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Diabetes und Folgekrankheiten
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Gast
Rang: Gastam 16.01.2012 05:55:38
Hallo,
lese hier oft etwas von möglichen Folgekrankheiten in Verbindung mit
Diabetes.Mich würde mal interessieren ob es Untersuchungen gibt über
den Verlauf des Blutzuckers, dessen Höhe und Dauer und auftretende
Erkrankungen.
Gibt es dazu aussagekräftige Links im Internet?
Danke Klaus.
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am 16.01.2012 07:52:03
Hallo Klaus,
Jenny Ruhl hat auf ihrer Seite "Blood Sugar 101" hier was zu dieser Frage zusammengetragen: http://www.phlaunt.com/diabetes/14045678.php
Rainer -
Gast
Rang: Gastam 16.01.2012 17:31:41
unabhängig davon, dass wir hier in einem deutschen forum und somit irgendwelche englischen seiten für manche leuts total für'n ar*** sind, gibt es auf die frage:schrieb:
Mich würde mal interessieren ob es Untersuchungen gibt über den Verlauf des Blutzuckers, dessen Höhe und Dauer und auftretende Erkrankungen. Gibt es dazu aussagekräftige Links im Internet?
eine klare antwort: nur mit einem gleichmässig annähernd "normal" geführten bz ist die wahrscheinlichkeit, spätschäden zu erlangen, relativ gering. alle anderen aussagen sind blicke in die dm-glaskugel (schon weil jeder dm anders ist: psychisch, physisch, genetisch...) -
Gast
Rang: Gastam 16.01.2012 18:50:26
Moinmoin,
[http://www.Diabetes-Heute.uni-duesseldorf.de/news/archiv/08-2000/?TextID=2363]hier[/url] mal ein bisschen zum Thema auf Deutsch, und eben auf Deutsch nennt Google 2.760 Beiträge (klar, viele gleiche) mit den Stichworten "postprandiale Blutzuckerspitzen".
Für unser Verständnis halte ich für wichtig, dass bis in die Mitte der 90ger Jahre des vorigen Jahrhunderts fachoffiziell nur der morgentliche Nüchternzucker wichtig war. Den galt es einzustellen, und was der BZ dann über den Tag machte, war irrelevant. Erst mit den Ergebnissen der beiden großen Schlüssel-Studien DCCT (USA, Typ1) und UKPDS (GB, Typ2) wurde fachoffiziell in dem Zeitraum von 1993-1998 anerkannt und in den folgenden Jahren auch nach und in die Lehrmaterialien übernommen, dass der flachere und niedrigere Verlauf bezüglich Folgekrankheiten günstiger sei.
Selbstverständlich gab es auch schon vorher kompetente Ärzte und Lehrer, die für eine möglichst gesunde BZ-Steuerung eintraten, z.B. Prof. Dr. Kinga Howorka in Wien, die schon Mitte der 80ger Jahre die FIT Therapie entwickelte, die funktionelle Insulin Therapie, deren verbreite Einführung bei uns erst in der ersten Hälfte der 90ger Jahre stattfand, und zwar unter der sehr deutschen Bezeichnung ICT, Intensified Conventional Therapy - versteht übrigens niemand im englischen Sprachraum, der das nicht als deutsche Bezeichnung kennt.
Zusammengefasst: Die Erfahrungen mit insgesamt gesünderen BZ-Verläufen sind erst wenige Jahre jung und können ernsthaft nur Spekulationen nähren, zumal es keine Stelle gibt, die kontinuierlich Daten über Behandlungs-Parameter und gesundheitliche Entwicklungen sammelt, die sich zunehmend statistisch aussagekräftig auswerten ließen.
Auf ein gutes 2012, Jürgen -
Gast
Rang: Gastam 16.01.2012 19:33:35
Jürgen, mit "gibt" hast du leider Recht - "gegeben" hat es das jedoch schon!:schrieb:
Die Erfahrungen mit insgesamt gesünderen BZ-Verläufen sind erst wenige Jahre jung und können ernsthaft nur Spekulationen nähren, zumal es keine Stelle gibt, die kontinuierlich Daten über Behandlungs-Parameter und gesundheitliche Entwicklungen sammelt, die sich zunehmend statistisch aussagekräftig auswerten ließen.
http://www.diabetesgate.de/diabetes/2005/ddr_2_3889.php - hier kommt klar zum Ausdruck, dass es das alles schon gab! Leider ist das zentrale DM-Register im Kellerarchiv des ehem. ZID (jetzt Dr. Gluth-Kliniken Karlsburg) "verschwunden", da es nach 1990 eh keiner weitergeführt hat/hätte - aber wir haben ja so viel Geduld....
Gruss Hammy -
Gast
Rang: Gastam 16.01.2012 19:56:15
Moin Hammy,
es hat noch ne ganze Reihe guter Praktiken gegeben, die bloß deswegen nicht weitergeführt bzw. übernommen wurden, weil sie nicht zu den schon aus Prinzip unbedingt viel besseren der BRD passten ;-(
Hast hoffentlich Deinen alten Diabetes immer noch in guter Erinnerung, Jürgen -
Gast
Rang: Gastam 16.01.2012 23:02:14
Gast schrieb:
unabhängig davon, dass wir hier in einem deutschen forum und somit irgendwelche englischen seiten für manche leuts total für'n ar*** sind ...
bei diesem Dokument ist es auch besser man ist des englischen nicht mächtig. Es hätte dich nur unnötigerweise beunruhigt ;-)
Havier
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Gast
Rang: Gastam 17.01.2012 11:39:39
Die englischen Seiten kann man gut mit "Google Toolbar"
automatisch übersetzen!
Dennach führt bereits ein BZ von 140 zwei Std.n.d.E. bereits
zu Schädigungen.
Gruss Klaus -
am 17.01.2012 14:04:35
Hallo,
FIT oder ICT sind schon wesentlich älter als hier angegeben: sie wurde bereits 1931(!) vom deutschen Kinderarzt Dr. Stolte als "Bedarfsgerechte Insulintherapie bei freier Kost" in der Zeitschrift Med. Klinik unter dem Titel "Freie Diät bei Diabetes" veröffentlicht! Dr. Stolte hatte sie ab 1924(!) erprobt und stetig verbessert. Natürlich gab es damals weder Blutzuckerkontrollen noch hochgereinigte oder gar gentechnisch hergestellten Insuline, aber Dr. Stolte ermöglichte seinen kindlichen Patienten mit drei Normalinsulininjektionen, die anhand von Harnzuckerkontrollen und geplanter Essensmenge angepaßt wurden, eine bedarfsgerechte Diabetestherapie. Die Patienten und deren Eltern wurden vor der Klinikentlassung geschult.
Die ach so moderne ICT / FIT ist also bereits mehr als 80 Jahre alt!!! Dr. Stolte mußte Anfang 1945 aus Breslau fliehen und ließ sich in der sowjetischen Besatzungszone nieder. Seine fortschrittliche Therapie stieß in beiden deutschen Staaten auf massiven Widerstand - unter anderem deshalb, weil sie den Patienten zum Partner des Arztes machte. Deshalb verschwand sie für Jahrzehnte von der Bildfläche.
@Klaus:
Gast schrieb:
Dennach führt bereits ein BZ von 140 zwei Std.n.d.E. bereits zu Schädigungen.
Dann dürfte es ja nur Diabetiker mit Folgeschäden geben!!! Merkwürdig, daß sich meine anfängliche Retinopathie zurückgebildet hat, obwohl ich damals immer noch das Problem mit den abendlichen Spritzen hatte ... Das führte mehr als zwanzig Jahre lang dazu, daß meine Harnzuckerwerte fast allabendlich bei 2 bzw. 5% lagen. Stichprobenartige BZ-Messungen bei Harnzuckerfreiheit zeigten mir, daß selbst dann mein BZ bei bis zu 240 mg/dl lag. Diese Stoffwechsellage hielt immer länger als eine Stunde am Abend an. Und TROTZDEM gingen meine Augenhintergrundsschäden zurück! Das widerspricht deutlich obiger Aussage.
Viele Grüße
Katja -
Gast
Rang: Gastam 17.01.2012 17:18:48
A.Nonyma schrieb:
Und TROTZDEM gingen meine Augenhintergrundsschäden zurück! Das widerspricht deutlich obiger Aussage
hallo Katja,
das muss kein Widerspruch sein denn bei solchen Untersuchungen heisst es nie dass alle die das haben auch dies bekommen.
Und über diejenigen die dies nicht bekommen obwohl sie das haben redet man nicht.
Grüße Havier
--- das versteh ich jetzt selbst kaum obwohl ich dies geschrieben habe ---