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Insulinresistenz - noch kein Diabetes!!
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Cri-Kee
Rang: Gastam 08.01.2011 17:19:32
Hey!
bei mir wurde vor kurzem eine beginnende Insulinresistenz festgestellt.
Seit längerer Zeit merke ich, dass wenn ich morgens was Süßes esse, ich mich fühle wie unterzuckert. Bekomme Kopfschmerzen, werde zittrig und kann mich nicht mehr konzentrieren.
Kann das damit zusammenhängen oder ist das kompletter Unsinn? Eigentlich sind die Zellen bei einer IR ja unempfindlich gegenüber Insulin. Also sollte der Blutzucker ja nicht sinken, von daher kann man ja schlecht unterzuckern?
Mein Nüchternblutzucker ist auch immer ok. Übergewicht habe ich keins, nur Probleme das Gewicht zu halten... klappt so mehr oder weniger.
Würde mich über Infos wirklich freuen!! -
Joa
Rang: Gastam 08.01.2011 18:55:38
Die Resistenz ist eine Sache. Die andere ist eine absinkende Leistungsfähigkeit der Betazellen zur Insulinsekretion. Vor allem in der Initialphase, in der normalerweise eine besonders hohe Insulinausschüttung (Erstanwort der Betazellen) erfolgt.
Das wird beim Typ 2 auch als Sekretionsstarre bezeichnet.
Bereits deutlich geschädigte Betazellen geben dann aber auf den hohen Sekretionsreiz hin ihr Insulin verlängert ab, auch wenn der Zuckerwert eigentlich schon wieder normal ist. Das wird dann eine sogenannte "alimentäre Hypogliykämie".
Gruß
Joa
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Cri-Kee
Rang: Gastam 08.01.2011 19:25:20
Hey!
danke für die rasche Antwort.
Mir wurde allerdings gesagt, dass es noch nicht so schlimm ist mit der IR.
Kann das auch wieder besser werden durch irgendwelche Maßnahmen? -
Rainer
Rang: Gastam 08.01.2011 21:27:09
Hallo Anonym,
das was du beschreibst ist wahrscheinlich eine alimentäre Hypoglykämie, die am Anfang einer Diabetesentwicklung auftreten kann. Dein BZ steigt zunächst zu hoch an, deshalb wird viel Insulin ausgeschüttet mit dem du dann 2...2,5 Stunden nach der KH-reichen Mahlzeit die Unterzuckerung bekommst. Einfaches Mittel dagegen ist, weniger KH zu essen.
Die Reduzierung der KH ist auch das Rezept, mit dem du die Diabetesentwicklung auf lange Sicht stoppen kannst. Du darfst einfach nur halb so viel Brötchen, Kartoffeln, Nudeln, Reis, Zucker u.s.w. essen. Anstelle dieser Sättigungsbeilagen kannst du mehr Gemüse oder Fett zu dir nehmen. Wenn du dazu Anleitung und Austausch mit anderen benötigst, dann kann ich dir die Foren von LOGI oder von LCHF empfehlen. Beide Ernährungsformen sorgen dafür, dass der BZ schön gleichmäßig verläuft und nicht wie bei dir Achterbahn fährt. Damit kannst du die Diabetesentwicklung wirkungsvoll verhindern.
LG Rainer -
Jürgen
Rang: Gastam 09.01.2011 09:45:05
Moinmoin,
die Begriffe gehen (nur?) beim Diabetes munter durcheinander:
Sekretionsstarre bedeutet tatsächlich, dass die Beta-Zelle mehr Glukose-Anreiz zum Ausgeben von Insulin braucht, also etwa 100mg/dl statt vielleicht 80.
Bei dem Vorgang, der damit noch aus dem Mittelalter der Diabetes-Erklärung immer in Zusammenhang gebracht wird, kommt es auf diesen Anreiz allerdings weniger an. Denn nach dem diabetisch-krankhaften Ganzkörper-Durchlauf der neu gegessenen Glukose ist völlig egal, ob die Betas schon bei 80mg/dl ansprechen oder erst bei 100. Wenn dieser gesund nie eintretende Glukose-Tsunami richtig schön hoch mit weit über 140 bei den Betas ankommt, legen die praktisch sofort mit der Insulin-Ausgabe los - bei gesunden übrigens genau so, wie bei Typ2.
Nur dass man bei Gesunden diesen Vorgang künstlich nachbauen muss. Man man muss ihnen die Glukose dabei nicht oral gegeben, also nicht per Futterluke, sondern intravenös eingefüllen. Denn per Futterluke eingefüllt geht die Glukose ihren normalen Weg durch Magen und Darm. Und unmittelbar bevor sie aus dem Darm in die Pfortader übergeben wird, in dieses kleine Stückchen Hauptversorgungs-Pipeline vor der Leber, bestellt ein gesundes Darmhormon-Team (Inkretine) die passende Menge Insulin (Inkretin-Effekt). Und dann liefern die Betas recht instantan und ohne mit dieser Glukose überhaupt in Berührung gekommen zu sein die passende Menge Insulin, so dass Glukose und passend Insulin auf dem kurzen Weg in die Leber zusammen treffen. Da drin werden beide dann schon zum größten Teil verwurstet, so dass am Leberausgang höchstens noch 120-140mg/dl Glukose in den Ganzkörper-Umlauf gehen.
Und erst diese etwas größere Rest-Glukosewelle trifft gesund dann direkt auf die Betas und stimuliert sie direkt zur weiteren Insulin-Ausgabe. Und die sekretionsstarren sprechen darauf vielleicht erst bei 100 an, während die flexiblen schon bei 80 zu liefern beginnen.
Tatsächlich ist also völlig unzutreffend und irreführend, den diabetisch hohen Blutzucker-Anstieg nach dem Essen als (Folge von) Sekretionsstarre zu bezeichnen. Denn tatsächlich kommt der diabetisch hohe Anstieg nicht vom irgendwie behinderten Reagieren der Beta-Zellen, sondern davon, dass sie durch den diabetisch behinderten Inkretin-Effekt gar keine rechtzeitige Bestellung erhalten.
Das der behinderte Inkretin-Effekt wieder voll funktionsfähig, also irgendwie geheilt würde, ist bisher nicht bekann. Es gibt aber seit wenigen Jahren Medis, die diese Behinderung recht gut ausgleichen, so lange sie noch nicht zu weit fortgeschritten ist.
Auf einen guten Rest von 2011, Jürgen -
eh
Rang: Gastam 09.01.2011 13:42:10
Ich glaub nicht so recht an diese alimentäre Hypoglykämie. Ich kenn so etwas nur aus Extremsituationen, beim Glucose-Test z.B.
Im normalen Alltag habe ich so etwas noch nie erlebt. Dabei setze ich natürlich eine vernünftige Ernährungsweise voraus. von eh -
Jürgen
Rang: Gastam 09.01.2011 14:00:16
Moin Erika,
wir beide werden damit nix mehr zu tun bekommen. Denn dafür, dass eine alimentäre Hypo den BZ deutlich unter 50mg/dl schiebt, muss
1. der Inkretin-Effekt (s.o.) gestorben sein
2. am besten noch so viel eigene Insulinausgabe funktionieren, dass die Glukose aus z.B. 2 oder 3 Scheiben Brot zwar eben sehr verspätet, aber noch ohne alle Medis voll ausgeglichen werden kann.
Beides trifft auf uns beide schon lange nicht mehr zu, aber auf viele Prädiabetiker und solche Typ2, die ihre Diagnosereife noch nicht lange überschritten haben.
Auf einen guten Rest von 2011, Jürgen -
Cri-Kee
Rang: Gastam 09.01.2011 14:45:02
Ich bin gerade etwas durcheinander.
Tritt das nun relativ zu Beginn auf oder wenn man schon kurz vor der Schwelle zu Diabetes steht? -
eh
Rang: Gastam 09.01.2011 15:15:50
Ich hatte das noch nie, außer bei den Tests.
Ich hab allerdings auch nie einen Liter Cola oder ähnliches verputzt. von eh -
peter
Rang: Gastam 09.01.2011 15:18:32
nur bei einigen, die die entsprechende konstellation haben, wenn die sog. diagnosereife erreicht ist, ist der bz jenseits von 200 .
bei vielen gibt es das garnicht, genauso wie es viele gibt die keins der "warnzeichen" haben , die sind dann gekniffen.