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HbA1c normal, Blutzuckerwert (nüchtern) normal, aber 2Std Wert viel zu hoch. Warum?

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    Mitglied seit: 16.08.2020
    am 17.08.2020 01:41:27 | IP (Hash): 1914986568
    Ich würde mich freuen wenn ich hier Antworten finden kann, vielleicht weis jemand warum meine Werte normal sind bis auf den 2 Std wert?

    September 2019:
    HbA1c 5.4
    Glukose Nüchtern 4.5
    Die Werte 2 Std nach dem Essen sind aber deutlich zu hoch, die gingen rauf bis auf 12 mmol/l
    Der Arzt hat aus einer weiteren Blutuntersuchung gesehen dass meine Bauchspeicheldrüse ausreichend Insulin produziert ich also Typ 2 Diabetes habe.

    Der Arzt meinte ich könne ja die Ernährung Umstellen und schickte mich nach Hause ohne weiteren Abklärungen.

    April 2020 (6 Monate Später, Standard Bluttest im Militär)
    HbA1c 5.2 (-0.2 tiefer als halbes Jahr zuvor)
    Glukose Nüchtern 4.7 (0.2 höher als halbes Jahr zuvor)
    Werte nach dem Essen unbekannt da ich nicht messe.

    Ist es richtig dass der Artzt mir keine Medikamente gegeben hat und einfach nach Hause geschickt hat?
    HbA1c ist ja in Ordnung, also alles kein Problem? Meine 2 Stundenwerte bedeuten doch dass ich bereits Diabetes habe?

    Besten Dank Euch erfahrenen Forumsteilnehmer für einen Tip ob ich mir sorgen machen muss und allenfalls nochmals zum Arzt gehen muss.
    Danke!



    Bearbeitet von User am 17.08.2020 01:50:48. Grund: Fehler im Text
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    am 17.08.2020 11:10:00 | IP (Hash): 1784906990
    https://diabetesinfo.de/fortgeschrittene/grundlagen-fortgeschrittene/hba1c.html Zitat daraus:
    "Ein schlechtes HbA1c zeigt eindeutig eine schlechte Einstellung, während ein normwertiges HbA1c noch kein Beweis für eine gute Einstellung ist. Von einer guten Einstellung kann man nämlich nur dann sprechen, wenn keine größeren Schwankungen aufgetreten sind. (BZ-Spitzen gelten als potentiell zytotoxisch und mitverantwortlich für Gefäßschädigungen) Und da BZ-Spitzen nicht allzulange dauern, die Glykierung aber erst nach etwa 4 Stunden irreversibel wird tauchen diese Spitzen nicht im HbA1c auf."

    Am besten also so essen & trinken, dass in der Spitze jeweils um ne Stunde danach für ein paar Minuten max 7-8 mmol/l erreicht werden. Weil die Mengen dafür seeehr individuell sind, wirst Du wohl um systematisches Selbermessen und Selberabmessen nicht rumkommen.
    Klar kannst Du auch schauen, ob ein Arzt Dir dafür schon die eine oder andere Medi verschreibt. Aber in der normalen Diabetes-Behandlung sind 12 mmol/l ne Stunde oder zwei nach dem Essen nix besonderes, sondern eher völlig normal.

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
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    am 18.08.2020 13:21:04 | IP (Hash): 72970431
    Sorry, wenn's nicht stimmt, aber ist das nicht schon wieder so eine Hba1c-Tatjana-Sockenpuppen-Geschichte, die darauf abzielt, die Diagnose mittels Hba1c runter zu ziehen?

    Der Schreibstil und die Behauptung, der Arzt hätte "ihn" einfach nach Hause geschickt, deuten jedenfalls darauf hin.

    Wie gesagt: Wenn's nicht so ist, tut's mir leid...
    Bearbeitet von User am 18.08.2020 13:24:23. Grund: .
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    am 18.08.2020 14:07:09 | IP (Hash): 1914986568
    Hallo,

    Ich verstehe Deine Reaktion auf meine Frage nicht wirklich.

    Ich habe mich für Heute einen neuen Termin geben lassen beim Arzt um das Thema nochmals durchzusprechen.

    Ich bin vor einem Jahr davon Ausgegangen dass alles in Ordnung ist solange der Hba1c Wert im grünen Bereich ist und schlicht und einfach beim Essen angefangen Zucker zu meiden und generell etwas gesünder zu Essen.

    Scheinbar reicht dass ja nicht(?) und gemäss der Antwort von Jürgen muss auch der Nüchternwert, beziehungsweise der 2 Std Wert im grünen Bereich sein damit ich gesundheitlich im grünen Bereich bin.

    Warum sollte ich ein Interesse haben hier etwas vorzulügen, der Arzt schickte mich nach Hause und sagte es reicht die Ernährung ein wenig umzustellen und alle 6 Monate den Hba1c Wert zu messen.

    Ich bin danach für fast ein Jahr im Aulsand Arbeiten gegangen und habe das Thema ehrlichgesagt auch ein wenig verdrängt. Jetzt will ich dem auf den Grund gehen.

    Nebenbei, was verstehst du unter Hba1c-Tatjana-Sockenpuppen-Geschichte?
    Sorry, bin neu in der Thematik und auch neu in diesem Forum, bin auber für alle Hilfe dankbar.

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    am 18.08.2020 15:29:39 | IP (Hash): 1318109534
    Hallo,

    wurden die 12mmol/l beim Arzt im Rahmen eines Oralen Glukosetoleranztests gemessen? Oder hast du diese selbst daheim gemessen?

    Wann hat man wirklich Diabetes und wann nicht. Das ist keine immer so klar beantwortenbare Frage.
    Dein HbA1C sagt aus, dass dein Blutzucker die meiste Zeit des Tages in einem super Bereich liegt, kurzfristige Anstiege nach dem Essen bspw., werden hierbei aber weniger berücksichtigt.

    Variante A): deine 12mmol/l nach dem Essen wurde mit deinem Handmessgerät gemessen, also nicht beim Arzt, diese können +-15% Toleranz aufweisen. Nehmen wir jetzt mal an, dass dein Gerät eher oberhalb dieses Toleranzbereiches misst, hieße es, dass die 12mmol/l eigentlich nur 10mmol/l sind und diese darf auch ein gesunder Mensch nach kohlenhydratreichen Mahlzeiten erreichen, ohne gleich Diabetes zu haben

    Variante B): du könntest natürlich Diabetes im absoluten Frühstadium haben. Das würde bedeuten, dass dein Körper grundsätzlich selbst schafft, den Blutzucker im normalen Bereich zu halten, aber nach dem Essen Probleme hat. Sollte dies der Fall sein, dann würden die Nüchternwerte und HbA1C Werte erst langsam und allmählich hochgehen.

    Momentan kann man nicht genau sagen, welche Variante bei dir auftritt.
    Sollte Variante B vorliegen und du tatsächlich Werte um die 12 mmol/l nach dem Essen haben, könnte man dich natürlich auch schon Diabetiker nennen. ABER, was ändert sich für dich an dieser Benennung? Du musst viertel- bis halbjährlich zum Arzt und dort wird geschaut, wie sich die Werte entwickeln. Ansonstens heißt es erstmal nur: mehr Bewegung, gesündere Ernährung, Übergewicht abbauen, wenn vorhanden. Und damit brauchst du ja nicht warten, ob du jetzt eine Diabetes Diagnose hast, oder nicht. Damit kannst du gleich anfangen. Schaden tut es auf keinen Fall, solltest du langsam einen Diabetes entwickeln, dann wirken sich diese Maßnahmen positiv aus. Und genau dies, hat dir ja auch schon dein Arzt empfohlen. Tabletten gibt es bei Typ2 erst, wenn die allgemeinen Maßnahmen (Bewegung, Ernährung, Gewichtsabnahme) keine großen Erfolge bringen.

    LG July
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    am 15.12.2020 20:31:29 | IP (Hash): 2080054839
    Besten Dank an July für die Antwort.

    An alle:
    Ich weiss es ist eine Weile her, aber aufgrund eines längeren Auslandseinsatzes im Militär konnte ich erst jetzt einen Oralen Glukosetoleranztest in einem Labor machen:

    (OGTT) Datum: 15.12.2020
    HbA1C Wert 5.1 (super!)
    Glukose nüchtern (12 Stunden nichts gegessen / getrunken) 4.72 (super)
    1 Stunden nach 75g Glukose 13.3 mmol/L (Diagnose Diabetes)
    2 Stunden nach 75g Glukose 9.2 mmol/L (Diagnose Diabetes)

    Mein HbA1C hat sich über die letzten 18 Monate sogar verbessert, von 5.3 auf aktuell 5.1.
    Nüchtern Blutzucker war auch nie ein Problem.

    Ich habe die letzten 18 Monate angefangen etwas gesünder zu Essen, dass heisst die Kohlenhydrate zu senken (Weniger Weissbrot, kaum zuckerhaltigen Getränke, keine Besuche mehr beim Burger Brater).
    Damit werden die üblen Blutzuckerspitzen von mehr als 10mmol/L praktisch ganz vermieden, meistens bleibe ich unter 9 mmol/L.
    Ich Esse aber noch regelmässig Pasta und Pizza und auch von gelegentlichem Alkoholkonsum ( 1 Flasche Wein pro Woche) kann ich nicht die Finger lassen. Nobody is perfect ;-)

    Wie seht Ihr dass? Ist dass ein Problem wenn die Blutzuckerspitzen weiter bestehen, solange HbA1C und nüchtern Zucker in Ordnung sind?
    Variante 1: Weiter so
    Variante 2: Mit Metformin oder ähnlichem Medikament die Blutzuckerspitzen senken?

    Ich bin eigentlich kein Freund von Medikamentöse Behandlung wenn kein grosser Nutzen zu erwarten ist. Sprich: Sind die Blutzcukerspitzen unschädlich werde ich weiterhin alle 6 Monate das HbA1C messen und erst bei einem Anstieg über 6 mmol/L mir Medikamente verschreiben lassen.

    Ja, ein Facharzt könnte mir da weiterhelfen, aber... Im Auslandseinsatz ist der Zugriff auf einen Spezialisten schwieriger als Zuhause. Deshalb bin ich super Dankbar für Eure Gedanken / Erfahrungen in diesem Bereich!

    PS: bin 47 Jahre Alt, kein Uebergewicht und ansonsten Gesund.

    Besten Dank schon im Voraus Euch allen!

    Markus

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    am 15.12.2020 21:19:43 | IP (Hash): 19109484
    Wenn Du meinem Diabetologen vor 30 Jahren über den Weg gelaufen wärst, hätte der nen Riesenspaß an Deiner Sorte Diabetes gehabt. Der kommt nämlich deutlich außer der Reihe von Standard T1 und T2 ;)

    Meine alte T2 Erfahrung sagt, dass Du dir Deine Medikamentenfreiheit umso länger erhalten können wirst, je länger Du die Stundenspitzen nach dem Essen meistens deutlich unter 8-10 mmol/l halten kannst, am einfachsten nach diesem Rezept https://www.bloodsugar101.com/download-the-lower-your-blood-sugar Das ist vor allem dann wichtig, wenn Deine physische Einsatzfähigkeit wichtig für Deinen Job ist. Am Schreibtisch dürfen auch INSULINER ;)

    Ein Facharzt würde Dir wahrscheinlich bei der Klassifizierung Deines Diabetes weiterhelfen, zumindest weiterhelfen wollen. Aber unter fachärztlicher Anleitung hättest Du mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit möglichst bald einen HBA1c über 6. Mit unter 6 weiß ich nur von Betroffenen (Korrektur) recht kurz nach sehr früher Diagnose und solchen, die seit Jahren beim Dok nur noch die Medikation abholen, die sie für den BZ-Verlauf und HBA1c brauchen, den sie haben wollen.

    Mit meinem alten Diabetologen bin ich längst übereingekommen, dass er meine HBA1c aktuell 5,1 zwar für behandlungsmäßig falsch hält - er würde und könnte bei aller Erfahrung nicht dazu anleiten - aber als mein erstaunlich gut funktionierendes Ding respektiert und mir Teststreifen und Insulin nach Bedarf rezeptiert.

    Wenn Du kein Zuckerwasser trinkst, wirst Du ne Stunde nach Deinem Wein keine besonders hohe Spitze messen :)

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    Bearbeitet von User am 15.12.2020 21:23:43. Grund: Korrektur
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    am 15.12.2020 21:48:27 | IP (Hash): 2080054839
    Danke Jürgen für deine Antwort.

    Die Info von www.bloodsugar101.com finde ich sehr sinnvoll. Natürlich ist Low Carb Ernährung der richtige Weg, darüber sollte kein Zweifel bestehen.

    Ich werde dass mit dem Blutzucker Testen auf verschiedene Lebensmittel weiterführen um zu sehen welche Lebensmittel für mich ein No Go sind.

    Als Beispiel:
    Mit einem Cheeseburger und Pommes vom gelben M komme ich spielend auf die 12mmol/ L. Die früher regelmässigen wöchentliche Besuche sind seit der Erst Diagnose längerem gestrichen.
    Komischer weise bringt mich eine Fette Grosse Pizza nur auf ca. 8 mmol/L nach den üblichen 2 Stunden. Liegt also mal drin.

    Ich arbeite noch daran die Werte von bloodsugar101 einzuhalten, aber ich befinde mich auf gutem Weg, sagen wir mal in der Hälfte).

    Ps: Ich gratuliere zu deinem HBA1c von aktuell 5,1! Machst du das alleine mit Low Carb Ernährung?
    Falls Ja, hast du anfangs Medikamente genommen?

    Lieber Gruss und weiter so!

    Markus
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    am 15.12.2020 22:32:21 | IP (Hash): 2080054839
    Noch eine Nachtragsfrage.
    Blutzuckerspitzen sind scheinbar langfristig ziemlich ungesund.

    Die Blutzuckerspitzen kann man brechen indem man

    A) wenige Kohlenhydrate isst.
    B) Glinide (Prandiale Glukoseregulatoren) wirken extrem kurz, nämlich nur für den Zeitraum der Mahlzeit. Diabetiker müssen sie nur dann einnehmen, wenn sie tatsächlich etwas essen, also immer vor den Hauptmahlzeiten. Ein strikter Essensplan ist nicht erforderlich und der Alltag lässt sich so freier gestalten. Die Medikamente vermeiden Blutzuckerspitzen während der Mahlzeit, senken den Zuckerspiegel aber nicht kontinuierlich. Quelle: https://www.diabetes-muenster.de/diabetes/arzneiwegweiser.html

    Wäre Variante B nicht ein einfacher praktischer Weg, vor allem da ja bei mir einzig und alleine die Blutzckerspitzen problematisch sind? Angenommen ich vertrage das Medikament, könnte Ich dann "bedenkenlos" auch mal wieder high Carb essen? Oder einfach dass Medikament nur nehmen wenn mangels alternativen low Carb nicht geht? Hat jemand Erfahrung oder eine Meinung dazu?
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    am 15.12.2020 23:04:14 | IP (Hash): 19109484
    Wir brechen da nix, sorgen nur für ein bisschen niedriger, und wie Du's machst, is im Prinzip wurscht. Allerdings geht LC komplett in eigener Regie, während Medis nen autorisierten Verschreiber brauchen und solche Leute generell den Hang zum vorschreibenden Einmischen in die Verwendung haben und auch ne recht feste Vorstellung davon, in welcher Reihenfolge sie die Medis mit ihren Patienten ausprobieren. In der Sache sind Glinide für Deinen Fall wahrscheinlich sehr brauchbar, stehen allerdings nicht an erster Stelle in der diabetologischen Reihenfolge. Also probier mal, was geht, und Daumendrück!

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