnung mache ich wie Jürgen PixDaumen) pro Mahlzeit habe
lasse ich die Tabs mittlerweile ganz weg.
Und der "Frühstücker" bin ich auch nicht.
Deshalb sind meine Erfahrungen zu diesem Thema eigentlich garnicht relevant.
Die besagte Scheibe Brot zeigt aber wiedermal dass jeder Körper seinen eigenen Gesetzen gehorcht.
Ausser der Tatsache dass viel KH ohne Medis den BZ beim Diabetiker über längere Zeit in die Höhe schiessen lassen
haben wir alle anscheinend nicht recht viel gemeinsam.
Auffallend ist aber dass diejenigen die im "grünen Bereich" leben zumeist die sind, die sich selbst intensiv darum kümmern
und jeder seine speziellen Steuerungsmethoden entwickelt hat.
Das sollte für diejenigen die noch mit Problemen kämpfen doch ein Anreiz sein.
Grüße
Havier
--- Zusätzlich ein paar Einheiten Glück können nicht schaden ---
@#27
Deinen Beitrag verstehe ich durchaus.
Ich persönlich kämpfe auch gelegentlich mit einem "schlechten Gewissen" wenn ich hier über mich und meinen "Freund" den BZ schreibe und andere tun sich wirklich hart damit.
Vielleicht schreiben hier aber auch mehr diejenigen denen es "gut" geht als die, die trotz aller Anstrengungen auf keinen grünen Zweig kommen. So entsteht vielleicht manchmal ein falscher Eindruck.
Und wie ich oben schon schrieb.... eine Portion Glück gehört schon auch dazu. Das sollten vor allem diejenigen die Erfolg haben auch nicht vergessen.
Grüße
Havier
Bearbeitet von User am 13.01.2012 00:51:50. Grund: Nicht angegeben -
Gast
Rang: Gastam 13.01.2012 08:46:48
Hallo Katja,
A.Nonyma schrieb:
Rainer schrieb:
Im Gegenteil ist es sogar klar erwiesen und den meisten Diabetiker bekannt, dass die Wirkung der KH auf den BZ morgens am stärksten ist.
Tut mir leid, Rainer, aber das ist Blödsinn!
Der Grund für die morgens scheinbar schlechtere Wirkung des Insulins wird in Schulungen nicht genannt, weil die Voraussetzung für BE-Faktoren nicht erwähnt wird: die Faktoren hängen nämlich keineswegs von der Tageszeit ab, wie der Name suggeriert, sondern vom Abstand zur letzten größeren Insulingabe! Tja, und der ist morgens nun mal am längsten ...
Ich glaube die wissen in den Schulungen schon, warum sie diese Erklärung NICHT anbringen. Sie ist falsch. ;)
Eigentlich solltest Du wissen, dass Schwankungen der BE-Faktoren im Tagesverlauf mit der Auswirkung kontrainsulinärer Hormonausschüttungen im Biorhythmus einher gehen.
Deren Insulindeckung zählt zum basalen Bedarf, selbst minimale Unterschreitungen dieses Bedarfes, die sich im BZ erst mal gar nicht zeigen, führen dann zu der Spätfolge einer gehemmten Glucoseutilisation in den Zellen, welche natürlich beim Frühstück meist besonders deutlich reinhaut.
Jana (Lilith) hatte im IC, nach Lektüre des Teupe-Buches, eine der dort zu findenen Aussagen angetestet und bei einer BR von 12-13 IE/24 h durch eine Erhöhung der Basis um 0,15 IE für 3 Stunden, bei Ihr ab 2 h nach Einschlafzeit, eine Reduktion des Frühstücksfaktors auf fast die Hälfte bewirkt.
Ich vermute mal, dass dieses in der Folge éiner vermiedenen Resistenzwirkung der Wachstumshormone steht. Möglicherweise auch schon des Dawn-Cortisols.
Vielleicht überprüfst Du Deine Kreativthese mal unter solchen Gesichtspunkten?
Gruß
Joa -
Gast
Rang: Gastam 13.01.2012 09:24:55
Hallo Katja,
Gratulation und weiterhin alles Gute !
Da sind meine Aussichten ja gar nicht so schlecht,obwohl man es ja nicht
verallgemeinern kann und darf.aber es macht Hoffnung doch noch eine Weile
ohne Folgeschäden davon zu kommen.
Ja und wie man sieht gibt es unterschiedliche Meinungen, wie so oft muss
man für sich das Beste rauspicken,und gerade beim Diabetes muss doch
jeder seinen Weg mehr oder weniger alleine finden.
Allen mein Dank Klaus. -
Gast
Rang: Gastam 13.01.2012 12:08:32
hallo Joa,
what is "Glucoseutilisation" ?
Gruß
Havier
-
am 13.01.2012 15:31:32
Hallo Joa,
ich habe schon als Kind kein Dawn-Phänomen gehabt, sonst wäre ich nicht gut 10 Jahre lang mit nur einer einzigen Spritze "Depot Insulin Hoechst klar CR" ausgekommen. Hätte das nicht funktioniert, wäre es sehr schnell bei den allmorgendlichen Harnzuckerkontrollen aufgefallen. Erst in der Pubertät mußte ich auf zwei Spritzen umstellen. Auch als ich die Pumpe bekam und kurz zuvor einmal bereits um 18:00(!) Uhr abends mein Basalinsulin "Huminsulin Basal" gespritzt hatte, kam ich morgens um 7:00 zum großen Erstaunen der Diabetesberater mit einem BZ von unter 100 mg/dl raus. Natürlich will ich damit die Existenz des Dawnphänomens nicht bestreiten, aber es gibt halt auch Diabetiker, die es nicht haben. Aber mir ist damals aufgefallen, daß diese Diabetiker in der Diabetologie einfach nicht vorgesehen sind! Es gab jedenfalls kein Schema für die Berechnung der Basalrate.
Die Grundlagen für meine BE-Faktoren habe ich mir nicht aus den Fingern gesogen. Sie stammen von einem Diabetologen, der als Pumpenpapst galt, bevor er sich dem Bluthochdruck und der Nephrologie zuwandte. Und ich brauchte eine Lösung, nachdem ich feststellen mußte, daß ich morgens wie mittags mit guten BZ-Werten aufwachte, mittags aber weder der mittägliche noch der morgendliche BE-Faktor ausreichte! Daraus folgt zwingend, daß das zugrundeliegende System fehlerhaft ist. Es funktioniert wunderbar, solange jemand einen geregelten Tagesablauf hat. Sobald jemand aber nicht nur Wert auf flexible Essensmengen, sondern auch auf völlig flexible Essenszeiten legt, bekommt man die Fehler sehr schnell zu spüren!
Ich kenne mehrere DiabetikerInnen persönlich, die mit diesem Problem zu kämpfen hatten und haben, ohne die Ursache zu (er)kennen. Eine umging das Problem dadurch, daß sie bei Brunches einfach ein paar Einheiten mehr spritzte, als sie rein rechnerisch gebraucht hätte. Eine andere kämpft seit Jahren mit einem chaotischen BZ-Verlauf.
Übrigens: mein selbst erstelltes BE-Faktoren-Schema liefert exakt die Faktoren der Klinik - wenn meine Mahlzeiten denselben Abstand voneinander haben! Das stellte ich aber erst fest, nachdem mein Schema fertig war.
In beiden Fällen werden eine Reihe von Diabetikern einfach im Regen stehen gelassen!
Gast schrieb:
Eigentlich solltest Du wissen, dass Schwankungen der BE-Faktoren im Tagesverlauf mit der Auswirkung kontrainsulinärer Hormonausschüttungen im Biorhythmus einher gehen.
Deren Insulindeckung zählt zum basalen Bedarf, selbst minimale Unterschreitungen dieses Bedarfes, die sich im BZ erst mal gar nicht zeigen, führen dann zu der Spätfolge einer gehemmten Glucoseutilisation in den Zellen, welche natürlich beim Frühstück meist besonders deutlich reinhaut.
Wenn Deine Aussage stimmt, verstehe ich nicht, warum meine Probleme ausgerechnet mittags auftraten?!?
@ Havier:
Ich tue mich schwer mit dem Begriff Glück beim Diabetes. Natürlich habe ich auch Glück gehabt:
> Mein Vater war Ingenieur und kein Arzt. Er hat einiges an Arbeit investiert, um sich über Diabetes und seine Grundlagen zu informieren. Dann hat er damit und seinen Regelkreiskenntnissen eine funktionierende Therapie für mich entwickelt. Meine Mutter hat sie viele Jahre lang Tag für Tag akribisch umgesetzt: Spritzen, Messen (im Vorschulalter), Konsequenzen aus dem Ergebnis ziehen, jedes Essen berechnen und abwiegen, Protokoll führen. Meine Eltern haben diese Therapie mit mir mitwachsen lassen, und sie haben mehr als 10 Jahre lang die Harnzuckertests aus eigener Tasche bezahlt.
> Auch wenn das jetzt sehr überheblich klingt: Meine Eltern und ich waren und sind in der Lage, Fehler in der aktuellen Therapie zu erkennen, Probleme zu analysieren und Lösungen zu entwickeln.
Mein Vater erkannte bereits 1963, daß Blindflug, starre Therapievorgaben, Sicherheitsglukosurie und "freie Diät" nicht gutgehen können. All das war damals Standard oder wurde selbst an Universitätskliniken propagiert.
Ende der 90er Jahre entdeckte ich, daß der Zyklus den Insulinbedarf beeinflußt. Um 2005 fand ich als erste Veröffentlichung zu diesem Zusammenhang im INSULINER einen Aufsatz Teupes. Jetzt(!), 2011/12, erreicht diese Erkenntnis langsam die Forschung.
Daß Motivation genauso wichtig ist wie Wissen erkannte ich Jahre, bevor ich das erste Mal von Dr. Kulzer davon hörte.
Ich bin mir sicher, daß in einigen Jahren auch der Fehler der BE-Faktoren in Wissenschaft und Diabetologie ankommen wird.
Alles andere ist ständige Arbeit, zu der ich mich immer wieder neu motivieren muß! Einen genetischen Schutz gegen Folgeschäden habe ich nicht; das wurde vor einigen Jahren in Bad Mergentheim untersucht. Deshalb fühle ich mich ziemlich auf den Schlips getreten, wenn meine erfolgreiche Diabetestherapie dem Glück zugeschrieben wird.
Viele Grüße
Katja -
Gast
Rang: Gastam 13.01.2012 18:56:37
Hallo Katja,
A.Nonyma schrieb:
ich habe schon als Kind kein Dawn-Phänomen gehabt.
Kinder haben grundsätzlichkein Dawn-Phänomen.
schrieb:
Natürlich will ich damit die Existenz des Dawnphänomens nicht bestreiten, aber es gibt halt auch Diabetiker, die es nicht haben.
Na ja, sagen wir mal, bei denen die Hormone im Dawn nur moderat ausgeschüttet werden, und keinen phänomenalen Anstieg bedingen. Oder bei denen der Biorhythmus anderweitig verschoben ist.
schrieb:
Aber mir ist damals aufgefallen, daß diese Diabetiker in der Diabetologie einfach nicht vorgesehen sind! Es gab jedenfalls kein Schema für die Berechnung der Basalrate.
Ich weiß nicht wann damals war, also wann Du die Pumpe gestartet hast.
Als ich 88 an selbige kam, war es durchaus noch verbreitet, die BR so: -------------------
zu gestalten. Ganz einfaches "Berechnungsschema" also. Die Minimed hatte damals, wenn ich recht entsinne, immerhin vier verschiedene BR-Stufen auf 24h, zumindest die ich sah, es mag da auch schon ein verbessertes Modell gegeben haben.
Und noch in den 90ern gab es in D Kliniken, die von Disetronic eine Pumpe abforderten, die nur eine starre BR abgeben konnte.
Wenn es so ist, wie Du schreibst, dann hast Du eine durchgehen glatte Basalrate?
schrieb:
Die Grundlagen für meine BE-Faktoren habe ich mir nicht aus den Fingern gesogen. ...
Daraus folgt zwingend, daß das zugrundeliegende System fehlerhaft ist.
Oder die Systeminterpretation. ;)
schrieb:
Das stellte ich aber erst fest, nachdem mein Schema fertig war.
Wenn Dein Schema passt, dann ist es doch ok?
schrieb:
Wenn Deine Aussage stimmt, verstehe ich nicht, warum meine Probleme ausgerechnet mittags auftraten?!?
Dann müsstest Du mal die entsprechenden, abweichenden Therapieverläufe in Gegenüberstellung zum Standardtag posten. Einschließlich der Bedtimes und der jeweils vorgehenden Insulinierungen. Das ließe sich dann, vielleicht, näher analysieren.
Gruß
Joa -
Gast
Rang: Gastam 13.01.2012 19:00:25
Moin Katja,
praktisch alle Langzeitdiabetiker, die ich ohne diabetische Folgekrankheiten kenne, feiern das Glück, entgegen den fachoffiziellen Gepflogenheiten schon recht früh in ihren Karrieren zum möglichst gesunden BZ in eigener Verantwortung angeleitet worden zu sein.
Wesentliche Grundlage all dieser erfolgreichen Anleitungen waren und sind im Gegensatz zu den unzulänglichen fachoffiziellen keine behandlerischen Gesetzmäßigkeiten, sondern systematische persönliche Beobachtungen und daraus abgeleitetes Handeln nach dem Prinzip von Versuch-&-Erfolg, im Prinzip wie diese einfache vieltausendfach bewährte Anleitung für den Typ2, die sich ja praktisch um jedes Medikament und auch um Insulin und für jede Wirkzeit erweitern lässt.
Und natürlich will jeder in der Folge irgendwie physiologisch erklären und begründen, wie und warum was funktioniert und was nicht. Halte ich allerdings für zweitrangig und kann ja auch mächtig tief in die Hose gehen, wie die Erklärung für die Insulinresistenz, die ich vor 20 Jahren von mehreren Ärzten genossen hab. Dass nämlich der BZ nach dem Essen beim beginnenden Typ2 eben wegen der Insulinresistenz so hoch ansteigt. Dann müssen dessen Betas erst einmal ausreichend Insulin ausgeben, und wenn die nach etwa 1 Stunde dann sooo viel Menge aufgebaut haben, dass die die Resistenz endlich überwinden kann, sinkt der BZ natürlich wieder.
Die Erklärung finde ich immer noch voll lustig, denn sie könnte ja gesund menschenverständlich rein logisch zutreffen, wenn Insulin nicht im Blut alle knapp 5 Minuten die Hälfte seiner Wirkung verlieren und sich im Rahmen von ner Stunde mithin nahezu unmöglich zu so ner gigantischen Wirkmenge aufbauen ließe. Und wenn nicht infolge Inkretin-Defekt mit beginnendem Typ2 immer weniger Insulin zur Übergabe von Glukose aus dem Darm in den Blutkreislauf bestellt würde.
Aber viel wichtiger als ne zutreffende Erklärung ist für den beginnenden Typ2 doch die s. Link einfach funktionierende Anleitung, wie er seinen BZ möglichst viele Stunden am Tag im völlig gesunden Rahmen halten kann, oder? Und prinzipiell sehr ähnlich sehe ich das in Bezug auf Typ1 und viele weitere Defekte, in denen die Betroffenen einen wesentlichen Anteil an jeder möglichst gesunden Behandlung haben.
Bisdann, Jürgen -
Gast
Rang: Gastam 13.01.2012 19:04:59
Moin Joa,
Kinder haben also noch keine zeitlich regelmäßig wiederkehrenden Hormonausschüttungen (z.B. Cortisol), die den BZ beeinflussen? In welchem Alter setzt sowas denn wohl ein?
Auf ein gutes 2012, Jürgen -
Gast
Rang: Gastam 13.01.2012 20:18:28
schrieb:
Einen genetischen Schutz gegen Folgeschäden habe ich nicht; das wurde vor einigen Jahren in Bad Mergentheim untersucht. Deshalb fühle ich mich ziemlich auf den Schlips getreten, wenn meine erfolgreiche Diabetestherapie dem Glück zugeschrieben wird.
Als erstes bin ich froh, dass ich keine Krawatten trage! Als zweites hätte ich zu gern mal gewusst, wie man den "Schutz gegen Folgeschäden" untersuchen kann (Nobelpreis für den Erfinder des Tests! ;o)). Und als drittes sollte man Ursache + Wirkung nicht verwechseln und verstehen, was man liest! Und wer seine eigenen genetischen Grundlagen (den "Besitz" derselben) nicht als Glück ansieht, der erkläre mal, warum es trotz gleicher Lebensweise den einen trifft und den anderen nicht... (ganz nebenbei: nicht deine erfolgreiche Therapie wird dem Glück zugeschrieben - bestenfalls die "Folgen"!) -
Gast
Rang: Gastam 14.01.2012 00:44:36
Jürgen schrieb:
natürlich will jeder in der Folge irgendwie physiologisch erklären und begründen, wie und warum was funktioniert und was nicht. Halte ich allerdings für zweitrangig und kann ja auch mächtig tief in die Hose gehen
hallo Jürgen,
als naturwissenschaftlich Vorbelasteter bin ich natürlich auch - zweitrangig - ständig auf der Suche nach Erklärungen.
Nach knapp über einem Jahr "BZ-Forschung" fällt mir allerdings auf dass jedesmal wenn ich meine eine Erklärung gefunden zu haben das System schon wieder anderen Gesetzen gehorcht.
@Katja
ich würde die DM-Thematik schon nicht mehr als Regelkreis bezeichnen sondern eher als ein chaotisches System das unterschiedliche mehr oder weniger stabile Zustände einnehmen kann.
Grüße
Havier
-
Gast
Rang: Gastam 14.01.2012 16:35:04
Hallo Jürgen,
Gast schrieb:
Kinder haben also noch keine zeitlich regelmäßig wiederkehrenden Hormonausschüttungen (z.B. Cortisol), die den BZ beeinflussen? In welchem Alter setzt sowas denn wohl ein?
Ich staune. Du hast das "Taschenbuch" von Teupe, "die Logik meines Diabetes", noch nicht in in Dein Bücherregal eingegliedert?
Falls doch siehe Kapitel 16 Abschnitt 11, Seiten 393/394. ;-)
Ansonsten ist bei Säuglingen und Kleinkindern der Biorhysthmus amorph. Was sich schon daraus ergibt, dass der wesentliche Trigger der circandianen Hormonausschüttungen, der Einschlafzeitpunkt, bei Säuglingen und Kleinkindern nicht rhythmisch fixiert ist. Auch wenn er unter Zivilisationsbedingungen schon relativ früh strukturierter verläuft.
Ab 4 Jahren etwa beginnt sich die Ausschüttung des Wachstumshormons auf den Einschlafzeitpunkt zu fixieren. Das wird als Dusk zugeordnet.
Mit Eintritt der Pubertät verschiebt sich der Einschlafdusk zunehmend auf den üblichen Dawnzeitraum und einen Dusk vor dem Einschlafen gegen den späteren Nachmittag hin.
Er geht halt in das bekannte Bild einer zweigipfligen BR über.
Ausprägungen und Kompensationen im Therapieverlauf sind natürlich, wie immer, stark unterschiedlich verteilt.
Gast#37 schrieb:
Als zweites hätte ich zu gern mal gewusst, wie man den "Schutz gegen Folgeschäden" untersuchen kann (Nobelpreis für den Erfinder des Tests! ;o)).
Würde mich auch mal interessieren, was in Mergentheim da bestimmt wurde, um den "genetischen Schutz" zu qualifizieren.
Einen Nobelpreis wird es dafür wohl eher nicht geben, da es sicherlich mehrere Faktoren geben dürfte. Einer ist z.B. die Anzahl der AGE-Rezeptoren auf Zellen. Diese ist genetisch bedingt. Der AGE-Rezeptore reagiert auf glykiertes (verzuckertes) Eiweiß nach Abschluss der Amodori Reaktion, wenn dieses zu AGE's geworden ist
Beispiel: HBA1c.
Gruß
Joa
-
Gast
Rang: Gastam 14.01.2012 20:04:00
Moin Joa,
"Fit...." von Kinga Howorka war mein erstes Buch zum Thema Diabetes vor 20 Jahren kurz nach meiner Ernennung. Hatte ich aus einer der Stadtbüchereien der Umgebung und hab ich mit Sicherheit damals nicht zur Hälfte verstanden. Aber während mir meine Ärzte damals vermittelten, dass ich mit meinem Typ2 zwar die mildere Art von Diabetes hatte und damit aber über kurz oder lang - 20 Jahre galten auf Nachfrage schon als sehr lang – doch eine wachsende und lebensbeschwerende und -verkürzende Sammlung diabetischer Folgen pflegen würde, hat die Frau mir mit ihrer Schreibe die Gewissheit vermittelt, dass ich als Betroffener mit meiner BZ-Steuerung selbst weitgehend in der Hand habe, was mein Diabetes bei mir anstellen kann.
Dok Bernsteins "Diabetes Solution" war mein zweites Buch zu dem Thema, auch wieder aus einer der Stadtbüchereien, vielleicht so vor 15 Jahren. Bei der Lektüre hat mich zuerst besonders der kurze historische Rückblick beeindruckt und wie jung die Diagnose und Behandlung des Diabetes doch war und ist und wie weit entfernt von der Sicherheit der seit Jahrzehnten belegten Erkenntnisse, die mir die Ärzte mit ihren Ansagen vermitteln wollten und wollen. Dann hat mich beeindruckt, wie der Autor als Betroffener das Prinzip von Versuch-&-Erfolg für sich selbst hartnäckig und konsequent umgesetzt hat - bis zu seinem Umschulen auf Medizin, weil er seine guten Erfahrungen an weitere Betroffene weiter geben wollte und weil die angestammte Medizin aber bei ihren angestammten Behandlungen bleiben wollte.
Und während alle Typ2-spezifischen Veröffentlichungen und auch alle direkten ärztlichen Empfehlungen mir bei Androhung von schlimmsten Mangelerscheinungen gegen meine Messerfahrung zum eifrigen Einverleiben von Kohlenhydraten rieten, fand ich da zum ersten Mal einen Betroffenen und Arzt, der meine eigenen KH-BZ-Erfahrungen bestätigte. Und zudem erfuhr ich dort, dass auch für uns mit Diabetes der HBA1c gesund bis 5,5 und nicht bis 7 reicht, wie damals von der Medizin verkündet wurde und mit 6,5 ja heute nur wenig modifiziert verkündet wird.
Von Dok Teupe hab ich zuerst auf d.s.m.d. gelesen und bisher auch sonst immer nur im Netz, und mir imponiert noch immer, dass der zu im Ergebnis praktisch den max 140-120-100 anleitet, für die in Jörgs Forum kein Platz war ;-)
Nach wie vor genial finde ich, wie er seine Schüler offensichtlich systematisch mit den eigenen Erfahrungen im Versuch-&-Erfolg-Verfahren dazu anleitet, ihre BZ-Steuerungs-Kompetenz im Rahmen von knapp 3 Wochen von im Extrem mehrfach fachattestiert Brittle auf im ersten Folgequartal unter HBA1c 7 und weiter schließlich häufig eben auch deutlich unter 6 zu senken, und wie er das parallel dazu medizinisch schlüssig unterlegt.
Manchmal irritiert mich diese medizinische Unterlage, weil ich sie missverständlich finde. Denn "Kinder haben kein Dawn" will ja hier tatsächlich nicht sagen, dass es die Hormonausschüttungen bei Kindern nicht gäbe, wie ich immer zuerst denken würde, die den BZ beim Dawn erhöhen, sondern lediglich, dass die bei Kleinkindern und Kindern über den Tag verteilter und noch nicht so zeitlich regelmäßig versammelt wie nach der Pubertät häufig am frühen Morgen stattfinden.
Auf ein gutes 2012, Jürgen -
am 15.01.2012 15:01:34
Hallo,
@ Joa:
ich habe keine Ahnung, ob Kinder üblicherweise ein Dawnphänomen haben oder nicht. Mein Diabetologe hat behauptet, als Kind ich hätte auf jeden Fall eines gehabt. Du sagst, Kinder hätten keines. Ich hatte definitiv keines und kann das auch belegen.
Meine erste Pumpe habe ich 2002 bekommen. In der Klinik gab es Hilfsmittel zur Bestimmung der Basalrate für Diabetiker mit Dawnphänomen (ein Gipfel) und für welche mit Dawn- und Duskphänomen (zwei Gipfel). KEIN Gipfel war nicht vorgesehen, und ich habe mich strikt geweigert, genau zu der Zeit mehr Insulin einzuprogrammieren, in der ich fast alle schweren Hypos gehabt hatte. Bei beiden Pumpen, die ich bislang hatte, konnte man die Basalrate in Halbstundenabständen ändern. Die Änderungsmöglichkeiten nutze ich nur, um meine Basalraten in 0,6-IE/Tag-Abständen ändern zu können. Die eine Basalrate läuft rund um die Uhr mit 0,8 IE/Stunde, die andere wechselt stündlich zwischen 0,8 und 0,85 IE/Stunde.
Gast schrieb:
Wenn es so ist, wie Du schreibst, dann hast Du eine durchgehen glatte Basalrate?
Ja.
Gast schrieb:
Mit Eintritt der Pubertät verschiebt sich der Einschlafdusk zunehmend auf den üblichen Dawnzeitraum und einen Dusk vor dem Einschlafen gegen den späteren Nachmittag hin.
Er geht halt in das bekannte Bild einer zweigipfligen BR über.
Komisch, bei den Pubertierenden, die ich kenne, verschiebt sich vor allem der Einschlafzeitpunkt nach hinten … Da ist es auch kein Problem, mal eine Nacht durchzumachen. Verschiebt sich der Einschlafdusk dann auch nach hinten? Fällt er bei durchgemachten Nächten aus? Und woher weiß der Körper, wann ich schlafen gehen will?
Ich habe einen ganz anderen Verdacht: Das Duskphänomen hat gar nichts mit der Uhrzeit zu tun, sondern damit, daß eine ganze Reihe von Menschen hierzulande mittags ein größeres Stück Fleisch verzehrt. Der folgende, eiweißbedingte BZ-Anstieg erfolgt rund fünf Stunden später. 12:00 + 5 = 17:00 Uhr. Schon haben wir einen BZ-Anstieg am späten Nachmittag … Und er beginnt auch erst im Laufe der Pubertät, weil erst dann die Fleischportionen groß genug werden!
Gast schrieb:
Dann müsstest Du mal die entsprechenden, abweichenden Therapieverläufe in Gegenüberstellung zum Standardtag posten. Einschließlich der Bedtimes und der jeweils vorgehenden Insulinierungen. Das ließe sich dann, vielleicht, näher analysieren.
Das System ist fehlerhaft, aber das merken nur die, die KEINEN Standardtag haben! Wer Tag für Tag nach Schema F lebt, hat kein Problem mit dem System. Wer aber jeden Tag anders lebt, also mal um 6:00 frühstückt, mal um 14:00 oder auch um 10:30 Uhr, der stößt mit dem System ganz schnell an seine Grenzen. Mal esse ich um nachts um 2:30, frühstücke um 7:00 und esse um 12:15 Uhr zu Mittag. Dann wiederum esse ich um 19:00 und frühstücke um 11:45. Nach meinen BE-Faktoren gibt es im ersten Fall zum Frühstück 1,9 IE/BE, zum Mittag 2 IE/BE. Im zweiten Fall muß ich für eine BE Frühstück 2,6 IE machen! Damit komme ich wunderbar hin, aber Du kannst Dir bestimmt vorstellen, wie die beiden Tage aussähen, wenn ich das Standardschema anwenden würde: Nach dem ersten Frühstück eine heftige Hypo, weil die letzte Mahlzeit weniger als fünf Stunden her ist; nach dem zweiten Frühstück (andere sagen Brunch oder Mittagessen) viel zu hohe Werte! Wenn ich jeden Tag um 7:30, 12:00 und 19:00 Uhr essen würde, hätte ich keinerlei Probleme! Einen Standardtag kann ich nicht posten, weil es keinen gibt!
@#38:
Die Untersuchung fand mal auf einem Langzeitdiabetikertag statt. Dabei mußte man einen Fragebogen ausfüllen, und es wurde eine Blutprobe genommen. Was die genau untersucht haben, weiß ich nicht. Sie haben aber später gesagt, daß von den vielleicht hundert Teilnehmern nur zwei den genetischen Schutz hatten. Ich gehörte nicht dazu.
Gast schrieb:
Und wer seine eigenen genetischen Grundlagen (den "Besitz" derselben) nicht als Glück ansieht, der erkläre mal, warum es trotz gleicher Lebensweise den einen trifft und den anderen nicht... (ganz nebenbei: nicht deine erfolgreiche Therapie wird dem Glück zugeschrieben - bestenfalls die "Folgen"!)
Wenn die Folgen einer erfolgreichen Therapie vom Glück abhängen, warum gibt es dann eine Korrelation zwischen HbA1c und Folgeschäden? Und warum ging meine Retinopathie zurück, als mein HbA1c wieder sank? Oder sollte das Glück mit dem HbA1c korrelieren???
@Havier:
Gast schrieb:
ich würde die DM-Thematik schon nicht mehr als Regelkreis bezeichnen sondern eher als ein chaotisches System das unterschiedliche mehr oder weniger stabile Zustände einnehmen kann.
Sinn eines Regelkreises ist, nach Störungen wieder in ein Gleichgewicht zu kommen. Bei einem Gesunden gelingt das problemlos. Ein Diabetiker dagegen kann Störungen nur mit seinem Kopf erkennen. Wenn sie erkannt wurden, muß die Therapie entsprechend angepaßt werden - je nach Störung kurzfristig oder längerfristig. Dummerweise gibt nicht nur eine Störgröße, sondern zig. Diese können sich gegenseitig verstärken oder auch entgegengesetzt wirken. Und es wirken fast immer mehrere gleichzeitig :-( Außerdem sind meist nur einige der Störgrößen bekannt, und die bekannten sind zum größten Teil nicht quantifizierbar. Die beiden bekanntesten kennt vermutlich jeder Diabetiker: Essen (teilweise quantifizierbar) und Bewegung (nicht quantifizierbar). Schon bei Alkohol, Spritzfehlern, fiebrigen Erkrankungen oder Medikamenten müssen viele passen. Andere, wie der weibliche Zyklus, sind selbst fast allen Diabetologen unbekannt und kommt jetzt erst langsam in der Forschung an. Ich habe mir mal den Spaß gemacht und alle mir bekannten Störgrößen aufgelistet: Ich kam auf 19. Diese Liste ist sicher nicht vollständig. Vor diesem Hintergrund kann ich verstehen, daß Du von einem chaotischen System sprichst. Trotzdem bleibt es ein Regelkreis, dessen Regelleistung nur mangelhaft ist. Wirken nur bekannte und einigermaßen quantifizierbare Störgrößen, hast Du einen relativ stabilen Zustand. Kommen aber ein oder gar mehrere unbekannte oder nicht quantifizierbare Störgrößen dazu, wird das System instabil und wirkt chaotisch.
Viele Grüße
Katja -
Gast
Rang: Gastam 15.01.2012 17:27:22
schrieb:
Wenn die Folgen einer erfolgreichen Therapie vom Glück abhängen, warum gibt es dann eine Korrelation zwischen HbA1c und Folgeschäden? Und warum ging meine Retinopathie zurück, als mein HbA1c wieder sank? Oder sollte das Glück mit dem HbA1c korrelieren???
Immer noch nicht verstanden?? Unter erfolgreicher Therapie verstehe ich einen relativ konstanten, normnahen HbA1c und wenn der bei 2 Diabs "gleich" ist und trotzdem ihre Spätschäden ungleich, an welcher "Korrelation" liegt's dann? Doch wohl nur an ihren genetischen Anlagen (und wenn die mit "Glück" nichts zu tun haben, weiss ich auch nicht weiter!). Ganz nebenbei gibt es die Retinopathie in 3 Stufen und ich bezweifele ganz stark, dass du eine R3 (das "höchste" der Gefühle) mit einer Verbesserung des HbA1c wieder auf R1 o. R2 zurückfährst! Allerdings will ich dir deinen Glauben daran nicht nehmen.... -
Gast
Rang: Gastam 15.01.2012 17:56:20
@41
Der HBA1c-Wert ist eine recht grobe Messlatte, denn kurzzeitige größere BZ-Schwankungen werden damit nicht erfasst. So könnte ich meinen aktuellen HBA1c von 5,4 statt mit meisten maximal 140-160mg/dl 1 Stunde nach den Mahlzeiten auch mit z.B. max 240-300 haben, wenn ich meinen BZ nur 2 Stunden weiter wieder um 80-100 hätte.
Allerdings vertreten zumindest die Augenärzte sehr offensiv die Ansicht, dass gerade die kürzeren größeren Schwankungen für die REtina besonders schädlich seien, also eben die mit dem HBA1c nicht repräsentierten BZ-Bewegungen. Deshalb empfehlen sie, die Schwankungen möglichst klein zu halten und dafür einen höheren Grund-BZ und damit einen leicht höheren HBA1c-Wert in Kauf zu nehmen, wenn man die weitere Absenkung nur mit größeren Schwankungen erreichen würde.
Damit hast Du eine gewaltige Einschränkung des Glücks-Faktors bei gleichem HBA1c-Wert. Trotzdem ist Glück natürlich überall ein Faktor, mit dem z.B. unser hanseatischer Altbundeskanzler noch immer jede Menge blauen Dunst produzieren kann ;-)
Bisdann, Jürgen -
Gast
Rang: Gastam 15.01.2012 20:15:16
Moins,
A.Nonyma schrieb:
Hallo,
Mein Diabetologe hat behauptet, als Kind ich hätte auf jeden Fall eines gehabt. Du sagst, Kinder hätten keines. Ich hatte definitiv keines und kann das auch belegen.
Warum hat Dein Diabetologe etwas behauptet, was Du bestreitest?
schrieb:
Meine erste Pumpe habe ich 2002 bekommen. In der Klinik gab es Hilfsmittel zur Bestimmung der Basalrate für Diabetiker mit Dawnphänomen (ein Gipfel) und für welche mit Dawn- und Duskphänomen (zwei Gipfel).
Ja, ja. Die Schreckling-Scheibe (geht eigentlich von der Typisierung her auch Teupe zurück AFAIK).
Die beiden Versionen für 1a und 1b hatte ich mir seinerzeit mal mitgenommen. ;)
schrieb:
KEIN Gipfel war nicht vorgesehen
Die Renner-Rate finde ich schon sehr ausgeprägt hügelig.
schrieb:
Gast schrieb:
Wenn es so ist, wie Du schreibst, dann hast Du eine durchgehen glatte Basalrate?
Ja.
Nach Ende der Wachstumszeit, also mit dem Erwachsenenalter bilden sich Dawn und Dusk Erscheinungen zurück und nähern sich, unterschiedlich geschwind, dem Ideal der Linie an. Biorhythmik over Lifetime.
Katja schrieb:
Gast schrieb:
Mit Eintritt der Pubertät ...
[später Schlafengehen] ... Verschiebt sich der Einschlafdusk dann auch nach hinten?
Der entfällt irgendwann völlig, bzw. wird unauffällig.
KAtja schrieb:
Fällt er [der Einschlafdusk] bei durchgemachten Nächten aus.
Die biorhythmischen Hormonausschüttungen werden ja getriggert. Kommt der Trigger vor dem Ablauf der regulären circadianen Zeitspanne, etwa 26h, startet der Rhythmus da neu, die Uhr wird auf 0:00 Uhr resettet. Kommt er nicht innerhalb dieser Spanne, startet er neu, wenn der Zeiger auf 26:00 Uhr steht.
schrieb:
Und woher weiß der Körper, wann ich schlafen gehen will?
Das weiß der Körper nicht. Aber er erfährt sofort, dass Du einschläfst.
schrieb:
Ich habe einen ganz anderen Verdacht: Das Duskphänomen hat gar nichts mit der Uhrzeit zu tun, sondern damit, daß eine ganze Reihe von Menschen hierzulande mittags ein größeres Stück Fleisch verzehrt. Der folgende, eiweißbedingte BZ-Anstieg erfolgt rund fünf Stunden später. 12:00 + 5 = 17:00 Uhr. Schon haben wir einen BZ-Anstieg am späten Nachmittag … Und er beginnt auch erst im Laufe der Pubertät, weil erst dann die Fleischportionen groß genug werden!
Deine Kreativthesen in allen Ehren. :-))
Aber natürlich ist da was dran. Grade an Anstiegen auf auch moderate FPE-Zufuhr am Mittag fällt ja auf, wenn die BR nicht mehr ausreichend ist.
Wobei grade Kids in den Wachstumsphasen Unmengen zu verdrücken neigen. Egal ob FPE oder KH. Hauptsache viel. 10 belegte Brote oder 4-5 Currywürste passen da schon mal in einen Magen, der eigentlich nur ein Viertel der Menge an Volumen hat. *gg*
schrieb:
Das System ist fehlerhaft, aber das merken nur die, die KEINEN Standardtag haben!
Sagen wir mal, das System ist unzureichend ausdefiniert. Und wer keinen STandardtag kennt läuft eh in die Gefahr, den Biorhythmus ständig rund um die Uhr zu scheuchen.
Das merkt der sich auch und passt sich an. Dann kannste auch die Standardregeln nicht mehr anwenden.
Gruß
Joa
-
Gast
Rang: Gastam 16.01.2012 00:03:40
hallo Katja,
A.Nonyma schrieb:
Wenn die Folgen einer erfolgreichen Therapie vom Glück abhängen
#38 schrieb: "bestenfalls" werden die Folgen dem Glück "zugeschrieben" !
und nicht "die Folgen hängen vom Glück ab".
Das ist ein grosser Unterschied.
Grüße
Havier
--- Glück ist Ansichtssache --- -
Gast
Rang: Gastam 16.01.2012 00:52:16
hallo Katja,
chaotisch meinte ich im Sinne von dynamisches nichtlineares System. Also ein System das auf kleine Störeinflüsse empfindlich und nicht unbedingt vorhersagbar reagiert.
Das schliesst den Regelkreis der ja auch vorhanden ist nicht aus.
Das Wort "Störgrössen" missfällt mir etwas da es suggeriert dass das Sytem ohne diese einwandfrei "laufen" würde was ja beim
Diabetiker nicht der Fall ist. Oder man bezeichnet eine Insulingabe auch als Störgrösse ;-)
Grüße Havier
--- Leben lebt von Störungen ---