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torsten - neuzugang mit hba1c von 10,6

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    am 14.01.2018 12:48:33 | IP (Hash): 1655500328
    liebes forum,

    ich möchte mich gern vorstellen.

    ich heiße torsten, bin 44 alt, 176 groß und 84 schwer...☺

    am 9.1. 2018 bekam ich die diagnose t2 gestellt mit hba1c von 10,6%.

    ich hielt mich für immer für einen gesund lebenden menschen.
    kein rauchen, fast niemals alkohol, vegetarier mit kleinen ausnahmen, kein fast food, alle wege mit dem fahrrad.

    hatte aber mit 29 colitis ulcerosa festgestellt, mit mitte 30 fettleber, hab ich auf zurückliegende cortisongabe geschoben.

    hatte damals von 72 auf 84 kg zugenommen.
    bekam weder übergewicht noch fettleber wieder weg.

    mein fehler:
    ich habe konsequent so gelebt, wie ich es für gesund hielt.
    kaum fett, aber zucker als wichtiges nahrungsmittel. täglich kuchen. über böse sprüche vermeintlicher eso-spinner hab ich hinweggesehen.
    wusste schon, dass ich zucker reduzieren sollte, hab auch weniger in tee und kuchen gegeben, lieber joghurt statt noch ein stück kuchen.
    eben gedacht in dem kontext, in dem ich von hause aus ernährungstechnisch erzogen war.
    bis vor wenigen tagen wusste ich nicht, dass der mensch ohne zuckerverzehr leben kann.

    eine freundin hat mir die augen geöffnet, ich konnt ihr erst nicht glauben.
    und die konnte mich jahre nicht verstehen, obwohl wir geredet haben. hab ihr immer ganz ruhig meinen ernährungsstil erläutert, nicht ihre sorge wahrgenomnen, sie ist an mir verzweifelt.
    heute will sie mir helfen, ist aber in diesen tagen eine schlechte gesprächspartnerin, da sie noch von meiner beratungsresistenz der letzten jahre so verletzt ist. hielt mein verhalten für vorsätzlich selbstverletzend, ist schockiert von meiner dummheit. ich auch.

    ich war jahrelang sooo blöd.

    das musste ich für den anfang mal irgendwo los werden.
    - wenn ich mit ihr reden will, dann ist sie so traurig und bricht das gespräch ab.

    was gestern war ist nicht zu ändern.
    aber ab jetzt ist alles anders.






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    am 14.01.2018 13:03:59 | IP (Hash): 1655500328
    seit diagnosestellung bzw. vorausgehendem verdacht hab ich ein paar tage gebraucht meinen fatalen ernährungsfehler zu begreifen und vertrauen in bislang als abstrus wahrgenommene ratschläge zu entwickeln.

    man kann sachen 40 jahre verkehrt machen.
    mit der gleichen konsequenz will ich nun alles umkrempeln.

    aber nun:

    hab von einem moment auf den anderen aufgehört, irgendeinen krümel zucker zu verwenden.
    Weißbrot und Pudding weggeschmissen. was aus meinen restbeständen gesüßtem joghurt wird, muss ich mal sehen.

    im augenblick esse ich
    - morgens haferflocken mit 2 stück obst und joghurt,
    - mittags was aus gemüse mit möglichst wenig stärkehaltiger beilage, es sei denn vollkorn, dazu rohes gemüse
    - abends vollkornbrot mit käse oder vegetarischem aufstrich, dazu gemüse und obst.

    sportlich hab ich angefangen jeden tag auf dem weg zur arbeit extratouren mit de fahrrad zu fahren.

    bin aber verunsichert, oft wird eine LCHF-kur propagiert.
    weiß nicht, wieviel ich langkettige KH aufnehmen darf.
    will nicht extra mehr fett essen.
    soll ich meine körperliche arbeit als sport anrechnen...

    möchte natürlich fett abbauen und nicht aus versehen muskelmasse.





    Bearbeitet von User am 14.01.2018 13:41:25. Grund: tippfehler
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    am 14.01.2018 13:21:26 | IP (Hash): 1655500328
    alles in allem.

    ich hab meinen bewegungs- und ernährungsstil radikal geändert. hab schon umgestellt, muss wissen ob ich nix falsch mache.

    meine medikamentöse behandlung: bin am eischleichen von metformin.
    500mg/tag, später soll ich verdoppeln.

    warte auf termin bei ernährungsberater und diabetologin.

    hab die herausforderung angenommen:
    ich möchte mit radikalem verhaltenswechsel den diabetes massiv zurückdrängen.
    wenigstens 10 kg abnehmen und meine ärztin mit rasch abfallendem hba1c zum erstaunen bringen.
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    am 14.01.2018 13:58:47 | IP (Hash): 1816964824
    Hallo Torsten,

    aufgrund deiner Colitis Ulcerosa möchte ich dir raten, mit der Ernährungsumstellung sehr vorsichtig zu sein und sehr langam vorzugehen. Eine Colitis ist eine sehr schwerwiegende Erkrankung, dagegen ist der Diabetes ein Klaks. Lass deinem Darm Zeit, sich erst mal an das Metformin zu gewöhnen, das ist schon für so manchen gesunden Darm eine Herausforderung. Ehrlichgesagt kann ich mir gar nicht vorstellen, dass das eine Option für dich sein kann...ein Colitis-Schub wäre vermutlich ziemlich fatal...aber versuch es, ich drück dir die Daumen.

    Und ja, die Gewichtszunahme und die Fettleber können mit dem Cortison zusammenhängen. Nimmst du denn Cortison immer...oder nur im Schub? Und welche Dauermedication hast du denn für die Solitis?

    Ich hoffe, die Diabetologin ist auch Internistin und am Besten noch Gatroenterologin.

    Alles Gute dir!

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    am 14.01.2018 14:27:53 | IP (Hash): 1655500328
    hallo zuckerle,

    danke für die antwort.

    was die kolitis angeht, da bin ich seit 12 jahren in remission.
    hatte am anfang 1...2 s schwere schübe. mit Cortison und Azatioprin. seither absolut beschwerdefrei.

    hab jetzt nach jahren mal wieder in wikipedia usw. nachgelesen. die bewertung der erkrankung hat sich grundlegend gewandelt.
    selbst die einstufung als autoimmunerkrankung erscheint mittlerweile mehr als fraglich.
    sehe das nun eher in der reihe meiner ernährungsbedingten leiden.
    in remission, soll ich genau so essen, wie es für "normale" und T2s auch gilt.

    danke für deine guten wünsche.
    du bist mein 1. kontakt hier imforum.

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    am 14.01.2018 16:12:53 | IP (Hash): 2135957466
    Hallo Torsten,

    willkommen im Forum - ich wünsche dir viel Erfolg für deine Ernährungsumstellung und für die Senkung des HbA1c. :=)

    Metformin solltest du, wie Zuckerle bereits gesagt hat, langsam einschleichen, vorsichtshalber vielleicht sogar sehr sehr langsam. Metformin ist für uns Typ 2er ein wertvolles Medikament. Deshalb lohnt es sich, am Anfang geduldig an das langsames Einschleichen ranzugehen.

    Ich drück dir die Daumen, dass du das viele Vollkorn gut verträgst und dass du damit deinen BZ in den Griff bekommst. Falls nicht, dann kannst du dir wirklich mal LCHF ansehen. Immerhin ist das eine Ernährung, die sowohl bei Diabetes als auch bei colitis ulcerosa sehr hilfreich sein kann. Vegetarisches LCHF wäre zwar eine besondere Herausforderung, unmöglich ist es aber nicht.

    Viel Erfolg, Rainer
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
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    am 14.01.2018 22:30:27 | IP (Hash): 1816964824
    @Torsten, das ist schön und sehr selten, dass du seit so vielen Jahren beschwerdefrei bist. Da ist es um so wichtiger, keine Spirenzchen zu machen, damit das auch so bleibt.

    @Rainer...ich muss dir widersprechen, dein LCHF ist für Colitis-Patienten ehr weniger geeignet, der kranke Darm ist nicht in der Lage, das viele Fett zu verarbeiten...
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    am 15.01.2018 02:18:34 | IP (Hash): 1870568184
    danke euch beiden für die freundliche begrüßung.



    ich habe mit meiner ernährungsumstellung den wohl radikalsten entschluss in meinem leben getroffen und von der stunde an umgesetzt.

    es mag noch zu früh sein, und doch wage ich eine erste bilanz.
    nach 10 tagen, (die ersten tage noch im unklaren, was genau mein konzept ist...)
    - ich fühle mich deutlich weniger träge,
    - kann besser schlafen,
    - habe 1,5 kg verloren (schneller, als ich wollte)
    - kann problemloser an die bahn sprinten,
    - bin erschrocken über den geschmack von süßkram.

    in meiner stadt gibts einen lebensmittelfairteiler.
    es geht um die rettung und weitergabe von lebensmitteln, die da, wo sie sind, nicht benötigt werden.
    dorthin bringe ich morgen lebkuchen, kekse, nudeln, ketchup, malzbier, fruchtjoghurt, schokolade, marmelade.
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    am 15.01.2018 23:15:22 | IP (Hash): 1640286945
    Hallo Torsten,

    das klingt so, als wärst du auf einem sehr guten Weg - ich wünsche dir Durchhaltevermögen und viel Erfolg dabei. :=)

    @Zuckerle
    Zuckerle schrieb:
    @Rainer...ich muss dir widersprechen, dein LCHF ist für Colitis-Patienten ehr weniger geeignet, der kranke Darm ist nicht in der Lage, das viele Fett zu verarbeiten...

    Ja, das könnte man vermuten. Es gibt aber genügend praktische Erfahrungen, die bei colitis ulcerosa und auch bei anderen enzündlichen Darmerkrankungen genau das Gegenteil beweisen.
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    am 23.01.2018 10:10:54 | IP (Hash): 1719416668
    liebes forum,

    ich würde diesen ort gern nutzen, um meinen verlauf zu dokumentieren, gewissermaßen als blog.

    das ist nämlich das, was ich selbst gesucht habe, als ich mich hier anmeldete. damit hoffe ich, anderen neuen helfen zu können.

    nun kenne ich meine diagnose seit zwei wochen.
    wenn ich meinen hba1c zur diagnosestellung umrechne, dann macht das im durchschnitt ca. 270 mg/l BZ

    der weitere verlauf des BZ nüchtern:
    - nach 1 woche 7,8 (entspr. 140)
    - nach 2 wochen 6,6 (entspr. 119)

    gewicht von 84 auf 81 kg.

    erreicht durch den einsetzenden beginn mit metformin 500mg/tag und vor allem einer konsequenten ernährungsumstellung. dazu mehr bewegung, nicht durch sport, sondern durch umwege bei den normalen alltagsverrichtungen, straffen schrittes oder e-bike mit inzwischen meist abgeschaltetem motor.

    an die alten foristen: wie kann ich die entwicklung einschätzen?