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Diabetes Typ 1 irgendwann heilbar?

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    am 05.03.2021 12:18:12 | IP (Hash): 564102661
    Hallo zusammen,

    als Optimist beschäftige ich mich natürlich nicht nur mit den Schattenseiten der Diabetes, sondern ich habe Hoffnung, dass es irgendwann heilbar ist. Was glaubt Ihr, was da alles in Zukunft kommen könnte? Aktuell forscht man an der Regeneration der Beta-Zellen (ganz frisch vom Februar 2021: https://www.monash.edu/medicine/news/latest/2021-articles/discovery-for-turning-on-cell-repair-in-tissues-and-organs) und es gibt andere Ansätze, Beta-Zellen an einem Kollagen unter die Haut zu verpflanzen. Es sind neue Mechanismen bekannt geworden, wie die Beta-Zellen funktionieren... ich kann mir nicht vorstellen, dass das noch lange dauern wird, bis der Durchbruch kommt.

    Bis es soweit ist, ist natürlich auch interessant, was für technische Neuerungen uns künftig unterstützen können. Schnellere Insuline, bessere Pumpen, die noch autonomer arbeiten können... was glaubt Ihr, was einen Libre 3 ausmachen könnte?
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    am 05.03.2021 13:40:21 | IP (Hash): 1040372874
    Hi,

    wie man ja jetzt an der Corona Impfung sehen kann, wenn das finanzielle Interesse groß genug ist dann klappt das auch mit der Forschung, Entwicklung und Zulassung.
    Bisher hat man mit 5-10 Jahren geplant für eine Impfstoffentwicklung.

    Die Frage ist, ist das finanzielle Interesse für eine Typ 1 Behandlung groß genug damit es damit zügig voran geht. Patienten die Lebenslang auf Medikamente Angewiesen sind, sind womöglich interessanter als eine einmalige Behandlung.

    Wobei man das sicher nicht 1:1 vergleichen kann, so eine Betazellen Therapie ist sicher um einiges komplexer als ein Impfstoff.
    Wenn aber genug Forschungsgelder bereit gestellt werden wird es über kurz oder lang bestimmt noch neue Therapieansätze für Diabetes geben. Ich würde da aber schon noch mit vielen Jahren rechnen.

    Gruß Tobias
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    am 05.03.2021 16:16:00 | IP (Hash): 1675189693
    Turbotobi schrieb:
    wie man ja jetzt an der Corona Impfung sehen kann, wenn das finanzielle Interesse groß genug ist dann klappt das auch mit der Forschung, Entwicklung und Zulassung.


    http://www.diabetes-book.com/bernstein-life-with-diabetes/ Der Alte hier lebt einen gravierenden Unterschied: Wir können mit unserem Diabetes mellitus egal welchen Typs völlig gesund leben. Niemand muss deswegen sterben oder lebensbedrohliche Beschwerden und Krankheiten entwickeln, wie erschreckend viele Menschen mit CoVi.
    UND ich weiß von keinem Menschen mit Diabetes mellitus, der einen anderen direkt angesteckt hätte.

    Allein vor diesem Hintergrund halte ich so einen Vergleich für VÖLLIG ABWEGIG!

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
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    am 05.03.2021 16:30:12 | IP (Hash): 1398849525
    Hi,

    es liegt mir fern einen Virus auch nur Ansatzweise mit Diabetes zu vergleichen.


    Es ging mir einzig darum zu zeigen zu welchen Leistungen die Medizinische Forschung in der Lage ist, wenn viel Geld zur Verfügung steht.

    Es ist wohl unstrittig das die Fortschritte bei der Medizinischen Forschung zum großen Teil abhängig vom verfügbaren Geld ist.
    Schnelle Fortschritte werden vor allem dort gemacht wo Geld verdient werden kann um die Investitionen schnell wieder rein zu holen, außerdem muss der Aktienkurs stimmen.
    Das ist nun mal die Basis des marktwirtschaftlichen System in dem sich die meisten Pharmafirmen bewegen. Es wird zwar auch an Unis etc. geforscht aber eben vielfach mit finanzieller Unterstützung durch die Industrie.



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    am 05.03.2021 17:27:17 | IP (Hash): 1675189693
    Turbotobi schrieb:
    Es ging mir einzig darum zu zeigen zu welchen Leistungen die Medizinische Forschung in der Lage ist, wenn viel Geld zur Verfügung steht.


    Die Kohle hat aber bei CoVi erst nach der Forschung und Entwicklung nennenswert zu fließen angefangen, als die Impfe in díe für die Zulassung notwendigen Studien mit Menschen ging. Sie ist da nicht in die Entwicklung des Vakzins geflossen, sondern in den Aufbau von irre großen Produktionskapazitäten.

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    am 05.03.2021 17:45:44 | IP (Hash): 1675189693
    Aber mal zur Titel-Sache:

    Einem Typ 1 irgendwo neu eingepflanzte Betas müssen dort zwar vom eigenen Blutzucker erreicht werden können, aber nicht von der eigenen Immunabwehr.
    Typ 1 wird ganz sicher nicht von einem Virus verursacht. Was das Immunsystem zum Angriff auf Teile des eigenen Organismus bewegt, wird seit Jahrzehnten mit wahnsinnig viel Kohle erforscht.
    Bislang leider mit wenig Ergebnis, wenn man mal von den Möglichkeiten absieht, das Immunsystem wie bei Transplantationen komplett auszuschalten. Aber so ausgeschaltet ließe sich das auch nicht mit Impfe gegen CoVi aktivieren.

    Und eigentlich könnten die neu gepflanzten Betas auch nur dann wirklich zuverlässig gesund funktionieren, wenn sie ihr Insulin in der Hauptsache von GLP-1 aktiviert in die Pfortader abgeben würden.

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    am 08.03.2021 08:07:52 | IP (Hash): 564102661
    Deswegen hoffe ich ja auf die Studie mit der Regeneration der eigenen Betazellen. Wenn man das hinbekommt und auch vielleicht andere Organe davon profitieren könnten, wäre ich der glücklichste Mensch der Welt. Dann wäre es auch möglich, bei mir frische Herzmuskelzellen bilden zu lassen und wieder alles zu kräftigen. Natürlich ein Traum in weiter Ferne, aber nicht unmöglich. Und das reicht mir als Hoffnung.

    Auch wäre es schön, wenn man herausfindet, wieso Typ1 ausbricht. Man hat mir gesagt, dass man die Veranlagung dafür trägt, aber es muss dann nicht unbedingt ausbrechen. Meine persönliche Vermutung bei mir: Ich habe vor 5 Jahren Amiodaron für 2 Jahre genommen, damit kann ein Hashimoto entstehen und wiederum damit kann eine Diabetes einhergehen. Alternativ hatte ich beim Ausbruch sehr viel Stress. Die Blutzuckerkurve ging ziemlich parallel mit meinem Stresslevel über 5 Monate hoch...

    Darf ich Dich fragen, hjt_Jürgen, was Du beruflich machst oder gemacht hast? Du scheinst viel Fachwissen zu haben.
    Bearbeitet von User am 08.03.2021 08:09:01. Grund: Zusatz
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    am 08.03.2021 13:16:54 | IP (Hash): 2004287260

    Wenn ich sehe, was in meiner Erlebenszeit alles entdeckt und entwickelt worden ist, und davon sehe ich ja auch nur einen kleinen Bruchteil, halte ich Deine Hoffnung für sehr begründet.

    Aus meiner Kinderzeit kann ich mich noch an sw-TV bei begüterten Verwandten erinnern, und dass meine Eltern dann später auch so einen Apparat hatten, der sogar schon für’s zweite Programm (oder war’s das dritte?) vorbereitet war.
    Unsere Kinder haben die ersten Jahre auch noch die Sesamstraße und die Sendung mit der Maus usw sw geschaut. Heute stehen sie längst mitten in ihren eigenen Leben, und die Enkel erleben neben Daddeln sogar Schule auf Handys und Tablets und Laptops.

    Wie gewaltig allein die allgemeine instantane Verfügbarkeit von Information meine Lebenswelten und -möglichkeiten erweitert hat, habe ich seit meiner Ernennung zum Diabetes Typ 2 im Frühjahr 91 erlebt. Damals gab’s vergleichsweise NICHTS, und das auch noch teuer. Einen dünnen Schmeisl hab ich mir damals geleistet und nicht verstanden und nicht halb gelesen und weggelegt. Zufällig habe ich dann in einer Bücherei Doc Bernsteins Diabetes Solution http://www.diabetes-book.com/bernstein-life-with-diabetes/ gefunden und damit meinen mentalen Zugang zur Diabetologie, die mein Leben da ja schon fest in ihrem praktischen Griff hatte.

    Den nächsten größeren Schritt in der Entdeckung weiterer Zusammenhänge erwarte ich mit der Zunahme nahezu völlig gesunder BZ-Verläufe im TIR-Rahmen mit den neuen Loop-Systemen. Denn aus der Typ 2 Beobachtung gibt es Hinweise, dass Beta-Zellen sich unter Stress in ein Vorstadium ihrer Entwicklung zurückdrehen können, in dem sie (noch) kein Insulin produzieren. Wie weit das tatsächlich funktioniert und genutzt werden kann, vielleicht auch im Zusammenhang mit Typ 1, wird sich zu zeigen beginnen, wenn in hoffentlich naher Zukunft immer mehr gesunde Verläufe medizinisch begleitet und untersucht werden. Ich drücke uns alle Daumen :)

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    am 08.03.2021 15:02:57 | IP (Hash): 1331172574
    Hallo zusammen,

    ich fand diesen Beitrag hier ganz interessant. Jürgen hat ja so was in der Art auch geschrieben. Allerdings habe ich da jetzt nichts weiter davon gehört. Scheint mir so ähnlich sein, wie dieser Monash Artikel, finde es nur ganz bekömmlich erklärt...

    https://www.youtube.com/watch?v=6iBx14vFSP4

    Und was Doc Bernstein angeht, da bin ich immer noch sehr dankbar für den Tipp. Das war für mich so was wie eine Offenbarung. Sorry, wenn es etwas hochgestochen klingt.

    Viele Grüße,
    Ron
    Bearbeitet von User am 08.03.2021 15:03:18. Grund: Link vergessen
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    am 09.03.2021 09:06:56 | IP (Hash): 564102661
    Hallo zusammen,

    ich danke Dir auch für den Tipp mit dem Buch. Werde mal reinschauen! Ich lese immer wieder über Menschen, die die Diabetes nicht ernst nehmen und trotzdem immer wieder mal über die Stränge schlagen. Hier ein Kuchen, ach ist doch nicht so schlimm, da ein schön heißer Kakao im Winter... der Mann einer Arbeitskollegin ist völlig fertig, er hat seit 15 Jahren Diabetes, findet aber immer noch keinen Zugang zu seiner Krankheit. Er verweigert eine Pumpe, er verweigert den Libre2 und jammert immer nur. Ich kann das irgendwie verstehen. Aber es gibt keine andere Lösung als eine Akzeptanz der Situation zu finden. Und vorallem: Hoffnung zu haben! Vielleicht schlagen wir uns alle nur noch 5 Jahre mit der Geschichte herum und dann gibt es den großen Durchbruch. Wer weiß das schon... ich wünsche es uns allen.
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    am 09.03.2021 11:27:20 | IP (Hash): 1331172574
    ...ich glaube, es werden eher 10-15 Jahre bis was wirklich bahnbrechendes kommt, aber heutzutage gibt es ja auch jede Menge Sachen, die es früher nicht gab.

    Man hat viel mehr Erkentnisse bzgl Ernährung, Bewegung / Sport etc... Dann solche tollen Dinge wie FGM/CGM und das sogar mit Smartphone, man muss also nicht unbedingt noch ein Gerät mit sich herumschleppen. Die ganzen Insuline und die Pens...

    Als ich mit der Diagnose konfrontiert wurde, habe ich einen alten Freund, der seit einigen Jahren Diabetiker ist (auch später Typ 1er) und er sagte mir als allererstes: "Ist natürlich scheiße, aber keine Sorge, man kann heutzutage ganz gut damit leben". Und er lebt ganz gut damit :) Ich denke, der Kopf bzw die Psyche ist sehr wichtig hier. Man lebt nur einmal und man muss sich das Leben nicht vermiesen, es ist kein Todesurteil und man hat es selbst in der Hand. Außerdem hat man durch regelmäßige ärztliche Kontrollen auch viel besseres medizinisches Screening und ist im Zweifelsfall besser versorgt, als jemand ohne Diabetes.

    Ach ja, ich esse sehr gern und so streng bin ich mit meiner Diät nicht. Ich esse auch mal ein Stück Kuchen usw... Ich versuche es aber in Grenzen zu halten und beobachte auch meinen Blutzucker dabei bzw. danach.
    Ich dachte anfangs, ich würde Pizza und Nudeln vermissen, aber das tue ich überhaupt nicht. Mir schmeckt inzwischen Fisch oder Gemüse (mochte ich beides früher eher nicht so) viel besser.

    Ich glaube, man muss die Balance finden zwischen zu viel darüber nachdenken und es ignorieren.

    LG, Ron