Pressemitteilung

5 goldene Regeln im Job

Karriere

Der Diabetes spielt auch im Arbeitsleben eine Rolle. Oft bewirkt der Druck, „alles richtig“ machen zu müssen, genau das Gegenteil. Fatal wird es, wenn der Diabetes neben den gesundheitlichen Problemen im Job zusätzliche Schwierigkeiten mitbringt. Rechtsanwalt Oliver Ebert nennt Ihnen goldene Regeln dafür, wie man nicht in Fallen tappt.

Beim Umgang mit dem Diabetes am Arbeitsplatz sollten Sie folgende "goldene" Regeln beherzigen:

1. Gehen Sie "normal" mit Ihrem Diabetes um

Diabetiker sind grundsätzlich genauso leistungsfähig wie gesunde Menschen – Sie sollten daher durch Ihr Verhalten am Arbeitsplatz kein anderes Bild abgeben: Gehen Sie sachlich mit der Krankheit um, und vermeiden Sie übertriebene Schilderungen von Unterzuckerungssituationen. Zeigen Sie, dass Vorurteile oder Vorbehalte gegenüber Diabetikern meistens schlichtweg unzutreffend sind.

2. Nehmen Sie keine Vorrechte in Anspruch, die Ihnen nicht zustehen

Ursachen für Probleme am Arbeitsplatz sind oftmals über längere Zeit aufgebaute Aggressionen und Neidgefühle. Absolut fatal ist es, sich unter Hinweis auf die Diabetes-Erkrankung vor unangenehmen Arbeiten, Überstunden oder Terminen zu drücken: Bedenken Sie, dass diese Arbeit dann ja von irgendjemandem aus dem Kollegenkreis zusätzlich übernommen werden muss – und hiervon wird auf Dauer niemand begeistert sein. Denn selbst wenn Sie am Anfang noch auf Verständnis und Toleranz stoßen mögen: Nach einiger Zeit wandelt sich das oft in Neid und Missgunst und führt nicht selten zur schleichenden Ausgrenzung. Die Tätigkeiten, die Sie machen können, sollten Sie daher auch ordnungsgemäß erledigen, auch wenn es mitunter unangenehm ist oder schwerfällt!

3. Nehmen Sie Rücksicht auf Kollegen

Viele Diabetiker erwarten Rücksichtnahme und Toleranz von ihrer Umwelt, zeigen jedoch oftmals selbst recht wenig Einfühlungsvermögen gegenüber Dritten im Umgang mit ihrer Krankheit. Wenn am Arbeitsplatz eine Kollegin beispielsweise kein Blut sehen kann, dann gebietet es einfach die Höflichkeit, die Messung entweder diskret oder zumindest nicht vor deren Augen durchzuführen. Gebrauchte Messstreifen, Kanülen oder Spritzen sollten umgehend entsorgt werden und nicht offen am Arbeitsplatz herumliegen.

Auch scheinen leider viele Diabetiker unter einem Drang zu leiden, die Krankheit in übertriebener Form zur Schau stellen zu müssen: Es zeugt von selbstbewusstem Umgang mit der Krankheit, wenn man sich am Mittagstisch das Hemd öffnet und vor allen Leuten das Insulin spritzt – viele Menschen werden ein solches Verhalten aber in erster Linie als unhöflich und als Ausdruck schlechten Benehmens sehen. Man braucht sich seiner Krankheit nicht zu schämen und sollte damit auch nicht sprichwörtlich in den Keller gehen – ich denke aber auch nicht, dass man die Mitmenschen damit über Gebühr belästigen sollte.

4. "Nicht an die große Glocke hängen"

Die Diabetes-Erkrankung sollte insgesamt auch keinen zu hohen Stellenwert in Ihrem Arbeitsleben einnehmen. Am Arbeitsplatz sollte logischerweise Ihre Tätigkeit und nicht Ihre Erkrankung im Vordergrund stehen.

Vermeiden Sie es daher, überall und jedem von Ihrem Diabetes zu erzählen. Ich habe schon viele Menschen getroffen, die mir, ohne mich überhaupt zu kennen, umgehend und ohne konkreten Anlass erzählten, dass sie Diabetiker seien. Hier sollte man doch etwas zurückhaltender sein.

Denken Sie auch immer daran: Wenn Arbeitgeber und Kollegen mit Ihrer Person zuerst die Krankheit Diabetes verbinden (müssen) und erst in zweiter Linie sich auch an Ihre Leistung(en) erinnern, dann läuft etwas verkehrt.

5. Wirken Sie Vorurteilen rechtzeitig entgegen

Manche Aufgaben lassen sich möglicherweise mit den vorhandenen Arbeitsmitteln und innerhalb der vorgegebenen Zeit nicht erledigen, ohne dass dies mit Ihrem Diabetes zu tun hat. Mitunter werden Sie auch mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben, die nicht in Zusammenhang mit Ihrer Diabetes-Erkrankung stehen. Nennen Sie dann das Kind beim Namen – es sollte in diesen Fällen nicht das Gerücht kursieren, dass Ihr Diabetes hieran schuld sei.

Wehren Sie sich auch, wenn man Ihnen unter falscher Rücksichtnahme auf Ihren Diabetes manche Aufgaben nicht zutraut oder Sie deshalb von bestimmten Tätigkeiten fernhält.


von RA Oliver Ebert
REK Rechtsanwälte, Nägelestraße 6A, 70597 Stuttgart

Mit freundlicher Genehmigung von